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Thomas Hettche

Thomas Hettche, geboren 1964 in Treis, lebt mit seiner Familie in Berlin und der Schweiz. Journalistische Veröffentlichungen vor allem in der FAZ und der Neuen Zürcher Zeitung, lange Jahre Juror des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs in Klagenfurt, Herausgeber der literarischen Online-Anthologie NULL. Preise u.a.: Rauriser Literaturpreis 1990, Robert-Walser-Preis 1990, Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis für Essayistik 1994, Rom-Preis der Villa Massimo 1996, Premio Grinzane Cavour 2005. Thomas Hettches erster Roman "Ludwig muß sterben" erschien 1989. "Der Fall Arbogast" (2001) wurde zum Bestseller und in zwölf Sprachen übersetzt. Der 2006 bei Kiepenheuer & Witsch publizierte Roman "Woraus wir gemacht sind" stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Zuletzt erschien 2007 eine Sammlung von Essays und Reportagen: "Fahrtenbuch 1993-2007".
Roman und Raum: Wie sich Zeit erzählen lässt von Thomas Hettche

Zuletzt erschienen

Roman und Raum: Wie sich Zeit erzählen lässt

Roman und Raum: Wie sich Zeit erzählen lässt

Buch (Taschenbuch)

14,00€

Eva Menasse und Thomas Hettche haben 2021 die Vorlesungen der Tübinger Poetik-Dozentur gehalten. Bei Autoren weisen in ihren Vorlesungen auf die Beziehung von Roman und Raum hin; Romane sind dem Raum verpflichtet: »Auch solche Romane haben natürlich Spannungsbögen, aber viele kleinere, die nach hierhin und dahin gehen, einander umtänzeln, zögern und abschweifen, und auf diese Weise, wie ein Kreuzrippengewölbe, selbst etwas beitragen zum räumlichen Gefühl.« Eva Menasse besteht darauf, dass Romane nicht nur Räume erzählen und beschreiben, sondern selbst funktionieren wie Räume. Dabei bezieht sie sich nicht nur auf eigenes Schreiben, sondern auch auf die vielen Romane, die sie wie Räume durchlaufen und wie Landschaften erfahren habe.
Auch in der Vorlesung von Thomas Hettche spielt der Raum eine – wenn auch ganz anders angelegte – wichtige, ja zentrale Rolle. Es geht um einen Raum, der keine Grenzen und Begrenzungen kennt und daher auch gar nicht wirklich eine Verortung zulässt: Das Meer, genauer das Mittelmeer, das Odysseus durchkreuzt und sich dabei nicht nur verirrt, sondern ganz selbst verliert. »In der Reise, die den Menschen noch mit dem Tier und der Natur verbindet, weil er, indem er sich aufmacht, seine Sozialität und sich selbst aufs Spiel setzt, zum ›Niemand‹ wird, beginnt Erzählen überhaupt.« Erzählen, so Hettche, heißt also Selbstverlust und nicht Selbstfindung – wie so mancher Bildungsroman vielleicht suggerieren mag.

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