Produktbild: Das Muschelessen

Das Muschelessen Erzählungen | Ein Klassiker der zeitgenössischen Literatur

7

12,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.04.2012

Verlag

Piper Taschenbuch

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

18,5/11,8/1,5 cm

Gewicht

126 g

Farbe

Altweiß / Anthrazit

Auflage

14. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-492-27400-5

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.04.2012

Verlag

Piper Taschenbuch

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

18,5/11,8/1,5 cm

Gewicht

126 g

Farbe

Altweiß / Anthrazit

Auflage

14. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-492-27400-5

Herstelleradresse

Piper Verlag GmbH
Georgenstr. 4
80799 München
DE

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  • Bewertung

    Book Circle Community

    5/5

    13.04.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Wenn die Tochter erzählt.

    Eine Mutter und ihre beiden Kinder, vermutlich schon (fast) erwachsen, warten zu Hause auf den Vater. Weil er befördert werden sollte, ist ein Festessen geplant: Das Muschelessen, das seit Beginn der Ehe von den Eltern gemeinsam zubereitet wird, als Symbol für Gemeinschaft und Familienidyll. Ein Ritual, das auf den ersten Seiten bereits unterbrochen wird, denn die Mutter übernimmt das aufwändige Putzen über der Badewanne alleine. Die Tochter ist die Erzählerin. Sie schildert uns den Hergang dieses aussergewöhnlichen Abends, als sie auf den Vater warteten, und gleichzeitig erfahren wir viel über die Familienverhältnisse. Es ist, als ob wir einem jungen Menschen zuhören, der nach Jahrzehnten des Sprachverbots und der Sprachlosigkeit endlich erzählen darf und nicht unterbrochen wird. Sie redet ohne Punkt und Komma - eigentlich mit sehr vielen Kommas, aber maximal einem Punkt pro Seite. Sie erzählt uns die Familiengeschichte, den Hergang des Abends und vieles über die Normen und Werte ihres Zuhauses. Alles, was sie so beschäftigt, sprudelt gewissermassen aus ihr heraus: die ideologischen Familienwerte, die Loyalität der Mutter, die Ungeduld des Vaters, das Schweigen, ihre eigene Verstocktheit, die Weichheit des Bruders und wie der Vater ein strenges Regime führte, was ihm alles zuwider war und viel über die Regeln, die sie nie richtig verstanden hatte. Ganz leise werden an diesem Abend nie dagewesene Banden geknüpft, die in eine subtile Verschwörung münden und die Autorität des Vaters untergraben. Der nur hundert Seiten lange Plot ist eindrücklich aufgebaut. Durch die persönliche Sicht und den scheinbar willkürlichen Erzählstil in Ich-Form, geht einem die Geschichte unter die Haut. Eine Charakterstudie, in der Sprache einer jungen Frau aus spannungsgeladenen Familienverhältnissen. (Erstmals erschienen 1990 und, aus meiner Sicht zu Recht, mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet).

  • Bewertung

    5/5

    20.01.2018

    Buch (Taschenbuch)

    Die perfekte Fassade

    Eigentlich soll die Rückkehr des Vaters mit einem ruhigen Muschelessen gefeiert werden. Eigentlich soll sich die Familie freuen und eigentlich soll alles ganz normal sein. Wie es sich in einer perfekten Familie gehört. Als die Stunden voran schreiten und der Vater immer noch nicht nach Hause kommt, bröckelt die Fassade. Denn eigentlich ist sich die Familie einig, dass sie genug hat von dem Patriarchen. Und ganz plötzlich rebelliert jeder auf seine Weise. Mitreißend und aufrüttelnd. Ein schlankes, aber gehaltvolles Buch.

  • Bewertung

    5/5

    10.08.2017

    Buch (Taschenbuch)

    Wenn sich plötzlich alles verändert.

    Die Familie wartet auf den Vater. Sie haben Miesmuscheln zubereitet, sein Leibgericht, nur für Ihn, alle anderen mögen keine Miesmuscheln. Die anderen ,das sind die beiden Kinder und seine Frau. Während es immer später wird, der Vater sich immer mehr verspätet, löst das Warten ein Gespräch über den Vater aus. Er ist ein Despot, ein Patriarch, und sie fragen sich immer mehr, ob sie überhaupt noch wünschen das er kommt. Lang verschüttetes kommt endlich einmal zur Sprache, man spricht sich frei, steigert sich in Unmut, Wut und Trotz. Großartig wie sich diese Geschichte entfaltet. Sie ist ehrlich, schwarz, bitter aber auch befreiend.

  • Helga Herzog

    aus Steyr

    5/5

    24.07.2012

    Buch (Taschenbuch)

    Sprachwitz und stilistische Eleganz

    Der ideologische Grundpfeiler des Bürgertums, die Familie, wandert in Vanderbekes Erzählung in Form eines Muschelessens in den Müll. Der patriarchische Vater erscheint nicht zur gewohnten Zeit und die heilige Idylle beginnt nach einigen Gläsern Wein zu bröckeln ...So entlarven sie den despoten Vater und der Patriarch wird gestürzt....Unbedingt lesen!!

  • Bories vom Berg

    aus München

    4/5

    04.03.2016

    Buch (Taschenbuch)

    Demontage einer verlogenen…

    Demontage einer verlogenen Idylle Gleich ihr Erstling «Das Muschelessen» hat Birgit Vanderbeke 1990 den Ingeborg-Bachmann-Preis eingebracht. Diese Erzählung ist bis heute ihr bekanntestes Werk geblieben und wird inzwischen auch als Schullektüre benutzt, nicht immer zur Freude der Schüler, wie man dem Internet entnehmen kann. In ihrer Geschichte finden sich einige Parallelen zur Vita der Autorin, obwohl sie jedwede biografische Ähnlichkeit natürlich verneint. Wer das Buch gelesen hat, weiß warum! Ich-Erzählerin ist die gerade volljährig gewordene Tochter eines Ehepaares, das aus der DDR nach Westdeutschland übergesiedelt war und sich dort zur Zeit des Wirtschaftswunders, verbissen und zielstrebig, ein neues Leben aufgebaut hat. Der Vater ist als Mathematiker in hervorgehobener Position tätig, die Mutter arbeitet als Lehrerin, der Bruder ist wie die Erzählerin noch Schüler. Die Handlung erstreckt sich zeitlich über knapp vier Stunden eines Abends, an dem es Muscheln geben soll, das Lieblingsessen des Vaters. Als der sonst überpünktliche Vater um 18 Uhr noch nicht eingetroffen ist, beginnen die Drei sich zögernd über die ekligen Miesmuscheln zu unterhalten, die außer dem Vater eigentlich niemand richtig mag in der Familie. Je später es wird, desto anklagender werden die Gespräche über den abwesenden Vater und dessen despotisches Gehabe, dem alle devot folgen müssen ohne aufzumucken, der penible Ordnung verlangt und immer das letzte Wort haben muss als Oberhaupt einer richtigen Familie, wie er es immer nennt. Eine inzwischen geöffnete Spätlese löst Allen die Zunge, die Anklagen gegen den Vater werden immer drastischer, auch die anfänglich noch zurückhaltende Mutter begehrt zunehmend auf gegen ihren Mann, ob es nun um die Finanzen geht oder das Konzertabonnement, das Urlaubsziel oder das strenge Reglement im Tagesablauf, vor allem aber seine Brutalität bei dem, was er die Erziehung seiner Kinder nennt, die in Wahrheit eher einer Dressur gleichkommt. Am Ende erwähnt die Mutter zum Schrecken der Kinder sogar die mythische Königstochter Medea, «Alle vergiften, und dann ist Ruhe» sagt sie. Als um Viertel vor zehn schließlich das Telefon klingelt, geht die Mutter nicht ran, schüttet die inzwischen schlecht gewordenen Muscheln in den Mülleimer und sagt zum Sohn: «Würdest du bitte den Müll runter tragen». Mit diesem symbolträchtigen Satz endet die Erzählung. In weiten Teilen wird die Geschichte in Form des Bewusstseinsstroms erzählt, ohne Absatz und ohne direkte Rede geschrieben, in langen, hypotaktischen Satzkonstruktionen mit einer sehr naiv wirkenden Sprache. Gleichwohl werden damit unterschwellig viele Assoziationen ausgelöst, werden immer wieder wie unbeabsichtigt versuchsballonartig Stichwörter eingeschoben, die im Folgenden dann doch noch ausführlich thematisiert werden. Verdi, um ein Beispiel zu nennen, von dem der Vater jeden Sonntagvormittag eine Platte anhört, wobei er die Kinder zwingt, dabei zu sitzen. Und «wenn dieser Verdi im Wohnzimmer alle war», ist die Mutter aus der Küche gekommen und hat «gleich gelüftet, um den Troubadour rauszulassen», jene, wie sie - schon leicht beschwipst - an diesem Abend erstmals mutig sagt, «akustische Wohnzimmerpest». Man hat also reichlich Grund zum Schmunzeln, es gibt aber auch genügend Möglichkeiten zu ernsthaften Interpretationen dieser gnadenlos demaskierten Familienidylle, die vor allem das damals gängige, patriarchalische Rollenklischee auf beschämende Weise als Terror und Unterdrückung bloßstellt. Soziologisch gesehen ein Abgesang auf eine gottlob überholte familiäre Rollenverteilung, der mir literarisch als sehr gelungen erscheint, weil hier in einer angenehm leichtfüßigen Form erzählt wird, die ganz ohne Pathos und erhobenen Zeigefinger auskommt. Durch diesen Mix ist die Erzählung sogar für Leute wie mich erfreulich zu lesen, die Miesmuscheln ebenso eklig finden wie diese bedauernswerte Familie, mit der sie zwei bis drei vergnügliche Lesestunden verbringen durften.

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Bewertungen (7)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Bianca Werner

    Bianca Werner

    Thalia Göttingen – Kauf Park

    Buchhändler*in

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    5/5

    27.05.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Eine Erzählung, die gefühlt aus...

    Eine Erzählung, die gefühlt aus nur einem einzigen langen Satz besteht und vermutlich gerade darum so eindringlich ist. Das Bild der Familie wackelt gehörig, weil der Patriarch nicht pünktlich beim Abendessen erscheint. Die Gedanken fließen und sind nicht mehr aufzuhalten.
  • Zum Bewerterprofil von P. Meyer

    P. Meyer

    Thalia Flensburg

    Buchhändler*in

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    4/5

    10.09.2025

    Interessanter Einblick in das Leben mit einem gewalttätigen Elternteil

    Die Erzählerin sitz mit ihrer Mutter und ihrem Bruder am Essenstisch und warten auf den Vater. Die Mutter hatte bereits den großen Topf voll Muscheln für das Essen vorbereitet, was ganz schön viel Arbeit gewesen ist. Doch als sie da so sitzen und warten merken sie, dass der Vater sich verspätet. Und je länger es dauert, desto offener sprechen die drei miteinander. Durch dieses Gespräch lernt man viel über die Familie und den Vater. Dabei wartet man die ganze Zeit darauf, dass der Vater zurückkommt und die gefundene Nähe zu Bruch geht. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass der Schreibstil an manchen Stellen doch echt nervtötend wird. Die Sätze sind unglaublich lang, was ja tendentiell nicht einmal unbedingt schlecht ist, aber auf Dauer wird es dann doch nervig.
  • Zum Bewerterprofil von V. Harings

    V. Harings

    Thalia Zentrale

    Buchhändler*in

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    4/5

    28.04.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Ein Despot der lange den Alltag...

    Ein Despot der lange den Alltag seiner Familie bestimmt hat und die anderen sich langsam zugestehen, was sie wirklich wollen. Ein schwieriges Buch mit langen Schachtelsätzen, viel Wut, Bitterkeit und der langersehnten Befreiung.
  • Zum Bewerterprofil von M. Dupré

    M. Dupré

    Thalia Trier – Trier-Galerie

    Buchhändler*in

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    3/5

    08.05.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Ein intensiver Roman über eine...

    Ein intensiver Roman über eine Familie, deren Risse im Fundament ganz kurz vor dem Bersten sind. Dieser Roman dürfte keinen kaltlassen, allerdings habe ich die Aneinanderreihung von durch Komma getrennten Endlossätzen häufig als sehr anstrengend empfunden..

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