John Douglas ist der Begründer der heutigen Fachrichtung zur Täterprofilerstellung. In "Mindhunter" erzählt er nicht nur von seinem Werdegang bei der Air Force und wie er mit Anfang zwanzig zum FBI kam, sondern auch, wie er die Profiler-Spezialeinheit ins Leben gerufen hat. Anhand von zahlreichen Mördern, denen er im Laufe seiner Karriere gegenüberstand und auf die Schliche kam, erklärt Douglas die schrittweise Entwicklung der forensischen Verhaltensforschung.
Man bekommt gleichsam erschreckende als auch faszinierende Einblicke in die dunklen Vergangenheiten von berühmten Serienkillern wie Charles Manson, Ted Bundy oder dem "BTK-Killer". Dieses Buch zeigt, was Grausamkeiten in der Kindheit durch Familienmitglieder oder auch traumatische bzw. demütigende Ereignisse dazu führen können, ein "Monster" zu erschaffen.
Interessant ist dabei auch, wie ein Experte seines Fachgebiets lediglich anhand von den Hinweisen und Tatortbildern und ‑fotos ein, in vielen Fällen, fast fehlerfreies Profil des vermeintlichen Täters erstellen kann.
Doch dass diese Arbeit alles andere als leicht und gerade in den Anfangsjahren – auch heute noch – von viel zu wenigen Mitarbeitern bewerkstelligt werden muss, dafür ist John Douglas selbst das beste Beispiel: Denn das immer höher werdende Arbeitspensum trieb ihn so sehr an seine gesundheitlichen Grenzen, dass es ihm fast das Leben gekostet hätte.
Doch trotz aller Bemühungen und Fortschritte bleiben viele Verbrechen auch heute noch ungelöst.
Wessen Neugier jetzt geweckt ist, sollte unbedingt zugreifen. Ein Must-Read nicht nur für True-Crime-Fans.