Die Wahrnehmung von Meinungsklima und Meinungsverteilung Die Integration der Hostile Media Perception in die Theorie der Schweigespirale
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
25.04.2026
Verlag
Springer Fachmedien WiesbadenSeitenzahl
183 (Printausgabe)
Dateigröße
3169 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783658517137
Das Buch widmet sich der Frage, wie Menschen mit Hostile Media Perception (HMP) öffentliche Meinung wahrnehmen und welche Folgen dies für ihre Bereitschaft zur Meinungsäußerung hat. Ausgangspunkt ist die Theorie der Schweigespirale, die postuliert, dass Individuen aus Angst vor Isolation das Meinungsklima beobachten, ihre Wahrnehmungen mit der eigenen Position abgleichen und ihre Bekenntnisbereitschaft danach ausrichten. Während die Theorie annimmt, dass eine Minderheitswahrnehmung zum Schweigen führt, zeigt die Forschung zu HMP, dass Betroffene trotz dissonant erlebter Medienberichterstattung oft aktiv ihre Meinung vertreten. Theoretisch wird HMP in dieser Arbeit systematisch in die Schweigespirale integriert. Dafür wird zwischen Meinungsklima - als kommunikativ-diskursivem Prozess - und Meinungsverteilung - als numerischer Verteilung von Positionen - unterschieden. Zudem wird der soziale Nahbereich als eigenständige Quelle der Umweltbeobachtung berücksichtigt. Daraus entsteht ein erweitertes Modell, das erklärt, warum Menschen mit HMP ein gesellschaftlich dissonantes Meinungsklima wahrnehmen, zugleich aber eine konsonante Mehrheitsvorstellung aus ihrem Nahbereich ableiten und daher keine Isolationsfurcht empfinden.
Die Ergebnisse bestätigen zentrale Annahmen der Schweigespirale, etwa den Zusammenhang zwischen wahrgenommener Medienmeinung und Meinungsklimawahrnehmung. Zugleich zeigen sie, dass HMP die Übertragung medialer Wahrnehmungen auf die Meinungsverteilung moderiert und die Bedeutung des sozialen Nahbereichs stärkt. Menschen mit HMP nehmen Medienberichterstattung als feindlich wahr, sind aber dennoch bereit sich öffentlich zu äußern.
Die Arbeit leistet damit drei wesentliche Beiträge: Sie präzisiert konzeptionell die Unterscheidung von Meinungsklima und Meinungsverteilung, integriert HMP in die Logik der Schweigespirale und belegt empirisch die Bedeutung des sozialen Nahbereichs für die öffentliche Meinungsbildung. Damit eröffnet sie neue Perspektiven auf Wahrnehmungsprozesse in mediatisierten Demokratien und liefert Impulse für die Erforschung öffentlicher Kommunikation unter Bedingungen wachsender Medienskepsis.
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