Wie begegnet man einer Frau, die höchstens noch ein halbes Jahr zu leben hat? Fred glaubt es zu wissen. Er ist alleinerziehender Vater und hat sich zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter ausbilden lassen, um seinem Leben mehr Sinn zu geben. Aber Karla, stark, spröde und eigensinnig, arrangiert sich schon selbst mit ihrem bevorstehenden Tod und möchte nur etwas menschliche Nähe - zu ihren Bedingungen. Als Freds Versuch, sie mit ihrer Vergangenheit zu versöhnen, grandios scheitert, ist es nur noch Phil, sein 13-jähriger Sohn, der Karla besuchen darf. Doch dann trifft Hausmeister Klaffki in einer kritischen Situation die richtige Entscheidung - und verhilft Fred zu einer zweiten Chance.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
16.12.2023
eBook (ePUB 3)
Richtig gut
Zu Beginn musste ich ein bisschen in die Geschicht kommen, aber dann hat sie mich richtig in ihren Bann genommen. Es geht um die todkrankte Karla, die höchstens noch ein halbes Jahr zu leben hat.
Die vier wichtigsten Personen sind Karla, Fred (Sterbebegleiter) und Phil (Freds Sohn), die alle ihr eigene Art haben, mit der beschriebenen Situation umzugehen.
Eine Geschichte, die dem Thema "Sterben" und "Tod" den Schrecken nimmt.
Für mich mein Buch des Jahres.
Gilasbuecherstube
5/5
10.07.2023
Buch (Taschenbuch)
Nachdenklich, philosophisch, tiefsinnig
Karla weiß, dass sie nur noch höchstens ein halbes Jahr zu leben hat und genaue Vorstellungen, wie der Mitarbeiter des Hospizdienstes sie in dieser Zeit unterstützen soll.
Sie ist eine sehr starke, sture und eigensinnige Frau und Fred, der seinen ersten Einsatz nach seiner Ausbildung bei ihr hat, kann es ihr irgendwie gar nicht recht machen, denn sie reagiert völlig anderes, als er es erwartet hat.
Der Versuch, Karla mit ihrer Vergangenheit auszusöhnen, misslingt deshalb auch völlig und Karla will Fred nicht mehr sehen. Nur sein Sohn Phil, der ihre Fotos archiviert, darf sie noch besuchen.
Doch dann verhilft ausgerechnet der Hausmeister Klaffki Fred zu einer zweiten Chance.
Als ich den Titel des Buches gelesen habe, wusste ich sofort, welches Thema in der Geschichte behandelt wird, denn ich habe selbst vor über 20 Jahren diese Ausbildung gemacht und war lange Zeit als Sterbebegleiterin im Hospizdienst aktiv.
Der alleinerziehende Fred will seinem Leben mehr Sinn geben und hat eine Ausbildung als Sterbebegleiter gemacht. Karla ist seine erste Begleitung und er möchte natürlich alles richtig machen.
Doch Fred ist sehr unsicher und unbeholfen. Ihm fehlt die Erfahrung und das nötige Feingefühl. Er glaubt, wenn er so handelt, wie er es gelernt hat, macht er alles richtig. Dabei erkennt er nicht, welche Bedürfnisse Karla hat und entscheidet einfach über ihren Kopf hinweg.
Karla hingegen weiß genau was sie will. Sie hat sich mit ihrem frühen Ableben abgefunden, will bis zuletzt in ihrer Wohnung bleiben, ihre Ruhe haben und eigentlich keine Nähe zulassen. Es macht den Eindruck, als ob sie ihrem Lebensende relativ gelassen entgegensieht, doch der erste Eindruck täuscht.
Erst Phil, der 13-jährige Sohn von Fred hat die nötige Empathie und das Einfühlungsvermögen, um instinktiv zu erkennen, was Karla gerade braucht und handelt dementsprechend.
Neben der Sterbebegleitung spielt parallel auch das Verhältnis von Vater und Sohn eine Rolle. Phil ist ein ruhiger, zurückhaltender Junge und Fred versucht ihm ein guter Vater zu sein. Die Treffen zwischen Karla und Phil tun beiden gut, denn mit der Zeit entwickelt sich zwischen ihnen so etwas wie eine Beziehung.
Susann Pásztor hat mit Fred, Klara, Phil und auch Klaffki wunderbare Charaktere erschaffen, die sich im Laufe der Geschichte kontinuierlich weiterentwickeln.
Enttäuscht hat mich lediglich etwas, dass dieser Augenblick, in dem das Fenster geöffnet wird, nur nebenbei erwähnt wurde. Aus meiner Arbeit in der Altenpflege und des Hospizdienstes kenne ich den Brauch, nachdem ein Mensch verstorben ist, das Fenster zu öffnen, damit die menschliche Seele einen Weg hat um in den Himmel aufzusteigen. Ich hätte mir Stelle gewünscht, dass etwas mehr darauf eingegangen wäre.
Fazit
„Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ ist keine Geschichte, die auf die Tränendrüse drückt. Im Gegenteil. Sie ist nachdenklich, philosophisch und tiefsinnig. Es gibt viele humorvolle und skurrile Situationen, die mich zum Lachen gebracht haben. Aber natürlich gibt es auch viele Momente und Dialoge, die zum Nachdenken anregen.
Auch wenn ich eine etwas andere Vorstellung von der Geschichte hatte, hat sie mir gut gefallen.
Ich hoffe, diese Konfrontation mit dem Sterben und dem Tod baut Berührungsängste ab, denn kaum jemand beschäftigt sich mit dem Thema.
Ich kann sie jedenfalls jedem nur wärmstens ans Herz legen.
Bewertung
aus Henstedt-Ulzburg
5/5
21.01.2020
Buch (Taschenbuch)
Wichtiges Thema
Es handelt sich um einen Roman, in dem ein Vater das erst Mal als Sterbebegleiter tätig wird. Er schildert seine eigenen Ängste und Erfahrungen. Zugleich bestehen zwischen ihm und seinem Sohn Spannungen. Ohne es direkt zu wollen spielt die Sterbende plötzlich eine Rolle in diesem Konflikt.
Das Buch regt zum Nachdenken an, enthält auch heitere Passagen und stellt die Situation dar, die u s alle einmal erwartet - den Tod. Trotz des ernsten Themas lustig geschrieben und lesenswert.
Bewertung
aus Schwerin
5/5
19.02.2019
eBook (ePUB 3)
anders als erwartet
ein fesselndes Buch mit Blickweisen zum Thema Sterben; angesprochen werden Empfindungen, Krisen aber auch das Reifen der Begleiter und der Betroffenen im Sterbe(begleit)prozess, welcher hier zum Alltag für die Akteure gehört; die Beteiligten werden dem Leser zunehmend sympatischer - man geht hinein in die Handlung, denkt nach...; Sterben ist ein Lebensthema und die Auseinandersetzung im Buch ist -meines Erachtens nach- gut gelungen; eine gut verständliche Sprache macht das Buch für eine breite Öffentlichkeit lesbar und kann Hilfestellung für beide Seiten (Betroffene und Helfer) sein
Bewertung
5/5
07.02.2019
Buch (Taschenbuch)
Sterbebegleitung der anderen Art...
Sterbebegleitung der anderen Art mit Figuren, die schnell ans Herz wachsen. Das alles so berührend und zugleich humorvoll, dass ich begeistert bin, dieses Buch gelesen zu haben!!!
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5/5
16.09.2018
Buch (Taschenbuch)
In unaufgeregtem Schreibstil behandelt...
In unaufgeregtem Schreibstil behandelt S.Pásztor ein ernstes Thema mit feiner Leichtigkeit ohne dabei kitschig zu werden.Ein berührender Roman gegen das Vergessen von Lebensspuren
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5/5
02.06.2017
Buch (Taschenbuch)
Das Sterben gehört zum Leben -...
Das Sterben gehört zum Leben - unsentimental, aber berührend schreibt Susann Pásztor über die Begleitung einer sterbenden Frau. Glaubwürdig, humorvoll, menschlich und tröstlich!
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5/5
12.05.2017
Buch (Taschenbuch)
Dieser wunderbare Roman ist große...
Dieser wunderbare Roman ist große Erzählkunst und ein intensives Lesevergnügen. Ein Buch übers Sterben und übers Leben, das unaufgeregt, undramatisch und mit Wortwitz begeistert.
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4/5
05.11.2018
Buch (Taschenbuch)
Frisch geschulter Sterbebegleiter...
Frisch geschulter Sterbebegleiter soll seine erste Begleitung im Hospiz durchführen. Diese Rechnung hat er nur ohne Karla gemacht-denn Karla ist halt kein Kapitel...sondern echt!
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4/5
17.07.2018
Buch (Taschenbuch)
Schwieriges Thema, literarisch...
Schwieriges Thema, literarisch gut umgesetzt. Sehr berührend.
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