Der Vater eines Mörders
Band 23608
detebe Band 23608

Der Vater eines Mörders

Eine Schulgeschichte

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Der Vater eines Mörders

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Beschreibung

In seinem letzten vollendeten Werk, 1980 postum erschienen, kehrt Alfred Andersch in seine Jugend zurück. München, Mai 1928. Der Schüler Franz Kien erleidet eine Unterrichtsstunde bei Herrn Himmler, Direktor des Wittelsbacher Gymnasiums, Altphilologe, großbürgerlicher Katholik und Vater des späteren Reichsführers der SS. Im Nachwort stellt der Autor die Frage: »Schützt Humanismus denn vor gar nichts?«

Alfred Andersch, geboren 1914 in München, wurde 1933 wegen seiner politischen Aktivität im Kommunistischen Jugendverband im KZ Dachau interniert. Nach seiner Desertion aus der Wehrmacht 1944 verbrachte er über ein Jahr in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Zurück in Deutschland,
arbeitete er als Journalist und Publizist, namentlich beim Radio. Andersch zählt zu den bedeutendsten Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur, seine Bücher sind längst Schullektüre. Er starb 1980 in Berzona/Tessin.

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

26.09.2006

Verlag

Diogenes

Seitenzahl

96

Maße (L/B/H)

18/11,1/1 cm

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

26.09.2006

Verlag

Diogenes

Seitenzahl

96

Maße (L/B/H)

18/11,1/1 cm

Gewicht

106 g

Auflage

12. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-257-23608-8

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Der Vater...

Zitronenblau am 21.09.2010

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Andersch' kleine Erzählung "Der Vater eines Mörders" ist autobiographisch gefärbt, denn der Erzähler Franz Kien ist Andersch selbst. Kien beschreibt die Momente einer Griechischstunde, in der der Direktor (der Rex) der Schule eintritt und die Schüler belehrt, d.h. bloßstellt, schikaniert und demütigt. Der Direktor ist der Vater von Heinrich Himmler. Was will Andersch also sagen? Will er etwas erklären, etwas verstehen? Ist diese kleine Stunde eine Mikrostudie über ein autoritäres Erziehungssystem - hier in Koinzidenz des schulischen Pädagogen und väterlichen Erziehers Himmlers -, die danach sucht, die Frage nach Mit-Verantwortlichkeit, Mit-Schuld oder Mit-Ursächlichkeit zu beantworten? Kaum... Der autobiographische Auszug ist kein Versuch eines Psychogramms des Vaters, er ist keine Analyse einer Repräsentation des Systems. Denn der kleine Franz beschreibt aus seinen Kinderaugen heraus. Es wird etwas wahrgenommen, aber die Evokation dieser Wahrnehmung mangelt an Tiefgründigkeit, folgerecht an den Konsequenzen. Aber kommen wir auf den Pfad des Verstehens?, den Pfad des Erklärens?, des Deutens? Vater Himmler bleibt in meinen Augen eine mystifiziert-diffuse Gestalt, eine Figur, die irgendwie mit ihrem Sohn zusammenhängt. Die Erzählung jedoch taugt nicht als Modell. Sie ist nur eine Erinnerung des Schriftstellers...

Der Vater...

Zitronenblau am 21.09.2010
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Andersch' kleine Erzählung "Der Vater eines Mörders" ist autobiographisch gefärbt, denn der Erzähler Franz Kien ist Andersch selbst. Kien beschreibt die Momente einer Griechischstunde, in der der Direktor (der Rex) der Schule eintritt und die Schüler belehrt, d.h. bloßstellt, schikaniert und demütigt. Der Direktor ist der Vater von Heinrich Himmler. Was will Andersch also sagen? Will er etwas erklären, etwas verstehen? Ist diese kleine Stunde eine Mikrostudie über ein autoritäres Erziehungssystem - hier in Koinzidenz des schulischen Pädagogen und väterlichen Erziehers Himmlers -, die danach sucht, die Frage nach Mit-Verantwortlichkeit, Mit-Schuld oder Mit-Ursächlichkeit zu beantworten? Kaum... Der autobiographische Auszug ist kein Versuch eines Psychogramms des Vaters, er ist keine Analyse einer Repräsentation des Systems. Denn der kleine Franz beschreibt aus seinen Kinderaugen heraus. Es wird etwas wahrgenommen, aber die Evokation dieser Wahrnehmung mangelt an Tiefgründigkeit, folgerecht an den Konsequenzen. Aber kommen wir auf den Pfad des Verstehens?, den Pfad des Erklärens?, des Deutens? Vater Himmler bleibt in meinen Augen eine mystifiziert-diffuse Gestalt, eine Figur, die irgendwie mit ihrem Sohn zusammenhängt. Die Erzählung jedoch taugt nicht als Modell. Sie ist nur eine Erinnerung des Schriftstellers...

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von Alfred Andersch

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