Die Frage nach dem Sinn des Lebens hat Janwillem van de Wetering nie losgelassen. Auf seiner Suche begegnet er ehemaligen Klosterschülern, machthungrigen Zen-Meistern, enttäuschten Anhängern oder einem alkoholabhängigen tibetischen Rimpoche.
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Buddhistisches Klosterkrimi
Rodrigo Frez-Hidalgo aus Wien am 12.01.2013
Bewertungsnummer: 799278
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich fand dieses Buch ganz besonders anregend, da es eine Entmystifizierung der buddhistischen Welt vornimmt, die durchwegs notwendig ist, um die Materie enrshaft durcharbeiten und sogar leben zu können. Janwillem Van de Wetering erschafft auf Basis persönlicher Erfahrungen mit buddhistischen Klöstern, eine spannende Krimiumgebung, in der die einzelnen Charakter eher wie Herdentiere wirken, als wie buddhistische Lämmer. Die negativen Eigenschaften des Menschen wird man letztendlich überall wiederfinden, ganz gleich in welcher Umgebung. Für mich war dieses Buch gerade von besonderer Bedeutung, da ich es ungefähr zur selben Zeit las, als ich an einer 12-tägigen buddhistischen Einweihung, die durch Seine Heiligkeit den XIV Dalai Lama abgehalten wurde, teilnahm, in der mir all die negativen Eigenschaften des Menschen beim Anstellen, Drängen und Vordrängen, beim Nichtrespektieren des Nachbarplatzes, beim unbefangenen Umgang mit Mist usw. auffielen. Obwohl die Initiation für mich persönlich sehr wichtig war, war es nicht das selbe Gefühl von Einheit und Frieden, dass ich beispielsweise bei einer chrsitlichen Wallfahrt hatte. Fazit : Buddhisten und jene, die es werden wollen, sind natürlich auch nur Menschen. Allein der Anspruch nach Reife und Befreiung reicht nicht aus, um vor all den Fehlern gefeit zu sein, die dem Menschen nachhängen. Van de Wetering, der sonst eher Krimischriftsteller ist, verbindet hier sein Verständnis über "die Suche nach der buddhistischen Selbsterkenntnis" mit seiner Kriminalfeder und schafft damit ein spirituelles Buch ohne spirituellen Anspruch.
Meinung aus der Buchhandlung
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Nachdem er uns in »Der leere Spiegel« von seinem Aufenthalt in einem japanischen Zen-Kloster berichtet hat, schildert Janwillem van de Wetering in »Reine Leere« die Jahre und Jahrzehnte nach dieser prägenden Erfahrung. Was bleibt außerhalb der Klostermauern von den buddhistischen Lehren übrig, was überträgt sich in den Alltag und wie verändert sich der Blick auf die Welt, wenn Nicht-Sein zum Ziel des Lebens wird? Anekdotenhaft rekapituliert der Autor seine Sinnsuche in einer literarischen Collage, die Begegnungen und prägende Momente zusammenfasst. Zu diesen gehören reinkarnierte Buddhas, die sich im Rotlichtviertel in Amsterdam herumtreiben und alkoholkranke Heilige, die Selbstmord begehen. Wie passt das zusammen, fragt man sich beim Lesen und wiederholt damit die Frage, die sich der Autor Zeit seines Lebens selbst gestellt hat. Letzteren dabei zu begleiten, wie er zwischen all diesen Widersprüchen seinen Weg geht und an vermeintlichen Unvereinbarkeiten seinen eigenen Glauben schleift, ist fernab von religiöser Ideologie ein erhellendes Leseerlebnis. Janwillem zeigt uns, dass auch Heilige nur Menschen sind und dass die wertvollsten Lektionen im Leben in völlig verqueren Momenten stecken können.
Janwillem van de Weterings letztes und bestes Zen-Buch. Kurzum, ein Meisterwerk!
Wie schon in "Der leere Spiegel" und "Ein Blick ins Nichts" versammelt van de Wetering auch in diesem Spätwerk selbst Erlebtes aus seiner aktiven Zen-Zeit, Zen-Anekdoten und erzählt überhaupt viele düstere, merkwürdige und unerhörte Dinge aus einer ansonsten eher abgekapselten Welt.
Nicht nur informativ, sondern kurzweilig - ja spannend, voller interessanter Begebenheiten, Geschichten, Begegnungen und philosophischer Diskurse. Das alles dargeboten im lockeren Plauderton, wunderbar geerdet und - Buddha sei Dank - völlig respektlos.
Das eigentlich Schöne aber sind die vielen skurrilen und manchmal etwas verrückten Figuren, die das Buch bevölkern; wobei man den sturen und knorrig-verschrobenen Autor natürlich zu diesen seltsamen Persönlichkeiten auf jeden Fall dazuzählen muss.
Hauptthema Van de Weterings ist die allgegenwärtige Verblendung, auch die eigene! Was mitunter sehr lustig ist. Wer also keinerlei Sinn für Humor hat, von dem er weiß, für den ist dieses Buch nicht das richtige.
Mitunter ist man als Leser aber auch einfach nur schockiert, wenn man z.Bsp. von einem todunglücklichen, alten Zen-Meister liest, der sich quasi vor den Augen seiner Schüler erhängt; oder von einem saufenden, geilen tibetischen `Rimpoche`(ein tibetischer Heiliger), der allen Frauen nachstellt, wenn er betrunken ist und seinen Schüler ohne einen Cent in Indien zurückläßt, weil der gewagt hat, ihn zu kritisieren.
Daneben erhält man noch etwas Nachhilfe in Sachen KOAN-Arbeit. U. U. nützlich, auf jeden Fall lehrreich.
Der grandiose Autor fehlt der spirituellen Szene schon jetzt. Außer ihm kenne ich jedenfalls niemanden, der so schonungslos wie er die spirituelle Szene seziert und entlarvt, weswegen er bei manchen Zenschülern eine Art "dunklen" Ruf genießt.
Ein Buch für die Fußgänger zur Erleuchtung und natürlich für altgediente bzw. frustrierte Zen-Schüler und solche die es werden wollen! (Monkey: "Ich zeige Dir eine Falle und Du fällst hinein!")
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