Lichtenstein
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
24.03.2016
Verlag
BrokatbookSeitenzahl
537 (Printausgabe)
Dateigröße
1174 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783955019693
Wie Benedikte Naubert und nach ihr Walter Scott wählte Hauff eine erfundene historische Nebenfigur, Georg Sturmfeder, der den Namen der Herren von Sturmfeder trägt, um an ihr die Geschichte Herzog Ulrichs von Württemberg und seines Kampfes gegen den Schwäbischen Bund unter Georg Truchsess von Waldburg-Zeil - der die Negativfolie für den sehr positiv dargestellten Georg von Frundsberg abgibt - darzustellen. Dabei idealisierte Hauff den historischen Herzog Ulrich zu einem Landesvertriebenen, dem in seiner Not durch das Volk, symbolisiert durch den Pfeifer von Hardt, wieder zu seinen Rechten verholfen wird, während der historische Herzog durch seine Verbrauchssteuern auf Fleisch, Wein und Früchte den Bauernaufstand Armer Konrad von 1514 provozierte und durch eben den Truchsess von Waldburg-Zeil, der ihn jetzt bekämpfte, niedergeschlagen hatte.
Die positive Sicht des Herzogs wird dadurch erreicht, dass der Roman aus der Perspektive Georg Sturmfeders geschildert wird, der aufgrund seiner Liebe zu der herzogtreuen Marie von Lichtenstein vom Schwäbischen Bund zu den Anhängern des Herzogs wechselt. Bei aller romantischen Verklärung deutete Hauff freilich auch die Fragwürdigkeit der Herrschaft Ulrichs an. Denn der treue Pfeifer von Hardt fällt am Schluss des Buches beim Versuch, die Flucht des Herzogs zu sichern. Und die Frau des Pfeifers kennzeichnete schon vorher seine Einstellung: "... wenn's Krieg gibt, bleibt er gwiß et aus; do kann mer'n braucha; aber im Frieda? Noi, do denkt er, mit grauße Herra ist's et guet Kirscha fressa."
Um seine patriotische Idealisierung des Herzogs von einer historischen Darstellung abzugrenzen, spricht Hauff von einer Sage. Im zweiten Zitat wird deutlich, wie sehr es ihm darauf ankommt, lokale Bezüge herzustellen. Daneben ist eine fehlleitende Epische Vorausdeutung zu erkennen, denn auf diesem Weg der Sicherheit wird Sturmfeder bald - mit dem Herzog verwechselt - überfallen und schwer verletzt werden, was die Gelegenheit bietet, mit Frau und Tochter des Pfeifers von Hardt das einfache Volk mit wörtlichen Reden in schwäbischer Mundart einzuführen.
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