Produktbild: Die Akte Baader

Die Akte Baader Biografischer Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Format

PDF

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Nein

Verkaufsrang

84959

Erscheinungsdatum

07.02.2018

Verlag

Gmeiner Verlag eBooks

Seitenzahl

313 (Printausgabe)

Dateigröße

3022 KB

Auflage

1

Sprache

Deutsch

EAN

9783839255971

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Format

PDF

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Verkaufsrang

84959

Erscheinungsdatum

07.02.2018

Verlag

Gmeiner Verlag eBooks

Seitenzahl

313 (Printausgabe)

Dateigröße

3022 KB

Auflage

1

Sprache

Deutsch

EAN

9783839255971

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  • Bewertung

    aus Hamburg

    5/5

    03.02.2021

    eBook (ePUB)

    "Ich bin eine wichtige Persönlihkeit, dachte er" - Andreas Baader in einem biografischen Roman

    Stefan Schweizer hat einen sehr spannenden und interessanten biografischen Roman über Andreas Baader und die Entstehungsgeschichte der RAF geschrieben. Es ist kein Sachbuch, der Autor beschreibt gut nachvollziehbar auf der Grundlage der tatsächlichen Ereignisse, wie Gespräche und Diskussionen hätten stattfinden können. Dies sollten Leser*innen im Hinterkopf behalten, aber "der Roman basiert maßgeblich auf polizeilich überlieferte Fakten" (Nachwort, S. 312). Andreas Baader wird 1943 geboren und wächst in einem Frauenhaushalt auf. Seit frühester Kindheit ist es sein größter Wunsch, im Mittelpunkt zu stehen, er will unbedingt, dass er "der Welt" bekannt wird ( heutzutage gäbe es wohl genügend Fernsehprofile, wo er sein Glück - friedlich - hätte versuchen können, aber damals...). Dieses Ziel bestimmt sein Leben und seine Handlungen. Mit Gudrun Ensslin findet er eine entsprechende Unterstützerin, Partnerin und Geliebte, gemeinsam mir ihr und anderen (u.a. Ulrike Meinhof, Jan Carl Raspe, Holger Meins) vollzieht sich ihr Weg von der Rebellion zur Revolution, später zur Gründung der RAF bis hin zum - wahrscheinlich selbst inszenierten - Tod in Stammheim 1977. Dieser Weg wird von Stefan Schweizer (ohne zu Verteufeln oder zu Verherrlichen) sehr kritisch nachgezeichnet. Man fühlt sich als Leser*in manchmal mitten in die Diskussionsrunde versetzt, möchte Gegenargumente vorbringen! Häufig habe ich gedacht:" ach ja, so hätte es sein können..." Ein wirklich anregender Roman (weit über das bloße Lesen hinaus) für alle Menschen, die sich mit einem Stück Zeitgeschichte der Bundesrepublik beschäftigen möchten - von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

  • Bewertung

    aus Buchholz

    5/5

    03.02.2021

    eBook (ePUB)

    Mörderischer Rebell - Der Staatsfeind Andreas Baader

    Verbrecher, Rebell, Mörder, Staatsfeind Nr. 1 – Andreas Baader, Kopf der Rote Armee Fraktion, hatte eine beachtliche kriminelle Karriere hinter sich, als er im Herbst 1977 tot in seiner Zelle im Gefängnis Stammheim aufgefunden wurde. Wer war dieser Baader, der wie kein anderes Mitglied der linken Terrorszene die Gemüter im Nachkriegsdeutschland polarisiert hat? Der Wissenschaftler Stefan Schweizer ist dieser Frage in seinem Roman Die Akte Baader nachgegangen. Kontext: Als im Sommer 1967 die Hippiebewegung in den USA bereits auf ihrem Höhepunkt war, begannen die Studenten weltweit auf die Straßen zu gehen. Die Unruhen waren je nach Land in unterschiedlichen Ursachen begründet. Die große Gemeinsamkeit lag im Protest gegen den Vietnamkrieg, der symbolisch für Unterdrückung und Ausbeutung durch das kapitalistische System stand. Der Höhepunkt der deutschen Revolte ist am 2. Juni 1967 erreicht, als in Berlin der Lehramtsstudent Benno Ohnesorg durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe stirbt. Dieser Tag galt später Vielen als die Geburtsstunde der RAF. Zu dieser Zeit hatte der aus Bayern stammende 24jährige Berndt Andreas Bader bereits in Berlin als Kleinkrimineller Fuß gefasst und durch seine Kontakte ins studentische Milieu einen Politisierungs- und Radikalisierungsschub erfahren. In seinem auf biografischen Fakten basierenden Roman zeichnet Stefan Schweizer Baaders Lebensweg vom Jungen, der ohne Vater aufwuchs bis zum Mörder, der hinter den Mauern des Stammheimer Gefängnisses starb, detaill- und kenntnisreich nach. Viel erfährt man aus den Kinder- und Jugendzeit Baaders. Baaders eigensinniger Charakter zeichnet sich schon früh ab. Unfähig, Autoritäten anzuerkennen, gerät der junge Baader schon früh in Konflikt mit dem Gesetz. In seiner Berliner Zeit trifft er dann auf Gudrun Ensslin, die seinem Revoluzzertum den intellektuellen Überbau verschafft. Der weitere Verlauf der Geschichte ist bekannt. Doch was den Reiz des Buches ausmacht, ist die Vermischung von Fakten und Fiktion. Am Ende ist es nicht wichtig, ob die Fakten zur Geschichte der RAF in korrekter chronologischer Reihenfolge geschildert werden. Diese sind ja bereits anderweitig zur Genüge beschrieben worden. Stefan Schweizer geht es darum, das Innerste eines Mannes darzustellen, der auf charismatische Weise Schicksal für viele Menschen gespielt hat. Die Akte Baader ist nicht nur ein spannend geschriebener, rasanter Kriminalroman, sonder auch ein gelungener Beitrag zur Entmystifizierung einer der schillerndsten Persönlichkeiten aus der linken Terrorszene.

  • lielo99

    aus Bad Münstereifel

    5/5

    03.02.2021

    eBook (ePUB)

    Objektiv und einwandfrei recherchiert

    Der biographische Roman Die Akte Baader stammt aus der Feder von Stefan Schweizer. Das Buch zeichnet sich durch eine objektive Wahrnehmung sowie akribische Recherche aus. Andreas Baader war ein Gründungsmitglied der RAF 1. Generation. Selbstverliebt und voller Egozentrik verstand er es, seine Umwelt so ganz nach seinem Geschmack zu manipulieren. Er wuchs bei seiner Mutter und Großmutter auf. Der Vater wurde im 2. Weltkrieg vermisst. Es gab keine Autoritätsperson, die ihm gewachsen war. Sachlich und ohne Vorurteile beschreibt Herr Schweizer den Werdegang Baaders. Es ist nicht unsere Aufgabe heute, nach so vielen Jahren zu entschlüsseln, warum er so geworden ist. Die Schuld der Mutter zu geben, ist zu einfach. Das Nachwort erläutert noch einmal, wie der Autor die Sache sieht und was er sich beim Schreiben dachte. In meinen Augen war Baader war ein kranker Narzisst, aber wie die Anwälte zu dem Verein hielten und ihn und seine Anhänger sogar im Gefängnis unterstützten, das verstehe ich absolut nicht. Auch diese Tatsache muss stets ein Thema sein. Für mich unvorstellbar, dass Schily sogar Minister der Bundesrepublik werden konnte. Viele Tatsachen sind erst seit wenigen Jahren bekannt und wurden in dem Buch Die Akte Baader von Stefan Schweizer sachlich und ohne Pathos einbezogen. Nach dem Lesen des Buches schaute ich mir eine Dokumentation an, die vor vielen Jahren im RBB ausgestrahlt wurde. Dort kam unter anderem ein Mann zu Wort, der über Gudrun Ensslin und ihre Eltern richtete. Ja, er richtete. Er war nämlich der Meinung, dass nur die Tatsache, dass Gudrun im Haushalt eines evangelischen Pfarrers aufwuchs, zu ihrer Radikalisierung führte. Für ihn war also ausschließlich die Zugehörigkeit zur evangelischen Religion der Grund für Mord und Totschlag. Es ist nicht zu fassen, wie krude die Gedanken einiger Leute sind. Für mich ist das Buch Die Akte Baader ein Muss für alle, die sich für die deutsche Geschichte interessieren. Die RAF hielt nicht nur das „Volk“ sondern auch die Verantwortlichen der Regierung in Atem. Helmut Schmidt durchlebte seine schlimmsten Momente als Kanzler und die Passagiere der Landshut erholten sich nie von dem traumatischen Erlebnis.

  • Bewertung

    aus Sheffield

    5/5

    17.11.2018

    Buch (Taschenbuch)

    Die Taten der RAF, geschildert in einer ungewohnten und nachdrücklicher Version

    Das man die exakte Gefühlswelt eines Andreas Baaders nicht wiedergeben kann, steht wohl ausser Frage. Wie sollte das funktionieren? und dennoch ist Stefan Schweizer hier ein guter Versuch geglückt. Er hat sich in den Baader geschickt hineinversetzt und bescheert damit dem Leser eine gänzlich neue Sichtweise auf eine komplette politische Ära. Ich gebe zu, dass ich nicht immer überzeugt war, von der einen oder anderen Ansicht, musste aber feststellen, dass das dann eher an Baaders verdrehten Ansichten lag und nicht an der Interpretation des Autors. Ich denke, wenn man sich für dieses Thema interessiert, kommt man um ein Fachbuch oder eine Dokumentation nicht herum. ABER die Nachhaltigkeit, die Schweizer hier für den Leser erzeugt, steht für sich. Denn in dieser Form hat der Leser die Möglichkeit, nicht nur über Baader und Co zu sprechen, sondern quasi mit ihm. Die Identifikation ist eine andere, eine intensivere. Gut, Baader ist durch das Buch nicht sympathischer geworden, aber im Kontext der politischen Lage verständlicher, persönlicher. Ich finde dieses Buch empfehlenswert als Einstiegsliteratur. Dieses Thema ist sehr umfassend, biete so viel. Schweizer schafft eine solide Grundlage, mit der man arbeiten kann.

  • Bewertung

    aus Glauchau

    5/5

    12.11.2018

    Buch (Taschenbuch)

    Sehr gut geschrieben

    „...Der Geschwindigkeitsrausch brachte sein Adrenalin richtig in Wallung. Hier entdeckte Andreas zu seinem Nachteil etwas, dass sein Leben verhängnisvoll prägen sollte. Er war süchtig nach einem gehörigen Adrenalinkick, wie auch immer er sich diesen zu beschaffen vermochte...“ Das Buch beginnt mit den Gedanken eines Inhaftierten in den einsamen Nächten der Isolationshaft. Es handelt sich um Andreas Baader, den Gründer der RAF. Dann wechselt die Geschichte in die Kindheit des Protagonisten. Andreas wurde 1943 geboren. Sein Vater war Historiker und Archivar. Er kam in sowjetische Gefangenschaft. Seine Mutter hat ein Leben lang auf seine Rückkehr gewartet. Der Autor hat das Lebensbild des Andreas Baader spannend wie ein Krimi erzählt. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Das lag auch daran, weil der Autor nicht nur die Geschehnisse auflistet, sondern Motive hinterfragt und charakterliche Stärken und Schwächen herausstellt. Der Schriftstil lässt sich gut lesen. Er ist über weite Strecken eher sachlich, lässt aber Platz für Emotionen. Schon als Kind zeigt sich Andreas als Rebell. Er ist nicht bereit, sich Regeln zu fügen. Er vermag es früh, seine Mutter zu manipulieren. Nur in einem Punkt bleibt sie konsequent. Sie legt Wert darauf, dass Andreas sein Abitur ablegt. Durch einen Motorraddiebstahl mit anschließender Haft aber macht er allerdings die Wünsche der Mutter zunichte. Das Eingangszitat bezieht sich genau auf dieses Geschehen. Detailgenau wird der Weg des Protagonisten nachgezeichnet. Er versteht es, Menschen in seine Pläne einzuspannen, beansprucht grundsätzlich die Führungsrolle, beleidigt selbst enge Vertraute, wenn ihm danach ist, und setzt zunehmend auf gewalttätige Aktionen. Er wird folgenderrmaßen beschrieben: „...Andreas war charismatisch, und er sah inzwischen besser aus als in den Jahren seiner Pubertät und Jugend, denn er wurde männlicher. […] Er war recht muskulös und besaß einen kräftigen Körperbau...“ Schon bald wird Gudrun Ensslin seine Gefährtin. Sie ist intelligenter und versucht, seinen Führungsanspruch zu hintergehen. Drogen und Amphetamine gehören auf den täglichen Speiseplan der Gruppe. Es fällt auf, dass der Gruppe ein politisches Konzept fehlt. Das einzige Ziel ist in der Zerstörung der staatlichen Ordnung. Es gibt weder einen Plan für ein Danach, noch eine schlüssige Begründung für die Taten. Der Bezug auf den Vietnamkrieg und die Nazivergangenheit wirkt konstruiert. Hinzu kommt, dass Andreas mit Drohungen und versteckten Erpressungen Leute unter seine Kontrolle bringt, die ihm geistig überlegen sind. Das gilt sowohl für Ulrike Meinhof als auch für viele Rechtsanwälte, die die Angeklagten verteidigten. Gerade diese Charaktereigenschaft von ihm erinnert mich fatal an das Handeln von Diktatoren. Andreas` Gefühlskälte selbst gegenüber unschuldigen Opfern kommt an vielen Stellen zum Tragen. Auch der Widerspruch zwischen der Ablehnung des Staates und dem Streben nach einem gehobenen Lebensstil auf Kosten anderer wird deutlich. Andreas steigert sich in einen Blutrausch. Das geht soweit, dass er die Bombenexplosionen aus der Nähe selbst beobachtet und dann den andern berichtet. Selbst die Attentate der Palästinenser schreibt er sich gedanklich auf die Fahne. Nach dem Tod der israelischen Olympiamannschaft stellt er fest. „...Voll innerer Genugtuung und voller Schadenfreude las Andreas über die Blamage der deutschen Sicherheitsbehörde. […] Instinktiv spürte er, dass er dabei war, völlig den Kontakt zur Wirklichkeit zu verlieren, aber für ihn schien das die einzige Möglichkeit, bei klarem Verstand zu bleiben...“ Der gemeinsame Selbstmord setzt den Schlusspunkt unter die Akte Baader. Ein ausführliches Nachwort liefert ergänzende Informationen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es arbeitet akribisch eine bitteres Kapitel deutscher Geschichte auf.

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