Wie Treibholz im Sturm

Wie Treibholz im Sturm

Roman

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Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.04.2018

Verlag

Knaur

Seitenzahl

544

Maße (L/B/H)

22,1/14,8/4,3 cm

Beschreibung

Rezension

"spannend und ergreifend" ("LandGang - mein schöner Norden")
"Eine eindringlich und dicht erzählte Geschichte, die ein sehr gutes Bild des Nachkriegsdeutschlands zeichnet" ("Buchmomente (Blog)")

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.04.2018

Verlag

Knaur

Seitenzahl

544

Maße (L/B/H)

22,1/14,8/4,3 cm

Gewicht

757 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-426-65431-6

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Sehr toll...

Marlene aus Halle am 18.08.2018

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Meiner Meinung ein sehr ergreifendes und realistisches Buch. Ich konnte mit jeder Figur mitfiebern, aber auch mitleiden. Fast so toll, wie „Honigtot“

Sehr toll...

Marlene aus Halle am 18.08.2018
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Meiner Meinung ein sehr ergreifendes und realistisches Buch. Ich konnte mit jeder Figur mitfiebern, aber auch mitleiden. Fast so toll, wie „Honigtot“

Ein absolut berührender Roman mit tollen Charakteren

Bewertung aus Haselünne am 14.07.2018

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Zum Inhalt: Liebe und Hoffnung in Zeiten der Not: In ihrem Roman Wie Treibholz im Sturm erzählt Daniela Ohms eine ergreifende Liebesgeschichte im ländlichen Nord-Deutschland der Nachkriegszeit. Eine winzige, unbeheizte Dachkammer auf einem Gutshof in Schleswig-Holstein ist Hannahs Zuhause, seit sie aus Hamburg evakuiert wurde. In einer einzigen Bombennacht hat sie ihre gesamte Familie verloren. Als weitere Flüchtlinge nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem überfüllten Hof eintreffen, muss Hannah die Kammer teilen, und das Wunder geschieht: Der halb verhungerte Soldat Moritz reißt sie aus ihrer Lethargie. Mit ihm sammelt sie Treibholz am Strand, um zu heizen. Mit ihm zusammen will sie den Hungerwinter, der in Schleswig-Holstein herrscht und den Flüchtlingen schwer zusetzt, überleben. Doch als sie sich näherkommen und beginnen, sich ihre Geschichten zu erzählen, muss Hannah erfahren, dass Moritz nicht bleiben kann. Eine dramatisch-anrührende Liebesgeschichte aus Deutschlands früher Nachkriegszeit, die das Schicksal jener zeigt, die nach Krieg, Flucht und Evakuierung Schritt für Schritt in ein neues Leben gehen. Zur Autorin: Daniela Ohms wurde 1978 in Rheda-Wiedenbrück in NRW geboren. Sie ist in Westfalen auf einem Bauernhof aufgewachsen, zwischen Natur und Tieren in einem riesigen Haus, auf dessen Dachboden sich die Familiengeschichte von 500 Jahren finden ließ. So ist es kein Wunder, dass sie bereits in ihrer Jugend mit dem Schreiben begann. Später studierte sie Literaturwissenschaften mit den Nebenfächern Geschichte und Psychologie. Heute lebt die Autorin mit Mann und Kindern in Berlin. Meine Meinung: Ich habe ja im letzten Jahr auch das Debüt der Autorin gelesen, welches mir schon sehr gut gefallen hat. Daher habe ich mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass es einen neuen Roman der Autorin gibt. Freundlicherweise wurde mir das Buch zu Rezensionszwecken vom Verlag zur Verfügung gestellt. Zum Cover möchte ich sagen, dass es optisch auch sehr gut zu dem 1. Roman der Autorin passt. Das Cover selbst gefällt mir auch sehr gut. Ich finde es passend und stimmig. Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr gut gelungen. Der Schreibstil ist trotz der ernsten Thematik recht flüssig. Die Autorin schafft es einfach auch immer, dem Leser die Charaktere sehr nahe zu bringen. Die letzten 100 Seiten haben mich nochmal mehr berührt, so dass die Autorin es sogar geschafft hat, mich zum Weinen zu bringen, was beim Lesen eher selten bei mir der Fall ist. Alles in allem kann ich hier nur eine ganz klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe es trotz der recht vielen Seiten recht schnell weg gelesen. Die Charaktere konnten mein Herz absolut berühren, so dass ich hier nichts anderes als die vollen 5 Sterne geben kann und möchte. Ich freue mich schon jetzt auf hoffentlich weitere Bücher der Autorin. 5 von 5 Sternen Cover, Buchinfos und Klappentext: ©Knaur Verlag Autoreninfos: ©Knaur Verlag Rezension: ©lenisveasbücherwelt Beitragsbild: ©Pixabay.com

Ein absolut berührender Roman mit tollen Charakteren

Bewertung aus Haselünne am 14.07.2018
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Zum Inhalt: Liebe und Hoffnung in Zeiten der Not: In ihrem Roman Wie Treibholz im Sturm erzählt Daniela Ohms eine ergreifende Liebesgeschichte im ländlichen Nord-Deutschland der Nachkriegszeit. Eine winzige, unbeheizte Dachkammer auf einem Gutshof in Schleswig-Holstein ist Hannahs Zuhause, seit sie aus Hamburg evakuiert wurde. In einer einzigen Bombennacht hat sie ihre gesamte Familie verloren. Als weitere Flüchtlinge nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem überfüllten Hof eintreffen, muss Hannah die Kammer teilen, und das Wunder geschieht: Der halb verhungerte Soldat Moritz reißt sie aus ihrer Lethargie. Mit ihm sammelt sie Treibholz am Strand, um zu heizen. Mit ihm zusammen will sie den Hungerwinter, der in Schleswig-Holstein herrscht und den Flüchtlingen schwer zusetzt, überleben. Doch als sie sich näherkommen und beginnen, sich ihre Geschichten zu erzählen, muss Hannah erfahren, dass Moritz nicht bleiben kann. Eine dramatisch-anrührende Liebesgeschichte aus Deutschlands früher Nachkriegszeit, die das Schicksal jener zeigt, die nach Krieg, Flucht und Evakuierung Schritt für Schritt in ein neues Leben gehen. Zur Autorin: Daniela Ohms wurde 1978 in Rheda-Wiedenbrück in NRW geboren. Sie ist in Westfalen auf einem Bauernhof aufgewachsen, zwischen Natur und Tieren in einem riesigen Haus, auf dessen Dachboden sich die Familiengeschichte von 500 Jahren finden ließ. So ist es kein Wunder, dass sie bereits in ihrer Jugend mit dem Schreiben begann. Später studierte sie Literaturwissenschaften mit den Nebenfächern Geschichte und Psychologie. Heute lebt die Autorin mit Mann und Kindern in Berlin. Meine Meinung: Ich habe ja im letzten Jahr auch das Debüt der Autorin gelesen, welches mir schon sehr gut gefallen hat. Daher habe ich mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass es einen neuen Roman der Autorin gibt. Freundlicherweise wurde mir das Buch zu Rezensionszwecken vom Verlag zur Verfügung gestellt. Zum Cover möchte ich sagen, dass es optisch auch sehr gut zu dem 1. Roman der Autorin passt. Das Cover selbst gefällt mir auch sehr gut. Ich finde es passend und stimmig. Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr gut gelungen. Der Schreibstil ist trotz der ernsten Thematik recht flüssig. Die Autorin schafft es einfach auch immer, dem Leser die Charaktere sehr nahe zu bringen. Die letzten 100 Seiten haben mich nochmal mehr berührt, so dass die Autorin es sogar geschafft hat, mich zum Weinen zu bringen, was beim Lesen eher selten bei mir der Fall ist. Alles in allem kann ich hier nur eine ganz klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe es trotz der recht vielen Seiten recht schnell weg gelesen. Die Charaktere konnten mein Herz absolut berühren, so dass ich hier nichts anderes als die vollen 5 Sterne geben kann und möchte. Ich freue mich schon jetzt auf hoffentlich weitere Bücher der Autorin. 5 von 5 Sternen Cover, Buchinfos und Klappentext: ©Knaur Verlag Autoreninfos: ©Knaur Verlag Rezension: ©lenisveasbücherwelt Beitragsbild: ©Pixabay.com

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Monika Fuchs

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5/5

Unglaublich intensiv und sehr traurig

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Autorin Daniela Ohms kannte ich bisher noch nicht. Dabei ist es bereits ihr zweiter Roman, der sich mit dem Thema Deutschland und 3. Reich, bzw. Nachkriegszeit beschäftigt. Wenn ich nicht darüber gestolpert wäre, dass das aktuelle Buch in Schleswig Holstein spielen würde, hätte ich ihm auf Grund des Covers keinen zweiten Blick geschenkt. Nun bin ich allerdings froh, dass ich es gemacht habe. Ich kann Ihnen schon vorab sagen, dass ich noch nie einen Roman gelesen habe, der das Thema 2. Weltkrieg und die unmittelbare Zeit danach so intensiv und ergreifend aufgegriffen hat. Ich musste die Lektüre zwischendrin unterbrechen, da ich die Geschichte nicht in einem Stück verkraften konnte. Daniela Ohms erzählt die Geschichte von Hannah und dem Soldaten, der Fuchs genannt wird. Der Klappentext gibt den Inhalt schon richtig wieder, aber ein wenig zu vereinfacht. Es ist keine klassische Liebesgeschichte, die einfach nur in einer schwierigen Zeit spielt. Das Buch beginnt gleich unwahrscheinlich spannend und dramatisch, denn im Prolog erfahren wir Hannahs schlimmste Nacht. Es ist der 24. Juli 1943. Hannah, die mit ihrer Familie im Hamburger Grindelviertel lebt, möchte endlich mal wieder einen Abend ins Kino gehen. Bisher hat es in Hamburg noch keine Bombenangriffe gegeben. Doch diese Unschuld soll Hamburg in jener Nacht verlieren. Und für Hannah bricht in dieser Nacht ihre Welt zusammen. Dann springt das Buch in das Jahr 1945. Hannah lebt inzwischen in einer winzigen Dachkammer auf einem Gutshof im Kreis Plön. Ihre bisherigen Mitbewohner verlassen Plön und kehren nach Hamburg zurück. Somit bekommt Hannah neue Zimmernachbarn. Und da der Wohnraum so knapp ist, werden ihr tatsächlich drei ehemalige Wehrmachtssoldaten zugeteilt, die noch nicht von den Briten entnazifiziert worden sind. Das Verfahren läuft noch. Es sind Egon, ein junger Mann, der auf den ersten Blick sehr großspurig und machohaft daherkommt, sein Kumpel Freddie, der dem Alkohol sehr zugeneigt ist und ein rothaariger junger Mann, der nicht spricht. Er wird von allen nur Fuchs genannt, da niemand seinen wirklichen Namen kennt. Diese vier Menschen müssen sich nun zusammenraufen, um die zwei schlimmen Nachkriegswinter zu überstehen. Langsam aber sicher kommen sich der Fuchs und Hannah näher. Aber es schlummert etwas in dem Fuchs, was es für alle Beteiligten schwierig macht. Daniela Ohms erzählt die Geschichte auf eine sehr vielschichtige Art und Weise. Es gibt die Haupthandlung, die ganz stringent vorwärts strebt und die 1950 mit dem Epilog endet. Doch dazwischen schiebt sie Erinnerungen von Hannah, die sich Hannah von der Seele schreibt, als sie einmal Papier zugeteilt bekommt. So erfahren wir, wie es ihr als Kind, junges Mädchen und Ehefrau ergangen ist. Sie hat im Hamburger Grindelviertel gelebt, wo ihr Vater eine Apotheke hatte. (Das Hamburger Grindelviertel war eines der Viertel, in denen in Hamburg die Juden gelebt haben. Es erschüttert mich immer wieder, wenn ich dort spazieren gehe, wie viele Stolpersteine dort liegen.) Ihre Eltern hatten keine Berührungsängste und Hannahs beste Freundin war die Jüdin Klara. Und dann gibt es immer wieder Einschübe, in denen wir in die Gedanken- und Gefühlswelt des Fuchses eintauchen. Wir lernen ihn näher kennen. Seine Herkunft und seine Zeit als Wehrmachtssoldat und was er dort Schreckliches erlebt hat. Aus diesen drei unterschiedlichen Geschichten ergibt sich ein sehr intensives Gesamtbild, was mich zutiefst erschüttert und berührt hat. Die Autorin schafft es so, uns einige sehr schwierige Themen dieser Zeit nahezubringen: - Die Verbrechen der Wehrmacht im Osten - Die Hungerwinter nach dem 2. Weltkrieg - Die Situation der Flüchtlinge, Vertriebenen und Soldaten, die in ihrer neuen Heimat nicht willkommen waren - Die Wolfskinder Ich habe noch keinen Roman gelesen, bei dem die Situation der Soldaten so gut beschrieben wurde. Der Fuchs ist nicht an die vorderste Front gekommen, sondern er sollte Partisanen bekämpfen. Spätestens durch die umstrittenen Wehrmachtsausstellungen wissen wir, was dort teilweise passiert ist. Doch was hätten die einfachen Soldaten anders machen können? Und wie konnten sie mit dieser Schuld später leben? Dies ist ein Aspekt der Handlung. Genau so interessant finde ich die Geschichte von Hannah und ihrer Familie, die ursprünglich zufrieden mit ihren jüdischen Nachbarn wohnte. Doch durch die Machtergreifung Hitlers hat sich dort die Situation ganz leise Stück für Stück verändert. Hannah hat ihre Freundin zwar nie wirklich verraten, aber durch die Rassentrennung haben sich die beiden jungen Frauen immer weiter entfremdet. Und irgendwann war es zu spät. Dann hätte Hilfe Gefahr für die eigene Familie bedeutet. Auch das ist ein ausgesprochen brisantes Thema. Und nicht zuletzt die Situation der Menschen nach dem 2. Weltkrieg. Städte waren teilweise fast komplett zerstört. Wohnraum war äußerst knapp. Und dann kamen auch noch zwei extrem kalte Winter hinzu. Es gab kaum etwas zu essen und zu heizen. Wenn man das heute liest, fragt man sich wirklich, wie die Menschen unter diesen Voraussetzungen haben überleben können. Und wie diese Menschen es geschafft haben, unser Deutschland aufzubauen, in dem wir heute gut leben können. Und das ist die Generation unserer Eltern und Großeltern. Das Ganze ist erst gute 70 Jahre her. Eigentlich unvorstellbar! In ihrem Nachwort gibt uns die Autorin noch sehr viel Hintergrundwissen mit an die Hand. Und was mir persönlich besonders gut gefallen hat, ist, dass sie das damalige Flüchtlingselend mit der heutigen Flüchtlingssituation vergleicht. Wenn man diese beiden Situationen vergleicht, erkennt man, dass wir nicht nur auf einem hohen, sondern sehr hohem Niveau jammern. Ein unglaublich interessantes und wichtiges Buch, dem ich möglichst viele Leserinnen und Leser wünsche, damit sie unsere jüngere Geschichte besser verstehen können.
5/5

Unglaublich intensiv und sehr traurig

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Autorin Daniela Ohms kannte ich bisher noch nicht. Dabei ist es bereits ihr zweiter Roman, der sich mit dem Thema Deutschland und 3. Reich, bzw. Nachkriegszeit beschäftigt. Wenn ich nicht darüber gestolpert wäre, dass das aktuelle Buch in Schleswig Holstein spielen würde, hätte ich ihm auf Grund des Covers keinen zweiten Blick geschenkt. Nun bin ich allerdings froh, dass ich es gemacht habe. Ich kann Ihnen schon vorab sagen, dass ich noch nie einen Roman gelesen habe, der das Thema 2. Weltkrieg und die unmittelbare Zeit danach so intensiv und ergreifend aufgegriffen hat. Ich musste die Lektüre zwischendrin unterbrechen, da ich die Geschichte nicht in einem Stück verkraften konnte. Daniela Ohms erzählt die Geschichte von Hannah und dem Soldaten, der Fuchs genannt wird. Der Klappentext gibt den Inhalt schon richtig wieder, aber ein wenig zu vereinfacht. Es ist keine klassische Liebesgeschichte, die einfach nur in einer schwierigen Zeit spielt. Das Buch beginnt gleich unwahrscheinlich spannend und dramatisch, denn im Prolog erfahren wir Hannahs schlimmste Nacht. Es ist der 24. Juli 1943. Hannah, die mit ihrer Familie im Hamburger Grindelviertel lebt, möchte endlich mal wieder einen Abend ins Kino gehen. Bisher hat es in Hamburg noch keine Bombenangriffe gegeben. Doch diese Unschuld soll Hamburg in jener Nacht verlieren. Und für Hannah bricht in dieser Nacht ihre Welt zusammen. Dann springt das Buch in das Jahr 1945. Hannah lebt inzwischen in einer winzigen Dachkammer auf einem Gutshof im Kreis Plön. Ihre bisherigen Mitbewohner verlassen Plön und kehren nach Hamburg zurück. Somit bekommt Hannah neue Zimmernachbarn. Und da der Wohnraum so knapp ist, werden ihr tatsächlich drei ehemalige Wehrmachtssoldaten zugeteilt, die noch nicht von den Briten entnazifiziert worden sind. Das Verfahren läuft noch. Es sind Egon, ein junger Mann, der auf den ersten Blick sehr großspurig und machohaft daherkommt, sein Kumpel Freddie, der dem Alkohol sehr zugeneigt ist und ein rothaariger junger Mann, der nicht spricht. Er wird von allen nur Fuchs genannt, da niemand seinen wirklichen Namen kennt. Diese vier Menschen müssen sich nun zusammenraufen, um die zwei schlimmen Nachkriegswinter zu überstehen. Langsam aber sicher kommen sich der Fuchs und Hannah näher. Aber es schlummert etwas in dem Fuchs, was es für alle Beteiligten schwierig macht. Daniela Ohms erzählt die Geschichte auf eine sehr vielschichtige Art und Weise. Es gibt die Haupthandlung, die ganz stringent vorwärts strebt und die 1950 mit dem Epilog endet. Doch dazwischen schiebt sie Erinnerungen von Hannah, die sich Hannah von der Seele schreibt, als sie einmal Papier zugeteilt bekommt. So erfahren wir, wie es ihr als Kind, junges Mädchen und Ehefrau ergangen ist. Sie hat im Hamburger Grindelviertel gelebt, wo ihr Vater eine Apotheke hatte. (Das Hamburger Grindelviertel war eines der Viertel, in denen in Hamburg die Juden gelebt haben. Es erschüttert mich immer wieder, wenn ich dort spazieren gehe, wie viele Stolpersteine dort liegen.) Ihre Eltern hatten keine Berührungsängste und Hannahs beste Freundin war die Jüdin Klara. Und dann gibt es immer wieder Einschübe, in denen wir in die Gedanken- und Gefühlswelt des Fuchses eintauchen. Wir lernen ihn näher kennen. Seine Herkunft und seine Zeit als Wehrmachtssoldat und was er dort Schreckliches erlebt hat. Aus diesen drei unterschiedlichen Geschichten ergibt sich ein sehr intensives Gesamtbild, was mich zutiefst erschüttert und berührt hat. Die Autorin schafft es so, uns einige sehr schwierige Themen dieser Zeit nahezubringen: - Die Verbrechen der Wehrmacht im Osten - Die Hungerwinter nach dem 2. Weltkrieg - Die Situation der Flüchtlinge, Vertriebenen und Soldaten, die in ihrer neuen Heimat nicht willkommen waren - Die Wolfskinder Ich habe noch keinen Roman gelesen, bei dem die Situation der Soldaten so gut beschrieben wurde. Der Fuchs ist nicht an die vorderste Front gekommen, sondern er sollte Partisanen bekämpfen. Spätestens durch die umstrittenen Wehrmachtsausstellungen wissen wir, was dort teilweise passiert ist. Doch was hätten die einfachen Soldaten anders machen können? Und wie konnten sie mit dieser Schuld später leben? Dies ist ein Aspekt der Handlung. Genau so interessant finde ich die Geschichte von Hannah und ihrer Familie, die ursprünglich zufrieden mit ihren jüdischen Nachbarn wohnte. Doch durch die Machtergreifung Hitlers hat sich dort die Situation ganz leise Stück für Stück verändert. Hannah hat ihre Freundin zwar nie wirklich verraten, aber durch die Rassentrennung haben sich die beiden jungen Frauen immer weiter entfremdet. Und irgendwann war es zu spät. Dann hätte Hilfe Gefahr für die eigene Familie bedeutet. Auch das ist ein ausgesprochen brisantes Thema. Und nicht zuletzt die Situation der Menschen nach dem 2. Weltkrieg. Städte waren teilweise fast komplett zerstört. Wohnraum war äußerst knapp. Und dann kamen auch noch zwei extrem kalte Winter hinzu. Es gab kaum etwas zu essen und zu heizen. Wenn man das heute liest, fragt man sich wirklich, wie die Menschen unter diesen Voraussetzungen haben überleben können. Und wie diese Menschen es geschafft haben, unser Deutschland aufzubauen, in dem wir heute gut leben können. Und das ist die Generation unserer Eltern und Großeltern. Das Ganze ist erst gute 70 Jahre her. Eigentlich unvorstellbar! In ihrem Nachwort gibt uns die Autorin noch sehr viel Hintergrundwissen mit an die Hand. Und was mir persönlich besonders gut gefallen hat, ist, dass sie das damalige Flüchtlingselend mit der heutigen Flüchtlingssituation vergleicht. Wenn man diese beiden Situationen vergleicht, erkennt man, dass wir nicht nur auf einem hohen, sondern sehr hohem Niveau jammern. Ein unglaublich interessantes und wichtiges Buch, dem ich möglichst viele Leserinnen und Leser wünsche, damit sie unsere jüngere Geschichte besser verstehen können.

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5/5

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Schonungslos direkt und dennoch einfühlsam. Eine überwältigende Geschichte über Liebe, Hoffnung und Schuld kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, die einen nicht so schnell loslässt.
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