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Diese gottverdammten Träume Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Akzeptabel

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.05.2016

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

752

Maße (L/B/H)

21,3/14,4/5,3 cm

Gewicht

954 g

Auflage

4. Auflage

Originaltitel

Empire Falls

Übersetzt von

Monika Köpfer

Sprache

Deutsch

EAN

2710004270801

Beschreibung

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Zustand

Akzeptabel

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.05.2016

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

752

Maße (L/B/H)

21,3/14,4/5,3 cm

Gewicht

954 g

Auflage

4. Auflage

Originaltitel

Empire Falls

Übersetzt von

Monika Köpfer

Sprache

Deutsch

EAN

2710004270801

Herstelleradresse

DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
Amsterdamer Str. 192
50735 Köln
Deutschland
Email: info@dumont-buchverlag.de
Url: www.dumont-buchverlag.de
Telephone: +49 221 2241854

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So gut, ein typischer Russo

hamburg.lesequeen aus Bargfeld-Stegen am 12.08.2024

Bewertungsnummer: 2265217

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

DIESE GOTTVERDAMMTEN TRÄUME Richard Russo Empire Falls ist eine Kleinstadt in Maine, die in den 60er-Jahren florierte. Heute bestimmen Arbeitslosigkeit und Depression das Leben der Bürger. Miles Roby, unser Hauptprotagonist, betreibt hier einen Diner, der seine besten Jahre hinter sich hat. Doch diese Tatsache stört Miles nicht. Überhaupt stört ihn wenig. Er ist gelassen und ruht nicht nur in sich, sondern nimmt es auch als gegeben hin, dass es gerade nicht so gut für ihn läuft: Seine Frau Janine ist mit einem aufgeblasenen Muskelprotz durchgebrannt. Sein Haus wurde von genau diesem Mann als dessen Eigentum annektiert. Der neue Freund seiner Tochter ist ausgerechnet der Sohn des Dorfpolizisten und ehemaligen Nachbarn, dem er seit Jahren versucht, aus dem Wege zu gehen - er ist hinterlistig und weist misogyne Züge auf. Seine Jugendliebe Charlene hält ihn geflissentlich auf Abstand und sein eigenes Libido scheint im Keller verschwunden zu sein. Und zu allem Überfluss klaut sein ewig klammer Vater die letzten Dollars aus seinem Handschuhfach. Was das alles miteinander zu tun hat und was das zur Folge haben wird, müsst ihr selber herausfinden. Ach was ist das wieder für ein typischer Russo. So wie John Irving sein New Hampshire und den Bären braucht, geht es bei Russo nicht ohne eine heruntergekommene Kleinstadt und eine Bar mit seinen schrulligen Stammgästen. Ich liebe diese verlässlichen Komponenten. Während man sich wie so oft zu Beginn ein wenig durch die Seiten kämpfen muss, kann man zum Ende nicht aufhören zu lesen. Es ist dieser minutiöse Schreibstil, der mich einfängt, diese Fäden, die Russo spinnt und sie später zu einem großen Ganzen verwebt - gepaart mit feinem Humor und ironischen Anekdoten. Ich habe mich wieder einmal köstlich unterhalten gefühlt und empfehle euch dieses Buch, welches mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet wurde. Herzlichen Glückwunsch von mir lieber Richard Russo. 4½ / 5 Die Originalausgabe erschien 2001 unter dem Titel „Empire Falls“ bei Alfred A. Knopf, New York. Die deutsche Erstausgabe erschien 2016 im DuMont Buchverlag.

So gut, ein typischer Russo

hamburg.lesequeen aus Bargfeld-Stegen am 12.08.2024
Bewertungsnummer: 2265217
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

DIESE GOTTVERDAMMTEN TRÄUME Richard Russo Empire Falls ist eine Kleinstadt in Maine, die in den 60er-Jahren florierte. Heute bestimmen Arbeitslosigkeit und Depression das Leben der Bürger. Miles Roby, unser Hauptprotagonist, betreibt hier einen Diner, der seine besten Jahre hinter sich hat. Doch diese Tatsache stört Miles nicht. Überhaupt stört ihn wenig. Er ist gelassen und ruht nicht nur in sich, sondern nimmt es auch als gegeben hin, dass es gerade nicht so gut für ihn läuft: Seine Frau Janine ist mit einem aufgeblasenen Muskelprotz durchgebrannt. Sein Haus wurde von genau diesem Mann als dessen Eigentum annektiert. Der neue Freund seiner Tochter ist ausgerechnet der Sohn des Dorfpolizisten und ehemaligen Nachbarn, dem er seit Jahren versucht, aus dem Wege zu gehen - er ist hinterlistig und weist misogyne Züge auf. Seine Jugendliebe Charlene hält ihn geflissentlich auf Abstand und sein eigenes Libido scheint im Keller verschwunden zu sein. Und zu allem Überfluss klaut sein ewig klammer Vater die letzten Dollars aus seinem Handschuhfach. Was das alles miteinander zu tun hat und was das zur Folge haben wird, müsst ihr selber herausfinden. Ach was ist das wieder für ein typischer Russo. So wie John Irving sein New Hampshire und den Bären braucht, geht es bei Russo nicht ohne eine heruntergekommene Kleinstadt und eine Bar mit seinen schrulligen Stammgästen. Ich liebe diese verlässlichen Komponenten. Während man sich wie so oft zu Beginn ein wenig durch die Seiten kämpfen muss, kann man zum Ende nicht aufhören zu lesen. Es ist dieser minutiöse Schreibstil, der mich einfängt, diese Fäden, die Russo spinnt und sie später zu einem großen Ganzen verwebt - gepaart mit feinem Humor und ironischen Anekdoten. Ich habe mich wieder einmal köstlich unterhalten gefühlt und empfehle euch dieses Buch, welches mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet wurde. Herzlichen Glückwunsch von mir lieber Richard Russo. 4½ / 5 Die Originalausgabe erschien 2001 unter dem Titel „Empire Falls“ bei Alfred A. Knopf, New York. Die deutsche Erstausgabe erschien 2016 im DuMont Buchverlag.

Wenn der amerikanische Traum ein Traum bleibt

Bewertung am 09.07.2023

Bewertungsnummer: 1976912

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wenn du bereit bist, deine Zelte in einer öden Provinz von Maine aufzuschlagen, deine Abende im Empire Grill verbringen willst, um gewöhnliche Menschen zu beobachten, dann solltest du das Buch lesen. Denn es wird nicht viel passieren auf den 750 Seiten, keine Action, kein Abenteuer, kein Held wird über sich hinauswachsen. Aber am Ende gehts dir vielleicht wie mir und du würdest gern wiederkommen in die Stadt, in der die Träume wie Treibgut am Flussufer hängen bleiben. Empire Falls hat seine Blütezeit hinter sich, die Papierfabrik ist geschlossen. C.B. Whiting, der letzte Nachfahre des Familienimperiums, hat es vorgezogen, seine Frau Francine mit Tochter Cindy zurückzulassen und in Mexiko Gedichte zu schreiben. Jahre später, nach seinem Tod, gehört Mrs Whiting noch immer der halbe Ort, auch das Diner samt Miles Roby, dem Manager. Hoffnungen köcheln in Empire Falls auf Sparflamme, ab und zu werden sie im Empire Grill gewendet unter der steten Beobachtung der Bewohner. Da ist der verschlagene Walt, der Miles mit Ansage die Frau ausgespannt hat und ihn regelmäßig zum Armdrücken herausfordert. Miles zukünftige Ex-Frau Janine, für die ein Orgasmus Grund genug zur erneuten Heirat ist. Max, Miles’ Vater, der sich durchs Leben gaunert und nicht davor zurückschreckt, für seine Sauftouren die Trinkgeldkasse des Diners zu plündern. Und Miles schaut bei allem recht tatenlos zu, denn er muss erkennen, dass er nicht das Leben führt, dass er sich einst erhofft hatte. Er scheint irgendwo zwischen seinen Träumen und dem Verantwortungsbewusstsein festzuhängen. Seine ganze Hoffnung liegt in seiner 14-jährigen klugen, sensiblen und künstlerisch begabten Tochter Tick. Neben den vielen tiefgründigen Charakteren, die wir durch die multiperspektivische Erzählweise erst allmählich verstehen, arbeitet Russo mit großartigen Bilder, die nicht immer gleich erkennbar sind, mit dem Fortgang der Geschichte aber mit aller Macht deutlich werden. In seinem langen Prolog sieht C.B. Whiting in dem Fluss Knox, der durch den Ort fließt und an dessen Ufer sämtlicher Müll einschließlich eines Elchkadavers angespült wird, einen Planungsfehler Gottes. Wider aller Warnungen lässt er den Fluss begradigen – weil er es kann, weil er Geld hat. Das sagt nicht nur viel über den Ort aus, sondern wird 700 Seiten später seine Folgen präsentieren. Auch Miles ist einer der Gestrandeten, denn er hatte den Ort längst für sein Studium verlassen, als Mrs Whiting ihn „zurückbeordert“ kurz vor dem Tod seiner Mutter, um kurzfristig das Diner zu übernehmen. Oder nehmen wir Tick, Miles’ Tochter, meine Lieblingsfigur. Wenn Russo sie mit hängenden Schultern, auf denen ihr viel zu schwerer Rucksack hängt, durch die Straße schleichen lässt, spürt man als LeserIn, dass die Erwartungen, die in sie gesetzt werden, für sie zur Last werden. Immer wieder sind es die Träume der Erwachsenen, die sie auf ihre Kinder projizieren, weil sie sie selbst nicht verwirklicht haben. Russo hegt viel Empathie für die Menschen, die in ihrer sozialen Schicht festhängen und für die der amerikanische Traum immer ein Traum bleiben wird. Die wie Miles ein zu hohes Pflichtgefühl gegenüber ihrer Familie, ihren Freunden haben und zu viel Anstand besitzen, um sie im Stich zu lassen. Alles treibt ruhig und gelassen dahin, bis Russo das Ende in einer Katastrophe münden lässt, die sich auf ein tatsächliches Ereignis aus dem Jahr 1999 stützt, das damals nicht nur die USA erschüttert hat. Wird das zum Weckruf für die Bewohner von Empire Falls, die samt ihrer »gottverdammten Träume« wie Treibgut am Ufer des Knox festhängen? Alles läuft auf die Frage hinaus, wird es je einer schaffen, seinen Traum zu leben? Fazit. Das Buch hat ein paar Längen, die es mir nicht immer leicht gemacht haben. Auch die Redudanzen hätte man im Lektorat ausmerzen können. Doch am Ende hat sich alles zu meiner Zufriedenheit gefügt. Erst als ich fertig war, wurde mir die Gewaltigkeit der Geschichte und allen liebevollen Details so richtig bewusst.

Wenn der amerikanische Traum ein Traum bleibt

Bewertung am 09.07.2023
Bewertungsnummer: 1976912
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wenn du bereit bist, deine Zelte in einer öden Provinz von Maine aufzuschlagen, deine Abende im Empire Grill verbringen willst, um gewöhnliche Menschen zu beobachten, dann solltest du das Buch lesen. Denn es wird nicht viel passieren auf den 750 Seiten, keine Action, kein Abenteuer, kein Held wird über sich hinauswachsen. Aber am Ende gehts dir vielleicht wie mir und du würdest gern wiederkommen in die Stadt, in der die Träume wie Treibgut am Flussufer hängen bleiben. Empire Falls hat seine Blütezeit hinter sich, die Papierfabrik ist geschlossen. C.B. Whiting, der letzte Nachfahre des Familienimperiums, hat es vorgezogen, seine Frau Francine mit Tochter Cindy zurückzulassen und in Mexiko Gedichte zu schreiben. Jahre später, nach seinem Tod, gehört Mrs Whiting noch immer der halbe Ort, auch das Diner samt Miles Roby, dem Manager. Hoffnungen köcheln in Empire Falls auf Sparflamme, ab und zu werden sie im Empire Grill gewendet unter der steten Beobachtung der Bewohner. Da ist der verschlagene Walt, der Miles mit Ansage die Frau ausgespannt hat und ihn regelmäßig zum Armdrücken herausfordert. Miles zukünftige Ex-Frau Janine, für die ein Orgasmus Grund genug zur erneuten Heirat ist. Max, Miles’ Vater, der sich durchs Leben gaunert und nicht davor zurückschreckt, für seine Sauftouren die Trinkgeldkasse des Diners zu plündern. Und Miles schaut bei allem recht tatenlos zu, denn er muss erkennen, dass er nicht das Leben führt, dass er sich einst erhofft hatte. Er scheint irgendwo zwischen seinen Träumen und dem Verantwortungsbewusstsein festzuhängen. Seine ganze Hoffnung liegt in seiner 14-jährigen klugen, sensiblen und künstlerisch begabten Tochter Tick. Neben den vielen tiefgründigen Charakteren, die wir durch die multiperspektivische Erzählweise erst allmählich verstehen, arbeitet Russo mit großartigen Bilder, die nicht immer gleich erkennbar sind, mit dem Fortgang der Geschichte aber mit aller Macht deutlich werden. In seinem langen Prolog sieht C.B. Whiting in dem Fluss Knox, der durch den Ort fließt und an dessen Ufer sämtlicher Müll einschließlich eines Elchkadavers angespült wird, einen Planungsfehler Gottes. Wider aller Warnungen lässt er den Fluss begradigen – weil er es kann, weil er Geld hat. Das sagt nicht nur viel über den Ort aus, sondern wird 700 Seiten später seine Folgen präsentieren. Auch Miles ist einer der Gestrandeten, denn er hatte den Ort längst für sein Studium verlassen, als Mrs Whiting ihn „zurückbeordert“ kurz vor dem Tod seiner Mutter, um kurzfristig das Diner zu übernehmen. Oder nehmen wir Tick, Miles’ Tochter, meine Lieblingsfigur. Wenn Russo sie mit hängenden Schultern, auf denen ihr viel zu schwerer Rucksack hängt, durch die Straße schleichen lässt, spürt man als LeserIn, dass die Erwartungen, die in sie gesetzt werden, für sie zur Last werden. Immer wieder sind es die Träume der Erwachsenen, die sie auf ihre Kinder projizieren, weil sie sie selbst nicht verwirklicht haben. Russo hegt viel Empathie für die Menschen, die in ihrer sozialen Schicht festhängen und für die der amerikanische Traum immer ein Traum bleiben wird. Die wie Miles ein zu hohes Pflichtgefühl gegenüber ihrer Familie, ihren Freunden haben und zu viel Anstand besitzen, um sie im Stich zu lassen. Alles treibt ruhig und gelassen dahin, bis Russo das Ende in einer Katastrophe münden lässt, die sich auf ein tatsächliches Ereignis aus dem Jahr 1999 stützt, das damals nicht nur die USA erschüttert hat. Wird das zum Weckruf für die Bewohner von Empire Falls, die samt ihrer »gottverdammten Träume« wie Treibgut am Ufer des Knox festhängen? Alles läuft auf die Frage hinaus, wird es je einer schaffen, seinen Traum zu leben? Fazit. Das Buch hat ein paar Längen, die es mir nicht immer leicht gemacht haben. Auch die Redudanzen hätte man im Lektorat ausmerzen können. Doch am Ende hat sich alles zu meiner Zufriedenheit gefügt. Erst als ich fertig war, wurde mir die Gewaltigkeit der Geschichte und allen liebevollen Details so richtig bewusst.

Kundinnen und Kunden meinen

Diese gottverdammten Träume

von Richard Russo

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H. Jürgens

Thalia Düsseldorf – Königsallee

Zum Portrait

5/5

Preisgekrönter Roman

Bewertet: Buch (Paperback)

Der sehr umfangreiche Roman gliedert sich in vier Teile und beginnt mit einem Prolog. Das Erzähltempo ist zunächst eher gemächlich. Russo führt seine Figuren ein und schildert ausführlich deren bisheriges Leben. Ab der Hälfte des Buches wird die Handlung komplexer und unübersichtlicher. Im Schlussteil des Buches überschlagen sich dann die Ereignisse. Das Ende ist spektakulär und verglichen mit dem Rest des Buches sehr schnell erzählt. Schließlich endet Empire Falls sehr amerikanisch mit einem happy end. Das über-konstruierte Ende ist aber auch das einzige Manko, eines ansonsten tadellosen Buches. Eines der zentralen Motive dieses Gesellschaftsromans ist Erfolglosigkeit. Die tragenden Figuren entstammen sämtlich der Unter- oder Mittelschicht. Der Niedergang von Empire Falls lässt sich an den handelnden Personen und deren Leben ablesen. Die Arbeiterschaft – eine Gesellschaftsschichte die eigentlich gar nicht mehr existiert – befindet sich im Niedergang. Empire Falls steht hierbei – ähnlich wie Detroit – exemplarisch für den Niedergang ehemaliger Industriestädte. Das zweite Leitmotiv des Romans stellt (unerfüllte) Liebe dar. Ein Gebiet auf dem jeder Erfahrungen gesammelt hat. Viele der handelnden Figuren stehen in unterschiedlichen Beziehungsebenen zueinander. In dem Roman entwirft Russo ein Kleinstadt-Soziotop mit verqueren, kauzigen Figuren. Jeder der Protagonisten ist glaubwürdig gezeichnet. Für seine Charakterentwicklung muss Russo Tribut gezollt werden. Russo besitzt ein tiefes Interesse an seinen Figuren, dieses kann er dem Leser auch vermitteln. Die humorvollen und präzisen Beobachtungen sind so genau, dass sie soziologische Studien ersetzen. Die Schilderung des Innenlebens der Figuren & ihrer Probleme zeugt von großem Einfühlungsvermögen. Dieses dann auch noch schriftstellerisch umzusetzen ist wahrlich beeindruckend. Die allgemeine Ereignislosigkeit bewegt die Dorfbewohner dazu sich in erster Linie über andere Gedanken zu machen und diese (Nicht-)Gedanken ungefragt mitzuteilen. Naturgemäß ist der Austausch von Klatsch enervierend, aber durch die kunstfertige Verknüpfung mit essenziellen Problemen und Sorgen, wirkt es hier authentisch und nicht aufgesetzt. Russo beweist eindrucksvoll, dass umfangreiche, anspruchsvolle Gesellschaftsromane literarisch immer noch relevant sind.
  • H. Jürgens
  • Buchhändler/-in

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5/5

Preisgekrönter Roman

Bewertet: Buch (Paperback)

Der sehr umfangreiche Roman gliedert sich in vier Teile und beginnt mit einem Prolog. Das Erzähltempo ist zunächst eher gemächlich. Russo führt seine Figuren ein und schildert ausführlich deren bisheriges Leben. Ab der Hälfte des Buches wird die Handlung komplexer und unübersichtlicher. Im Schlussteil des Buches überschlagen sich dann die Ereignisse. Das Ende ist spektakulär und verglichen mit dem Rest des Buches sehr schnell erzählt. Schließlich endet Empire Falls sehr amerikanisch mit einem happy end. Das über-konstruierte Ende ist aber auch das einzige Manko, eines ansonsten tadellosen Buches. Eines der zentralen Motive dieses Gesellschaftsromans ist Erfolglosigkeit. Die tragenden Figuren entstammen sämtlich der Unter- oder Mittelschicht. Der Niedergang von Empire Falls lässt sich an den handelnden Personen und deren Leben ablesen. Die Arbeiterschaft – eine Gesellschaftsschichte die eigentlich gar nicht mehr existiert – befindet sich im Niedergang. Empire Falls steht hierbei – ähnlich wie Detroit – exemplarisch für den Niedergang ehemaliger Industriestädte. Das zweite Leitmotiv des Romans stellt (unerfüllte) Liebe dar. Ein Gebiet auf dem jeder Erfahrungen gesammelt hat. Viele der handelnden Figuren stehen in unterschiedlichen Beziehungsebenen zueinander. In dem Roman entwirft Russo ein Kleinstadt-Soziotop mit verqueren, kauzigen Figuren. Jeder der Protagonisten ist glaubwürdig gezeichnet. Für seine Charakterentwicklung muss Russo Tribut gezollt werden. Russo besitzt ein tiefes Interesse an seinen Figuren, dieses kann er dem Leser auch vermitteln. Die humorvollen und präzisen Beobachtungen sind so genau, dass sie soziologische Studien ersetzen. Die Schilderung des Innenlebens der Figuren & ihrer Probleme zeugt von großem Einfühlungsvermögen. Dieses dann auch noch schriftstellerisch umzusetzen ist wahrlich beeindruckend. Die allgemeine Ereignislosigkeit bewegt die Dorfbewohner dazu sich in erster Linie über andere Gedanken zu machen und diese (Nicht-)Gedanken ungefragt mitzuteilen. Naturgemäß ist der Austausch von Klatsch enervierend, aber durch die kunstfertige Verknüpfung mit essenziellen Problemen und Sorgen, wirkt es hier authentisch und nicht aufgesetzt. Russo beweist eindrucksvoll, dass umfangreiche, anspruchsvolle Gesellschaftsromane literarisch immer noch relevant sind.

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Michael Hermanns

Mayersche Aachen

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5/5

Was ist los, Jungs?

Bewertet: Buch (Paperback)

Mir fällt auf, dass deutlich mehr Kolleginnen als Kollegen die Bücher von Richard Russo hier besprechen, was einerseits natürlich für den literarischen Horizont der Kolleginnen spricht, aber mich dann doch wundern muss. Jungs, das hier ist wirklich für uns! Vor allem für die von uns zwischen 40 und 60. Aber vielleicht ist das ja schon das Problem, dass sich eher Frauen für die Geschichten von Männern zu interessieren scheinen, als die Männer selbst...Ein guter Grund mehr, sie zu lieben und sich selbst nicht ganz so wichtig zu nehmen. Und das könnte schon eine augenzwinkernde Erkenntnis im Sinne Richard Russos sein, denke ich.
  • Michael Hermanns
  • Buchhändler/-in

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Was ist los, Jungs?

Bewertet: Buch (Paperback)

Mir fällt auf, dass deutlich mehr Kolleginnen als Kollegen die Bücher von Richard Russo hier besprechen, was einerseits natürlich für den literarischen Horizont der Kolleginnen spricht, aber mich dann doch wundern muss. Jungs, das hier ist wirklich für uns! Vor allem für die von uns zwischen 40 und 60. Aber vielleicht ist das ja schon das Problem, dass sich eher Frauen für die Geschichten von Männern zu interessieren scheinen, als die Männer selbst...Ein guter Grund mehr, sie zu lieben und sich selbst nicht ganz so wichtig zu nehmen. Und das könnte schon eine augenzwinkernde Erkenntnis im Sinne Richard Russos sein, denke ich.

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Diese gottverdammten Träume

von Richard Russo

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