Produktbild: Gesammelte Schriften in 20 Bänden
Band 1718

Gesammelte Schriften in 20 Bänden Band 18: Musikalische Schriften V

22,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

30.04.2003

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

841

Maße (L/B/H)

17,7/10,9/3,5 cm

Gewicht

530 g

Auflage

6

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-29318-8

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

30.04.2003

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

841

Maße (L/B/H)

17,7/10,9/3,5 cm

Gewicht

530 g

Auflage

6

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-29318-8

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

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  • Zum Bewerterprofil von Jérôme Wiedenhaupt

    Jérôme Wiedenhaupt

    Thalia Hildesheim

    Buchhändler*in

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    5/5

    12.02.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Ein architektonisches Denkexperiment: Adornos Zugriff auf Kierkegaard.

    Adornos Konstruktion des Ästhetischen hatte mich zu Studienzeiten von der ersten Seite an fasziniert, weil hier Denken selbst zur präzisen Formanalyse wird. In kaum einem anderen seiner frühen Werke zeigt sich so deutlich, wie radikal und zugleich kunstvoll er Philosophie betreibt. Was sich dem oberflächlichen Leser als Monographie darbietet, ist in Wahrheit eine methodische Sprengung: Adorno liest Kierkegaard nicht, um ihn zu verstehen, sondern um an ihm eine Struktur freizulegen — die Struktur des Ästhetischen als ideologisches Innengehäuse subjektiver Wahrheit. Das Werk ist damit nicht nur ein Schlüssel zu Adornos späterer Ästhetik, sondern ein frühes Labor seiner negativen Dialektik, seiner Ideologiekritik und seiner Theorie des Scheins. Schon der Aufbau des Buches signalisiert, dass hier kein linearer Gedankengang entfaltet wird, sondern ein architektonisches Modell freigelegt werden soll. Adorno spricht nicht zufällig von „Konstruktion“. Kierkegaards Denken wird als Bauwerk behandelt — mit tragenden Pfeilern, verborgenen Fundamenten, rhetorischen Fassaden und ideologischen Hohlräumen. Die Kapitel folgen keiner biographischen oder werkgeschichtlichen Chronologie, sondern einer topologischen Ordnung: Innenraum, Subjektivität, Paradox, Verzweiflung, Sphäre — das sind keine Stationen, sondern Schichten. Adorno liest Kierkegaard von innen nach außen und zugleich von oben nach unten. Er kartographiert die Denkbewegung als Raumstruktur. Der erste große Bewegungsabschnitt der Untersuchung gilt der Subjektivität als absolut gesetztem Ausgangspunkt. Kierkegaards berühmte These, Wahrheit sei Subjektivität, erscheint bei Adorno nicht als existenzielle Befreiung, sondern als philosophische Verengung. Der subjektive Innenraum wird bei Kierkegaard zum totalen Resonanzraum der Wahrheit erhoben — doch eben diese Totalisierung markiert für Adorno den Umschlag ins Ästhetische. Denn was sich als religiöse Innerlichkeit ausgibt, operiert strukturell wie ein Kunstwerk: abgeschlossen, sinnkonzentriert, spannungsvoll komponiert, gegen das Außen immunisiert. Adorno zeigt, dass Kierkegaards Kategorien weniger logisch als dramaturgisch funktionieren. Die Stadienlehre, die pseudonymen Stimmen, die paradoxen Zuspitzungen — all das sind nicht nur Denkformen, sondern Inszenierungsformen. Der Aufbau des Buches folgt dieser Einsicht methodisch. Adorno schreitet von der Analyse einzelner Motive — Ironie, Verzweiflung, Entscheidung — fort zu einer Gesamtdeutung der Kierkegaardschen Sphärenarchitektur. Das Ästhetische ist dabei nicht bloß die erste Lebensstufe, sondern das verborgene Strukturprinzip des Ganzen. Hier liegt die zentrale These des Werkes: Kierkegaards religiöse Innerlichkeit ist nicht die Überwindung des Ästhetischen, sondern dessen Sublimierung. Das Religiöse wird bei ihm ästhetisch konstruiert. Adorno arbeitet dies mit mikrologischer Präzision heraus. Er liest Kierkegaards Sprache als Symptom. Die Paradoxien, die Schocksätze, die dialektischen Kurzschlüsse sind nicht bloß Ausdruck einer existenziellen Wahrheitserfahrung, sondern rhetorische Strategien der Abschließung. Wo Kierkegaard den Sprung fordert, diagnostiziert Adorno die Denkblockade. Der Sprung ist für ihn keine transzendente Öffnung, sondern der Abbruch der Vermittlung. Kierkegaards Philosophie immunisiert sich gegen Kritik, indem sie Rationalität als Unzuständigkeitserklärung behandelt. Gerade darin erkennt Adorno den ästhetischen Charakter: Wie das Kunstwerk sich gegen begriffliche Auflösung sperrt, so sperrt sich Kierkegaards Wahrheit gegen argumentative Durchdringung. Ein weiterer zentraler Abschnitt des Buches widmet sich der Kategorie des Interieurs. Dies ist einer der originellsten Beiträge der Studie. Adorno liest Kierkegaards Innerlichkeitsphilosophie im Licht der bürgerlichen Wohnkultur des 19. Jahrhunderts. Das Interieur wird zum Denkmodell. Wie der bürgerliche Innenraum sich gegen die gesellschaftliche Außenwelt abschirmt und Bedeutung durch Arrangement erzeugt, so erzeugt Kierkegaards Subjektivität Sinn durch innere Konstellation. Wahrheit wird zur Möblierung des Bewusstseins. Diese These ist nicht als kultursoziologische Randbemerkung gemeint, sondern als struktureller Schlüssel. Das Subjekt wird zum Ausstellungsraum seiner eigenen Ergriffenheit. Die religiöse Entscheidung erscheint als Kulminationspunkt einer ästhetischen Komposition. Gerade hier wird deutlich, worin Adorno das Problem im Kierkegaardschen Werk sieht. Kierkegaard radikalisiert die Subjektivität, um der objektiven Verdinglichung zu entkommen — doch diese Radikalisierung schlägt in ihr Gegenteil um. Die absolute Innerlichkeit wird zur absoluten Isolation. Das Subjekt, das sich gegen die falsche Allgemeinheit stellt, wird selbst zur Monade ohne Fenster. Wahrheit wird privatistisch. Für Adorno ist dies nicht nur philosophisch problematisch, sondern gesellschaftlich regressiv. Denn die Flucht in die Innerlichkeit reproduziert die gesellschaftliche Entfremdung, die sie zu überwinden vorgibt. Kierkegaards Protest gegen das System endet in einer subjektiven Totalität, die selbst systemischen Charakter annimmt. Der Mittelteil des Werkes entfaltet diese Kritik entlang der Begriffe Paradox und Verzweiflung. Adorno zeigt, dass Kierkegaards Paradox nicht dialektisch vermittelt ist, sondern als absolute Setzung fungiert. Es markiert die Grenze der Vernunft — aber nicht, um sie zu überschreiten, sondern um sie zu suspendieren. Das Paradox wird zur Denkfigur des Autoritären. Es fordert Unterwerfung statt Erkenntnis. Die berühmte Teleologie der Aussetzung des Ethischen liest Adorno als Symptom einer Denkbewegung, die Vermittlung durch Entscheidung ersetzt. Entscheidung aber ist bei Kierkegaard nicht Resultat eines Prozesses, sondern Akt reiner Setzung. Darin erkennt Adorno die Nähe zur ästhetischen Geste: abrupt, wirkungsmächtig, unbegründet. Die Analyse der Verzweiflung führt diese Linie fort. Kierkegaards Psychologie des Selbst wird von Adorno als statisches Tableau gelesen. Die Bewegungen des Selbstverhältnisses erscheinen nicht als historische oder soziale Prozesse, sondern als formale Variationen eines Grundkonflikts. Das Selbst leidet an sich selbst — doch die gesellschaftliche Dimension dieses Leidens bleibt ausgeblendet. Adorno kritisiert diese Entsozialierung der Negativität. Verzweiflung wird ontologisiert und dadurch entpolitisiert. Die existentielle Tiefe erkauft sich ihre Intensität durch Blindheit gegenüber den objektiven Bedingungen. Im letzten großen Komplex des Buches verdichtet Adorno seine Kritik zur These vom ästhetischen Scheincharakter der Kierkegaardschen Theologie. Das Religiöse erscheint als höchste Steigerung subjektiver Intensität — aber gerade darin ähnelt es dem Kunstwerk. Es ist nicht Wahrheit jenseits des Scheins, sondern Schein in Wahrheitsgestalt. Adorno spricht hier mit kaum verhohlener Schärfe: Kierkegaards Transzendenz ist immanent produziert. Sie ist Effekt einer Denkdramaturgie, nicht Durchbruch ins Andere. Das Absolute wird nicht erreicht, sondern inszeniert. Der Schluss des Werkes besitzt eine eigentümliche Doppelbewegung. Einerseits ist die Kritik unerbittlich. Kierkegaards Philosophie wird als ideologisches Gebilde entlarvt, als ästhetisch geschlossene Welt subjektiver Bedeutung. Andererseits bleibt eine heimliche Anerkennung. Adorno würdigt die negative Energie dieses Denkens, seine Resistenz gegen flache Versöhnung, seine Sensibilität für Leiden und Bruch. Kierkegaard scheitert nicht an Oberflächlichkeit, sondern an Radikalität ohne Vermittlung. Gerade deshalb wird er für Adorno produktiv. Er ist nicht Vorbild, sondern Reibungsfläche. So bleibt dieses Buch ein paradoxes Monument: eine Kritik des Ästhetischen in ästhetischer Vollendung, eine Demontage subjektiver Wahrheit in subjektiv markantem Stil. Wer Adornos spätere Ästhetische Theorie, seine Negative Dialektik oder seine Kulturkritik verstehen will, findet hier das geheime Gründungsdokument.

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  • I. Musikalische Aphorismen

    Musikalische Aphorismen

    Widerlegungen

    Drehorgel-Stücke

    Zweite Nachtmusik

    II. Theorie der neuen Musik

    Neunzehn Beiträge über neue Musik

    Atonalität

    Linearer Kontrapunkt

    Quartenharmonik

    Klangfarbenmelodie

    Musikalischer Expressionismus

    Musikalische neue Sachlichkeit

    Zwölftontechnik

    Gemeinschaftsmusik

    Formen in der neuen Musik

    Motorik

    Jazz

    Dissonanz in der neuen Musik

    Kammerorchester

    Neue Polyphonie

    Musikalischer Impressionismus

    Neue Musik

    Konstruktion in der neuen Musik

    Polytonalität

    Musikalischer Neoklassizismus

    Atonales Intermezzo?

    Gegen die neue Tonalität

    Exkurse zu einem Exkurs

    Warum Zwölftonmusik?

    Entwicklung und Formen der neuen Musik

    Neue Musik heute

    Zum Stand des Komponierens in Deutschland

    Zum Verhältnis von Malerei und Musik heute

    Über das gegenwärtige Verhältnis von Philosophie und Musik

    III. Komponisten und Kompositionen

    Johann Sebastian Bach: Präludium und Fuge cis-moll aus dem ersten Teil des Wohltemperierten Klaviers

    "Die alte Orgel"

    Ludwig van Beethoven: Sechs Bagatellen, op. 126

    Franz Schubert: Großes Rondo A-Dur, für Klavier zu vier Händen, op. 107

    Eduard Steuermanns Brahms-Ausgabe

    Brahms aktuell

    Notiz über Wagner

    Wagner und Bayreuth

    Mahler heute

    Marginalien zu Mahler

    Mahlers Aktualität

    Zu einem Streitgespräch über Mahler

    Fragment als Graphik

    Richard Strauss

    »Die Hochzeit des Faun«. Grundsätzliche Bemerkungen zu Bernhard Sekles' neuer Oper

    Bernhard Sekles

    Mascagnis Landschaft

    Ravel

    Béla Bartók

    Béla Bartóks Tanzsuite

    Über einige Werke von Béla Bartók

    Béla Bartóks Drittes Streichquartett

    Bartók

    Zuschrift über Bartók

    Marginalien zur »Sonata« von Alexander Jemnitz

    Arnold Schönberg (I)

    Schönberg: Serenade, op. 24 (I)

    Schönberg: Serenade, op. 24 (II)

    Schönberg: Fünf Orchesterstücke, op. 16

    Situation des Liedes

    Schönberg: Chöre, op. 27 und op. 28

    Schönberg: Suite für Klavier, drei Bläser und drei Streicher, op. 29, und Drittes Streichquartett, op. 30

    Zur Zwölftontechnik

    Schönberg: Variationen für Orchester, op.31

    Schönberg: Von heute auf morgen, op. 32 (I)

    Schönberg: Von heute auf morgen, op. 32(II)

    Stilgeschichte in Schönbergs Werk

    Arnold Schönberg (II)

    Schönberg: Lieder und Klavierstücke

    Antwort eines Adepten

    Die Musik zur »Glücklichen Hand«

    Zu den Georgeliedern

    Arnold Schönberg: Fünfzehn Gedichte aus »Das Buch der hängenden Gärten« von Stefan George, op. 15; Anton Webern: Fünf Lieder nach Gedichten von Stefan George, op. 4

    Schönbergs Klavierwerk

    Haringer und Schönberg

    Zum Verständnis Schönbergs

    Berg and Webern - Schönberg's Heirs

    Alban Berg. Zur Uraufführung des »Wozzeck«

    Alban Bergs frühe Lieder

    Berg: Sieben frühe Lieder

    Die Oper Wozzeck

    Wozzeck in Partitur

    Für Alban Berg

    Im Gedächtnis an Alban Berg

    Anton Webern. Zur Aufführung der Fünf Orchesterstücke, op. 10, in Zürich

    Anton von Webern

    Hanns Eisler: Duo für Violine und Violoncello, op. 7 Nr. I

    Eisler: Klavierstücke, op. 3

    Eisler: Zeitungsausschnitte. Für Gesang und Klavier, op. 11

    Winfried Zillig: Serenade I für acht Blechbläser

    Ernst Krenek

    Zur Dreigroschenoper

    Kurt Weill: Kleine Dreigroschenmusik für Blasorchester

    Kurt Weill

    Nach einem Vierteljahrhundert

    Theodor W. Adorno: Vier Lieder nach Gedichten von Stefan George für Singstimme und Klavier, op.7

    IV. Konzert-Einleitungen und Rundfunkvorträge mit Musikbeispielen

    Zum Rundfunkkonzert vom 7. November 1930

    Maria Herz: Kleine Rundfunkmusik - Trude Rittmann: Kammersuite - Matyas Seiber: Divertimento fur Klarinette und Streichquartett - Erich Itor Kahn: Nachtmusik

    Zum Rundfunkkonzert vom 22. Januar 1931

    Schönberg: Acht Lieder, op. 6 - Zillig: Serenade - Nikos Skalkottas: Suite

    Zur Deutung Kreneks

    Zum Rundfunkkonzert vom 22. Februar 1940

    Schönberg: Zweites Streichquartett, op.10 - Alexander Zemlinsky. Fünf Maeterlincklieder - Eisler: Klaviersonate, op.1 - Krenek: Durch die Nacht

    Zum Rundfunkkonzert vom 11. Juni 1940

    Berg. Sonate, op. 1 - Mahler: Lieder - Stefan Wolpe: Sonate für Oboe und Klavier

    Aus dem Ersten Mahler-Vortrag

    Zweiter Mahler-Vortrag

    Dritter Mahler-Vortrag

    Arnold Schönberg. Worte des Gedenkens zum 13. September 1951

    Einführung in die Zweite Kammersymphonie von Schönberg

    Alban Bergs Kammerkonzert

    Berg: Drei Stücke aus der Lyrischen Suite für Streichorchester

    Rede über Alban Bergs Lulu

    Alban Berg: Oper und Moderne

    Über einige Arbeiten von Anton Webern

    Zur Uraufführung des Klaviertrios von Eduard Steuermann

    Eduard Steuermann: Klaviertrio

    Das Erbe und die neue Musik

    Schöne Stellen

    V. Musiksoziologisches

    Die stabilisierte Musik

    Zur gesellschaftlichen Lage der Musik

    Schlageranalysen

    Parodie, je nachdem

    Der Wunderkantor

    Kitsch

    Abschied vom Jazz

    Vortrupp und Avantgarde

    Musikpädagogische Musik

    Chormusik und falsches Bewußtsein

    Bewußtsein des Konzerthörers

    Musik im Hintergrund

    Warum ist die neue Kunst so schwer verständlich?

    Verbindlichkeit des Neuen

    Widerspruch

    Erwiderung

    Vorbemerkung zu »Dogmatismus, Intoleranz und die Beurteilung moderner Kunstwerke« von Christian Rittelmeyer

    Musiksoziologie