Gabriel García Márquez' bedeutendster Roman und einer der schönsten der Weltliteratur: Bildhaft und anekdotenreich erzählt García Márquez die hundertjährige Familiengeschichte der Buendías - eine Geschichte von Siegen und Niederlagen, hochmütigem Stolz und blinder Zerstörungswut, unbändiger Vitalität und ihrem endgültigem Untergang. Die ganze Tragödie Lateinamerikas spiegelt sich in der phantastischen Welt von Macondo.
Die Neuübersetzung von Dagmar Ploetz lässt den stilistischen Reichtum des Originals frisch aufleuchten und bietet eine wunderbare Gelegenheit, diesen Jahrhundertroman neu zu entdecken.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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CAVE: Schrift nicht umbedingt für ältere Menschen geeignet
Von einem Bekannten wurde dieses Buch sehr empfohlen, leider ist für meinen Vater die Schrift dieser Edition etwas zu klein, dies sollte beim Kauf berücksichtigt werden, schein auch bei der gesamten neuen Taschebuchreihe des Fischerverlags so zu sein.
Bewertung
aus Zürich
5/5
12.02.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wunderschönes Buch, interessant gebunden
Hundert Jahre Einsamkeit schafft es wie kein anderes Buch, den Leser/die Leserin in eine vollkommen fremde und exotische Welt eintauchen zu lassen und zugleich Gefühle in einem zu wecken die persönlicher nicht sein könnten.
Dieses Meisterwerk darf meiner Meinung nach in keiner Sammlung fehlen, zudem ist diese Version sehr schön gebunden und interessant gestaltet.
Thomas
aus München
5/5
09.07.2012
Buch (Gebundene Ausgabe)
Selten habe ich ein lebendiger…
Selten habe ich ein lebendigeres, dynamischeres, ästhetischeres, kurz: besseres Buch gelesen. Mit dem Roman führt der Autor die Strömung des Magischen Realismus zweifellos auf ihren Höhepunkt. García Márquez hat mir gezeigt, wie viel Poesie die Welt in sich birgt. Durch seine gewaltigen Bilder versteht er es wie kein Zweiter, die Tragödie seiner Heimat zu erzählen. Zurecht wurde ihm dafür der Literaturnobelpreis verliehen. „Hundert Jahre Einsamkeit“ – für mich eine Sternstunde der Weltliteratur.
Johannes Fidanza
aus München
5/5
15.01.2009
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die unvergleichliche Erzählkun…
Die unvergleichliche Erzählkunst die diesen Roman prägt, hat mich gelehrt Romane zu lesen obwohl ich mehr der Sachbuchtyp bin. Das verwirrende Spiel mit Namen, Realitäten und Ereignissen die den Leser überfordern aber auch in den Bann ziehen sollen, begegnet einem nirgends woanders (auch nicht in einem anderen von Marquez), so dass das Buch mehr als ein Buch ist, nämlich ein singuläres Ereignis. Ich beneide Jeden, der die Erstlesung dieses Buches noch vor sich hat.
Polar
aus Aachen
5/5
27.06.2007
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unbändig
Es gibt Romane, die liest man nach einigen Jahren ein zweites Mal und ist erstaunt darüber, daß sie nichts von ihrer Kraft verloren haben. Das Etikett "Magischer Realismus" ist Márquez angeheftet worden und ihm sind viele südamerikanische Autoren gefolgt, für die er in Europa den Türöffner lange vor dem Nobelpreis gespielt hat. Der Aufstieg und Fall der Familie Buendía, das Dorf Macondo gehören zum Besten, was Literatur einem Leser bieten kann. Sprache, Poesie, eine aberwitzige Handlung, ein Gefühl für die Zeiten und Menschen eines Landstrichs. Man sucht sich selbst darin, taucht auf und verschwindet wieder. Das Leben stellt sich in Träumen wie Alpträumen dar, sieht sich den Wirren der Politik ausgesetzt, den eigenen Schwächen, den Versuchungen, den Sünden, schildert das Sterben, als gehöre es zum Fest des Leben. Aus allem erwächst ein Mythos, die Tragödie an sich und zwischendurch hört man ein verstohlenes Lachen. Schwach, sich selbst verzeihend, vorwärtsdrängend. So ist das halt mit den Menschen. Nicht nur in Südamerika. Selbst schuld, wer dieses Buch noch nicht gelesen hat.
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5/5
30.07.2025
Buch (Taschenbuch)
„Macondo: Ein Dorf, das in der Zeit geboren und im Wort unsterblich wurde“
Es gibt Romane, die man verschlingt, um sie dann wieder zu vergessen, wie Speisen, die satt machen, aber keinen Nachhall hinterlassen. Und es gibt Romane, die einen in die Tiefe ziehen, so dass man nach dem Lesen nicht mehr derselbe ist. Hundert Jahre Einsamkeit gehört unzweifelhaft zur zweiten Kategorie. Gabriel García Márquez hat mit diesem Buch nicht bloß eine Geschichte geschrieben, er hat eine Welt erschaffen, deren Gesetze ebenso folgerichtig wie unergründlich sind. Macondo, jenes fiktive Dorf im Herzen Kolumbiens, ist weniger Schauplatz als Schicksal, weniger Hintergrund als Organismus. Wer die erste Seite aufschlägt, tritt in ein Universum, das zugleich vertraut und unheimlich ist – als hätte man es schon einmal betreten, vielleicht in einem Traum, vielleicht in einer Erinnerung, die gar nicht die eigene ist.
Die Familie Buendía bildet den Kristallisationskern dieser Welt. Jede Generation trägt die Spuren der vorigen, jede Figur einen Namen, der an ihre Ahnen erinnert, und dennoch ist niemand ganz identisch mit dem Vorgänger. Aus dieser Wiederholung entsteht eine Art genealogischer Strudel: José Arcadios, Aurelianos, Amarantas tauchen auf, verschwinden, verstricken sich in Leidenschaften und Irrwegen. Der Leser verliert zuweilen die Übersicht, und doch liegt darin der Sinn: Verwirrung wird zur Methode. Márquez zeigt, dass Geschichte nicht geradlinig verläuft, sondern in Spiralen, in Wiederholungen, in Kreisen, die immer enger gezogen werden, bis am Ende alles in sich zusammenbricht. Es ist, als wollte er uns lehren, dass Erinnerung keine klare Linie ist, sondern ein Netz, in dem man sich verfängt.
Was mich stets in Bann schlägt, ist die Selbstverständlichkeit, mit der das Wunderbare in den Alltag dringt. Hier wird nicht erklärt, warum eine Frau in den Himmel auffährt oder warum es jahrelang ununterbrochen regnet. Es geschieht einfach, wie auch das Blühen einer Pflanze oder der Tod eines Tieres geschieht. Der magische Realismus, dem dieses Werk sein literaturgeschichtliches Etikett verdankt, besteht nicht darin, dass das Magische hinzugefügt wird, sondern darin, dass es von Anfang an im Stoff der Wirklichkeit enthalten ist. Das ist keine Flucht aus der Realität, sondern ihre Erweiterung. Es erinnert daran, dass jedes Leben, wenn man es erzählt, bereits eine Form des Wunders ist.
Gleichzeitig spricht das Buch eine Sprache der Geschichte. Hinter den märchenhaften Episoden leuchtet die Realität Lateinamerikas hervor: Kolonialismus, Bürgerkriege, Gewalt, das Trauma der Fremdherrschaft. Die Episode des Bananenmassakers ist das schlagende Beispiel dafür: Ein fiktives Dorf wird Schauplatz eines realen Verbrechens, und die Literatur hält fest, was die offizielle Geschichtsschreibung zu verdrängen versucht. Márquez verwandelt damit den Roman in ein Archiv der Erinnerung. Was das Dokument nicht sagen darf, sagt die Fiktion. Wissenschaftlich ließe sich dies eine Form von kulturellem Gedächtnis nennen, poetisch jedoch ist es nichts anderes als eine Form der Rettung: die Rettung der Toten, die nicht schweigen sollen.
Die Sprache dieses Romans wirkt auf mich wie eine unaufhörliche Welle. Es sind lange, mäandernde Sätze, die den Atem herausfordern, und doch tragen sie, fast wie ein Fluss, den man sich überlässt. Aber dann gibt es Momente, in denen Márquez plötzlich innehält, als würde er das Messer ansetzen, scharf, knapp, tödlich präzise. Dieser Wechsel zwischen Überfülle und Lakonie ist es, was die Prosa so lebendig macht. Man liest und schwankt zwischen Rausch und Ernüchterung. Man verliert sich in den Bildern, nur um im nächsten Augenblick von einem schlichten, fast spröden Satz auf den Boden zurückgeworfen zu werden.
Der Zyklus von Entstehung und Untergang, der das Buch trägt, ist gnadenlos. Von der Gründung Macondos über seine Blütezeit bis zur endgültigen Vernichtung zieht sich eine Linie, die weniger auf Handlung als auf Schicksal basiert. Dieses Schicksal wirkt unvermeidlich, so wie auch das Ende der Familie Buendía von Beginn an eingeschrieben ist. Es gibt im Roman eine ständige Vorahnung, eine Ahnung des Untergangs, die jede Freude, jede Leidenschaft, jede Geburt begleitet. Wissenschaftlich könnte man hier von einem deterministischen Geschichtsmodell sprechen. Poetisch jedoch ist es eher wie eine Melodie, die von Anfang an die Kadenz ihres Endes in sich trägt.
Die Einsamkeit, die der Titel beschwört, hat viele Gesichter. Sie ist die Einsamkeit der Macht, wenn Aureliano Buendía als Kriegsführer in unzählige Gefechte zieht und dennoch nichts gewinnt außer seiner eigenen inneren Leere. Sie ist die Einsamkeit der Begierde, wenn Liebe immer wieder in Obsession, Inzest oder Verlust mündet. Sie ist die Einsamkeit der Erinnerung, wenn die Alten in der Vergangenheit verharren, unfähig, die Gegenwart zu begreifen. Und sie ist die Einsamkeit des Lesers selbst, der das Buch schließt und merkt, dass er zwar eine Welt betreten hat, diese aber nicht mitnehmen kann. Einsamkeit ist hier nicht bloß ein Zustand, sondern eine Metapher für das Menschsein selbst.
Was mich besonders bewegt, ist, dass dieser Roman die Grenzen zwischen Individuum und Kollektiv, zwischen Privatem und Politischem immer wieder verwischt. Die Geschichte einer Familie wird zur Geschichte einer Nation, ja eines ganzen Kontinents. Macondo ist Kolumbien, und Kolumbien ist Macondo, und zugleich ist Macondo jeder Ort der Welt, an dem Menschen geboren werden, lieben, kämpfen, scheitern und sterben. Márquez gelingt das Unmögliche: das Besondere so tief zu schildern, dass es universell wird. Manchmal denke ich, dass Hundert Jahre Einsamkeit eigentlich nicht gelesen, sondern beschworen wird. Das Buch wirkt wie ein Ritual. Man schlägt es auf und tritt in einen Kreis ein, der bereits vor einem begonnen hat und nach einem weitergehen wird. Jede Lektüre verändert nicht nur das Verständnis des Textes, sondern auch den Leser selbst. Ich erinnere mich an die erste Begegnung: wie die Worte fast körperlich auf mich wirkten, als wäre ich nicht nur Leser, sondern Beteiligter. Seitdem kehre ich zurück, und jedes Mal entdecke ich etwas Neues, eine Nebenfigur, ein Bild, eine kleine Beobachtung, die mir zuvor entgangen war. Es ist ein unerschöpfliches Werk, so wie auch die Geschichte unerschöpflich ist.
Am Ende, wenn Macondo ausgelöscht wird und die Prophezeiung in Melquíades’ Manuskript sich erfüllt, bleibt nicht Resignation, sondern ein seltsames Gefühl der Vollendung. Alles hat seinen Platz gefunden, alles war notwendig, so grausam es auch erschien. Es ist, als würde man die Schwerkraft spüren, die jede Geschichte früher oder später an ihren Endpunkt führt. Doch selbst in der Vernichtung klingt ein Triumph mit: die Sprache selbst hat überlebt. Das Erzählen hat gesiegt über das Vergessen.
Was bleibt, ist Dankbarkeit. Dankbarkeit, dass Márquez diese Welt erschaffen hat, dass wir sie betreten dürfen, dass wir sie in uns tragen können, auch wenn sie am Ende im Text zerstört wird. Dankbarkeit für eine Literatur, die nicht nur Kopf und Herz anspricht, sondern auch den Körper, die Sinne, die Erinnerung. Dieses Buch ist nicht nur eine Lektüre, es ist eine Erfahrung, eine Initiation, ein Erweckungsritual. Vielleicht ist es das, was große Literatur ausmacht: dass sie uns zeigt, wer wir sind, ohne uns zu erklären, sondern indem sie uns träumen lässt. Hundert Jahre Einsamkeit ist für mich die reinste Form dessen. Eine Geschichte, die im Wissenschaftlichen wie im Poetischen zugleich atmet, die Erkenntnis und Schönheit verschmilzt, die uns begreifen lässt, dass Realität und Fiktion keine Gegensätze sind, sondern zwei Namen für denselben Strom. Wer Macondo betreten hat, trägt es in sich, für immer.
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4/5
16.07.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Garcia Marquez war ein guter Beobachter...
Garcia Marquez war ein guter Beobachter und ein grandioser Erzähler. Viele seiner Geschichten stammen aus seiner Heimat und zeigen uns die Vielfältigkeit der menschlichen Seele.
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