Tösen från Stormyrtorpet. Erstdruck: 1908. Deutsche Übersetzung von Marie Franzos in "Deutsche Rundschau", 139. Band, 1909.
Neuausgabe.
Herausgegeben von Karl-Maria Guth.
Berlin 2016.
Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Gabriel von Max, Blonde Schönheit mit Seidenschleier, 1915.
Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Helga, ein junges Mädchen in einem skandinavischen Dorf, hat von einem ehemaligen Liebhaber, der sie verführt und dann sitzen gelassen hatte, ein uneheliches Kind. Sie ist nach Ansicht der damaligen Gesellschaft dadurch "in Schande" geraten und muss froh sein, dass sie auf einem angesehenen und finanziell gut gestellten Bauernhof eine Arbeit als Magd findet. Sie ist bescheiden, sanft und fleißig und wird daher auf dem Hof von allen geschätzt. Da sie sich wohl fühlt und mit ihren Arbeitgebern gut versteht, ist sie traurig, als sie gehen muss, weil die künftige Schwiegertochter des Hauses nicht mit ihr unter einem Dach leben möchte. Doch Helgas menschliche Qualitäten bekommen durch unerwartete Ereignisse noch ein besonderes Gewicht...
Wie alle Lagerlöf-Bücher sehr einfühlsam geschrieben. Es gilt, wie in anderen Werken von ihr auch, Missverständnisse aufzuklären, die mit psychologischem Tiefgang dargestellt werden.
Befremdend mag aus heutiger Sicht die Ablehnung sein, die Helga entgegen gebracht wird, doch darf man nicht außer Acht lassen, dass Lagerlöfs Bücher nicht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielen und bestimmte Dinge früher strenger gewertet wurden als heutzutage.
Eine kurze Erzählung, die man an einem Nachmittag schnell durchgelesen hat.
Unbekanntes von der Literaturnobelpreisträgerin...
Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 04.06.2015
Eine der schönsten Liebesgeschichten der Welt schreibt der Insel-Verlag und ich muss ihm beipflichten.
Die Geschichte der jungen Helga, dem Mädchen vom Moorhof, das Schande über seine Familie gebracht hatte mit der Geburt eines unehelichen Kindes, liest sich auch heutzutage noch wunderbar.
1908 erschienen und diverse Male verfilmt, ist diese Erzählung über die Opferbereitschaft und innere Stärke Helgas, die lieber weiter die gesellschaftliche Ausgrenzung auf sich nimmt, als zu dulden, das der Vater ihres Kindes vor Gericht einen Meineid schwört und damit seine Seele der ewigen Verdammnis anheim stellt.
Dafür wird sie vom Richter gelobt und bekommt kurz darauf die Chance, auf dem Bauernhof einer reicheren Familie arbeiten zu können.
Wieviel ihre selbstlose Tat aber das Leben dieser Familie bzw.deren Sohnes/Stammhalters verändert, weiß das junge Mädchen noch nicht...
Schnell ausgelesen, aber noch lange im Kopf(!), ist diese schöne Insel-Bibliotheks-Ausgabe mit den kunstvollen Illustrationen von Ulrike Möltgen ein feines Geschenk zu Nikolaus oder Weihnachten!
Übersetzt von Hanna Granz
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