Als Michael Emge ins KZ kam, war er noch ein Kind. Ein Kind ist auch die Ausnahmegeigerin Judith, als sie mit elf Jahren auf YouTube die Titelmelodie zu Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste" findet. Sie beginnt, sich für die Geschichte des Holocaust und seiner Überlebenden zu interessieren. Eines Tages treffen sich Judith und Herr Emge, der als einziges Kind auf der Liste Oskar Schindlers stand und einst selbst Violine spielte. Diese Begegnung wird beide verändern.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Hopeandlive
5/5
27.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Die Liebe zur Musik
"Gott ist Musik. Das fühlst du in schlechten Zeiten, besonders, wenn du leidest."
Dieses Zitat zu Beginn dieser bewegenden wahren Geschichte, die den Leser sprachlos, traurig, entsetzt, wütend und doch mit leiser Hoffnung erfüllt, können wohl musikalische Menschen noch wesentlich mehr nachvollziehen und bejahen.
Wir begegnen der jungen Judith, 11 Jahre, die schon mit drei Jahren wusste, sie will Geige lernen und spielen, ein wahres Ausnahmetalent und einer sehr musikalischen Familie im Hintergrund. Sie will oft Stücke spielen, für die sie noch zu jung ist und noch zu wenig Technik hat, doch Judith will vor allem die Musik fühlen, die Geschichte, die dahinter steht. So begegnet sie auf Youtube dem jüdischen Geiger Itzhak Perlmann und ist in ihrem Herzen tief bewegt von seinem Spiel, um diese wundervollen Musikstücke spielen zu können, will sie mehr über seine Geschichte und die Geschichte des Holocausts erfahren, für das sie ihre Eltern noch zu jung halten. Doch Judith lässt nicht locker, das hat mich an meine Tochter erinnert, die auch mit 10 Jahren unbedingt die Geschichte von Anne Frank lesen wollte und alles, was damit zusammenhängt. Judith geht als hochbegabtes Kind auf die Musikhochschule und begegnet während ihrer Recherche dem auch hochbegabten Geiger Michael Emge, aus gewissen Gründen ist das nicht sein wahrer Name, und nun geht der Leser auf die Reise in die Vergangenheit und schaut hinter die Kulissen des Films "Schindlers Liste", den ich auch schon mehrfach geschaut habe.
Michael Emge nimmt Judith und ihre Familie mit auf seine Reise in die fürchterlichen Erinnerungen der Vergangenheit, wie er als Kind das Geigenspielen liebte und sie mit viel Herzschmerz im Konzentrationslager zurücklassen musste. Michaels gesamte Familie bis auf einen Onkel wurde im Holocaust ermordet und er hat als einzigster überlebt. Die Erzählungen des alten Mannes beginnen zaghaft und nehmen in verstörender Weise an Intensität zu, besonders als sie eine gemeinsame Reise nach Polen an die Orte der Schrecken unternahmen und auch danach, als Michael versuchte in einem Vergangenheit und seines Ursprungs wieder Fuß zu fassen, doch weder in Polen noch in Israel gelang es ihm. Auch nach dem Krieg war Anfeindungen bis heute ausgesetzt und schließlich lebt er in Deutschland und geht als Zeitzeuge in die Schulen um seine Geschichte zu erzählen.
Es war ein sehr besonderes Erlebnis die Begegnung dieser beiden so unterschiedlichen Menschen zu erleben, die eine jung, der andere alt, die eine priveligiert in Zeiten des Friedens und der andere verfolgt in Zeiten des Krieges, doch beide verbindet ihre Liebe zur Musik und vor allem das wirkliche Verstehen wollen und Fühlen wollen, was den anderen bewegt hat, solch ein Musikstück zu spielen. Diese Begegnung, so schlimm, verstörend und schmerzhaft sie war zu lesen, schenkt auch Hoffnung auf neues Leben.
Sehr lesenswert!
Monika Schulte
aus Hagen
5/5
06.02.2017
Buch (Taschenbuch)
Ein unglaublich berührendes Buch
Die 11-jährige Ausnahmegeigerin Judith liebt die Musik von Itzhak Perlman. Als sie auf YouTube nach Stücken von ihm sucht, findet sie die Titelmelodie zum Stück Schindlers Liste. Obwohl noch so jung, interessiert sich Judith für den Holocaust. Sie möchte diese Melodie spielen, kann dies aber nur, wenn sie mehr über die Geschichte, über das Geschehen weiß. Ihre Eltern, selbst Musiker, halten sie für zu jung, doch Judith lässt nicht locker. Schließlich kommt es zu einer Begegnung zwischen Judith und Herrn Emge. Michael Emge, der einst selbst Violine spielte und als Kind ins KZ kam. Michael Emge, dessen sämtliche Familienangehörige, bis auf einen Onkel, von den Nazis vernichtet wurden. Michael Emge, der nur überlebt hat, weil er auf Schindlers Liste stand. Es ist eine Begegnung zweier Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und doch haben sie etwas gemeinsam, die Liebe zur Musik.
Spiel mir das Lied vom Leben Judith und der Junge von Schindlers Liste - es ist ein verstörendes Buch, das mich berührt, das mich nachdenklich macht. Erschüttert bin ich über das, was Michael Emge erleben musste. Erst zögernd, fängt er langsam und immer intensiver an zu erzählen. Als Leser ist es unvorstellbar, dass man diese Gräueltaten überleben konnte.
Ich bin aber nicht nur erschüttert über das, was er im Ghetto und im KZ über sich ergehen lassen musste. Ich bin sprachlos über das, was dieser Mann nach der Befreiung, nach dem Krieg erleben musste. Keine Hilfe, keine Unterstützung. Er zieht in seine ehemalige polnische Heimat, doch hier muss er mit Anfeindungen leben. Er zieht nach Israel, doch auch hier kann er nicht leben. Immer wieder die Fragen, was er getan hat, um zu überleben, wieviel Menschen er verraten hat, um selbst nicht sterben zu müssen. Michael Emge muss nicht nur mit seinen grauenvollen Erinnerungen zurechtkommen, er muss auch an die Anschuldigungen, die Vorwürfe ertragen.
Michael Emge erscheint nicht unter seinem richtigen Namen. Auch heute noch ist er Anfeindungen ausgesetzt. Er lebt in Deutschland und schließlich trifft er die junge Geigerin Judith.
Spiel mir das Lied vom Leben - eine wahre Geschichte, die einen unendlich traurig zurücklässt und die einem doch so etwas wie Hoffnung gibt, weil es Menschen wie Judith gibt. Ein Buch, das unbedingt gelesen werden sollte!
Tina
3/5
26.11.2024
Buch (Taschenbuch)
Dass einzige Kind auf Schindlers Liste
Ich habe ein Buch mit dem Titel der Junge auf der Holzkiste. Da geht es auch um einen Jungen der in Schindlers Fabrik arbeitet. Wieso wird dann in dem Buch geschrieben dass der Bub der einzige wahr bei Schindlers Liste?
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5/5
13.06.2016
Buch (Taschenbuch)
Wahre Geschichte, die berührt,...
Wahre Geschichte, die berührt, aber auch Mut macht, für andere einzustehen. Bis heute ein Zeitzeugnis, dem ich viele Leser wünsche.
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