Die geniale Hörspielfassung des Boyle'schen Meisterwerks
Zocker und Voyeure, Hexen und Sadisten, Huren, fremdartige Schönheiten und schottische Kleinbürger: T.C. Boyle erzählt die überbordende Geschichte von Mungo Parks, der sich um das Jahr 1800 auf die Suche nach dem Niger machte, und vom Schicksal eines Londoner Trickbetrügers namens Ned Rise. Leonhard Koppelmann schuf ein Hörspiel, das raffiniert die Erzählstränge in Afrika, London und Schottland miteinander verschränkt - voller ironischer Kommentare und schwarzem Humor. (4 CDs, Laufzeit: 5h 10)
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
02.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das große Abenteuer im gefährlichen...
Das große Abenteuer im gefährlichen Afrika, die Gefahren des Lebens im schmutzigen London und das Leben im beschaulichen Schottland. All das ganz wunderbar, spannend, witzig, überraschend und natürlich auch tragisch in dieser fast schon legendären Geschichte miteinander verwoben.
Kaffeeelse
5/5
11.12.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einblicke
Ein Highlight! Definitiv! Ich hatte dieses Buch von Boyle schon einmal angefangen und hatte dann zugunsten von einer Leserunde wieder aufgehört mit der Lektüre. Warum ich dann nicht wieder damit angefangen hatte, ich habe keine Ahnung. Denn gefallen hatte es mir damals. Wahrscheinlich aus den Augen, aus dem Sinn oder andere Bücher waren wichtiger. Ich kann dies nur nicht mehr verstehen, jetzt, nach der Lektüre dieses Buches. Denn dieses Buch ist kolossal!
"Wassermusik" ist ein Buch über den Entdecker Mungo Park, ein schottischer Forscher des 18. Jahrhunderts in Afrika. Und gleichzeitig ist dieses Buch noch so viel mehr. Was für ein perfekter Abenteuerroman und gleichzeitig auch eine Anklage an dem europäischen Kolonialismus und eine Kritik an dem verklärenden europäischen Entdeckertum! Eine Kritik an dieser europäischen Überheblichkeit, die mir immer wieder in den Geschichtsbüchern begegnete und die mich zum Überlegen brachte. Wieso haben es die Europäer nur geschafft, sich die ganze Welt zu erobern? Ebenso ist die "Wassermusik" auch ein Blick auf eine unerfreuliche Ehe, ein unschönes und Leiden schaffendes Miteinander von Mann und Frau. Nachdenklich machend. Und das alles ist gekleidet in Boyles perfekten und etwas bösartigen Humor, der der Situation vollkommen angepasst ist und mir den Autor nahebringt! Das ist eine extrem bereichernde Leseerfahrung!
Und ebenso ist dieses Buch auch ein Blick ins westliche Afrika hinein, eine Beschreibung einer vollkommen anderen Welt! Interessant, bunt, schillernd, aber auch gefährlich und bevölkert mit ähnlich schrägen Menschen, die auch in Boyles Europa zu finden sind.
Denn über den Nebenstrang von Ned Rise wird ein Blick auf die unteren Klassen von England geworfen und auch dieser Blick ist voller Kritik an einem ausbeutenden und unterdrückenden System. Bevor dann schlussendlich beide Stränge zueinander finden und die Geschichte auf ihr fulminantes Ende zusteuert.
Ein wunderbares und absolut spannendes Buch! Bitte unbedingt lesen!
Bewertung
5/5
27.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Grossartiger Abenteuerroman
Dieser Autor kann derart wortgewaltig und kenntnisreich erzählen, dies beweist er schon in seinem Erstlingswerk. Es geht um die abenteuerliche Geschichte des schottischen Entdeckers Mungo Park (1771-1806), der sich auf die Reise macht, den Fluss Niger zu erkunden und den Westen Afrikas zu kartografieren. Dieses zur damaligen Zeit äusserst gefährliche Vorhaben wird mit einer ungeheuren Sprachkunst dargelegt. Grossbritannien suchte damals nach neuen Kolonien und Absatzmärkten und wollte bei der Erkundung Afrikas anderen Mächten zuvorkommen. Der geschichtliche Hintergrund ist detailreich aufgearbeitet und eigene zusätzliche Recherchen geben einen Eindruck darüber, unter welchen Umständen, eine solche Reise durchgeführt werden konnte.
Bereits bei seiner 1. Reise gerät Mungo in die Fänge der Mauren. Sein Begleiter Johnson, der das geschriebene Wort liebt und ein verlässlicher und treuer Freund ist, wird bald Opfer eines Krokodilangriffes. Es folgen viele Wochen mit unzähligen Krankheiten, Hunger, Hitze, Materialverlust u.v.m. Parallel dazu wird die Lebensgeschichte von Ned Rise erzählt, einem Vagabunden in England, der seit seiner frühesten Kindheit vom Pech verfolgt wird.
Im zweiten Teil des Roman befindet sich Mungo wieder zuhause und verbringt viele Jahre mit seiner Ehefrau und den Kindern, seine Sehnsucht nach einer weiteren Reise wird jedoch so gross, dass er nicht anders kann, als sich erneut davon zu machen. Allie ist wütend, ihr Leben lang hat sie auf Mungo gewartet und nun lässt er sie erneut mit vier Kindern im Stich.
Das zweite grosse Abenteuer im dritten Teil des Buches endet für Mungo nach weiteren vielen Entbehrungen und Krisen schliesslich auf einer gefährlichen Flussfahrt und der Rache der Eingeborenen.
Ausserordentlich gut haben mir die Bezüge zur griechischen Mythologie gefallen. Sie sind lehrreich und zeigen deutlich, wie kenntnisreich Boyle seinen Stoff bearbeitet. Ebenfalls sehr gelungen finde ich den Schlussteil, der zwar traurig ist, doch noch einmal Aufschluss gibt darüber, welche Konventionen zur damaligen Zeit herrschten. Allisons Schuldgefühle als Sünderin Mungo verraten zu haben, sind bezeichnend für das Rollenverständnis der Frauen damals.
Einmal auf die Geschichte eingelassen, kann man sich dem Sog kaum entziehen. Man liest ein hoch spannendes und lehrreiches Buch, welches viele Facetten aufzeigt, bildgewaltig ist und in eine kuriose Welt entführt. Ich gebe zu, dass ich bei den ersten 100 Seiten manchmal zweifelte, ob ich mir diese Lektüre wirklich antun soll, so übertrieben und äusserst brutal und grotesk geht es teilweise zu und her. Dann aber entwickelt sich der Roman zu einem ausserordentlichen Erlebnis. Von tief traurig bis hoch spannend werden alle Gemütsregungen angesprochen. Er ist immer wieder auch überaus witzig, so lustig, dass ich oftmals laut lachen musste, was mir selten bei Büchern passiert. Dieser Roman ist tatsächlich ein Jahrhundert-, Kult- und vor allem Kunstwerk, dass man unbedingt lesen sollte. Zu zart besaiteten Lesern ist er jedoch wahrscheinlich zu deftig und nur mit einiger Vorsicht empfohlen. Mich hat er total begeistert und ich gebe gerne 5+++ Sterne.
Bewertung
5/5
31.07.2018
Buch (Taschenbuch)
Von Anfang bis Ende witzig, spannend und böse.
Es war das erste. Buch, welches mir von T.C.Boyle in die Hände fiel. Bisher war es auch das Beste. Unterhaltsam von Anfang bis Ende, sprachlich vielschichtig.
Bewertung
5/5
07.05.2014
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lesevergnügen par excellence
Zugegeben: T.C. Boyle ist für mich ohnehin einer der größten Autoren unserer Zeit. Und die Wassermusik ist eines der ganz wenigen Bücher, die ich immer wieder mit großem Vergnügen lesen kann. Wie der etwas naive Entdecker Mungo Park, der mit allen Wassern gewaschene Überlebenskünstler Ned Rice, der unverzichtbare Johnson und noch einige mehr oder weniger schräge Figuren auf ihrer Suche nach dem Verlauf des Niger diesen Roman mit Leben füllen ist an Fabulierkunst kaum zu übertreffen.
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5/5
20.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Boyle at his best!
Mungo Parks, enthusiastischer Afrikaforscher, allerdings für eine Expedition gänzlich ungeeignet, bricht zu seiner nächsten großen Reise auf und erlebt so einige Abenteuer, bei denen der Leser nur den Kopf schütteln kann.
Herrlich absurd aber trotzdem lehrreich.
Mein erster Boyle, und ich habe ihn sofort geliebt!
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5/5
03.07.2017
Buch (Taschenbuch)
Von einem der auszog sein Glück zu finden!
Fantastisches Porträt eines rastlosen Geistes! Mungo Parks, berühmter schottischer Afrikaforscher, hält es nach seiner ersten erfolgreichen Expedition zum Niger daheim nicht mehr aus und startet wieder in das schwarze Herz des Kontinents. Der Kontrast zwischen den gepuderten, Tee trinkenden Aristokraten von London und dem moderigen, malariaverseuchten Gebiet rund um den Niger ist immens und man fragt sich, warum in aller Welt dieser Mann freiwillig in unerforschtes Terrain aufbrach.
Spannende Geschichte eines Getriebenen, man kann die Moskitostiche und die feuchte Tropenluft beim Lesen auf der Haut spüren!
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