»Hatte Gott sich überlegt: Ich schlage dich mit einem Gebrechen, das dich zum Außenseiter macht, und dann schaue ich tatenlos zu, wie die Menschen Schindluder mit dir treiben, um zu sehen, wie fest dein Glaube ist? Waren sie alle, die von der Insel entkommen waren, Hiobs Brüder?«
Er weiß nicht, wer er ist, und so nennen sie ihn Losian. Mit einer Handvoll anderer Jungen und Männer lebt er eingesperrt in einer verfallenen Inselfestung vor der Küste Yorkshires. Als eine Laune der Natur ihnen den Weg in die Freiheit öffnet, wagen sie die Flucht zurück aufs Festland. Ein Abenteuer beginnt und eine Suche - und Losian muss fürchten, dass er den grauenvollen Krieg verschuldet hat, unter dem ganz England leidet ...
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Spannende Geschichte über Außenseiter in einer mittelalterlichen Gesellschaft
Ich mag die neue Gestaltung des Buches ehrlich gesagt deutlich lieber als die ursprüngliche. Das liegt vor allem daran, dass sie nun deutlich besser zu den anderen Teilen der Reihe passt und dass es ein absolutes Schmuckstück im Regal ist.
Die Story hat mich auch dieses Mal wieder gereizt: Gegen seinen Willen wird Simon de Clare, Sohn einer angesehenen normannischen Familie, auf eine abgelegene Inselfestung abgeschoben und das nur weil er seit seiner Kindheit an der Fallsucht leidet. Zusammen mit anderen Ausgestoßenen, wie Losian, der sich weder an seinen Namen noch an sein Leben vor der Festung erinnern kann, Edmund, der sich für den verstorbenen Märtyrerkönig hält und dem Mörder Regy fristen sie ein Leben abseits der Gesellschaft, weil sie nicht zu den Kindern Gottes gehören. Doch dann eröffnet sich nach einem schweren Unwetter plötzlich ein Weg in die Freiheit. Unter der Führung von Losian, der unbedingt herausfinden will, wie sein Leben aussah, bevor er sein Gedächtnis verloren hat, machen sie sich auf den Weg durch England. Mitten im Bürgerkrieg versuchen sie ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, doch nicht für alle ist das möglich und als Losian mehr über sich herausfindet, ist er sich nicht sicher, ob er sich nicht besser nicht erinnert hätte.
Ich liebe den Schreibstil von Rebecca Gablé einfach. Sie hat eine unnachahmliche Art, mich in die Geschichte zu ziehen und mich für die Handlung zu begeistern, sodass ich nur so durch das Buch fliege und unbedingt mehr über den historischen Kontext wissen will.
Das liegt aber auch an den Charakteren, die ich wirklich schnell in mein Herz geschlossen habe. Bei Losian fiel mir das zu Beginn ein bisschen schwer, weil er ja selbst nicht wusste, wer er ist. Dadurch fiel es mir auch ein bisschen schwer, am Anfang eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Je mehr er sich aber für die anderen Menschen auf der Insel einsetzt, desto mehr habe ich ihn in mein Herz geschlossen. Ich mochte, dass er sich trotz aller Schwierigkeiten, besonders außerhalb der Insel, immer für seine ehemaligen Mitbewohner einsetzt. Dabei spielt es auch keine große Rolle, dass er ab einem gewissen Punkt nicht mehr wirklich einer von ihnen ist. Aber genau das war es, was dieses Buch so besonders macht. Es stehen hier vor allem Menschen im Mittelpunkt, die in vielen anderen historischen Romanen keinen Platz haben, weil sie auch in der mittelalterlichen Gesellschaft eher eine Außenseiterrolle einnehmen. Deswegen fand ich es so spannend zu sehen, wie verschiedene Behinderungen oder Krankheiten in diesem Buch behandelt werden. Natürlich ist klar, dass dies immer nur Beispiele sind und beispielsweise Oswald vielleicht unter anderen Umständen seine Kindheit gar nicht überlebt hätte oder sogar bewusst von seiner Familie als Baby sich selbst überlassen worden wäre, sobald aufgefallen wäre, dass er krank ist. Es wird immer wieder deutlich, dass er mit seinem schwachen Herzen bei Anstrengungen auch schon in der Kindheit ohne Weiteres hätte sterben können. Gerade deswegen fand ich es aber so spannend, wie unterschiedlich verschiedene Menschen damit umgehen und dass viele der Menschen auf der Insel eigentlich ein recht normales Leben hätten führen können, wenn klar gewesen wäre, was genau ihre Krankheit ist oder wie man damit hätte umgehen können. Das macht das ganze auch so tragisch, weil man heute vielen der Menschen hätte helfen können und sie vielleicht nicht einmal starke Beschwerden gehabt hätten, aber alleine durch den Glauben der Kirche, dass diese Menschen aus irgendwelchen Gründen bestraft werden und deswegen oft gar nicht nach Möglichkeiten gesucht wurde, ihnen zu helfen.
Das Setting gefiel mir ebenfalls wirklich gut, auch wenn das Buch wirklich umfangreich ist. Es passiert eben in der Zeit auch politisch so viel, dass es schwierig ist, alles in diesem Buch unterzubringen. Rebecca Gablé gelingt das aber doch wieder einmal recht gut. Ich fand die Zeit extrem spannend erzählt und auch wenn die Perspektive zunächst ungewöhnlich war, hat man dennoch viel über die Machtkämpfe und politische Verstrickungen in England erfährt. Dabei fand ich besonders den Anfang fast schon erfrischend anders, weil man die politischen Gegebenheiten anders als in ihren anderen Bücher eher am Rande mitbekommt. Vor allem Regy und Simon sind, weil sie aus einflussreichen Familien kommen, gut informiert, aber auf der Insel sind alle so isoliert, dass es eben keine Rolle spielt, ob gerade König Stephan oder Kaiserin Maud an der Macht sind. Selbst als sie von der Insel entkommen, ist das erst einmal kein zentrales Thema, vielmehr geht es darum, zu überleben und einen Platz zu finden, an dem sie alle sicher sind. Dadurch wird deutlich, wie austauschbar für viele Menschen die Herrschenden sind, wenn sie nicht unmittelbar im Kreise dieser handeln.
Alles in allem ist das Buch wieder einmal extrem gelungen, besonders weil die ungewöhnliche Perspektive, die Außenseiter in den Fokus rückt, einen neuen Zugang zur mittelalterlichen Geschichte schafft, die im Gedächtnis bleibt.
Bewertung
5/5
18.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erneut führt uns die Autorin ins...
Erneut führt uns die Autorin ins englische Mittelalter und sie macht es großartig! 60 Jahre nach den Ereignissen in "Das zweite Königreich" tobt in England ein Bürgerkrieg. Eine Gruppe Ausgestoßener trifft auf den zukünftigen Henry II., der sich verirrt hat und hilft ihm...
Bewertung
5/5
16.07.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mit der Helmsby-Familie lernen...
Mit der Helmsby-Familie lernen wir ein weiteres Rittergeschlecht aus der Feder Rebecca Gablès kennen. Und auch diese Romanreihe ist wieder spannend und unterhaltsam geschrieben, mit sympathischen Figuren, die uns ihre Welt auf besondere Art bekannt machen.
Bewertung
aus Berlin
5/5
31.12.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannend und unterhaltend
In meinen Augen der im positiven Sinne kurzweiligste und spannendste Roman von Rebecca Gablé. Die Charaktere waren so unterschiedlich und trotzdem konnte man mit allen auf die eine oder andere Art sympathisieren. Die Geschichte hätte gern noch länger gehen können. Ganz große Klasse und mal ein etwas anderer historischer Roman. Kann ich nur empfehlen.
Wuestentraum
5/5
18.11.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dies war mein erster historisc…
Dies war mein erster historischer Roman. Und mein erstes Buch von Rebecca Gablé. Mich hatten bisher die Bücher mit 900 oder mehr Seiten abgeschreckt, da ich nicht jeden Tag zum Lesen komme. Ich muss sagen, ich war begeistert. Ich habe die Seiten nur so verschlungen und habe mich nicht eine Seite beim Lesen gelangweilt sondern fieberte die ganze Zeit mit. Dies war mit Sicherheit nicht der letzte historische Roman, den ich von Rebecca Gablé gelesen habe. Jetzt bin ich auf den Geschmack historischer Romane gekommen. Ich kann dieses Buch nur jedem Leser empfehlen, auch denen, die bisher mit historischen Romanen nichts am Hut hatten.
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5/5
21.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Top Buch
Der zweite Band der Reihe beginnt etwa ein Jahrhundert später; erst allmählich entfaltet sich die Verbindung zum ersten Teil, beiläufiger, als es der Anfang vermuten lässt. Die Hauptfigur Losian bzw. Alan of Helmsby, kämpft im Bürgerkrieg an Mauds Seite, erleidet jedoch einen Gedächtnisverlust und wird auf eine Insel abgeschoben. Auch die Mitgefangenen sind Ausgestoßene, zusammen bilden sie eine Schicksalsgemeinschaft, die entfesselte Natur verhilft eines Tages zur Flucht. Unterwegs begegnet Losian seiner Herzensdame, einer Jüdin, die Heirat scheint unmöglich, doch das Paar gibt nicht auf. Verschüttete Erinnerungen machten Losian zum Heimatlosen. Mit wiedererlangten Wissen um seine Identität muss er seinen Besitz verteidigen. Ein spannungsvoller, historisch fundiert erzählter Mittelalterroman, großartig. Übrigens, Band drei liegt schon vor; ich bin gespannt darauf, ihn zu lesen!
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5/5
18.01.2011
eBook (ePUB)
Garantiert schlaflose Nächte!
Für mich das bisher beste Buch von Rebecca Gablé - und alle anderen sind bereits wunderbar gelungen.
Losians Geschichte, die Geschichte einer Wandlung - unglaublich spannend von der ersten Seite an!
Losian hat sein Gedächtnis verloren und fristet sein Dasein mit einer Gruppe Besessener und Ausgestoßener auf einer Insel ohne Hoffnung. Etwas frisst an ihm, er ahnt, daß in seiner Vergangenheit etwas geschah, das viele Menschen ins Unglück gestürzt hat...
Einigen der Ausgestoßenen gelingt die Flucht aufs Festland und Losian begibt sich auf die Such nach sich Selbst, lernt eine Frau kennen, die für ihn die Welt ist - und erfährt die Wahrheit.
Unbedingt lesenswert!!!!!
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5/5
25.10.2010
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Lesevergnügen besonderer Art
Rebecca Gable studierte Literaturwissenschaft, Sprachgeschichte und Mediävistik. Sie unterrichtete als Dozentin mittelalterliche englische Geschichte. Heute ist sie freischaffende Schriftstellerin. Alle ihre Romane spielen im englischen Mittelalter, sind gut recherchiert, informativ, farbenprächtig, mitreißend und bieten dem Leser literarische Qualität. Die alttestamentarische Geschichte von Hiob bildet den Hintergrund ihres Buches "Hiobs Brüder". Es erzählt die Geschichte einer Gruppe Ausgestoßener der englischen Gesellschaft im 12. Jahrhundert. Ihre Erzählweise wird zu einem Feuerwerk von Emotionen, Spannung. Sie erzählt von Leidenschaft, Macht und Menschlichkeit. Diese brilliante Erzählkunst läßt ihr Buch "Hiobs Brüder" zu einem unvergesslichen Leseerlebnis und spannenden Lesevergnügen werden. Dieses Buch begeistert! Einfach grossartig!
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5/5
21.10.2010
eBook (ePUB)
Wunderbarer historischer Roman!
Leider kein Waringham Roman, aber trotzdem sehr mitreißend und spannend geschrieben über ein für mich unbekanntes Thema. Im typischen Gable Stil, von allem etwas drin (Kämpfe, Verschwörung, Intrige, Hass und Liebe). Für Fans ein Muss und für alle anderen ein guter Einstieg ein Fan zu werden.
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5/5
03.11.2009
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hiobs Brüder
Ich gebe zu, ich bin Rebecca Gablé Fan. Und auch Ihr neuer Roman bestärkt mich darin, sie zu meinen Lieblingsautoren zu zählen. Die spannende Fortsetzung der Familiengeschichte, die in dem Titel "Das zweite Königreich" den Anfang nahm, hat mich wieder eine Nacht wachgehalten. Erneut ist ihr ein wirklich oppulenter, historischer Roman gelungen, der im mittelalterlichen England spielt.
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