Metastasen

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Ein Kronzeuge der `Ndrangheta enthüllt die Geheimnisse des größten Familienunternehmens der Welt

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Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.08.2011

Verlag

Ecowing

Seitenzahl

280

Maße (L/B/H)

21,8/15,6/3 cm

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.08.2011

Verlag

Ecowing

Seitenzahl

280

Maße (L/B/H)

21,8/15,6/3 cm

Gewicht

516 g

Auflage

2. Auflage

Übersetzt von

Elisabeth Liebl

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7110-0011-8

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Das größte Verbrechersyndikat Italiens

Thomas Fritzenwallner aus Wiener Neustadt am 15.03.2012

Bewertungsnummer: 771493

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Sie gilt als eine der mächtigsten aller Mafia-Ableger: die 'Ndrangheta. Ursprünglich in den Bergregionen Kalabriens beheimatet, soll sich das Verbrecher-Kartell schon längst in den Wirtschaftsmetropolen Italiens breit gemacht haben. Zu seinen wichtigsten Einnahmequellen zählen Erpressung, Waffenhandel und Drogenschmuggel. Als Spezialgebiet der 'Ndrangheta gilt der Handel mit Kokain. Immer öfter aber haben die kalabrischen Mafiosi auch bei seriösen Geschäften ihre Hände im Spiel, sagt Buchautor Gianluigi Nuzzi: "Das Geld wird in verschiedenen Wirtschaftszweigen gewaschen, vor allem am Immobilienmarkt. Investiert wird aber auch in Geschäfte, Restaurants, Discotheken. Die 'Ndrangheta ist außerdem in der Zementverarbeitungsbranche und im Bauwesen tätig. Aber wir haben auch Tätigkeiten auf einem ganz anderen Niveau, etwa den internationalen Aktienmärkten. Internationale Institutionen wie Weltbank und Internationaler Währungsfonds schätzen, dass vier bis fünf Prozent aller Aktivitäten auf dem Finanzmarkt niemandem zuzuordnen sind. In Italien geht man davon aus, dass die Geschäftstätigkeit der 'Ndrangheta und der sizilianischen Cosa Nostra gemeinsam inzwischen schon einige Prozentpunkte des Bruttoinlandsproduktes ausmachen." Die 'Ndrangheta stellt heute eine wahre Wirtschaftsmacht dar. Auf bis zu 70 Milliarden Euro schätzt Gianluigi Nuzzi den jährlichen Umsatz des Mafia-Kartells. Trotz der Machtfülle in norditalienischen Metropolen wie etwa Mailand wurde der Einfluss der kalabrischen Mafia dort lange Zeit unterschätzt. "Die 'Ndrangheta hat nie die gleiche Aufmerksamkeit erfahren wie die Cosa Nostra", sagt Nuzzi. "Das liegt vor allem daran, dass die Aktivitäten der 'Ndrangheta nie so sichtbar waren. Ich denke da jetzt an Attentate, an die Ermordung von Richtern und Staatsanwälten, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er, 90er Jahre auf Sizilien hatten." So konnte die 'Ndrangheta im Schatten der sizilianischen Cosa Nostra und der Camorra, der neapolitanischen Mafia, zum größten Verbrechersyndikat Italiens wachsen. Anders als die bekannteren Mafia-Organisationen beruht die 'Ndrangheta vor allem auf Blutsverwandtschaft - Schweigen ist die oberste Pflicht und Aussteiger, die sich der Polizei als Kronzeugen zur Verfügung stellen, gibt es so gut wie keine. Mittlerweile agiert die 'Ndrangheta weit über die Grenzen Italiens hinaus. In der deutschen Übersetzung von "Metastasi" ist deshalb ein Kapitel den Machenschaften der 'Ndrangheta in Deutschland, der Schweiz und Österreich gewidmet. In ihm beschreibt der deutsche Mafia-Experte und "Spiegel"-Redakteur Andreas Ulrich eindringlich, wie unbehelligt sich die Mafia außerhalb Italiens bewegen kann. Gerade Wien gilt als einer der wichtigsten Knotenpunkte des Waffenhandels, sagt Gianluigi Nuzzi: "Österreich und gerade Wien haben eine geografisch sehr günstige Position, wo sich die Interessen von Käufern und Verkäufern treffen. Die Verkäufer sind diejenigen, die Zugang haben zu den Waffen des ehemaligen Warschauer Paktes. Mehr kann ich dazu nicht sagen, denn es bezieht sich auf laufende Ermittlungen. Um nochmals auf Österreich zurückzukommen: hier gilt nach wie vor das Bankgeheimnis. Einige Gesetze wurden schon reformiert, aber wir sehen aus allen Untersuchungen, dass hier Geldwäsche im größeren Umfang betrieben wird." Gianluigi Nuzzi gilt als akribischer Rechercheur. "Metastasen" darf also als harte Faktensammlung gelten. Das Buch ist eine spannende Mischung aus persönlichen Erlebnisberichten des Kronzeugen Di Bella und etwas reißerisch präsentierten Hintergrundinformationen. Beim Lesen also, wenn nötig, Beruhigungsmittel nicht vergessen ...
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Das größte Verbrechersyndikat Italiens

Thomas Fritzenwallner aus Wiener Neustadt am 15.03.2012
Bewertungsnummer: 771493
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Sie gilt als eine der mächtigsten aller Mafia-Ableger: die 'Ndrangheta. Ursprünglich in den Bergregionen Kalabriens beheimatet, soll sich das Verbrecher-Kartell schon längst in den Wirtschaftsmetropolen Italiens breit gemacht haben. Zu seinen wichtigsten Einnahmequellen zählen Erpressung, Waffenhandel und Drogenschmuggel. Als Spezialgebiet der 'Ndrangheta gilt der Handel mit Kokain. Immer öfter aber haben die kalabrischen Mafiosi auch bei seriösen Geschäften ihre Hände im Spiel, sagt Buchautor Gianluigi Nuzzi: "Das Geld wird in verschiedenen Wirtschaftszweigen gewaschen, vor allem am Immobilienmarkt. Investiert wird aber auch in Geschäfte, Restaurants, Discotheken. Die 'Ndrangheta ist außerdem in der Zementverarbeitungsbranche und im Bauwesen tätig. Aber wir haben auch Tätigkeiten auf einem ganz anderen Niveau, etwa den internationalen Aktienmärkten. Internationale Institutionen wie Weltbank und Internationaler Währungsfonds schätzen, dass vier bis fünf Prozent aller Aktivitäten auf dem Finanzmarkt niemandem zuzuordnen sind. In Italien geht man davon aus, dass die Geschäftstätigkeit der 'Ndrangheta und der sizilianischen Cosa Nostra gemeinsam inzwischen schon einige Prozentpunkte des Bruttoinlandsproduktes ausmachen." Die 'Ndrangheta stellt heute eine wahre Wirtschaftsmacht dar. Auf bis zu 70 Milliarden Euro schätzt Gianluigi Nuzzi den jährlichen Umsatz des Mafia-Kartells. Trotz der Machtfülle in norditalienischen Metropolen wie etwa Mailand wurde der Einfluss der kalabrischen Mafia dort lange Zeit unterschätzt. "Die 'Ndrangheta hat nie die gleiche Aufmerksamkeit erfahren wie die Cosa Nostra", sagt Nuzzi. "Das liegt vor allem daran, dass die Aktivitäten der 'Ndrangheta nie so sichtbar waren. Ich denke da jetzt an Attentate, an die Ermordung von Richtern und Staatsanwälten, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er, 90er Jahre auf Sizilien hatten." So konnte die 'Ndrangheta im Schatten der sizilianischen Cosa Nostra und der Camorra, der neapolitanischen Mafia, zum größten Verbrechersyndikat Italiens wachsen. Anders als die bekannteren Mafia-Organisationen beruht die 'Ndrangheta vor allem auf Blutsverwandtschaft - Schweigen ist die oberste Pflicht und Aussteiger, die sich der Polizei als Kronzeugen zur Verfügung stellen, gibt es so gut wie keine. Mittlerweile agiert die 'Ndrangheta weit über die Grenzen Italiens hinaus. In der deutschen Übersetzung von "Metastasi" ist deshalb ein Kapitel den Machenschaften der 'Ndrangheta in Deutschland, der Schweiz und Österreich gewidmet. In ihm beschreibt der deutsche Mafia-Experte und "Spiegel"-Redakteur Andreas Ulrich eindringlich, wie unbehelligt sich die Mafia außerhalb Italiens bewegen kann. Gerade Wien gilt als einer der wichtigsten Knotenpunkte des Waffenhandels, sagt Gianluigi Nuzzi: "Österreich und gerade Wien haben eine geografisch sehr günstige Position, wo sich die Interessen von Käufern und Verkäufern treffen. Die Verkäufer sind diejenigen, die Zugang haben zu den Waffen des ehemaligen Warschauer Paktes. Mehr kann ich dazu nicht sagen, denn es bezieht sich auf laufende Ermittlungen. Um nochmals auf Österreich zurückzukommen: hier gilt nach wie vor das Bankgeheimnis. Einige Gesetze wurden schon reformiert, aber wir sehen aus allen Untersuchungen, dass hier Geldwäsche im größeren Umfang betrieben wird." Gianluigi Nuzzi gilt als akribischer Rechercheur. "Metastasen" darf also als harte Faktensammlung gelten. Das Buch ist eine spannende Mischung aus persönlichen Erlebnisberichten des Kronzeugen Di Bella und etwas reißerisch präsentierten Hintergrundinformationen. Beim Lesen also, wenn nötig, Beruhigungsmittel nicht vergessen ...

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von Gianluigi Nuzzi, Claudio Antonelli, Andreas Ulrich

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