Ein zwölfjähriges Mädchen gerät nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste durch eine verborgene Tür auf einen märchenhaften Dachboden, auf dem viele Freunde warten: die Prinzessin Li Si, Kater Mikesch, Lukas, der Lokomotivführer. Vor allem aber begegnet sie der Frau, die all diese Marionetten geschnitzt hat und nun ihre Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte eines einmaligen Theaters und der Familie, die es gegründet und berühmt gemacht hat. Sie beginnt im 2. Weltkrieg, als der Augsburger Schauspieler Walter Oehmichen in der Gefangenschaft einen Puppenschnitzer kennenlernt und für die eigene Familie ein Marionettentheater baut. In der Bombennacht 1944 verbrennt es zu Schutt und Asche. Nach dem Krieg ist es Walters Tochter Hatü, die tatkräftig das Theater wiederauferstehen lässt, Generationen von Kindern sind mit ihren Marionetten und der Augsburger Puppenkiste aufgewachsen.
Ausstattung: durchgehend mehrfarbig
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Nach einer Aufführung in der Augsburger Puppenkiste erkundet ein neugieriges Mädchen das Gebäude, öffnet eine geheime Tür und gelangt so auf den Dachboden, wo die Marionetten aufbewahrt werden. Dort geschieht Magisches. Das Mädchen schrumpft auf Größe der Puppen, diese werden lebendig und unterhalten sich mit ihr. Dann kommt auch noch eine altmodisch gekleidete Dame dazu, die sich als „Hatü“ vorstellt. Es ist Hannelore, die Tochter des Gründers des Puppentheaters und Schnitzerin der meisten Figuren. Sie erzählt von ihrer Familie, von den Anfängen des Theaters, von der Zerstörung im II. Weltkrieg, vom Wiederaufbau und vom endgültigen Erfolg bis hin zu den ersten Aufführungen im Fernsehen …
Thomas Hettche, geb. 1964 in Treis, Ldkr. Gießen, ist ein deutscher Schriftsteller und Essayist. Nach seinem Schulabschluss studierte er von 1984 bis 1991 Germanistik, Filmwissenschaft und Philosophie in Frankfurt/Main und war danach als Dozent, Lehrbeauftragter, künstlerischer Gast und Honorarprofessor an verschiedenen Universitäten. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit war er auch journalistisch tätig. Hettche hat zwei Töchter und lebt heute, nach längeren Aufenthalten in Venedig, Krakau, Rom und Los Angeles, als freier Schriftsteller in Berlin und im Vogelsberg.
Wer kennt sie nicht die legendär gewordenen Figuren, Urmel aus dem Eis, Jim Knopf, Kater Mikesch, Lukas der Lokomotivführer oder Kalle Wirsch – Figuren, die die Generation unserer Eltern und auch uns in unserer Kindheit erfreut und begeistert haben? In seinem Roman „Herzfaden“ (2020, Kiepenheuer & Witsch) bietet uns der Autor Thomas Hettche einen liebevollen Blick hinter die Kulissen der Augsburger Puppenkiste mit seinen hölzernen Marionetten und lässt gleichzeitig das Leben von Hannelore Marschall-Oehmichen, genannt „Hatü“, der Tochter des Gründers Walter Oehmichen, Revue passieren. Beide Handlungsstränge lassen sich auch sehr gut getrennt lesen, da sie in unterschiedlichen Farben gedruckt sind, die Geschichte der Familie Oehmichen in Blau und die märchenhaften Erlebnisse des Mädchens auf dem Dachboden in Rot. Beide Teile sind chronologisch aufgebaut und in dem beinahe magisch zu nennenden Schreibstil des Autors sehr gut lesbar. Hettche scheut sich auch nicht, auf Missstände im Dritten Reich, auf Judenverfolgung, traumatisierte Kriegsversehrte, Hunger und Elend in der Nachkriegszeit hinzuweisen, sodass eine lehrreiche, vielschichtige Geschichte von 1939 bis in die 60er-Jahre entstanden ist.
Fazit: Ein Buch, das ich jedem Fan der Augsburger Puppenkiste und seiner Marionetten wärmstens empfehlen möchte!
Anna
1/5
01.09.2023
Buch (Taschenbuch)
sehr enttäuscht
Man erwartet nicht von einem Germanist, einem hoch gebildeten und intelligenten Mann, so ein oberflächliches, schlecht strukturiertes Buch geschrieben zu haben.
Ich hatte das Gefühl, dass der Autor diese ganze Geschichte versuchte zu konstruieren, es erscheint konjunkturbedingt. Man schreibt es in einer einfachen, unnötig ausführlichen dekorierten Sprache und dadurch unverständlich. Diese Geschichte sieht eher als Szenario aus, wie Blitze des Gedächtnisses, was auch schön sein könnte, wenn ein einziger Kapitel brillant geschrieben werden hätte.
Ich wäre wahrscheinlich nicht so enttäuscht, wenn es nicht um eine realistische Geschichte ginge, wenn alles von A bis Z eine Phantasie des Autores wäre. Aber das Buch erzählt die Geschichte einer Familie und die Bücher bedienen für viele als Quelle des Kenntnisse, wie zuvor. Um eine Geschichte mit historischem Subtext zu schreiben, sollte man sehr respektvoll und vorsichtig sein. Die Mischung von Fakten und Phantasie können höchst irreführend sein.
Bewertung
5/5
04.02.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mehr als ein Roman
"Herzfaden" ist tiefgründige und tiefgehende Literatur: Thomas Hettche wählt dafür zwei ineinander verwobene Erzählebenen: Die eine ist einer Parabel gleich - die andere zeigt die Entstehungsgeschichte der Augsburger Puppenkiste, die Menschen hinter der Bühne, die Macher des Puppentheaters mit samt ihren Wünschen und Träumen vor dem Hintergrund der erschreckenden und bewegenden Geschehnisse im 20. Jahrhundert. Die Frage sei erlaubt: Hat sich jetzt der Blick auf die Figuren der Augsburger Puppenkiste verändert - auf Hänsel und Gretel, auf den gestiefelten Kater, auf Jim Knopf, auf das Urmel, ... ? Hat nun alles eine neue, andere Bedeutung bekommen?
Bewertung
5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
In dieses Buch habe ich mich einfach verliebt. Es sind zwei ganz unterschiedliche Handlungsstränge. Der eine führt uns in die dunkle Zeit der Nazidiktatur, ihrer Traumata und die Sehnsucht nach einer neuen Zeit. Der andere nimmt uns mit auf einen geheimnisvollen Dachboden, wo Marionetten lebendig werden und zu einem Mädchen, das auf eine gefährliche Suche nach einer dämonischen Kasperlfigur geschickt wird. Dies alles verbindet sich zu einer Ode an die Kraft der Fantasie, die zu allen Zeiten das Sehnen der Menschen nach einem besseren Leben und einer besseren Welt wiederspiegelt. Zeitgeschichte und Märchen zugleich - wunderbar!
Bewertung
5/5
23.03.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Herzfaden" erzählt die Geschichte...
"Herzfaden" erzählt die Geschichte der Augsburger Puppenkiste und die derer Menschen, die fest mit ihr verbunden sind.
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5/5
02.10.2024
Buch (Taschenbuch)
Als die Marionetten laufen lernten!
Sie hat ganze Generationen geprägt, die unvergleichliche und einzigartige Augsburger Puppenkiste. Und wer hat sich nicht von Urmel, Kater Mikesch und Jim Kopf mit seiner wilden 13 verzaubern lassen? Aber wie fing das damals alles eigentlich alles an? Das erzählt uns Thomas Hettche sehr spannend, kurzweilig und gut recherchiert. Er verknüpft das alles mit der Gegenwart, als ein junges Mädchen am Ende einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste auf einem verborgenen Dachboden genau diesen Marionetten begegnet, die sie herausfordern und von denen sie die ganze Geschichte kennenlernt.
Spannend erzählte Zeitgeschichte und ein Stück unserer eigenen Erlebniswelt, mit der wir groß geworden sind - großartig!
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5/5
16.03.2022
Buch (Taschenbuch)
Jetzt als Taschenbuch.
So verzaubernd wie ein Stück der Augsburger Puppenkiste, um die es in dieser Geschichte geht! Aufs schönste illustriert, öffnet dieser Roman die Tür zur Geschichte des berühmten Marionettentheaters, dass sicher auch zu Ihren wichtigen Kindheitserinnerungen gehört?!
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5/5
09.02.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zauberhaft
Ein wunderschöner Roman über die Entstehung der Augsburger Puppenkiste.
In zwei Zeitsträngen erzählt Thomas Hetteche über die Geschichte der Marionetten und dessen Spieler, womit er seine Leser im Handumdrehen verzaubert.
Der Roman erinnert in seiner Erzählweise an "Die unendliche Geschichte" und ist ebenfalls in zwei verschiedenen Farben geschrieben, was die Zeitstränge gut voneinander unterscheidet und schön fürs Auge ist.
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5/5
17.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Herzfaden
Der Herzfaden ist der wichtigste Faden einer Marionette. Er lässt uns glauben, sie sei lebendig und stellt die Verbindung zum Herzen der Zuschauer her. Auch der Roman von Thomas Hettche hat eine Art Herzfaden, der den Leser mitten in die Geschichte hinein zieht und die Anfänge eines einmaligen Theaters lebendig werden lässt.
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