Wolfgang Siebeck war mir bisher nur namentlich ein Begriff, daher fand ich es sehr interessant, mehr über ihn zu erfahren. Die Biografie ist gut gestaltet und schön chronologisch erzählt. Auch der Schreibstil ist sehr angenehm.
Der Fokus liegt hier natürlich eindeutig auf Siebecks beruflichem Werdegang und seinen Erfolgen. Aber man erfährt auch viel Interessantes über seine harte Kindheit und Jugend. Ich fand es sehr beeindruckend, wie weit er es trotz schlechter Voraussetzungen gebracht hat. Man hat das Gefühl, dass man wirklich dem Menschen Siebeck durch dieses Buch näherkommt. Auch die vielen Fotos, davon gut die Hälfte in schwarz-weiß und so einige Privataufnahmen, sind gut gewählt und passen perfekt zum Stil der Biografie.
Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen.
Mari
aus Erkrath
5/5
07.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Interessantes über das Leben von Wolfram Siebeck
Der Autor, Kolumnist und ehemaliger Chefredakteur des Gault& Millau, Herr Dr. Christoph Wirtz, hat in dieser Biographie über Wolfram Siebeck sehr viel Interessantes und teils Spannendes veröffentlich was mir bisher nur in Teilen bekannt war. Wenn man bedenkt unter welchen Voraussetzungen Wolfram Siebeck seine Kindheit und Jugend verbrachte kann ich vor dem, was er erreicht hat, nur den Hut ziehen.
Er bekam später sehr viele Auszeichnungen, hatte große Erfolge war aber auch resistent gegenüber Neuerungen. Dennoch hat mich seine Einstellung zum Leben und zum Genuss beeindruckt.
Herr Dr. Christoph Wirtz hat hier mit einem angenehmen Schreibstil vieles über Deutschlands scharfzüngigen und einflussreichsten Gastro-Kritiker in einem unterhaltsamen Buch herausgegeben. Das Cover zeigt Wolfram Siebeck mit einer angenehm anzuschauenden Ausstrahlung.
Bewertung
4/5
03.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Nimmersatt
„Ein sattes Leben“, unter diesem Titel hat Christoph Wirtz seine Biografie über Wolfram Siebeck veröffentlicht. Ganz offensichtlich steht er dem „Berufsesser“ Siebeck nahe, denn er nennt zwar auch negative Punkte, aber hakt die nebenbei locker ab.
Trotzdem wird das Buch keine permanente Lobhudelei, sondern eher eine wohlwollende, meist gut zu lesende Angelegenheit. Ein paar Kritikpunkte zu Beginn: im ersten Drittel gibt es mehrere Aufzählungen von Personen, die irgendwie mit Wolfram in Kontakt standen, aber leider ohne diesen Kontakt und insbesondere die Wirkung dieser Personen näher zu erläutern. Personen, die Einfluss hatten, werden nämlich extra beschrieben. Hier schleicht sich der Verdacht ein, dass einfach prominente Namen Wolfram mehr Glanz verleihen sollen. Dass sich Wolfram Siebeck auch selbst widersprochen hat in diversen seiner Publikationen, wird zwar erwähnt, aber in Siebeckscher Manier einfach zur Seite geschoben. Dass er es sich auch mit Starköchen verdorben hat wird auch nicht hinterfragt. Seine Fixierung auf die französische Küche wird ausführlich beschrieben, aber dass er dadurch seine Vorurteilsfreiheit eben nicht besitzt, nicht tiefer bearbeitet.
So, das soll es jetzt an Kritik gewesen sein, denn ohne Frage hat Wolfram Siebeck einen großen Einfluss auf das Kochen gehabt. ER war der derjenige, der die Deutschen weg von den Mehlschwitzen, hin zu qualitativ besserem Essen geschubst hat. Natürlich schrieb er überwiegend für eine betuchte Minderheit und lobte exklusive Gastronomen wie Gastronomie, doch es blieb etwas hängen. Seine Kochschulen, seine Weihnachtsmenüs, all das blieb nicht ungelesen und nicht unbeachtet. Kauft weniger, dafür Gutes, das hat sich zumindest ein wenig in der Masse durchgesetzt. Gute Zutaten machen das Gericht besser.
Zudem war er so unabhängig, dass er definitiv unbestechlich war.
Insgesamt ein lesenswertes Buch.
Bewertung
aus Trittau
4/5
03.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nimmersatt
Nimmersatt
„Ein sattes Leben“, unter diesem Titel hat Christoph Wirtz seine Biografie über Wolfram Siebeck veröffentlicht. Ganz offensichtlich steht er dem „Berufsesser“ Siebeck nahe, denn er nennt zwar auch negative Punkte, aber hakt die nebenbei locker ab.
Trotzdem wird das Buch keine permanente Lobhudelei, sondern eher eine wohlwollende, meist gut zu lesende Angelegenheit. Ein paar Kritikpunkte zu Beginn: im ersten Drittel gibt es mehrere Aufzählungen von Personen, die irgendwie mit Wolfram in Kontakt standen, aber leider ohne diesen Kontakt und insbesondere die Wirkung dieser Personen näher zu erläutern. Personen, die Einfluss hatten, werden nämlich extra beschrieben. Hier schleicht sich der Verdacht ein, dass einfach prominente Namen Wolfram mehr Glanz verleihen sollen. Dass sich Wolfram Siebeck auch selbst widersprochen hat in diversen seiner Publikationen, wird zwar erwähnt, aber in Siebeckscher Manier einfach zur Seite geschoben. Dass er es sich auch mit Starköchen verdorben hat wird auch nicht hinterfragt. Seine Fixierung auf die französische Küche wird ausführlich beschrieben, aber dass er dadurch seine Vorurteilsfreiheit eben nicht besitzt, nicht tiefer bearbeitet.
So, das soll es jetzt an Kritik gewesen sein, denn ohne Frage hat Wolfram Siebeck einen großen Einfluss auf das Kochen gehabt. ER war der derjenige, der die Deutschen weg von den Mehlschwitzen, hin zu qualitativ besserem Essen geschubst hat. Natürlich schrieb er überwiegend für eine betuchte Minderheit und lobte exklusive Gastronomen wie Gastronomie, doch es blieb etwas hängen. Seine Kochschulen, seine Weihnachtsmenüs, all das blieb nicht ungelesen und nicht unbeachtet. Kauft weniger, dafür Gutes, das hat sich zumindest ein wenig in der Masse durchgesetzt. Gute Zutaten machen das Gericht besser.
Zudem war er so unabhängig, dass er definitiv unbestechlich war.
Insgesamt ein lesenswertes Buch.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
4/5
04.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Geh deinen Weg und lass die Leute reden...
Zunächst möchte ich die wertige Aufmachung des Buches loben: schweres Papier, hochwertiger Einband und ein stabiler Schutzumschlag – passend zu Siebeck.
Der Text über Siebecks Leben hat mich insgesamt beeindruckt. Zwar liest sich das Buch nicht nebenbei, ist aber flüssig geschrieben und durch Fotos angenehm aufgelockert. Besonders spannend fand ich Siebecks ungewöhnlichen Lebensweg und seine Offenheit für Umwege. Hängen geblieben ist bei mir vor allem sein brillanter Sprachstil, aber auch seine Arroganz, die wohl untrennbar zu seiner Persönlichkeit gehörte. Seine kompromisslose Haltung zur französischen Küche und die Bedeutung guter Zutaten fand ich ebenso unterhaltsam wie die Beschreibung seiner Restaurant-Gespräche mit seiner Frau Barbara als „Mitverkosterin“. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, und ich finde es lesenswert.
Etwas mehr Chronologie hätte ich mir allerdings gewünscht, da mich die häufigen Zeitsprünge in alle Richtungen stellenweise verwirrt haben.
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