Liberalismus und Libertarismus: "Hayek ist nur ein rechter Sozialdemokrat" Eine ideengeschichtliche und politische Untersuchung
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
01.10.2026
Verlag
MetropolisSeitenzahl
418
Maße (L/B)
20,8/13,5 cm
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-7316-1668-9
Kettensäge, Krypto, Kalifornien: Mit Javier Milei, Peter Thiel und der Bitcoin-Bewegung ist der Libertarismus in Europa angekommen – vorerst als Schlagwort. Dass seine Wurzeln nicht in den USA liegen, sondern in der Österreichischen Theorie der Nationalökonomie, ist kaum jemandem geläufig.
Diese Untersuchung schließt die Lücke. Sie zeichnet die Genealogie des Rechtslibertarismus nach: von Ludwig von Mises, dem ökonomischen Fundamentleger, über Murray N.Rothbard, der aus der reinen Markttheorie eine politische Bewegung formte und die Abschaffung des Staates zum Programm erhob, bis zu Hans-Hermann Hoppe, dem Radikalisierer. Ihm gegenüber steht der Liberalismus Friedrich August von Hayeks.
Hier wird das Buch unbequem. Hayeks Anhänger schirmen ihren Nobelpreisträger gern gegen den Verdacht der Politisierung ab. Der Autor zeigt, dass diese Verteidigungslinie nur hält, solange Hayeks eigentliches Hauptwerk ungelesen bleibt: die Trilogie „Recht, Gesetzgebung und Freiheit“.Dort entwirft Hayek mit der „Demarchie“ ein elitebasiertes, post-demokratisches Verfassungsmodell – eine Kammer der Bewährten, gewählt auf fünfzehn Jahre, und ein Wahlrecht, aus dem Beamte, Rentner und Arbeitslose ausgeschlossen sind. Nicht der Grad der Politisierung trennt also Liberale und Libertäre, sondern die Antwort auf eine einzige Frage: Braucht der Markt zu seinem Schutz autoritäre Herrschaft – oder überhaupt keinen Staat mehr?
Der Titel zitiert Hoppes Urteil über Hayek. Es ist als Schmähung gemeint und lässt ahnen, mit welcher Schärfe hier gestritten wird. Ob es zutrifft, klärt der Epilog.
Hinzu kommen eine dogmengeschichtliche Bilanz der sechs Hauptirrtümer der Wiener Schule und ein Kapitel zur Geldtheorie, das Hayeks entstaatlichtes Wettbewerbsgeld gegen den libertären Goldstandard stellt – und dabei zeigt, wie nah sich beide Lager sind.
Denn vom Liberalismus zum Libertarismus, so ein Libertärer, ist es gedanklich nur ein kleiner Sprung.
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