Sieger beim DELIA-Literaturpreis - ausgezeichnet als bester Liebesroman 2019!
Liebe und Hoffnung in Zeiten der Not: In ihrem Roman "Wie Treibholz im Sturm" erzählt Daniela Ohms eine ergreifende Liebesgeschichte im ländlichen Nord-Deutschland der Nachkriegszeit.
Eine winzige, unbeheizte Dachkammer auf einem Gutshof in Schleswig-Holstein ist Hannahs Zuhause, seit sie aus Hamburg evakuiert wurde. In einer einzigen Bombennacht hat sie ihre gesamte Familie verloren. Als weitere Flüchtlinge nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem überfüllten Hof eintreffen, muss Hannah die Kammer teilen, und das Wunder geschieht: Der halb verhungerte Soldat Moritz reißt sie aus ihrer Lethargie. Mit ihm sammelt sie Treibholz am Strand, um zu heizen. Mit ihm zusammen will sie den Hungerwinter, der in Schleswig-Holstein herrscht und den Flüchtlingen schwer zusetzt, überleben. Doch als sie sich näherkommen und beginnen, sich ihre Geschichten zu erzählen, muss Hannah erfahren, dass Moritz nicht bleiben kann ...
Eine dramatisch-anrührende Liebesgeschichte aus Deutschlands früher Nachkriegszeit, die das Schicksal jener zeigt, die nach Krieg, Flucht und Evakuierung Schritt für Schritt in ein neues Leben gehen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
25.08.2018
eBook (ePUB 3)
Über das Weiterleben
Bei einem Bombenangriff auf Hambrg hat die junge Hannah ihre gesamte Familie verloren. Das Kriegsende erlebt sie als Flüchtling auf einem Bauernhof in Schleswig-Holstein. Es ist eine Zeit großer Unsicherheit, und wie viele andere weiß auch Hannah nicht, wie es mit ihrem Leben weitergehen soll.
Auf dem Hof lebt auch Moritz, ein schwer traumatisierter ehemaliger Soldat. Behutsam kommen er und Hannah sich näher.
Feinfühlig und mit viel Empathie für ihre Figuren und außergewöhnlichem Verständnis für die damalige Zeit. erzählt Daniela Ohms eine unheimlich bewegende Geschichte über das Weiterleben, die beim Lesen vor dem inneren Auge wirklich lebendig wird und auch lange danach im Kopf bleibt.
Sehr lesenswert.
Marlene
aus Halle
5/5
18.08.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr toll...
Meiner Meinung ein sehr ergreifendes und realistisches Buch. Ich konnte mit jeder Figur mitfiebern, aber auch mitleiden. Fast so toll, wie „Honigtot“
Bewertung
aus Haselünne
5/5
14.07.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein absolut berührender Roman mit tollen Charakteren
Hannah hat als Einzige aus ihrer Familie die Operation Gomorrha überlebt und ist nun in einer Kammer eines Nebengebäudes auf einem Gut in Schleswig-Holstein untergekommen. Als immer mehr Menschen eintreffen, müssen alle Evakuierten und Flüchtlinge zusammenrutschen - auch die junge Frau muss daraufhin ihr winziges Zimmer teilen. Die bereits zweiten Mitbewohner sind drei ehemalige Wehrmachtssoldaten, mit denen Hannah - nach kleineren Startschwierigkeiten - eine vorsichtige Freundschaft beginnt. Alle Bewohner der häufig unbeheizten Kammer sind stark traumatisiert und haben mit sich zu kämpfen - doch sie sind auch ein Stück weit Überlebenskünstler, die alles dafür geben, um irgendwie über die Runden zu kommen. Gemeinsam wird die Schicksalsgemeinschaft versuchen, sich bestmöglich zu unterstützen und so den Hungerwinter 46/47 zu überleben.
Doch einer der vier macht besondere Sorgen: der junge Mann mit dem roten Schopf, den die anderen beiden - Egon und Freddie - „Fuchs“ nennen, da er kein Wort verlieren mag - nicht einmal seinen Namen. Halb verhungert, wirkt der ehemalige Soldat die meiste Zeit stark in sich gekehrt, abwesend. Trotz dieses Eindrucks schafft ausgerechnet „Fuchs“, Hannah aus ihrer ewigen Trauer und Lethargie zu reißen - mit ihm muss sie nicht reden, aber immerhin leistet er ihr beim Sammeln von Treibholz oder beim Sammeln von Früchten Gesellschaft. Doch als sich Hannah und der „Fuchs“ ganz langsam öffnen, muss die junge Frau erkennen, dass Moritz, wie der „Fuchs“ in Wirklichkeit heißt, nicht bleiben kann…
Daniela Ohms hat bei diesem Roman extrem viel Fingerspitzengefühl bewiesen. Nicht nur, dass sie die mitunter sehr trostlose Situation der Menschen damals realistisch schildert, sie fängt auch ihre persönlichen Sorgen und Nöte derart gelungen ein, dass mir als Leserin kaum etwas anderes übrig geblieben ist, als berührt zu sein. Dabei empfinde ich das Thema als eine Gratwanderung, da das Leid der Flüchtlinge oftmals instrumentalisiert wurde - darüber darf man in meinen Augen aber niemals vergessen, wer Auslöser des ganzen Elends war. Hier hilft vor allem Hannah als Hauptfigur, die gänzlich unschuldig in diese ganze Situation geraten ist und nun stellvertretend für so viele um ihr Leben und ihre Zukunft kämpfen muss. Anhand der ehemaligen Soldaten zeigt die Autorin die Schuld einzelner im Getriebe des Angriffskrieges und ihren individuellen Umgang damit. Sehr eindringlich sind hierbei vor allem die Rückblenden mit den Erlebnissen Moritz’, die die Grenze zwischen Täter und Opfer verwischen lassen. An wirklich keiner Stelle schont Daniela Ohms ihre Leser*innen, sondern sie beleuchtet die Ereignisse bis hin zu den seelischen Verwundungen, die der Vernichtungskrieg bei fast allen hinterlassen hat.
Mit „Wie Treibholz im Sturm“ habe ich einen Roman gelesen, der komplett stimmig in sich ist. Perfekt recherchiert, mit wichtigen Details gespickt und gekonnt erzählt, hat der Roman nicht nur alles, um sehr gut zu unterhalten. Nein, meiner Meinung nach ist er auch ein Lehrstück darüber, was Hass, Vernichtungswahn und Krieg mit unschuldigen, jungen Menschen macht. Mit bemerkenswertem Geschick erzählt die Autorin von Schuld, seelischen Schmerzen, Trauer und dem Versuch, mit all dem leben zu können - und trieb mir dabei nicht nur einmal die Tränen in die Augen.
Ein Roman wie ein Lehrstück - vor allem wenn man nach all den Emotionen beim Nachwort angelangt und begreift, dass Daniela Ohms einen grandiosen wie wichtigen Bogen zu heutigen Flüchtlingsströmen zieht. Ich wünsche mir, dass dieses Buch viele, viele Leser*innen findet!
Schlicht und ergreifend großartig! Anfang Juni kann ich mit Sicherheit feststellen, dass „Wie Treibholz im Sturm“ zu meinen absoluten Highlights dieses Jahr zählen wird.
Bewertung
5/5
10.04.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unglaublich intensiv und sehr traurig
Die Autorin Daniela Ohms kannte ich bisher noch nicht. Dabei ist es bereits ihr zweiter Roman, der sich mit dem Thema Deutschland und 3. Reich, bzw. Nachkriegszeit beschäftigt. Wenn ich nicht darüber gestolpert wäre, dass das aktuelle Buch in Schleswig Holstein spielen würde, hätte ich ihm auf Grund des Covers keinen zweiten Blick geschenkt. Nun bin ich allerdings froh, dass ich es gemacht habe. Ich kann Ihnen schon vorab sagen, dass ich noch nie einen Roman gelesen habe, der das Thema 2. Weltkrieg und die unmittelbare Zeit danach so intensiv und ergreifend aufgegriffen hat. Ich musste die Lektüre zwischendrin unterbrechen, da ich die Geschichte nicht in einem Stück verkraften konnte.
Daniela Ohms erzählt die Geschichte von Hannah und dem Soldaten, der Fuchs genannt wird. Der Klappentext gibt den Inhalt schon richtig wieder, aber ein wenig zu vereinfacht. Es ist keine klassische Liebesgeschichte, die einfach nur in einer schwierigen Zeit spielt. Das Buch beginnt gleich unwahrscheinlich spannend und dramatisch, denn im Prolog erfahren wir Hannahs schlimmste Nacht. Es ist der 24. Juli 1943. Hannah, die mit ihrer Familie im Hamburger Grindelviertel lebt, möchte endlich mal wieder einen Abend ins Kino gehen. Bisher hat es in Hamburg noch keine Bombenangriffe gegeben. Doch diese Unschuld soll Hamburg in jener Nacht verlieren. Und für Hannah bricht in dieser Nacht ihre Welt zusammen. Dann springt das Buch in das Jahr 1945. Hannah lebt inzwischen in einer winzigen Dachkammer auf einem Gutshof im Kreis Plön. Ihre bisherigen Mitbewohner verlassen Plön und kehren nach Hamburg zurück. Somit bekommt Hannah neue Zimmernachbarn. Und da der Wohnraum so knapp ist, werden ihr tatsächlich drei ehemalige Wehrmachtssoldaten zugeteilt, die noch nicht von den Briten entnazifiziert worden sind. Das Verfahren läuft noch. Es sind Egon, ein junger Mann, der auf den ersten Blick sehr großspurig und machohaft daherkommt, sein Kumpel Freddie, der dem Alkohol sehr zugeneigt ist und ein rothaariger junger Mann, der nicht spricht. Er wird von allen nur Fuchs genannt, da niemand seinen wirklichen Namen kennt. Diese vier Menschen müssen sich nun zusammenraufen, um die zwei schlimmen Nachkriegswinter zu überstehen. Langsam aber sicher kommen sich der Fuchs und Hannah näher. Aber es schlummert etwas in dem Fuchs, was es für alle Beteiligten schwierig macht.
Daniela Ohms erzählt die Geschichte auf eine sehr vielschichtige Art und Weise. Es gibt die Haupthandlung, die ganz stringent vorwärts strebt und die 1950 mit dem Epilog endet. Doch dazwischen schiebt sie Erinnerungen von Hannah, die sich Hannah von der Seele schreibt, als sie einmal Papier zugeteilt bekommt. So erfahren wir, wie es ihr als Kind, junges Mädchen und Ehefrau ergangen ist. Sie hat im Hamburger Grindelviertel gelebt, wo ihr Vater eine Apotheke hatte. (Das Hamburger Grindelviertel war eines der Viertel, in denen in Hamburg die Juden gelebt haben. Es erschüttert mich immer wieder, wenn ich dort spazieren gehe, wie viele Stolpersteine dort liegen.) Ihre Eltern hatten keine Berührungsängste und Hannahs beste Freundin war die Jüdin Klara. Und dann gibt es immer wieder Einschübe, in denen wir in die Gedanken- und Gefühlswelt des Fuchses eintauchen. Wir lernen ihn näher kennen. Seine Herkunft und seine Zeit als Wehrmachtssoldat und was er dort Schreckliches erlebt hat. Aus diesen drei unterschiedlichen Geschichten ergibt sich ein sehr intensives Gesamtbild, was mich zutiefst erschüttert und berührt hat.
Die Autorin schafft es so, uns einige sehr schwierige Themen dieser Zeit nahezubringen:
- Die Verbrechen der Wehrmacht im Osten
- Die Hungerwinter nach dem 2. Weltkrieg
- Die Situation der Flüchtlinge, Vertriebenen und Soldaten, die in ihrer neuen Heimat nicht willkommen waren
- Die Wolfskinder
Ich habe noch keinen Roman gelesen, bei dem die Situation der Soldaten so gut beschrieben wurde. Der Fuchs ist nicht an die vorderste Front gekommen, sondern er sollte Partisanen bekämpfen. Spätestens durch die umstrittenen Wehrmachtsausstellungen wissen wir, was dort teilweise passiert ist. Doch was hätten die einfachen Soldaten anders machen können? Und wie konnten sie mit dieser Schuld später leben? Dies ist ein Aspekt der Handlung. Genau so interessant finde ich die Geschichte von Hannah und ihrer Familie, die ursprünglich zufrieden mit ihren jüdischen Nachbarn wohnte. Doch durch die Machtergreifung Hitlers hat sich dort die Situation ganz leise Stück für Stück verändert. Hannah hat ihre Freundin zwar nie wirklich verraten, aber durch die Rassentrennung haben sich die beiden jungen Frauen immer weiter entfremdet. Und irgendwann war es zu spät. Dann hätte Hilfe Gefahr für die eigene Familie bedeutet. Auch das ist ein ausgesprochen brisantes Thema. Und nicht zuletzt die Situation der Menschen nach dem 2. Weltkrieg. Städte waren teilweise fast komplett zerstört. Wohnraum war äußerst knapp. Und dann kamen auch noch zwei extrem kalte Winter hinzu. Es gab kaum etwas zu essen und zu heizen. Wenn man das heute liest, fragt man sich wirklich, wie die Menschen unter diesen Voraussetzungen haben überleben können. Und wie diese Menschen es geschafft haben, unser Deutschland aufzubauen, in dem wir heute gut leben können. Und das ist die Generation unserer Eltern und Großeltern. Das Ganze ist erst gute 70 Jahre her. Eigentlich unvorstellbar!
In ihrem Nachwort gibt uns die Autorin noch sehr viel Hintergrundwissen mit an die Hand. Und was mir persönlich besonders gut gefallen hat, ist, dass sie das damalige Flüchtlingselend mit der heutigen Flüchtlingssituation vergleicht. Wenn man diese beiden Situationen vergleicht, erkennt man, dass wir nicht nur auf einem hohen, sondern sehr hohem Niveau jammern.
Ein unglaublich interessantes und wichtiges Buch, dem ich möglichst viele Leserinnen und Leser wünsche, damit sie unsere jüngere Geschichte besser verstehen können.
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5/5
06.03.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schonungslos direkt und dennoch...
Schonungslos direkt und dennoch einfühlsam. Eine überwältigende Geschichte über Liebe, Hoffnung und Schuld kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, die einen nicht so schnell loslässt.
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