Andrea Ballschuh wächst in der ehemaligen DDR auf. Ihre Eltern lassen sich scheiden, als sie noch ein kleines Kind ist. Bereits mit elf Jahren steht sie vor der Kamera. Früh lernt sie, Erwartungen zu erfüllen und zu funktionieren.
Als TV-Moderatorin macht sie Karriere. Applaus, Anerkennung und Erfolg begleiten ihr Leben. Doch hinter dem strahlenden Lächelnwächst eine innere Leere. Aus Angst vor Ablehnung passt sie sich immer mehr an – bis sie sich selbst fast verliert. Ein Zusammenbruch, ein radikaler Einschnitt und der Verlust von fast allem, was ihr berufliches Leben bisher ausgemacht hat, zwingensie zum Innehalten. Zum ersten Mal stellt sie sich den Fragen, vor denen sie jahrelang davongelaufen ist.
Wer ihr aus der tiefsten Krise herausgeholfen hat und was eine Stimme aus dem Off damit zu tun hat, dass sie heute "Volle Kanneleben" kann, erzählt sie in diesem Buch.
Ein mutiger Lebensbericht über die Suche nach Identität, Liebe und Verbundenheit. Ungeschminkt, feinsinnig und packend.
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Volle Kanne leben – ehrlich, schonungslos und voller Überraschungen
Ich habe tatsächlich alle Bücher von Andrea Ballschuh – vom Gartenbuch bis zu ihren Büchern rund um das Thema Zucker. Sowohl inhaltlich als auch von der Aufmachung her haben sie mir gut gefallen. Andrea Ballschuh kommt dabei immer authentisch rüber, und genau diesen Eindruck habe ich auch bei „Volle Kanne leben“. Nur geht es diesmal deutlich persönlicher, tiefer und stellenweise fast intim zu.
Kurze Zusammenfassung:
Andrea Ballschuh erzählt aus ihrer Kindheit, vom Aufwachsen in der DDR und von ihrem Weg zur Moderatorin bei Radio und Fernsehen bis hin zu ihrer heutigen Tätigkeit als Autorin und Coach.
Mein Leseeindruck:
Andrea Ballschuh lässt uns an ihren großen Gefühlen, ihrem Verliebtsein, ihren Enttäuschungen und den Erlebnissen teilhaben, die sie geprägt haben. Manche Dinge aus der Vergangenheit haben sie offenbar viel länger verfolgt, als es ihr selbst bewusst war.
Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund. Sie erzählt schonungslos ehrlich, selbstkritisch und auch reumütig von ihren Fehlern. Ihre eigenen Stärken kennt sie, doch ihre Leichtgläubigkeit hat sie offenbar immer wieder in schwierige Situationen gebracht. Besonders ihre Erfahrungen mit der Selbstständigkeit, den Schulden und schließlich der Privatinsolvenz haben mich beim Lesen sehr beschäftigt.
Das Buch hat mich emotional mitgenommen, lässt mich aber auch immer wieder ungläubig den Kopf schütteln. Vor allem dann, wenn Andrea von ihren zahlreichen Teilnahmen an teilweise ziemlich obskuren Coachings berichtet. Da habe ich mich mehr als einmal gefragt: Warum lässt sie sich darauf ein? Wie kann jemand, der selbst eine so wunderbare Gabe besitzt, Menschen mitzunehmen, ihnen Mut zu machen und sie zu coachen, so leicht dazu verleitet werden, dafür so viel Geld auszugeben?
Vielleicht ist genau das eine der Erkenntnisse, die dieses Buch vermittelt: Auch Menschen, die beruflich erfolgreich sind, andere inspirieren und scheinbar wissen, was sie tun, sind nicht vor Selbstzweifeln, falschen Entscheidungen und Enttäuschungen gefeit.
Heute hat Andrea Ballschuh den Glauben zu Gott gefunden, fühlt vertrauen auf sich und blickt dankbar auf ihre Erfahrungen zurück.
Es würde mich freuen, wenn sie ihren Weg gefunden hat und dieser sie zu der inneren Ruhe und Sicherheit führt, nach der sie offenbar lange gesucht hat.
Ein paar zusätzliche Informationen zum Thema Privatinsolvenz hätte ich mir noch gewünscht. Nicht, weil ich selbst eine solche Situation nutzen möchte, sondern schlicht aus Interesse daran, wie dieser Schritt abläuft und was er für die Betroffenen konkret bedeutet.
Wer Spaß an teils privaten Fotos von Andrea Ballschuh hat, die gibt es gibt mittig im Buch zu entdecken, sie unterstreichen den persönlichen Charakter dieses Buches.
Fazit:
„Volle Kanne leben“ ist eine sehr persönliche, ehrliche und stellenweise überraschende Lebensgeschichte. Andrea Ballschuh gewährt tiefe Einblicke in ihr Leben, ihre Erfolge, ihre Irrwege und ihre Suche nach Halt.
Nicht jede ihrer Entscheidungen kann ich nachvollziehen, und gerade das hat mich beim Lesen immer wieder zum Nachdenken gebracht. Ich habe mit ihr mitgefühlt, den Kopf geschüttelt und mich gefragt, wie man trotz aller Erfahrungen immer wieder in ähnliche Fallen geraten kann. Aber vielleicht gehört genau das zum Leben dazu: Fehler machen, daraus lernen und irgendwann Frieden mit der eigenen Vergangenheit schließen.
Ein authentisches Buch, das mich bewegt und nachdenklich zurücklässt – und für mich auf jeden Fall eine Empfehlung wert ist!
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