Der Vater eines Mörders
Band 23608

Der Vater eines Mörders

Eine Schulgeschichte

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Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

26.06.2012

Verlag

Diogenes

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Erscheinungsdatum

26.06.2012

Verlag

Diogenes

Seitenzahl

96 (Printausgabe)

Dateigröße

1488 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783257600803

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Der Vater...

Zitronenblau am 21.09.2010

Bewertungsnummer: 682850

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Andersch' kleine Erzählung "Der Vater eines Mörders" ist autobiographisch gefärbt, denn der Erzähler Franz Kien ist Andersch selbst. Kien beschreibt die Momente einer Griechischstunde, in der der Direktor (der Rex) der Schule eintritt und die Schüler belehrt, d.h. bloßstellt, schikaniert und demütigt. Der Direktor ist der Vater von Heinrich Himmler. Was will Andersch also sagen? Will er etwas erklären, etwas verstehen? Ist diese kleine Stunde eine Mikrostudie über ein autoritäres Erziehungssystem - hier in Koinzidenz des schulischen Pädagogen und väterlichen Erziehers Himmlers -, die danach sucht, die Frage nach Mit-Verantwortlichkeit, Mit-Schuld oder Mit-Ursächlichkeit zu beantworten? Kaum... Der autobiographische Auszug ist kein Versuch eines Psychogramms des Vaters, er ist keine Analyse einer Repräsentation des Systems. Denn der kleine Franz beschreibt aus seinen Kinderaugen heraus. Es wird etwas wahrgenommen, aber die Evokation dieser Wahrnehmung mangelt an Tiefgründigkeit, folgerecht an den Konsequenzen. Aber kommen wir auf den Pfad des Verstehens?, den Pfad des Erklärens?, des Deutens? Vater Himmler bleibt in meinen Augen eine mystifiziert-diffuse Gestalt, eine Figur, die irgendwie mit ihrem Sohn zusammenhängt. Die Erzählung jedoch taugt nicht als Modell. Sie ist nur eine Erinnerung des Schriftstellers...
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Der Vater...

Zitronenblau am 21.09.2010
Bewertungsnummer: 682850
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Andersch' kleine Erzählung "Der Vater eines Mörders" ist autobiographisch gefärbt, denn der Erzähler Franz Kien ist Andersch selbst. Kien beschreibt die Momente einer Griechischstunde, in der der Direktor (der Rex) der Schule eintritt und die Schüler belehrt, d.h. bloßstellt, schikaniert und demütigt. Der Direktor ist der Vater von Heinrich Himmler. Was will Andersch also sagen? Will er etwas erklären, etwas verstehen? Ist diese kleine Stunde eine Mikrostudie über ein autoritäres Erziehungssystem - hier in Koinzidenz des schulischen Pädagogen und väterlichen Erziehers Himmlers -, die danach sucht, die Frage nach Mit-Verantwortlichkeit, Mit-Schuld oder Mit-Ursächlichkeit zu beantworten? Kaum... Der autobiographische Auszug ist kein Versuch eines Psychogramms des Vaters, er ist keine Analyse einer Repräsentation des Systems. Denn der kleine Franz beschreibt aus seinen Kinderaugen heraus. Es wird etwas wahrgenommen, aber die Evokation dieser Wahrnehmung mangelt an Tiefgründigkeit, folgerecht an den Konsequenzen. Aber kommen wir auf den Pfad des Verstehens?, den Pfad des Erklärens?, des Deutens? Vater Himmler bleibt in meinen Augen eine mystifiziert-diffuse Gestalt, eine Figur, die irgendwie mit ihrem Sohn zusammenhängt. Die Erzählung jedoch taugt nicht als Modell. Sie ist nur eine Erinnerung des Schriftstellers...

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von Alfred Andersch

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Theresa Schuck

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4/5

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Eine kurze aber anspruchsvolle Lektüre mit einem schönen Einblick in die Vergangenheit. Mir hat das Lesen Spaß gemacht, auch wenn es sehr anstrengend war. Alfred Andersch war Mitglied der Gruppe 47. Die Lektüre lohnt sich!
4/5

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Eine kurze aber anspruchsvolle Lektüre mit einem schönen Einblick in die Vergangenheit. Mir hat das Lesen Spaß gemacht, auch wenn es sehr anstrengend war. Alfred Andersch war Mitglied der Gruppe 47. Die Lektüre lohnt sich!

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