Die Neuübersetzung von Gabriel García Márquez' wichtigstem Roman »Hundert Jahre Einsamkeit« - erstmals im Taschenbuch.
Gabriel García Márquez' bedeutendster Roman und einer der schönsten der Weltliteratur: Bildhaft und anekdotenreich erzählt der Literaturnobelpreisträger García Márquez die hundertjährige Familiengeschichte der Buendías - eine Geschichte von Siegen und Niederlagen, hochmütigem Stolz und blinder Zerstörungswut, unbändiger Vitalität und ihrem endgültigem Untergang. Die ganze Tragödie Lateinamerikas spiegelt sich in der phantastischen Welt von Macondo.
Die Neuübersetzung von Dagmar Ploetz lässt den stilistischen Reichtum des Originals aufleuchten und bietet eine wunderbare Gelegenheit, diesen Jahrhundertroman neu zu entdecken.
»Ein Klassiker in bestechender Neuübersetzung.« NDR Kultur
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Ich lege jedem, der dieses Buch lesen und wirklich verstehen möchte ans Herz, von Anfang an einen Stammbaum zu führen. Ich habe mir vorherige Rezensionen durchgelesen und da sehr viele meinten, dass durch die immer gleichen Namen Verwirrung aufkommt, habe ich einfach nebenbei einen Stammbaum aufgezeichnet und immer weiter fortgeführt. Dadurch hatte ich nie Probleme zu verstehen, um wen es gerade geht und konnte diese wundervoll geschrieben Geschichte einfach nur genießen. Auf jeden Fall eines meiner neuen Lieblingsbücher.
Tobias R.
aus Cloppenburg
4/5
26.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Fiebertraum, den man erleben muss.
Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez ist für mich eines der anspruchsvollsten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Es war teilweise sehr schwer zu lesen und zu verstehen, weshalb ich es definitiv nicht Einsteigern empfehlen würde.
Trotzdem ist das Buch unglaublich gut geschrieben. Während des Lesens habe ich mich immer wieder gefragt, wie man sich eine so komplexe und umfangreiche Geschichte überhaupt ausdenken kann. Oft hatte ich das Gefühl, als würde die gesamte Geschichte Lateinamerikas in dieser Familiengeschichte mitschwingen.
Auch wenn ich nicht alles sofort verstanden habe und das Buch stellenweise anstrengend zu lesen war, bleibt es für mich eine beeindruckende literarische Leistung, die zurecht als Klassiker gilt.
Bewertung
4/5
04.12.2021
Buch (Taschenbuch)
Südamerika verstehen
Mit diesem Roman, der erstmals 1967 veröffentlicht wurde, hat der kolumbianische Schriftsteller Gabriel Garcia Marquez Weltliteratur geschrieben. 1982 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Wie der Titel schon sagt, umfasst der Roman rund 100 Jahre, trotzdem scheint er irgendwie aus der Zeit gefallen. Man kann die Geschichte des Aufstiegs und Niedergangs der Familie Buendia nicht recht fassen. Reales vermischt sich mit Magischem und die zahlreichen Namen und Wiederholungen erfordern vom Leser viel Konzentration.
Am Anfang steht die Gründung des fiktiven Dorfes Macondo. Der Stammvater Jose Arcadio Buendia sucht im Dschungel einen geeigneten Ort, um sich mit seiner Familie niederzulassen. Schon bald tauchen zahlreiche weitere Personen auf u.a. eine Gruppe von Zigeunern, unter ihnen eine weitere zentrale Figur: Melchiades. Er hinterlässt verschlüsselte Schriften. Es folgen Bürgerkriege, Massaker, Naturkatastrophen, familiäre Zerwürfnisse und immer wieder dreht sich alles im Kreis. Ein wichtiges Element dieses Werkes sind die ständigen Wiederholungen, so auch in der Namensgebung der Figuren. Es finden keine grundlegenden Entwicklungen statt und alles dreht sich immer wieder im Kreis. Der langsame Zerfall des Dorfes schreitet unaufhaltsam voran.
Opulent und sprachgewaltig aber auch immer wieder sehr phantasievoll und überwältigend folgt man gespannt der Geschichte. Dabei spielen religiöse und ganz lebensnahe Elemente eine wichtige Rolle. Zwischen den Figuren scheint es keine Solidarität zu geben, sie alle bleiben rein psychologisch gesehen, im Hintergrund. Und doch vereint sie ein grosses Thema, die existenzielle Einsamkeit.
Mir hat beim Zweitlesen nun nach vielen Jahren das Buch immer noch sehr gut gefallen. Man muss sich darauf einlassen können, auch wenn einzelne Themen stark an der Schmerzgrenze verlaufen (z.B. Übersexualisierung). Die neuere Übersetzung fand ich stellenweise zu sehr dem heutigen Sprachgebrauch angepasst. Mir persönlich gefiel diejenige von Curt Meyer-Clason besser, weil sie dem Zeitgeist im 19. Jahrhundert, denke ich, näher kommt.
kapppesiner
aus Schwarzwald
1/5
29.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Habe mir in den Coronajahren…
Habe mir in den Coronajahren mal wieder einige Literaturnobelpreisträger vorgenommen. Aber es ist immer das gleiche. Je höhere Lorbeeren, desto schlechter die Literatur. Eins der schlechtesten Bücher aller Zeiten. Man entwickelt keine Verbindung zu den Personen, man taucht nicht in die Geschichte ein, es ergibt sich kein Lesefluss. Nehme an für dieses Buch bin ich nicht intellektuell genug. Alleine das Lesen einiger 5 Sterne Rezensionen verschlägt mir die Sprache. Warum nur kommt mir Hurz von HaPe Kerkeling in den Sinn. Was bleibt, ah ja, langweilig von vorne bis hinten. Sorry, Gabriel Garcia
Juti
aus HD
1/5
09.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Kein Sommerbuch Ich hab es…
Kein Sommerbuch Ich hab es auch versucht. Anfängliche Unklarheiten konnte ich mit Internetrecherche klären. In der Tat gefiel mir die Darstellung des Bürgerkrieg, als ich wusste, dass ich denken darf, in Kolumbien zu sein. Die Liberale Partei, die grausam zu ihren Bewohnern ist. Doch merkte ich, dass auch nach dem schwierigen Beginn noch Längen auf den Leser warten. Ich hatte vor meiner Kritikerzeit „Die Liebe in Zeiten der Cholera“ gern gelesen, doch hier kapituliere ich nach 278 Seiten. Also nur 1 Stern.
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5/5
30.07.2025
Buch (Taschenbuch)
„Macondo: Ein Dorf, das in der Zeit geboren und im Wort unsterblich wurde“
Es gibt Romane, die man verschlingt, um sie dann wieder zu vergessen, wie Speisen, die satt machen, aber keinen Nachhall hinterlassen. Und es gibt Romane, die einen in die Tiefe ziehen, so dass man nach dem Lesen nicht mehr derselbe ist. Hundert Jahre Einsamkeit gehört unzweifelhaft zur zweiten Kategorie. Gabriel García Márquez hat mit diesem Buch nicht bloß eine Geschichte geschrieben, er hat eine Welt erschaffen, deren Gesetze ebenso folgerichtig wie unergründlich sind. Macondo, jenes fiktive Dorf im Herzen Kolumbiens, ist weniger Schauplatz als Schicksal, weniger Hintergrund als Organismus. Wer die erste Seite aufschlägt, tritt in ein Universum, das zugleich vertraut und unheimlich ist – als hätte man es schon einmal betreten, vielleicht in einem Traum, vielleicht in einer Erinnerung, die gar nicht die eigene ist.
Die Familie Buendía bildet den Kristallisationskern dieser Welt. Jede Generation trägt die Spuren der vorigen, jede Figur einen Namen, der an ihre Ahnen erinnert, und dennoch ist niemand ganz identisch mit dem Vorgänger. Aus dieser Wiederholung entsteht eine Art genealogischer Strudel: José Arcadios, Aurelianos, Amarantas tauchen auf, verschwinden, verstricken sich in Leidenschaften und Irrwegen. Der Leser verliert zuweilen die Übersicht, und doch liegt darin der Sinn: Verwirrung wird zur Methode. Márquez zeigt, dass Geschichte nicht geradlinig verläuft, sondern in Spiralen, in Wiederholungen, in Kreisen, die immer enger gezogen werden, bis am Ende alles in sich zusammenbricht. Es ist, als wollte er uns lehren, dass Erinnerung keine klare Linie ist, sondern ein Netz, in dem man sich verfängt.
Was mich stets in Bann schlägt, ist die Selbstverständlichkeit, mit der das Wunderbare in den Alltag dringt. Hier wird nicht erklärt, warum eine Frau in den Himmel auffährt oder warum es jahrelang ununterbrochen regnet. Es geschieht einfach, wie auch das Blühen einer Pflanze oder der Tod eines Tieres geschieht. Der magische Realismus, dem dieses Werk sein literaturgeschichtliches Etikett verdankt, besteht nicht darin, dass das Magische hinzugefügt wird, sondern darin, dass es von Anfang an im Stoff der Wirklichkeit enthalten ist. Das ist keine Flucht aus der Realität, sondern ihre Erweiterung. Es erinnert daran, dass jedes Leben, wenn man es erzählt, bereits eine Form des Wunders ist.
Gleichzeitig spricht das Buch eine Sprache der Geschichte. Hinter den märchenhaften Episoden leuchtet die Realität Lateinamerikas hervor: Kolonialismus, Bürgerkriege, Gewalt, das Trauma der Fremdherrschaft. Die Episode des Bananenmassakers ist das schlagende Beispiel dafür: Ein fiktives Dorf wird Schauplatz eines realen Verbrechens, und die Literatur hält fest, was die offizielle Geschichtsschreibung zu verdrängen versucht. Márquez verwandelt damit den Roman in ein Archiv der Erinnerung. Was das Dokument nicht sagen darf, sagt die Fiktion. Wissenschaftlich ließe sich dies eine Form von kulturellem Gedächtnis nennen, poetisch jedoch ist es nichts anderes als eine Form der Rettung: die Rettung der Toten, die nicht schweigen sollen.
Die Sprache dieses Romans wirkt auf mich wie eine unaufhörliche Welle. Es sind lange, mäandernde Sätze, die den Atem herausfordern, und doch tragen sie, fast wie ein Fluss, den man sich überlässt. Aber dann gibt es Momente, in denen Márquez plötzlich innehält, als würde er das Messer ansetzen, scharf, knapp, tödlich präzise. Dieser Wechsel zwischen Überfülle und Lakonie ist es, was die Prosa so lebendig macht. Man liest und schwankt zwischen Rausch und Ernüchterung. Man verliert sich in den Bildern, nur um im nächsten Augenblick von einem schlichten, fast spröden Satz auf den Boden zurückgeworfen zu werden.
Der Zyklus von Entstehung und Untergang, der das Buch trägt, ist gnadenlos. Von der Gründung Macondos über seine Blütezeit bis zur endgültigen Vernichtung zieht sich eine Linie, die weniger auf Handlung als auf Schicksal basiert. Dieses Schicksal wirkt unvermeidlich, so wie auch das Ende der Familie Buendía von Beginn an eingeschrieben ist. Es gibt im Roman eine ständige Vorahnung, eine Ahnung des Untergangs, die jede Freude, jede Leidenschaft, jede Geburt begleitet. Wissenschaftlich könnte man hier von einem deterministischen Geschichtsmodell sprechen. Poetisch jedoch ist es eher wie eine Melodie, die von Anfang an die Kadenz ihres Endes in sich trägt.
Die Einsamkeit, die der Titel beschwört, hat viele Gesichter. Sie ist die Einsamkeit der Macht, wenn Aureliano Buendía als Kriegsführer in unzählige Gefechte zieht und dennoch nichts gewinnt außer seiner eigenen inneren Leere. Sie ist die Einsamkeit der Begierde, wenn Liebe immer wieder in Obsession, Inzest oder Verlust mündet. Sie ist die Einsamkeit der Erinnerung, wenn die Alten in der Vergangenheit verharren, unfähig, die Gegenwart zu begreifen. Und sie ist die Einsamkeit des Lesers selbst, der das Buch schließt und merkt, dass er zwar eine Welt betreten hat, diese aber nicht mitnehmen kann. Einsamkeit ist hier nicht bloß ein Zustand, sondern eine Metapher für das Menschsein selbst.
Was mich besonders bewegt, ist, dass dieser Roman die Grenzen zwischen Individuum und Kollektiv, zwischen Privatem und Politischem immer wieder verwischt. Die Geschichte einer Familie wird zur Geschichte einer Nation, ja eines ganzen Kontinents. Macondo ist Kolumbien, und Kolumbien ist Macondo, und zugleich ist Macondo jeder Ort der Welt, an dem Menschen geboren werden, lieben, kämpfen, scheitern und sterben. Márquez gelingt das Unmögliche: das Besondere so tief zu schildern, dass es universell wird. Manchmal denke ich, dass Hundert Jahre Einsamkeit eigentlich nicht gelesen, sondern beschworen wird. Das Buch wirkt wie ein Ritual. Man schlägt es auf und tritt in einen Kreis ein, der bereits vor einem begonnen hat und nach einem weitergehen wird. Jede Lektüre verändert nicht nur das Verständnis des Textes, sondern auch den Leser selbst. Ich erinnere mich an die erste Begegnung: wie die Worte fast körperlich auf mich wirkten, als wäre ich nicht nur Leser, sondern Beteiligter. Seitdem kehre ich zurück, und jedes Mal entdecke ich etwas Neues, eine Nebenfigur, ein Bild, eine kleine Beobachtung, die mir zuvor entgangen war. Es ist ein unerschöpfliches Werk, so wie auch die Geschichte unerschöpflich ist.
Am Ende, wenn Macondo ausgelöscht wird und die Prophezeiung in Melquíades’ Manuskript sich erfüllt, bleibt nicht Resignation, sondern ein seltsames Gefühl der Vollendung. Alles hat seinen Platz gefunden, alles war notwendig, so grausam es auch erschien. Es ist, als würde man die Schwerkraft spüren, die jede Geschichte früher oder später an ihren Endpunkt führt. Doch selbst in der Vernichtung klingt ein Triumph mit: die Sprache selbst hat überlebt. Das Erzählen hat gesiegt über das Vergessen.
Was bleibt, ist Dankbarkeit. Dankbarkeit, dass Márquez diese Welt erschaffen hat, dass wir sie betreten dürfen, dass wir sie in uns tragen können, auch wenn sie am Ende im Text zerstört wird. Dankbarkeit für eine Literatur, die nicht nur Kopf und Herz anspricht, sondern auch den Körper, die Sinne, die Erinnerung. Dieses Buch ist nicht nur eine Lektüre, es ist eine Erfahrung, eine Initiation, ein Erweckungsritual. Vielleicht ist es das, was große Literatur ausmacht: dass sie uns zeigt, wer wir sind, ohne uns zu erklären, sondern indem sie uns träumen lässt. Hundert Jahre Einsamkeit ist für mich die reinste Form dessen. Eine Geschichte, die im Wissenschaftlichen wie im Poetischen zugleich atmet, die Erkenntnis und Schönheit verschmilzt, die uns begreifen lässt, dass Realität und Fiktion keine Gegensätze sind, sondern zwei Namen für denselben Strom. Wer Macondo betreten hat, trägt es in sich, für immer.
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4/5
16.07.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Garcia Marquez war ein guter Beobachter...
Garcia Marquez war ein guter Beobachter und ein grandioser Erzähler. Viele seiner Geschichten stammen aus seiner Heimat und zeigen uns die Vielfältigkeit der menschlichen Seele.
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