Die Frauen von La Principal erzählt von Müttern, von Töchtern und Schwestern, von all denjenigen, die sich hingebungsvoll einer Aufgabe widmen und ihr Glück erkämpfen – ein Lebensglück, das so schillernd und flüchtig bleibt wie der Lichtschein an den Weinhängen ihres Dorfes.
Spanien im Sommer 1893: Während ihr Vater mit den Brüdern einen Neuanfang in Barcelona wagt, muss Maria auf dem ruinierten Weingut La Principal zurückbleiben, um zu verwalten, was davon noch übrig ist. Für sie die Enttäuschung ihres Lebens, für alle anderen im Dorf der Beginn einer neuen Zeit. Denn Maria findet überraschend einen Weg, mit viel Mut und noch mehr Eigensinn verwandelt sie La Principal in das Anwesen von damals und sich selbst in die mächtigste Frau ihrer Heimat. Ein Leben lang bewundert, ein Leben lang beneidet. Doch als man am Vorabend des Spanischen Bürgerkriegs eine Leiche findet, wird Marias Vermächtnis an die Tochter zu einer gefährlichen Bürde …
»Es war ein riesiges Vergnügen, dieses Buch zu lesen.« Iris Berben
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Marias Familie geht nach Barcelona, sie bleibt unfreiwillig auf dem Weingut zurück.
Über Generationen verbindet sie, ihre Tochter und ihre Enkelin eine Hassliebe mit ihrer Heimat.
aebbies.buechertruhe
5/5
17.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Überraschend gut
Im Sommer 1893 verwüstet eine Reblaus-Plage die Weinberge in der Gegend um La Principal. Marias Vater beschließt deshalb mit seinen Söhnen nach Barcelona zu ziehen. Nur Maria soll auf La Principal bleiben und das Gut verwalten. Sie ist einfach nur wütend und sehr einsam. Doch dann beginnt sie mit eiserner Disziplin das Gut wieder aufzubauen, um es ihrer Tochter Maria in voller Blüte zu übergeben.
Als vor den Toren von La Principal eine Leiche gefunden wird, scheint alles in Gefahr zu sein, denn durch gemeine Intrigen geraten die Bewohner unter Verdacht. Maria erkennt die Gefahr und tut alles, um ihre Leute zu schützen.
Dieses Buch ist durch seine Sprache etwas anspruchsvoll. Man kann es nicht mal eben so weglesen. Das liegt wohl auch daran, daß alle Erbinnen des Weingutes Maria heißen. Da spricht mir die jüngste Maria auf Seite 216 aus der Seele. Sie beklagt sich bei ihrem Vater nämlich auch darüber. Trotzdem ist das Lesen dieser Geschichte immer ein Vergnügen. Man hat nie das Gefühl, daß man sich durch die Zeilen kämpfen muß. Ganz nebenbei bekommt der Leser einen Einblick in die Geschichte Spaniens. Es ist auffallend, daß die Frauen von La Principal alle sehr willensstarke Frauen sind, die eher schwache Männer wählen. Dies hat den Vorteil, daß sie in ihrer Freiheit nicht eingeschränkt werden. Ich finde es nur schade, daß es keine junge Maria gibt, die das Weingut in die Zukunft leiten wird. Somit ist die Geschichte der Familie mit Maria Costa wohl zu Ende. Ich muß zugeben, daß ich in dieses Buch keine großen Erwartungen gesetzt habe. Dann wurde ich mit jeder Seite eines Besseren belehrt. Zum Schluß wurde es geradezu genial!
Wedma
5/5
17.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lesevergnügen pur
Die Frauen von La Principal von Lluís Llach ist es eine spannende, facettenreiche, atmosphärisch dicht erzählte Familiengeschichte aus Katalonien, die z.T. auch zum Krimi wird und eine gute Prise Gesellschaftskritik aufweist.
Die Handlung entfaltet sich auf drei Zeitebenen. Die Haupthandlung fängt am 7 November 1940 auf La Principal an, einem alten Anwesen in einem entlegenen, schwer erreichbaren Dorf in den Bergen hinter Barcelona, und endet am 25 November desselben Jahres. Ein grausiger Mord auf La Principal, der bereits im Sommer 1936 geschah, muss aufgeklärt werden, so die Auffassung des jungen Inspektors Lluís Recader, der mit den Krimis von Agatha Christi aufgewachsen war, und deren Methoden er sich auch hier zu bedienen gedenkt.
In der Mitte der Kapitel wird der Leser oft in die Vergangenheit um 1893 und früher versetzt, um die jungen Jahre der ersten Maria vor Augen zu führen. Um 1940 ist die zweite Maria, 30, die Tochter der Ersten, die Herrin des Hauses. Ihre Liebesgeschichte bildet den Großteil der Handlung. Der dritte Erzählstrang fängt in etwa in der Mitte des Buches an, ist im Präsens verfasst, und spielt im Jahr 2001. Da trifft man die dritte Maria (60) und ihren Vater (92). Vater und Tochter reden miteinander über die alten Zeiten, denn der Vater hat Maria seine Memoiren übereicht und sie dazu ermutigt, diese auch zu lesen. So erfährt die Maria einige Geheimnisse ihrer Familie, die ihr bis dahin verborgen geblieben waren.
Alle Figuren erscheinen wie dem wahren Leben entsprungen. Sie spielen nicht, sie leben einem ihre Geschichten vor. Die Marias stehen klar im Vordergrund, aber besonders umwerfend fand ich die Úrsula, die langjährige Dienerin des Hauses. Sie kannte ihre Herrschaften, ihre Stärken und Schwächen, wie alle anderen Bewohner und Gesinde des Hauses. Eine bessere Quelle könnte man kaum finden, wenn man über La Principal mehr erfahren wollte. Deshalb befragt sie auch der junge Inspektor. Toll fand ich, wie sie sich ihm gegenüber verhalten hat. Von ihrer leicht humorigen mütterlichen Art ist er förmlich dahin geschmolzen. Úrsula ist im 1940 eine Art Majordomus, die nach dem Rechten im Haus schaut, einiges in die Wege leitet und auch selbst noch vieles erledigt. Wenn sie mal freie Minute hat, setzt sie sich in den Schaukelstuhl vom verstorbenen Senyor Roderich, der zeitweise in den jungen Jahren auch ihr Geliebter war, und denkt an die alten Zeiten. So erfahren die Leser die Geschichte von La Principal und die ihrer Bewohner, u.a. die Geschichte der Familie der Roderichs und der ersten Maria, die als einziges Mädchen unter fünf Geschwistern auf die Welt kam und im zarten Alter im 1893 das Anwesen samt Weinanbaubetriebs übernahm. Es war recht ungewöhnlich zu den damaligen Zeiten, dass eine Frau das große Haus erbte und das Sagen haben sollte, aber wie und warum es dazu kam, weshalb auch Marias Brüder ihr das Erbe nicht streitig machten, das erfährt man nach und nach anhand von Úrsulas Erinnerungen, die im Text im Kursiv hervorgehoben worden sind. Ich muss sagen: Diese Rückblenden hatten auf mich eine Sogwirkung, und ich freute mich, wieder in die vergangenen Zeiten eintauchen zu können.
Es wird aus der Perspektive mehrerer Figuren erzählt, was ich als Bereicherung empfand. Das wie des Erzählens spielt hier eine große Rolle.
Der Schreibstil hat wesentlich zum Lesevergnügen beigetragen: so poetisch, richtig süffig, wie ein guter katalonischer Rotwein, mal klang es auch recht modern. Abwechslung tat gut. Auch dank des bezaubernden Schreibstils fühlte ich mich in diese alten Zeiten auf La Principal versetzt und erlebte die Geschichten der drei Marias und ihrer Lieben: Ich sah diese damalige Welt mit den Augen dieser Figuren, und hatte auch keinerlei Schwierigkeiten, ihre Motive und Taten nachzuvollziehen. Bei einer ungewöhnlichen Liebeserklärung und erst recht beim Abschied von Úrsula zum Schluss war ich zutiefst gerührt.
Toll fand ich auch, wie Lluís Llach über Frauen und ihre Stärke schreibt, und über die Männer, über ihre Schwäche und Arroganz. Besonders deutlich wurde es bei der Geschichte der ersten Maria. Da gibt es ihre beeindruckend Rede auf S. 112. Spätestens nach den ersten hundert Seiten war ich vollends verzaubert und las ich bewusst langsamer, damit das Vergnügen nicht so schnell vorbei wäre.
Einige wesentliche Züge der katalanischen Geschichte um 1940 wurden in prägnanten Bildern vor Augen der Leser ausgebreitet. Scharfe Kritik an die Kleriker der kath. Kirche mit ihren Machtgelüsten und der Vorliebe zum Intrigenspinnen, auch die Kritik an Franco-Regime spielt eine bedeutende Rolle in der Handlung. Gekonnt in Szene gesetzt!
Mit Hilfe von Úrsula und zum Schluss von Marias Vater ist eine humorig-philosophische Auseinandersetzung mit dem Thema Altwerden gelungen.
Es gab auch mal weniger gelungene Stellen und einige Dialoge, die wie Infodump auf mich wirkten. Die Art der Stoffdarbietung, insb. im Jahr 2001, ist an manchen Stellen weniger kunstvoll ausgefallen. Es wurde auch einiges wiederholt. Und zum Schluss zu viel und bis ins letzte Detail erklärt.
Die Idee, die Leben der drei Marias im 19, 20, und 21 Jh. in der Gegend um Barcelona aufleben zu lassen, fand ich prima. Nicht viele Geschichten dieser Art habe ich bisher genossen können. Wenn es ein Versuch war, einem Krimi literarischen Touch zu verleihen und/oder den Krimi mit einem Familienroman zu verknüpfen, so halte ich ihn für gelungen. Auch die Anspielungen auf Agatha Christi passten sehr gut.
Fazit: Die Frauen von La Principal ist es eine spannende, atmosphärisch dicht erzählte Familiengeschichte auf drei Zeitebenen, in der Frauen eine tragende Rolle spielen. Die Ermittlungen in einem Mordfall im Herbst 1940 fügen eine besondere Würze hinzu. Alles in allem: tolle, intelligente, poetische Geschichte, die bestens unterhält und zum Nachdenken anregt. Prima Lesestoff für verregnete Sonntage und/oder lange Winterabende.
Gebundene Ausgabe: 311 Seiten (reiner Text), 21 Kapitel, Insel Verlag, 7 März 2016.
Ich bedanke mich ganz herzlich beim Insel Verlag Berlin, dass diese Geschichte der Leserschaft hierzulande zugänglich gemacht wurde, auch dafür, dass ich den für mich neuen Autor Lluís Llach kennenlernen konnte. Gerne würde ich weitere Romane aus seiner Feder lesen. Und last but not least bedanke ich mich fürs Rezensionsexemplar.
LinaLiestHalt
5/5
17.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Starke Figuren
Als Maria 1893 von ihrem Vater und ihren Brüdern auf der ehemals so einträglichen La Principal zurückgelassen wird, fühlt sie sich, als ob man sie bei lebendigem Leib dort begraben wollte. Doch ihr eiserner Wille und Geschick lassen das Weingut schon bald wieder in altem Glanz erstrahlen und sie zur mächtigsten und gefürchtetsten Frau der Gegend werden. Ihre Macht erbt ihre Tochter, die sich am Vorabend des Spanischen Bürgerkrieges mit einer verstümmelten Leiche auf der Bank vor ihren Toren konfrontiert sieht. Die Ermittlungen werden schon bald zur Gefahr für ihre sich langsam entwickelnde Liebe und auch diese zweite Maria muss für ihr Glück kämpfen, dass so vergänglich scheint.
Die ungewöhnliche Lebensgeschichte der älteren Maria wird in zahlreichen Rückblenden in die Geschichte eingeflochten. Ihre Tochter erlebt 1940 den Beginn ihrer eigenen Liebesgeschichte, gleichzeitig auch die Zeit der größten Gefahr. Die Figuren der Geschichte sind detailgenau und mit viel Liebe ausgestaltet. Besonders Ursula, die Amme der Familie, bildet eine unumstößliche Instanz, ohne die die Geschichte nicht erzählt werden könnte.
Sprache und Bilder sind außergewöhnlich und entführen einen in die entbehrungsreiche Zeit Spaniens zu Beginn Francos Diktatur. Angst und Verfolgung sind bereits spürbar, auch die Ressentiments der gläubigen Landbevölkerung, die den Frauen von La Principal mit Argwohn und Misstrauen begegnen.
Die Frauen von La Principal ist eine Geschichte, so eigenbrötlerisch wie ihre Figuren, die fasziniert, erstaunt und demütig macht.
Bewertung
aus Langenselbold
5/5
17.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
spannend und vielfältig
1893. Ungeziefer verpestet das Weingut von Marias Familie, doch ihr Vater hat für jede Eventualität gesorgt. Er hat für Marias Brüder glänzende Zukunftspläne, nur Maria soll auf dem Weingut bleiben und dieses hüten. Die junge Frau fühlt sich wie lebendig begraben und hat doch mehr Mumm und Kraft als alle anderen, denn sie findet Wege, das Weingut zu retten und wird somit eine der reichsten und mächtigsten Frauen ihrer Heimat. Auch ihre Tochter wird zu einer starken Persönlichkeit, doch kurz vor dem Spanischen Bürgerkrieg wird eine Leiche auf dem Weingut der Principal gefunden. Ein düsteres Geheimnis liegt auf der Principal und dieses konfrontiert Marias Tochter.
Das Cover:
Das Cover ist ein typisches für einen Roman dieser Art. Die Sepia- farbene Fotografie lässt den Leser schnell darauf schließen, um welche Zeit es sich handelt, der Hintergrund verrät auch schon das ländliche Setting. Die Momentaufnahme mit dem Mann, der die Frau auffängt finde ich jedoch nicht gut gelungen, da wir es hier im Buch mit zwei Generationen starker Frauen zu tun haben, hätte eine andere Aufnahme vielleicht besser gepasst, die die Position der Frauen besser dargestellt hätte.
Der Schreibstil:
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, nicht hochgestochen und auch nicht großartig ausgeschmückt, was ihn mir schon sympathisch macht. In dem Buch gibt es Perspektivenwechsel, manchmal mit Zeitsprüngen, die Perspektiven können diese der beiden Frauen sein, oder aber auch von Nebenrollen wie zum Beispiel die Haushälterin. Es wird dem Leser immer ziemlich schnell klar, welche Perspektive und welche Stellung die zugeordnete Person im Kapitel inne hat, sodass es nicht zu Verwirrungen oder Verwechselungen kommen kann und dies insgesamt ein gutes Mittel ist, um Spannung herzustellen.
Der Inhalt:
Inhaltlich bietet das Buch eine Menge. Da haben wir einerseits die historischen Hintergründe, das Leben auf einem Weingut, deren Sorgen und Probleme. Dann wird die Stellung der Frau Ende des 19. Jahrhunderts wunderbar beschrieben, ohne irgendwelche Wertung dieser, jedoch mit genügend Input zum Problematisieren. Der Familienzwist und die einzelnen Schicksale, die Emotionen von Maria Roderichs geben dem ganzen etwas Intensives und der Mordfall bringt Spannung hinein, da dieser zu Anfang nicht ganz greifbar ist und man als Leser Stück für Stück hinein wächst und am Ende kommt es noch einmal zu einer genialen Finte, die mich restlos überzeugen konnte. Inhaltlich ein sehr gut durchdachtes und abgerundetes Buch.
Die Protagonisten:
Tja was gibt es zu den Protagonisten zu sagen? Zunächst einmal, dass ich Geschichten mit starken Frauen als Hauptpersonen liebe! Und genau so ein Buch haben wir vor uns. Zunächst einmal istdas Opfer sehr groß, dass Maria bringen muss, daraus erwächst ihre Stärke und auch, wenn sie mächtig und stark ist, so hat sie doch die Liebe entdeckt, was sie wiederum etwas weicher macht. Die Tochter dagegen wird in diese starke Position hineingeboren und weiß genau, welche Fäden sie ziehen muss, um etwas zu erreichen, sie liebt stark und abgöttisch und wird dadurch ins Chaos gerissen. Hach, das ist einfach ganz nach meinem Geschmack!
Fazit:
Die Frauen von La Principal ist ein spannendes, gut strukturiertes Buch, welches an Emotion, Information, Stärke, Liebe und Spannung nichts zu wünschen übrig lässt. Ich habe das Buch aufgesogen, da die Atmosphäre des Buches jeden Leser mitreisst. Von mir aus gibt es nichts zu bemängeln, daher gebe ich dem Buch die volle Monsterpunktzahl !
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5/5
13.06.2016
Buch (Taschenbuch)
Generationen von starken Frauen...
Generationen von starken Frauen auf einem katalanischen Weingut in den Wirren der Zeit und ein Ermittler, der sich fast darin verstrickt. Man mag am liebsten sofort hinfahren.
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4/5
13.06.2016
Buch (Taschenbuch)
Eindrucksvolle Familiengeschichte...
Eindrucksvolle Familiengeschichte über starke Frauen, die ihr Leben sowohl im beginnenden 19. Jahrhundert als auch im Heute meistern. Facettenreich, einfühlsam, humorvoll, schön.
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4/5
13.06.2016
Buch (Taschenbuch)
Heimat ist ein hohes Gut. Dies...
Heimat ist ein hohes Gut. Dies wird in diesem Roman mehr als einmal deutlich. Gut lesbar und spannend!
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