Spätestens seit Google Earth ist die Welt bis in den letzten Winkel erforscht und vermessen. Es gibt keine unbekannten Orte mehr, keine unberührten Eilande, nichts mehr zu entdecken - oder etwa doch?
Alastair Bonnett stellt in diesem Buch faszinierende und außergewöhnliche Orte vor, die unsere Vorstellungen von der Welt gehörig durcheinanderbringen. Sie tauchen auf und unter, wie die Inseln im Gangesdelta, verschwinden von Satellitenbildern, wie Sandy Island vor der australischen Küste, oder verstecken sich unter Gebüsch und Gestrüpp, das alle Spuren überwuchert, wie auf der britischen Halbinsel Arne. Unterhaltsam und leichtfüßig werden Orte wie Bir Tawil in Ostafrika beschrieben, die partout keine Nation haben will, oder Orte, die scheinbar zu zwei Nationalstaaten gleichzeitig gehören. Berichtet wird von versteckten Labyrinthen, unterirdischen, verlassenen oder überbauten Städten ebenso wie von ihrer historischen Entwicklung. Lehrreich, aber nicht belehrend führt Bonnett durch geographische Kuriositäten und zeigt, dass auch für den heutigen Menschen das Entdecken nie aufhört.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Tolles Buch, mal was anderes! Unterhaltsam und informativ, auch für den Urlaub!
Geografie für Abenteurer Der…
Juti aus HD am 13.06.2018
Bewertungsnummer: 2729832
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Geografie für Abenteurer Der englische Autor schreibt einen „Reiseführer“ und entführt uns an Orte, wie Sandy Island, eine Insel im Pazifik, die lange auf Seekarten zu finden war, obwohl es sie nicht gab. Leningrad dagegen hat nur seinen Namen geändert. Arne ist ein „Fake-ort“ der dazu diente die Luftwaffe der Wehrmacht von den Städten der englischen Südküste abzulenken. Das alte Mekka kann nur von Muslimen besucht werden, der Berg Athos nur von Männern. New Moore ist eine Insel, die vor Bangladesch auftauchte und wieder verschwand. Time Landscape ist ein Kunstobjekt in New York, eigentlich ein Garten, der zu klein ist, um bebaut zu werden. Die Aralkum-Wüste entstand nach dem Austrocknen des Aralsees. In Kappadokien gibt es ein Labyrinth von unterirdischen Städten. Auch im Bergbau geht es unter die Erde. Schelesnogorsk ist eine russische Stadt, die nach dem Ende der Sowjetunion gesperrt blieb, weil die Bewohner es so wollten. In Manila wie in Kairo leben Menschen auf dem Friedhof. Auf den Andamanen gibt es noch Völker, die den Kontakt mit der Zivilisation verweigern. Mit Grenzen beschäftigt sich das nächste Kapitel. Zwischen Guinea und Senegal liegen die Grenzposten 18 km auseinander. Bir Tawil ist ein Tal in der Wüste zwischen Ägypten und Sudan auf das beide Länder verzichten, weil sie Gebietsansprüche am Roten Meer durchsetzen wollen. In Honduras existiert ein Dorf, deren Bewohner zu El Salvador gehören wollen. Twail Abu Jarwal ist ein Beduinendorf in der Wüste Negev, das von den Israelis mehrfach zerstört wurde. Ein Beispiel für Geisterstädte ist Wittenoom, wo der gefährlichste blaue Asbest abgebaut wurde. Heute darf die australische Stadt nicht mehr betreten werden. Kangbashi ist eine der Städte in China, die für 300.000 Menschen gebaut wurden, aber derzeit nur etwa 30.000 Bewohner hat. Kijong-dong ist ein Geisterdorf in Nordkorea an der Grenze zu Südkorea. Agdam liegt in Berg-Karabach und wurde von den Armeniern zerstört, Prypjat von Tschernobyl. Giarre in Sizilien gilt als Hauptstadt der unfertigen Bauten. Außergewöhliche Orte werden im folgenden thematisiert. Camp Zeist in den NL wurde für den Lockerbie-Prozess Schottland überlassen. In Bukarest gab es ein fensterloses CIA-Gefängnis. Reichlich ist ein Dorf für Landwirtschaft am Ob. Der Quilombo Botas ein Ort ehemaliger Sklaven in Brasilien. Hobyo ist eine Piratenstadt in Somalia. Ein Besuch in dem von der Farc besetzten Kolumbien rundet das Kapitel ab. Baarle-Nassau und Baarle-Hertog haben extrem viele Exklaven und Enklaven zwischen Holland und Belgien, Chitmahals zwischen Indien und Bangladesch. Sealand war eine Bohrinsel in der Nordsee. Das Vereinigte Königreich der Lunda Chowke fordert Unabhängigkeit von Angola, Gagausien von Moldawien. Am Rastplatz Hog‘s Back wurde Dogging praktiziert, was mit Outdoorsex übersetzt werden kann. Auf dem Parkplatz des Flughafen von Los Angeles leben die Angestellten von Fluggesellschaften, beim Festival Nowhere treffen sich Fans im spanischen Nirgendwo. Langeweiliger sind die Kapitel, die es überall auf der Erde gibt, wie z.B. der Fuchsbau in der englischen Heimat des Autors, eine Verkehrsinsel, der Internationaler Luftraum, Gutterspaces (schmale Durchgänge), das Schiff the World, auf dem es Wohnungen gibt, die schwimmenden Malediven, eine Sprühinsel und die Existenz von Bimssteinflöße (die durch Vulkanausbrüche mitten im Ozean entstehen, was mir absolut neu war) und Müllinseln. Besonders gefallen hat mir die Angabe der Längen- und Breitengrade, so dass bei vielen Abschnitten die Orte in google maps zu finden waren. Ich will noch erwähnen, dass dieses Buch das dritte war, das einen Besuch in Tschernobyl beschrieben hat. Nach Ranga Yogischwar, der eine physikalischen Schwerpunkt setzte und Navid Kermani, der das Erleben in den Vordergrund stellte, hatte ich diesmal das Gefühl, dass Bonnett nur die Literatur gelesen hat. Trotzdem brachte mir das Buch viel Neues. Deswegen 4 Sterne.
Meinung aus der Buchhandlung
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Die Orte und Nicht-Orte, an die Alastair Bonnett uns führt, sind auf Landkarten selten zu finden. Manche von ihnen sind verschwunden, andere sind abgesperrt, unterirdisch, ausgetrocknet, überschwemmt oder schlichtweg ungewollt.
Was diese "Räume" eint, ist ihre Absurdität. Manche "Orte" sind weniger Örtlichkeiten, als viel mehr kollektive Hoffnungen oder bürokratische Tricksereien. Bonnett skizziert den Weg zu diesen topografischen Extremen, sowohl historisch als auch geografisch, und veranschaulicht dadurch nicht nur geopolitisch gewachsene Strukturen, sondern vor allem menschliche Sehnsüchte. Das Bonnett sich dabei zahlreicher Fachausdrücke bedient, um seine Beschreibungen trennscharf einzuordnen, mag den Lesefluss gelegentlich stören. Die Verwendung von Worten, die ich nirgendwo sonst jemals gehört oder gelesen habe, macht das Buch aber nicht weniger attraktiv, im Gegenteil. Seine kompetente Ausdrucksweise verdeutlicht, dass »Topophilie« nicht bloß ein nerdiges Hobby, sondern ein vielschichtiges Themenfeld von wissenschaftlicher Relevanz ist. Was ich von diesem Buch erwartet habe, war ein unterhaltsames Sammelsurium an Fun-Facts. Was ich darüber hinaus bekommen habe, war eine hochinteressante Abhandlung über die Entwicklung und den Verfall menschlicher Wirkungsstätten. Sowohl inhaltlich als auch sprachlich erhellend.
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Die ideale Lektüre für zwischendurch für alle Neugierigen und Weltenbummler: Wir begegnen Inseln, die auftauchen und wieder verschwinden, Niemandsländern und unterirdischen Städten
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