Das 19. Jahrhundert ist eine Zeit großer Umwälzungen. Während Müllerstochter Martha, die Hauptfigur dieses historischen Romans, noch ganz verwurzelt ist in der Lebensordnung der Dörfer und Zünfte, wird ihr Sohn Albert hineingerissen in den Strudel der aufkommenden Industrialisierung. Er erlebt den sozialen Absturz der Wandergesellen und das Elend der ersten Fabrikarbeiter, aber auch die Faszination der neuen Technik und der Möglichkeiten, die sie bietet. Es ist historisch verbürgt, dass einigen wenigen Handwerksgesellen der Aufstieg gelungen ist in die neue Klasse der Fabrikbesitzer. Alfred versucht mit allen Mitteln, zu ihnen zu gehören.
Kundinnen und Kunden meinen
3.0/5.0
Kerstin1975
aus Crailsheim
3/5
15.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
eher Durchschnitt
Buchinhalt:
Der Roman schildert im ausgehenden 19. Jahrhundert die Familiengeschichte der jungen Müllerstochter Martha, ihre Heirat mit dem fahrenden Hausierer Jakob, einem Habenichts, sowie denen gemeinsamen Sohn Alfred vor der historischen Kulisse der beginnenden Industrialisierung.
Während Martha mit 17 Jahren schon Witwe wird und sich und ihr Kind mehr schlecht als recht durchbringt Hungersnöte und Missernten lassen der kleinen Familie kaum das Nötigste hat es der heranwachsende Alfred wesentlich leichter: mit Beginn der Industrialisierung will der junge Mann teilhaben am Fortschritt und schafft das auch; später heiratet er die Bürgerstochter Clara, die so ganz anders gestrickt ist, als die hart arbeitende Martha. Tradition und Fortschritt prallen aufeinander, nicht nur innerhalb der Familie
Persönlicher Eindruck:
Der Roman an sich zeichnet ein anschauliches Bild des Lebens im ausgehenden 19. Jahrhundert. Der Schauplatz ist Marburg, doch das ist mehr oder minder unerheblich, denn genauso hätte es sich auch an jedem anderen Ort in Europa abspielen können. Ein anfangs sehr angenehmer, ja fast märchenhafter Erzählstil versetzt den Leser augenblicklich in die damalige Welt. Doch mit der Zeit empfand ich den Stil dann immer mehr einlullend und so mußte ich sehr aufpassen, dass ich beim Lesen nicht mit den Gedanken abschweife.
Die Geschichte kommt mit relativ wenigen Figuren aus und aufgrund des eher biographischen Stils war mehr auch nicht nötig. Martha als Protagonistin war meist nachvollziehbar und auch sehr plastisch, wohingegen Sohn Alfred eher negativ behaftet war. Ich konnte mich den ganzen Roman über nicht wirklich mit ihm anfreunden.
Was ich allerdings sagen muß: besagter Füchsin wurde durch Titel und Cover eine Rolle zuteil, die sie absolut nicht hatte. Dass Martha immer wieder mit einer Füchsin kommuniziert, war meines Erachtens absolut nebensächlich. Ich hatte einfach erwartet, dass es mehr um die Füchsin geht ja, dass sie mehr oder minder im Mittelpunkt steht. Dem war nicht so, das hat mich enttäuscht. Denn wer Titel und Cover sieht und keinen größeren Einblick in das Buch hat, als die Leseprobe, der geht von gänzlich anderen Voraussetzungen aus. Am meisten von der Füchsin gibts auf dem Cover, innen muß man sie leider (oft vergeblich) suchen.
Im Großen und Ganzen fand ich den Roman ganz nett, aber man muß ihn nicht unbedingt gelesen haben.
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