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Zweifelssohn Roman

4

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

23974

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

ab 16 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

15.08.2026

Verlag

Tropen

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

19/12/2,3 cm

Gewicht

258 g

Farbe

Anthrazit / Lichtgrau

Auflage

1. Auflage 2026

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-50299-2

Beschreibung

Rezension

»Die Sorglosigkeit der Neunziger ist vorbei und Czolleks Roman die Literatur gewordene Suche nach einer dazu passenden Poetologie.«Thomas Hummitzsch, Republik, 18. September 2026 ("Republik")
»Die Orte und Figuren, denen Zweifelssohn begegnet, sind dabei vor allem Sprungbretter für Czolleks Gegenwartsanalysen, die sich durchweg poetisch und pointiert lesen. ›Zweifelssohn‹ ist ein dichtes Buch mit hohem Über- und tiefem Unterbau.«Matthias Jordan, Kulturnews, 26. September 2026 ("Kulturnews")

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Verkaufsrang

23974

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

ab 16 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

15.08.2026

Verlag

Tropen

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

19/12/2,3 cm

Gewicht

258 g

Farbe

Anthrazit / Lichtgrau

Auflage

1. Auflage 2026

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-50299-2

Herstelleradresse

Tropen
Rotebühlstr. 77
70178 Stuttgart
DE

Email: produktsicherheit@klett-cotta.de

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  • Schnick

    aus Arcisses

    4/5

    24.10.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Starkes Debut!

    Als Max Czollek ankündigte, dass er einen ersten Roman beendet hatte und dieser im August 2026 erscheinen würde, wusste ich sofort, dass ich ihn lesen möchte. Nun habe ich doch länger gebraucht, den Roman zu lesen, als ich ursprünglich dachte. Dabei ist er angenehm kurz geraten - und die Kürze lädt geradezu ein, den Roman am Stück, ohne längere Pause zu lesen. Dazu rate ich auch, denn dies ist einer der Romane, die meiner Meinung nach ihre Wirkung erst dann voll entfalten können, wenn man möglichst wenige Unterbrechungen einlegt. In dem Roman reist der titelgebende Protagonist Zweifelssohn - wie Mendelssohn, aber mit Zweifel - von Wien über verschiedene deutsche Städte Richtung Norden bis nach Rügen. Während dieser Reise erfahren wir vieles aus seinem Leben, wobei immer wieder Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen. Ein bisschen fies ist, dass teilweise nicht klar ist, was wirklich stattfindet und was nur in Zweifelssohns Kopf Form annimmt. Anfangs hat mich das gestört, aber im weiteren Verlauf fand ich das richtig, weil diese Passagen aufzeigen, dass sie nah genug an der Realität sind, dass sie möglich sein könnten. Ich könnte jetzt viel über Stilmittel und (pop-) kulturelle Referenzen schreiben, aber das war noch nie meine Stärke und ehrlich gesagt ist mir viel wichtiger, was der Roman in mir ausgelöst hat. Denn das ist am Ende wesentlich für mich: Hat mich der Roman berührt oder nicht? Ja. Hat er. Wenn man sich darauf einlässt, ist "Zweifelssohn" streckenweise wie ein Schlag in die Magengrube, eine Abrechnung mit deutscher Erinnerungskultur, die sich in Ritualen ergeht, aber angesichts des Rechtsrucks in der deutschen (und europäischen) Gesellschaft weder Antworten noch realen Schutz für Juden*Jüdinnen und Menschen mit internationaler Geschichte bietet. Ja, einige Passagen sind verkopft und ja, ich hätte mir an einigen Stellen mehr Tiefe gewünscht. Ja, die Romanfigur Zweifelssohn hätte besser ausgearbeitet werden können, ja, die Nebenfiguren (sogar Be) bleiben blass. Und trotzdem schafft es Czollek, dass jüdisches Leben in Deutschland auf eine Weise nahegebracht wird, die aufzeigt, dass nichts in Ordnung ist. Schon gar nicht seit den 90ern und erst recht nicht seit 2013. Trotzdem ist "Zweifelssohn" nicht das, was ich als Betroffenheitsliteratur bezeichnen würde. Immer wieder gibt es Stellen, an denen bitterböser Humor durchscheint, der zwar ein teilweise fieser Spiegel ist, aber auch den Roman insgesamt auflockert. "Zweifelssohn" ist ein gelungenes Debüt, sicher nicht perfekt, aber trotzdem aufgeschlossenen Menschen zu empfehlen.

  • SusanK

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    17.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Prophet als Reisender: Eine Kritik der Gegenwart

    Der Protagonist begibt sich auf eine Reise – von Wien durch die Weiten deutscher Städte bis hinauf nach Rügen. Doch es ist keine Flucht zu etwas, sondern eine Flucht vor der Welt. Doch wer ist dieser Reisende? Ein Exzentriker? Ein visionäres Genie? Oder gar ein Prophet unserer Zeit? Fest steht: Er sieht Dinge, die anderen verborgen bleiben – ein Phänomen, das er selbst als „Jeremiasyndrom“ bezeichnet. Vorgestellt wird uns Zweifelssohn, eine Figur, die an den jüdischen Aufklärer Mendelssohn erinnert, doch durchzogen von existenziellen Zweifeln. Stilistische Ambiguität als Spiegel der Moderne Die Erzählweise ist unkonventionell, fast schon subversiv – sie oszilliert zwischen Fiebertraum und klarer Analyse. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft: Sind es Erinnerungen, Reflexionen oder gar prophetische Visionen? Dazwischen finden sich isolierte Kapitel, in denen Dialoge in staccatoartiger Bulletpoint-Form präsentiert werden. Und doch: Die Sprache ist lebendig, bisweilen von poetischer Schönheit – wie ein Gedankentöpfer, der die Leser*innen in seinen Bann zieht. Besonders gelungen sind die popkulturellen Referenzen sowie die scharfsinnige Gesellschaftskritik, die sich wie ein roter Faden durch das Werk ziehen. Einsamkeit als existenzielle Frage Zweifelssohn war vor seiner Reise nicht allein – doch ob er es währenddessen ist, bleibt eine offene Frage. Eine rauchende Hannah Arendt, so könnte man spekulieren, würde dieser These widersprechen. Faszinierend ist, wie es dem Autor gelingt, auf einer einzigen Reise eine Fülle von Themen zu verdichten: berührend, wahr, mitunter auch verwirrend. Dieses Buch wird mich noch lange beschäftigen. Es ist ein Spiegelbild unserer Zeit – einer Ära, die von Sorgen, Zweifeln und existenzieller Unruhe geprägt ist. Die Frage nach der Rolle des Individuums Ob man stiller Zeitzeuge sein möchte, Prophet oder aktiv Gestalter*innen des Geschehens – am Ende sind wir alle gefangen in einem Leben, dem unweigerlich andere vorangegangen sind und dem möglicherweise weitere folgen werden.

  • Jürg K.

    4/5

    28.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Interessant und spannend

    Dieser Roman hat mich sofort gefesselt, weil er eine ungewöhnliche Mischung aus poetischer Selbstbefragung, politischer Gegenwart und existenzieller Unruhe bietet. Zweifelssohn ist eine Figur, die man nicht einfach begleitet man wird in seinen Blick hineingezogen. Er reist von Wien über deutsche Städte bis nach Rügen, doch eigentlich flieht er, vor einer Welt, die sich immer weniger ihrer eigenen Gewalt entziehen kann, und vor einem inneren Kompass, der ständig zwischen Hoffnung und Untergang schwankt. Besonders stark ist die Art, wie Max Czollek diese Reise erzählt. Zweifelssohn klammert sich an Oberflächen Mode, Musik, Exzess, als könnten sie die lauter werdenden Störgeräusche der Realität übertönen. Doch die Gewalt drängt sich immer wieder auf, in der Bahn, beim Abendessen, im Urlaub, in Hotelzimmern. Sie ist nicht spektakulär, sondern alltäglich, unterschwellig, unentrinnbar. Genau darin liegt die Wucht des Romans. Der jüdische Blick, den Zweifelssohn nicht ablegen kann, macht die Wahrnehmung schärfer, verletzlicher, aber auch hellsichtig. Die Parallelen zu Jeremias, dem Propheten, den er nicht sein möchte und doch immer wieder spiegelt, verleihen dem Buch eine fast mythische Dimension. Czollek gelingt ein Debüt, das gleichzeitig witzig, verzweifelt optimistisch und bitterböse ist. Für mich ist es ein hochaktueller Roman, der zeigt, wie schwer es ist, in einer Gegenwart zu leben, die zwischen Popkultur und Untergangsvisionen schwankt und wie notwendig es ist, trotzdem weiterzugehen.

  • Bewertung

    4/5

    29.08.2026

    eBook (ePUB)

    Persönlich

    Hier ist der Titel tatsächlich Programm: Zweifelssohn ist ein Buch voller Zweifel, Widersprüche und einer ziemlich düsteren Sicht auf die Gegenwart – und trotzdem steckt darin immer wieder ein fast verzweifelter Optimismus. Ich fand den Roman sehr lesenswert, auch wenn er mich stellenweise ziemlich gefordert hat. Die Sprache ist unglaublich dicht und teilweise auch anstrengend, sodass man das Buch nicht unbedingt einfach nebenbei lesen kann. Gerade deshalb lohnt es sich aber, dranzubleiben. Besonders gut gefallen hat mir der Ton des Buches. Der bitterböse Humor passt perfekt zu dieser Vermischung im Buches und verhindert, dass die Geschichte trotz ihrer schweren Themen zu erdrückend wird. Insgesamt definitiv ein anspruchsvolles Buch, das nicht immer leicht zugänglich ist, aber gerade deshalb noch eine Weile im Kopf bleibt.

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