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H. Koch Buchhandlung: Thalia Frankfurt

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Meine letzte Rezension Kaskaden von Louise K. Böhm
In „Kaskaden“ geht es um Joy, aka Jojo, die aus ärmlichen Verhältnissen in eine Kleinstadt gezogen ist, um Mikrobiologie zu studieren. Auf ihrem Weg begleiten sie finanzielle Ängste und Erinnerungen an ihre ehemalige beste Freundin, die spurlos verschwunden zu sein scheint. Klassismus, Sexualität, Liebe und Freundschaft ziehen sich durch den gesamten Roman. Wir begleiten Jojo dabei, wie sie ihren Master beginnt und in einem Tutorium Jakob kennenlernt. Zwischen den beiden scheint sich eine Verbindung zu entwickeln, die Jojo gewaltsam aus ihrer Welt der Verdrängung herausreißt. Der Schreibstil war für mich in Ordnung, aber nichts, was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass die Sprache genauso nüchtern und erklärend bleibt wie die Handlung selbst. Obwohl wir viel über Jojo erfahren, habe ich kaum emotionale Tiefe verspürt. Vielleicht ist diese Unnahbarkeit sogar gewollt. Trotzdem führte sie dazu, dass ich Jojo zwar beobachten, aber emotional nicht wirklich erreichen konnte. Romane, die solche Themen behandeln, sind wichtig und verdienen Aufmerksamkeit. Leider konnte ich Jojo nicht so nahekommen, wie ich es mir gewünscht hätte. Ihre Verschlossenheit ließ mich ihre Geschichte verfolgen, ohne sie wirklich fühlen zu können.
ab 24,00 €
Produktbild Kaskaden
3/5
  • H. Koch
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3/5

Kaskaden

In „Kaskaden“ geht es um Joy, aka Jojo, die aus ärmlichen Verhältnissen in eine Kleinstadt gezogen ist, um Mikrobiologie zu studieren. Auf ihrem Weg begleiten sie finanzielle Ängste und Erinnerungen an ihre ehemalige beste Freundin, die spurlos verschwunden zu sein scheint. Klassismus, Sexualität, Liebe und Freundschaft ziehen sich durch den gesamten Roman. Wir begleiten Jojo dabei, wie sie ihren Master beginnt und in einem Tutorium Jakob kennenlernt. Zwischen den beiden scheint sich eine Verbindung zu entwickeln, die Jojo gewaltsam aus ihrer Welt der Verdrängung herausreißt. Der Schreibstil war für mich in Ordnung, aber nichts, was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass die Sprache genauso nüchtern und erklärend bleibt wie die Handlung selbst. Obwohl wir viel über Jojo erfahren, habe ich kaum emotionale Tiefe verspürt. Vielleicht ist diese Unnahbarkeit sogar gewollt. Trotzdem führte sie dazu, dass ich Jojo zwar beobachten, aber emotional nicht wirklich erreichen konnte. Romane, die solche Themen behandeln, sind wichtig und verdienen Aufmerksamkeit. Leider konnte ich Jojo nicht so nahekommen, wie ich es mir gewünscht hätte. Ihre Verschlossenheit ließ mich ihre Geschichte verfolgen, ohne sie wirklich fühlen zu können.

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild In ihrem Haus
    • H. Koch
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    5/5

    In ihrem Haus

    Ich bin ohne große Erwartungen in dieses Buch gestartet, nicht mal ein paar Rezensionen, geschweige denn den Klappentext habe ich gelesen. Dieses Buch hat sich als eines der schönsten Leseerlebnisse entpuppt, die ich je hatte. Kein Buch, das ich zuvor gelesen habe, ging so poetisch mit Liebe, Leidenschaft und Reue um, wie „In ihrem Haus” von Yael van der Wouden. Es geht um eine Frau namens Isabel, die ein sehr abgeschottetes Leben, fernab anderer Menschen, umgeben von Wäldern führt. Bis eines Tages ihr Bruder Louis mit seiner Verlobten Eva bei ihrem Haus vorbeikommt und Isabel darum bittet, Eva für einen Monat aufzunehmen. Niemand hätte geahnt, dass in diesem einen, scheinbar so kurzen Monat, eine unglaublich besondere und berührende Liebesgeschichte entstehen wird. Am meisten hat mir Teil 3 gefallen, in dem aus Tagebucheinträgen von Eva zitiert wird und wir als Leser:innen zum ersten Mal ihre Geschichte und Perspektive mitbekommen, die sie uns und Isabel immer verheimlicht hat. Es wirkt, als würde alles auf einen Punkt hinauskommen; ein Full-Circle-Moment, der mein Herz hat schlagen lassen vor Aufregung. Auch Isabels Entwicklung bleibt stets im Vordergrund: Sie lernt, alte Verhaltensmuster loszulassen und sich Eva emotional zu öffnen. Besonders eindrucksvoll fand ich den poetischen Vergleich zwischen dem weiblichen Körper und der Frucht, die Eva Isabel mitbringt. Diese Szene hat sich tief bei mir eingeprägt und sorgt dafür, dass einen dieses Werk auch nach der letzten Seite nicht mehr loslässt.

  • Produktbild »Mama, bitte lern Deutsch«
    • H. Koch
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    5/5

    »Mama, bitte lern Deutsch«

    In Tahsim Durguns „Mama, bitte lern Deutsch“ erzählt Tahsim in einem autobiografischen Erzählstil von seiner Kindheit und seinem Aufwachsen als Sohn einer kurdischen Mutter in Deutschland. Es ist eine Geschichte ihrer gemeinsamen Lebensrealität und ihrer Erfahrungen, die persönliche Erinnerungen mit einer gesellschaftlichen Perspektive auf Migration, Sprache und Zugehörigkeit verbindet. Körperlich war dieses Buch leicht und flüssig zu lesen. Mental fiel es mir von Seite zu Seite schwerer weiterzulesen. Ich bin kein Mensch, der bei Büchern weint. Bis zu diesem Absatz: „Meine Mutter, die Poetin der Gerüstlandschaft, die mir die Welt mit Metaphern, Vergleichen und Symbolen erklärte, hatte sich im Supermarkt nicht wehren können. Und obwohl sie die Worte nicht verstanden hatte, war die Botschaft, war der Schmerz bei ihr angekommen. Manchmal, so denke ich heute, ist es egal, welche Sprache der Empfänger spricht, denn Schmerz folgt keiner Grammatik, Schmerz sprechen wir alle.” Ein Gefühl des Erstickens hat sich in meiner Kehle ausgebreitet, weil ich mit aller Kraft versucht habe in der Öffentlichkeit nicht laut loszuheulen. Dieses Buch von Tahsim Durgun gehört in den literarischen Kanon Deutschlands. MUSS. Zu lesen, wie schwer es Menschen haben, denen von Beginn an Steine in den Weg gelegt werden, in einem Land, in dem ich selbst so viele Möglichkeiten hatte und in dem sich alles so grenzenlos anfühlt, ist schmerzhaft. Vielleicht ist es auch eine Art Wegweiser dafür, wie wir es für kommende Generationen besser machen und mehr Unterstützung anbieten können. Ich danke Tahsim dafür, dass er uns seine Geschichte so nackt und offen dargelegt hat, damit wir in Zukunft besser sehen und handeln können.

  • Produktbild Blaue Romanze
    • H. Koch
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    5/5

    Blaue Romanze

    Romanze trifft es hier sehr gut. Es geht um zwei Menschen, die sich und ihre gesellschaftlichen Vorstellungen kennenlernen, davon lernen und sich ineinander verlieben, ohne es selbst zu wissen. Ihre Geschichte zeigt mir, dass es wichtig ist, sich zu positionieren und sich in anderen Momenten und durch verschiedene Ereignisse von anderen belehren und informieren zu lassen. Es geht um die Liebe und Leidenschaft, die man anderen gegenüber zeigen sollte, in einem so zeitgenössischen und schwierigen Kontext, dass dieses Buch einen sowohl physisch als auch emotional fesseln kann. Angesichts des Genozids ist es wichtig, zu lernen, aufzuklären und vor Wiederholungen zu warnen, was hier besonders gut gelingt. Viele Quellen, Informationen und Argumente werden geliefert, und besonders die Party-Szene an Silvester zeigt, wie wichtig zwischenmenschliche Beziehungen, besonders in solchen Konfliktsituationen, sind. Wo die Romanze und der Wunsch, andere Meinungen zu verstehen und zu lieben, doch alles so einfach erscheinen lassen, bietet sie aber auch einen Fluchtweg. Myriams Zusammenbruch hat mich während des Schreibens der Rezension auf den Boden der Tatsachen gebracht. Ihre Liebe und ihr Austausch mit Julian lassen sie vergessen, was in der Welt passiert und was gegen ihre Prinzipien und das steht, was sie lehrt. Die Konflikte im Nahen Osten spiegeln sich in den zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere wider. Und obwohl sie im Vergleich dazu so klein erscheinen, sind das zwischenmenschliche Ansehen und Handeln das, was einem hilft, Aufmerksamkeit für die wichtigeren Themen zu generieren. Die im Titel genannte Romanze steht in einem kleineren Konflikt zu jenem, der die Geschichte ins Rollen bringt.

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