Jojo und seine kleine Schwester Kayla leben bei ihren Großeltern Mam and Pop an der Golfküste von Mississippi. Leonie, ihre Mutter, kümmert sich kaum um sie. Sie nimmt Drogen und arbeitet in einer Bar. Wenn sie high ist, wird Leonie von Visionen ihres toten Bruders heimgesucht, die sie quälen, aber auch trösten. Mam ist unheilbar an Krebs erkrankt, und der stille und verlässliche Pop versucht, den Haushalt aufrecht zu erhalten und Jojo beizubringen, wie man erwachsen wird. Als der weiße Vater von Leonies Kindern aus dem Gefängnis entlassen wird, packt sie ihre Kinder und eine Freundin ins Auto und fährt zur »Parchment Farm«, dem staatlichen Zuchthaus, um ihn abzuholen. Eine Reise voller Gefahr und Hoffnung.
Jesmyn Ward erzählt so berührend wie unsentimental von einer schwarzen Familie in einer von Armut und tief verwurzeltem Rassismus geprägten Gesellschaft. Was bedeuten familiäre Bindungen, wo sind ihre Grenzen? Wie bewahrt man Würde, Liebe und Achtung, wenn man sie nicht erfährt? Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt ist ein großer Roman, getragen von Wards so besonderer melodischer Sprache, ein zärtliches Familienporträt, eine Geschichte von Hoffnungen und Kämpfen, voller Anspielungen auf das Alte Testament und die Odyssee.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Edith Berger
aus 3istau
5/5
14.03.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr berührendes Leseerlebnis
Jojo und seine kleine Schwester Kayla wachsen bei den Eltern ihrer Mutter Leonie auf. Zu ihren weißen Großeltern haben sie überhaupt keinen Kontakt. Ihre drogenabhängige Mutter Leonie kümmert sich nur gelegentlich um ihre Kinder. Zuneigung, Aufmerksamkeit und Fürsorge erfahren Jojo und Kayla nur von ihren Großeltern Pop und Mam. Als ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen wird, packt Leonie ihre Kinder zusammen und macht sich auf die weite Autofahrt um ihn abzuholen.
Sehr berührendes Leseerlebnis
Kaffeeelse
4/5
11.03.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Heimkehren
Ein sehr interessant und extrem anders geschriebener Roman, bei dem für mich der Sog erst recht spät kam. Dafür gewinnt das Buch am Ende eine starke Intensität. Am Anfang war es nicht so die Durststrecke, aber ich kam nicht so ganz in die Geschichte, es war nicht so einfach zu lesen für mich. Aber das liegt denke ich bei mir. Die Sprache ist sehr poetisch und sehr mystisch, bildhaft und die Bilder sprechen zu einem, erzeugen Empfindungen/Gefühle. Aber das Geschriebene ist auch sprunghaft und verworren. Es ist bei dem Ganzen ein sehr starkes archaisches dunkles Element zu spüren. Die Autorin bedient sich sehr in diesem Buch bei Elementen des magischen Realismus, den ich wiederum sehr mag. Und bei diesem Roman sehr genießen konnte. Vielleicht sind es auch die Charaktere die mir das Lesen recht schwer gemacht haben. Die Drogenproblematik, Bindungsproblematik und Gefühlskälte lösen bei mir recht dunkle Empfindungen aus. Das sind Dinge mit denen ich nicht kann, für mich nicht nachzuvollziehen sind und einen tiefen Abscheu zu tage fördern. Andererseits wenn man sich mit den Charakteren einlässt, ist es doch wieder nachzuvollziehen. Aber diese Tiefe des Empfindens bedeutet ja auch irgendwie, das die Autorin etwas mit mir macht.
Die Handlung zeichnet sich für mich darin aus, das aus drei verschiedenen Seiten heraus das Bild einer Familie gezeichnet wird, die Kapitel werden aus der Sicht von Leonie, Jojo und Richie erzählt. Es geht um eine arme schwarze Familie aus Bois Sauvage in Mississippi: Pop, der Großvater, sein Leben in der Familie, aber auch um einen zurückliegenden Gefängnisaufenthalt; Mam, die Großmutter, ihre Stellung in der Familie, eine Heilerin mit Bindung an einen alten Glauben/alte Götter, die unheilbar krank ist und stirbt; Leonie, die Tochter, ihre Drogensucht, ihre Bindungsprobleme, ihre Liebe, ihre Gefühlskälte; Given, der tote Bruder; Jojo, der Sohn von Leonie, der in seinen jungen Jahren recht früh erwachsen sein muss; Kayla/Michaela, die Tochter von Leonie, die in etwas hineinwächst, was ihr nicht gut tut; Michael, weiß, der Freund von Leonie, steht zwischen zwei Welten, ebenso mit einem Drogenproblem; Richie, ein toter Junge, der Pop im Gefängnis begegnet, eigentlich nicht zur Familie gehört, aber irgendwie an Pop/River gebunden ist und aus einer anderen Welt diese Familie betrachtet. Die Autorin schafft es mit recht wenigen Worten eine seelische Tiefe zu zeichnen/zu zeigen/zu erzeugen, das ist schon eine Kunst, es ist schön/aber auch schwer sich darauf einzulassen. Es geht um den Rand der amerikanischen Gesellschaft, es geht um Drogenprobleme, ehemalige Gefängnisaufenthalte, Gewalt, Tod, Bindungsprobleme, Gefühlskälte und natürlich auch die Rassenproblematik. Ganz schön viele Thematiken in einem Buch, vielleicht erklärt das auch die Probleme beim Lesen, bei Einigem sträubt man sich förmlich dagegen. Auf jeden Fall hat dieses Buch jede Menge Gefühle herausgeholt, und das denke ich ist auf jeden Fall etwas Gutes. Und ein wichtiger Aspekt in diesem Buch ist eine tiefe archaische Mystik, die die Autorin perfekt zu zeichnen weiß.
Ein interessanter Roman ! Aber ich denke man muss für diese Geschichte bereit sein, muss sich auf sie einlassen können !
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5/5
09.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich liebe dieses Buch! Diese Familiengeschichte...
Ich liebe dieses Buch! Diese Familiengeschichte aus den Südstaaten der USA besticht durch ihre packende und atmosphärische Stimmung. 2017 ausgezeichnet mit dem National Book Award. Ein Buch, das bis tief ins Herz berührt und einen lange nicht mehr loslässt. Etwas ganz besonderes!
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5/5
25.02.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein ganz großer Roman!!!!
Ward schreibt hier über eine Familie, in der sehr viel Zwischenmenschliches passiert. Sei es die Armut oder der Rassenhass. Sie schreibt ehrlich, hart und trotzdem sehr liebevoll über jedes einzelne Familienmitglied. Auch über die Geister, die uns alle unser Leben lang begleiten.
Für mich ein ganz tolles Leseerlebnis!!!!
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5/5
23.02.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, dass von einer Jury begeistert aufgenommen wurde und von mir!
Jesmyn Ward hat zum zweiten Mal für eines ihrer Bücher den National Book Award erhalten. In „Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt“ erzählt uns die Autorin die fesselnde, berührende und traurige Geschichte einer Familie. Großartig und ergreifend!
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