• Produktbild: Ein fliehendes Pferd

Ein fliehendes Pferd Novelle

7

10,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

13386

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

06.05.1980

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

17,7/10,6/1,2 cm

Gewicht

102 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

43

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-37100-8

Beschreibung

Rezension

»Walser zeigt sich in diesem unterhaltsamen Klassiker als brillianter Differenzierungskünstler, als virtuoser Beobachter und sprachmächtiger Ironiker.« ("rbb kultur")
»Der Film führt uns den Stoff als Komödie der Sitten und Gesinnungen vor. Aber so böse sie dabei wird, so lustvoll die Darsteller ihre Figuren überspitzen, so konsequent bleiben die im privaten Urlaubskampf gefangenen Menschen mit sympathischen Zügen, mit einer spürbaren Verletzlichkeit, mit Ähnlichkeiten zu dem Typ, in dessen Haut wir jeden Morgen aufwachen.« ("Stuttgarter Zeitung")

Produktdetails

Verkaufsrang

13386

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

06.05.1980

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

17,7/10,6/1,2 cm

Gewicht

102 g

Farbe

Cool Grey / Anthrazit

Auflage

43

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-37100-8

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Inge E.

    aus Beilngries

    5/5

    29.04.2009

    Buch (Taschenbuch)

    Ein ehemaliger DDR- Klassiker…

    Ein ehemaliger DDR- Klassiker - jetzt 2009 als Neuauflage. Ausserdem gibt es das Buch "Ein fliehendes Pferd" von Martin Walser selbst gelesen auch als Hörbuch (3 Cd´s) . 2007 wurde es bereits verfilmt (Katja Riemann als Sabine in der Hauptrolle - siehe neues Titelbild -) Besonders beeindruckend und hervorzuheben ist diese bedeutungsvolle Szene: Der unverhoffte Moment der Übereinkunft zwischen den Beiden, denn nur dieses einzige Mal bewundert Helmut seinen Jugendfreund Klaus ohne Vorbehalt: Von einer Wanderung zurückkehrend, stürmt ihnen ein Pferd entgegen. Der Bauer konnte es nicht zurückhalten. Doch als das Pferd schließlich am Wiesenrand stehenbleibt, nähert sich ihm Klaus von der Seite und springt auf, noch ehe es davongaloppiert ist. Klaus erklärt es mit den Worten: "Einem fliehenden Pferd kannst du dich nicht in den Weg stellen. Es muß das Gefühl haben, sein Weg bleibt frei. Und: ein fliehendes Pferd läßt nicht mit sich reden."

  • Juti

    aus HD

    4/5

    27.12.2023

    Buch (Taschenbuch)

    unterhaltsame Tragödie zur…

    unterhaltsame Tragödie zur Midlifekrise Was machst du, wenn du in der Sauna bist und merkst, dass du deine Lektüre vergessen hast? Du gehst ans Regal und schaust, was da so steht. Und ich fand ein kleines Bändchen, für ohne Brille groß genug geschrieben und nicht vergilbt, vom berühmten Martin Walser. Nun lese ich also vom drögen Lehrer Helmut, der als „Bodenspecht“ verschrien ist, weil er den Mädels nicht auf die Rundungen schauen will, und seiner Frau Sabine, die in ihrem Urlaub am Bodensee – wo sonst? – den Journalisten Klaus Buch und seine Freundin Hel oder Helene treffen. Helmut und Klaus sind alte Schulfreunde und Klaus erzählt gerne, wie sie gemeinsam gerubbelt haben und Helmut wegen zu langer Vorhaut sein Saft ins Gesicht gespritzt hat. Da bleibt Helmut nur die Möglichkeit zu scholzen und am lautesten über die Geschichte zu lachen. Obwohl die Freundschaft nicht ungetrübt ist, verabreden sich die Pärchen zu einer Wanderung, bei der Helmut ein fliehendes Pferd zähmt und auch sonst den großen Zampano raushängen lässt. Am nächsten Tag verabreden sich die Männer zu einem Segelturn. Es kommt Sturm auf und der seeerfahrene Klaus geht über Bord, der ängstliche Helmut wird dagegen mit dem Boot an Land gespült. Die trauernde Witwe Hel erzählt darauf, dass Klaus immer nur den Großen gespielt hätte und in Wahrheit Tag und Nacht gearbeitet hätte und mit Helmut auf die Bahamas auswandern wollte. Die Novelle endet mit dem Abbruch des Urlaubs von Helmut und Sabine, die nun nach Südfrankreich fahren wollen. Das Büchlein ist in zwei Tagen gut zu schaffen. Es bietet gute Unterhaltung, thematisiert die übertriebene Selbstdarstellung der Männer. Als Schullektüre würde ich es aber nicht lesen, da die Altherrenerotik keine Jugendliche vom Herd holen wird und auch die Frauenfiguren nicht mehr als Beiwerk sind. Das Ende hätte auch spannender sein können. Dennoch volle 4 Sterne.

  • Polar

    aus Aachen

    4/5

    11.03.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Zufällig

    Novelle, den Begriff kennt man doch aus der Schulzeit und schon da wußte nicht jeder gleich eine Antwort darauf, was eine Novelle ausmacht. Martin Walsers Geschichte von Helmut und Sabine Halm, Klaus Buch und seiner Frau Helene hat das Verfallsdatum überschritten, in dem deutsche Literatur spätestens zehn Jahre nach dem Erscheinen versinkt. Es werden immer noch Filme danach gedreht, Walser selbst hat die Geschichte in ein Stück verwandelt. Die beiden Männer könnten unterschiedlicher nicht sein in der Präsentation nach außen. Wie viel Neid kommt da bei Halm in Bezug auf Buchs Leben auf? Er selber hegt eher ein Faible für die Vernichtung. Dies vor Augen geführt zu bekommen, kann einen schon aus der Bahn werfen. Es bedarf eines Unwetters bei einer Segelpartie, um auch Klaus Buchs Existenz in Frage zu stellen. Was bleibt vom Leben, wenn der eine davor flieht und der andere es ausbeutet? Eine wunderschöne Erzählung, die der klassischen Forderung nach dem einen Ereignis im Mittelpunkt nachkommt, und auch nach all den Jahren sehr Deutsch anheimelt, jedoch nicht verblaßt.

  • Michael L.

    aus Hürth

    4/5

    11.03.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Gute Unterhaltung....

    Ich finde diese Novelle gelungen, weil sie zum Einen sehr unterhaltend ist, zum Anderen aber auch zeigt, wie verschieden Menschen sein können, die einige Zeit zusammen leben bzw. gelebt haben.

  • Bories vom Berg

    aus München

    3/5

    15.11.2017

    Buch (Taschenbuch)

    Allegorie auf die Spaßgesellsc…

    Allegorie auf die Spaßgesellschaft Zwei Jahre nach dem vernichtenden Verriss seines Romans «Jenseits der Liebe» durch Marcel Reich-Ranicki in der FAZ erschien 1978 Martin Walsers Novelle «Ein fliehendes Pferd» - und wurde vom selben Großkritiker im gleichen Blatt als «ein Glanzstück deutscher Prosa» überschwänglich gefeiert. Die in nur zwei Wochen niedergeschriebene Novelle erreichte als Bestseller eine Auflage von einer Million Exemplaren, sie stellte einen Wendepunkt seines literarischen Schaffens dar, die dem damals bereits etablierten Schriftsteller last, but not least, auch finanzielle Sicherheit brachte. Das Feuilleton beurteilte das Buch damals überwiegend positiv, ist die Lektüre dieses frühen Werkes aus dem inzwischen recht umfangreichen Œuvre Walsers also lohnenswert? In dem kammerspielartigen Plot wird von zwei Ehepaaren mittleren Alters erzählt, die bei einem Urlaub am Bodensee (wo sonst?) zufällig aufeinander treffen, der Gymnasiallehrer Helmut Halm und der Journalist Klaus Buch waren einst Schulkameraden. Sie sind vom Naturell her völlig unterschiedlich, ihre Lebenswege verliefen folglich auch in ganz verschiedenen Bahnen. Während der eher behäbige, desillusionierte Helmut mit seiner ähnlich gearteten Frau Sabine unauffällig und zurückgezogen lebt, führt der sportlich gestählte, gesundheitsbewusste Klaus mit seiner deutlich jüngeren, attraktiven zweiten Frau Helene ein offensichtlich aufregendes, bewegtes Leben, jagt dem Erfolg und gesellschaftlicher Anerkennung hinterher. Sehr zum Missvergnügen von Helmut arrangiert Klaus nun eifrig verschiedene gemeinsame Unternehmungen, in deren Verlauf die Kluft zwischen dem verklemmten Spießbürgertum von Helmut und Sabine und der überbordenden Lebenslust von Klaus und Helene immer deutlicher wird. Bei einer gemeinsamen Wanderung kommt es zu dem titelgebenden Ereignis mit Symbolkraft, als es Klaus durch richtiges Verhalten gelingt, ein auf sie zu galoppierendes, durchgehendes Pferd einzufangen. «Einem fliehenden Pferd kannst du dich nicht in den Weg stellen. Es muss das Gefühl haben, sein Weg bleibt frei.» Bei einem Segeltörn ohne die Frauen versucht Klaus später, seinen Freund zum gemeinsamen Auswandern auf die Bahamas zu überreden, um dort ein neues, aufregenderes Leben zu beginnen. Als überraschend ein schwerer Sturm aufzieht, geht der segelerfahrene Klaus über Bord, Helmut wird in dem nun steuerlosen Boot hilflos an Land getrieben, Klaus bleibt verschwunden. In ihrer Verzweiflung enthüllt Helene später in der Ferienwohnung von Helmut und Sabine die wahren Lebensumstände von Klaus, der in Wahrheit ein Versager war und sich gerade aus der Begegnung mit Helmut die Rettung aus all seiner Hoffnungslosigkeit versprochen hatte. Walser stellt die Sicht Helmuts in den Mittelpunkt und gewährt dem Leser damit tiefe Einblicke in das Innenleben seines eher drögen Protagonisten. Ihren Reiz erhält die Geschichte aber insbesondere aus der Gegenüberstellung der konträren Lebensentwürfe, die ja beide keineswegs widerspruchsfrei sind, sondern nur Schein erzeugen, keine Realität. Der Autor zeigt also nur auf, was ist, ohne werten zu wollen, wobei es unsere Gesellschaft ist, die sich da widerspiegelt. Sprachlich ist die Novelle leicht lesbar geschrieben, nicht gerade wortgewaltig oder stilistisch kreativ also, aber mit stimmigen Dialogen, das stets überschaubare Geschehen wird zudem ganz unkompliziert chronologisch erzählt. Man muss das wohl als Abkehr des Autors von der anspruchsvolleren Literatur zur reinen Unterhaltung interpretieren, in der selbst gewisse Action-Momente nicht fehlen und Sex Walser-typisch ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Diese entlarvende, sozialkritische Allegorie auf eine erfolgsgeile Spaßgesellschaft ohne jeden tieferen Lebenssinn endet zwar ziemlich trivial, sie lässt dem Leser aber genügend Raum für eigene Reflexionen, für seine eigene Standortbestimmung irgendwo zwischen den beiden Extremen, die Martin Walser hier aufzeigt.

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Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Jérôme Wiedenhaupt

    Jérôme Wiedenhaupt

    Thalia Hildesheim

    Buchhändler*in

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    5/5

    27.09.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Wenn jemand von ihm noch nichts wusste, war noch alles möglich.

    Helmut Halm verlangt nichts mehr vom Leben und doch umgibt ihn dieses Leben noch und fordert Rituale und Gesten. Er simuliert das erforderte Quäntchen Leben, um zumindest den Anschein zu erwecken, dass noch Leben in ihm lebt. Er liebt das Inkognito, das Nicht-Erkanntsein. Sobald er für andere ein Objekt der Prädikation geworden ist, möchte er am liebsten fliehen. Er flieht vor jeglicher Feststellung seiner Person, denn er will keine Person sein. Martin Walser entwirft das Portrait eines Menschen, der im Grunde Theater spielt, der zu luzide ist, um sich von seinen charakterlichen Gewohnheiten durch die Verirrungen des Lebens automatisch tragen zu lassen. Helmut spürt jenen zutiefst paralysierenden Möglichkeitssinn, der bereits Ulrich in Musils "Der Mann ohne Eigenschaften" das Handeln verunmöglichte. Im Urlaub mit seiner Frau sehnt er sich nach dem Inkognito, danach, für niemanden etwas darzustellen, dem Kampf um Anerkennung ausweichen zu können. Nur in der Fremde kann er seine Person in Sicherheit bringen und der Welt gegenüber unerreichbar bleiben. Man fragt sich unweigerlich woher diese Flucht in die Anonymität eigentlich kommt, warum zeigt uns Walser einen leidenden Helmut und darüber hinaus den modernen Menschen, der nicht mehr Ich zu sich sagen möchte? Helmut will vor den Blicken der Gesellschaft nicht nur unsichtbar bleiben, er will täuschen und erlebt besondere Freuden gerade dann, wenn er der Umwelt falsche Signale vermitteln konnte. Helmut möchte identitätslos sein, anders als Klaus Buch, jenem Antipoden, der das Ansinnen Helmuts, einmal in Ruhe die Tagebücher Kierkegaards im Urlaub zu lesen, gehörig durchkreuzt. Der exzentrische Klaus, ein alter Bekannter, liebt das Leben und animiert das Ehepaar Halm fortan gemeinsame Ausflüge zu unternehmen. Der eine flieht vor jeglichen Berührungen mit dem Leben, der andere lebt einzig in der Überholung des Lebens. Helmut wehrt sich gegen die Versuche seines Freundes, kategorisiert zu werden. Mit allen Mitteln möchte er seine Idiosynkrasie bewahren, sie nicht dem Freund zu liebe in Klischees und Anekdoten einordnen. Walser zeigt uns den modernen Menschen, wie er gerade wegen seiner vielen gesellschaftlichen Eigenschaften, das wirklich Besondere seiner selbst, sein Nichtidentisches wie Adorno sagen würde, nicht mehr auszuleben vermag. Walsers Novelle ist ein Meisterwerk deutscher Prosa.
  • Zum Bewerterprofil von Vreni Haider

    Vreni Haider

    Thalia Bad Reichenhall

    Buchhändler*in

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    5/5

    31.07.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Traurig verneige ich mich vor dem grand seigneur der deutschen Literatur

    Zwei Männer, bekannt aus Studiumszeiten, begegnen sich zufällig im Urlaub. Der eine von blutiger Trägheit, am liebsten mit Zigarre und Rotwein in den Sessel beschwert, der andere ein hyperaktiver Aktionist, stets auf der Suche nach der ultimativen Herausforderung, gänzlich dem Wahn der Selbstoptimierung verfallen. Unterschiedlicher könnten sie nicht sein und doch beginnen sie die Freizeit gemeinsam zu gestalten. Von den eigenen Ehefrauen teils subtil angestachelt, versuchen sie bald sich gegenseitig zu übertreffen. Ein skurriler Machtkampf entbrennt - ein sprichwörtlicher "Penisvergleich". Den krönenden Höhepunkt erleben die Leser*innen in einem gemeinsam unternommenen Segeltörn. Walsers Spezialität war es, seine Figuren regelrecht zu sezieren, Schicht um Schicht abzutragen, den Kern des Inneren freizulegen und die Unzulänglichkeiten seiner Protagonisten nach außen zu stülpen. Und das mit einer Leichtigkeit, die Satz um Satz mühelos ineinander fließen lässt. Mit geradezu seismographischer Präzision duchleuchtete er seine Figuren, bestimmte Gefühlslagen konkret und beförderte dabei schambehaftete Teile unser aller Befindlichkeiten ans Tageslicht, um sie dem Leser wie gefundene Beute vor die Füße zu legen. Man fühlt sich streckenweise von ihm ertappt. Und genau das macht seine Werke greif- und nahbar. Der Autor, der meist dem Durchschnittsmenschen oder auch gerne mal dem Versager die Bühne überlies und uns den Antihelden mit all seinen Ängsten und Nöten damit zum Helden macht. Dem neugierig gewordenen Walser-Einsteiger lege ich dieses Buch ans Herz. Kurz, prägnant, absolut genial. Vielen Dank Martin Walser für all die großartigen Vermächtnisse, die Sie uns hinterlassen haben!

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