Einst rannten sie über die Klippen Nordvegrs und träumten von Freiheit. Später zerbricht ihre Welt an dem, war Ehre, Blut und Pflicht von ihnen verlangen. Verrat reißt tiefe Wunden, Schlachten erschüttern das Land, und hinter all dem nehmen verborgene Mächte und Intrigen Gestalt an. In dieser rauen Welt kämpfen Menschen um ihr Leben, um Freundschaft, Liebe, Loyalität und darum, was von ihnen übrig bleibt, wenn sie ihr eigenes Schicksal herausfordern. Der Auftakt einer Wikinger-Trilogie, in der niemand unversehrt bleibt.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Im Grunde sind alle Geschichten schon erzählt - nicht nur einmal, sondern immer wieder, zu verschiedenen Zeiten, von verschiedenen Menschen. Ereignisse und Handlungsstränge, oder zumindest, wie sie enden, nennt man, um auf die Wiederholungen hinzuweisen, Klischees.
Doch sollte es offensichtlich und von jedermann nachvollziehbar sein, das es darauf nicht ankommt.
Es kommt einzig und allein darauf an, von wem die Geschichte erzählt wird!
Das ist das einzige, was eine Geschichte zu etwas Besonderem macht - nicht das, was uns bekannt ist, sondern das wie, das eine alte Geschichte klingen lässt, als wäre sie gerade erst erdacht worden.
Mein Blick ruht zur Zeit auf dem neuesten Beweis für meine These.
Er ruht auf dem Cover - dem Versprechen.
Während alle anderen darum bemüht sind, sich durch kleine Varianten derselben Covermotive einerseits von allen anderen zu unterscheiden und gleichzeitig genau so auszusehen wie alle anderen, deren Bücher in Massen gekauft werden, hat sich die Autorin hier anders entschieden. Das Cover ist schlicht, stahlblau, nur die Ecken sind mit dezenten Ornamenten verziert, darauf prangt der Titel, schwarz, wie in Stein gemeißelt. Dieses Buch dominiert allein dadurch all das quietschbunte Gewimmel, welches es in einer Buchhandlung umgeben würde. Dieses Buch muß nicht laut sein, um literarische Autorität auszustrahlen, dieses Buch hat sie, und das ist für jeden sichtbar.
Wir glauben vermutlich diese Welt, dieses Land zu kennen, schließlich sind Abbildungen davon zu Hauf über unsere Bildschirme geflimmert, die Bewohner in die den Erzählungen nachempfundenen Kleider gehüllt.
Doch in diesem Buch betreten wir diese Welt wirklich, vermutlich zum ersten Mal.
Es ist dieser wunderbare Text, der es uns ermöglicht, diese Welt vollends zu betreten, zu erfahren, wie es hier tatsächlich aussieht, und vor allem, wie es hier riecht, sich anfühlt, wie es schmeckt.
Dieses Buch beginnt nicht mit einem Knall, es beginnt damit uns einzuladen, die Ereignisse mitzuerleben, Teil dieser Geschichte und der Menschen darin zu werden, und sei es auch ein passiver. Die Vorstellung der wichtigen - sowie einiger unwichtiger - Personen der Handlung erfolgt nicht in Form einer Liste in Prosa, sie erfolgt durch Begegnungen, indem wir dem Weg der Worte einfach folgen. Und diese Worte nehmen uns mit, lassen uns allerdings auch so schnell nicht wieder los.
Diese Geschichte - oder zumindest der Teil, der hier schon geschrieben vor uns liegt - ist von Anfang bis Ende wunderschön erzählt, wunderschön geschrieben, scheinbare Nebensächlichkeiten werden hier allein aufgrund der Art des Erzählens zu essentiellen, weil schönen, Bestandteilen der Erzählung, sie ergänzen und vervollständigen unseren Blick auf die Umgebung, die jetzt auch die unsere ist.
Und wir begegnen hier echten Personen, nicht ihren fiktionalisieren Abbildern, die Charaktere sind authentische Menschen, runde, vielschichtige Charaktere mit allen positiven und negativen Eigenschaften, die einen Menschen ausmachen und nicht nur eindimensionale Standbilder, um die Seiten zu bevölkern. Auch ihre Konflikte sind menschlich, entspringen menschlichen Schwächen, und somit werden auch ihre Differenzen zu etwas greifbarem und nachvollziehbaren, und entspringen niemals irgendeinem Konstrukt der Autorin und wären unter vernünftigen Menschen durch ein einfaches, ehrliches Gespräch leicht zu lösen. Alles, was die Menschen hier vereint oder trennt geschieht mit einer gnadenlosen Zwangsläufigkeit, getrieben durch Verpflichtungen oder niederen Emotionen, die den Ausweg einer Unterhaltung nicht zulassen - und das allein macht die Geschehnisse so ungeheuer dramatisch.
Ein Kritiker könnte nun, nach der Lektüre, verdrießlich feststellen das all das was hier geschildert wird ja hinlänglich bekannt ist - der Konflikt eines herrischen Vaters mit dem jungen, aufmüpfigen Sohn. Die junge Liebe zwischen zwei Menschen und die unüberwindbar erscheinende Kluft, die eine unterschiedliche Herkunft zwangsläufig mit sich bringt. Eine Fahrt über das Meer, in ein anderes Land. Eine Schlacht. Ein Neuanfang - und damit ein altes Klischee über seine Zunft bestätigen, welches mit dem Neid derjenigen zu tun hat, die selber nicht in der Lage sind etwas ästhetisch unwiderstehliches zu erschaffen und deswegen verurteilen.
Denn der Unterschied zu all den anderen Geschichten ist auch hier, wie die Ereignisse geschildert werden, und von wem.
Die Götter, so hört man immer wieder, bestimmen über das Schicksal, und sie allein wissen, was geschehen wird.
Und die Göttin, welche hier über das Schicksal so vieler bestimmt, weiß zumindest was sie tut, ihr Text ist von einer Tiefe und Autorität geprägt, die jede erzählerische Unsicherheit, jedes Zögern lange hinter sich gelassen hat und sich selbst und ihrer Geschichte vollends vertraut.
So verzichtet sie auf Cliffhanger, diese störenden Unterbrechungen eines Handlungsstrangs an einer spannenden Stelle, nur um uns durch zu viele Seiten an eine andere Stelle der Geschichte zu verfrachten, sie erzählt ihre Handlungsstränge jedesmal zu ende. Selbst dieses eine Mal, wo sie uns ins Ungewisse stürzen lässt, ist das kein fauler Trick, es ist - für den Moment - das Ende jenes Handlungsstrangs.
Sie kann darauf verzichten weil sie solche billigen und amateurhaften Firlefanz nicht nötig hat, ihre Geschichte fesselt, diese Geschichte will gelesen werden, wir verschlingen gierig Seite um Seite um das längst feststehende Ergebnis dieses einen Blicks zwischen zwei Menschen bestätigt zu wissen, eine Bestätigung, die überflüssig ist, weil das Ergebnis längst feststand, seit diesem Blick vor 20 Seiten.
Nicht was erzählt wird - wer erzählt!
Ich lese immer wieder davon, wie Menschen schöne, berührende oder auf irgendeine Art besondere Sätze aus Büchern herausschreiben. Auch hier gibt es solcherlei Sätze, und zwar viele, doch sie herauszuschreiben würde hier bedeuten, eine besonders schöne Blume ihrer natürlichen und ebenfalls schönen Umgebung zu entreißen, auf das sie verwelkt und verdorrt. Der hier vorliegende Text ist von einer erzählerischen Dichte, die ein Heraustrennen eines seiner Teile absurd erscheinen lässt.
Und er ist ungeheuer wirkungsmächtig!. Er plätschert niemals dahin, er ist wie ein Ozean, langsam, stetig und ungeheuer kraftvoll, dabei bietet er aber eine Sicherheit, die tiefes Vertrauen erzeugt - diese See wird uns weitertragen, und uns niemals verraten, auch wenn der Wellen höher schlagen und die See rau wird.
Es ist schon eine Weile her, das mich ein Buch so dermaßen gefesselt, begeistert und zuweilen zutiefst berührt hat, und allein das macht dieses Werk für mich zu etwas Besonderem.
Doch es ist nicht nur mein persönlicher Geschmack, der mich diese Zeilen hat formulieren lassen, ich denke nach mehr als 40 Jahren in der Literatur kann ich darüber hinaus rein sachlich die Qualität eines Textes beurteilen - auch wenn ein Text we dieser es sehr schwer bis unmöglich macht, ihn rein sachlich zu betrachten - und hier handelt es sich um einen verdammt guten Text!
Und “Der Sturm des Nordens” ist ein verdammt gutes Buch, wie man es heutzutage lange suchen muß.
Und tatsächlich habe ich dieses Buch an einem Ort gefunden, an dem ich es für unmöglich hielt, ein solches Werk zu finden. Die gesamte Entstehung lag allein in den Händen der Autorin, und sie hat es selbst publiziert und damit ein Buch auf den Markt gebracht, welches nicht nur gegenüber den gängigen Verlagserzeugnissen bestehen kann, sondern diese mühelos übertrifft!
Meinhard Tobias
5/5
12.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Mal was ganz anderes
Ich lese eigentlich fast nur Fantasy und ganz selten historische Stoffe, aber in den letzten Jahren kam aus dem Fantasy Genre für mich nichts spannendes oder neues mehr und ich hatte mal Lust auf etwas anderes. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte ist zwar erfunden, aber es ist so gut gemacht dass man direkt das Gefühl hat, man steht wirklich in der Welt der Wikinger. Das Buch hat eine saustarke Handlung und die Figuren sind mega gut und lebendig geschrieben. Außerdem hat man das Gefühl man steht wirklich mittendrin, weil es so bildstark geschrieben ist und es einen sofort in seine Atmosphäre zieht. Es wird auch nie langweilig obwohl es so dick ist. In meinen Augen ist dieses Buch ein erfrischendes, wunderschönes, bittersüßes Werk und ich kann es wirklich sehr empfehlen. Hoffentlich kommt die Fortsetzung bald.
Tami E.
5/5
10.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Was für ein großartiges Buch
In fünf Tagen durchgelesen. Dieses Buch hat mich vollkommen überrascht und mitgerissen. Schon nach wenigen Seiten war ich nicht mehr nur Leserin, sondern mitten in dieser rauen, kalten, wunderschönen Welt aus Wind, Meer, Blut, Schuld und Sehnsucht. Was dieses Buch für mich so besonders macht, ist die Atmosphäre. Man spürt den Rauch der Feuer, die Kälte des Nordens, das Salz auf der Haut und die Schwere der Entscheidungen, die die Figuren treffen müssen. Nichts wirkt beliebig, nichts wie bloße Kulisse. Die Welt lebt. Und die Figuren auch. Sie fühlen sich echt an und sind unfassbar stark und psychologisch sehr gut geschrieben. Die Geschichte ist nicht weichgespült. Sie ist brutal, emotional, stellenweise sehr düster und schmerzhaft, aber nie leer. Hinter jeder Schlacht, jedem Verlust und jeder stillen Szene steckt Bedeutung. Es geht um Heimat, Schuld, Liebe, Loyalität, Überleben und darum, was Menschen einander antun, aber auch, was sie füreinander werden können. Der Schreibstil ist bildgewaltig, intensiv und sehr atmosphärisch, ohne sich in Belanglosigkeiten zu verlieren. Manchmal wirkt es fast wie ein Drehbuch. Ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, nicht einfach Sätze vor mir zu haben, sondern Bilder, Geräusche, Gerüche und Stimmungen.
Ein beeindruckender Auftakt. Die Geschichte ist rau, emotional, episch und geht einfach unter die Haut. Ich freue mich auf Band 2.
Eine klare Empfehlung für alle, die historische, düstere Geschichten mit Tiefe, Atmosphäre und starken Charakteren lieben.
Bewertung
5/5
10.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Debüt mit Herz, Seele und dem Wind des Nordens
„Der Sturm des Nordens“ von Swantje Rufle ist eines jener Bücher, die man nicht einfach liest...man erlebt sie. Schon nach wenigen Seiten war ich vollkommen in die raue, mystische Welt Nordvegrs eingetaucht. Die Autorin erschafft eine Atmosphäre, die nach Salz, Sturm und alten Legenden riecht und einen bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt.
Besonders beeindruckt haben mich die Figuren. Sie fühlen sich lebendig an, voller Stärken, Fehler, Hoffnungen und Ängste. Ihre Entscheidungen haben Gewicht, ihre Beziehungen Tiefe und ihre Entwicklung wirkt authentisch. Hinter den Kämpfen und Konflikten verbirgt sich eine berührende Geschichte über Freundschaft, Loyalität, Liebe, Verlust und die Frage, wer wir sind, wenn das Schicksal uns auf die Probe stellt.
Auch der Schreibstil hat mich begeistert. Bildgewaltig, emotional und gleichzeitig unglaublich nahbar erschafft Swantje Rufle eine Welt, die man nicht nur sieht, sondern fühlt. Die Mystik, die unterschwelligen Geheimnisse und die nordische Atmosphäre verleihen der Geschichte eine besondere Magie.
Für mich fühlt sich dieses Buch nicht wie ein Debüt an, sondern wie der Auftakt einer großen Saga. Ich habe jede Seite genossen und war beim Lesen oft überrascht, wie sehr mich die Geschichte emotional berührt hat.
„Der Sturm des Nordens“ ist eine kraftvolle, atmosphärische und tiefgründige Geschichte, die noch lange nachhallt.
Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Band und darauf, wieder in diese Welt zurückzukehren.
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