Nur knapp ist Mara einem Bombenattentat in der U-Bahn entgangen. Ihre Mitschüler nennen sie seither "Das Mädchen, das überlebt hat" und erwarten Betroffenheit von ihr. Aber Mara hat ganz andere Sorgen. Ihre Freundin Sirîn meldet sich immer seltener und scheint plötzlich komplett unerreichbar. Je mehr Mara ihr zu helfen versucht, desto mehr Unverständnis und Ablehnung erntet sie. Was verheimlichen alle vor ihr? Erst als sich ihr Schwarm Chriso in die Suche einschaltet, kommt die erschütternde Wahrheit ans Licht.
"Ein Buch, das unter die Haut geht."
Corinna Schmitz, Blog "buecherweltcorniholmes"
"Ein Buch, das aktueller nicht sein könnte!"
Timo Muth, Blog "rainbookworld"
"Ein Roman, der mich unsagbar berührt und völlig verloren und erschüttert zurückgelassen hat."
Susanne Matiaschek, "Magische Momente Alys Bücherblog"
"Wer gerne feinfühlige, spannende, emotionale und lebensnahe Jugendbücher liest, sollte unbedingt zu "Die Stille zwischen den Sekunden" von Tania Witte greifen. Mich hat die Geschichte komplett von den Füßen gerissen und ich bin in jeglicher Hinsicht begeistert."
Blog "Buchstabenträumerei"
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
hallobuch, Silke Schröder
aus Hannover
5/5
14.01.2021
Hörbuch (MP3-CD)
Emotional aufwühlender Jugendroman
Wie umgehen mit so furchtbaren Erlebnissen wie einem Terroranschlag? Wie weiterleben, wenn es doch gar keinen Sinn macht, dass ausgerechnet das eigene Leben gerettet wurde, während viele andere sterben mussten? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Tanja Witte in ihrer coming-of-age-Erzählung “Die Stille zwischen den Sekunden”. Im Mittelpunkt stehen die Ich-Erzählerin Mara und ihre Versuche, mit den schrecklichen Erlebnissen irgendwie umzugehen. Dabei geht sie auch auf die besondere Freundschaft zwischen der aus Kurdistan kommende Sirin und Mara ein, die aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen kommen. “Die Stille zwischen den Sekunden” ist ein emotional aufwühlender Jugendroman, in dem es der Autorin gelingt, sich sehr einfühlsam einem furchtbaren Thema zu nähern – und Schritt für Schritt eine Wahrheit für ihre Hauptfigur zu entwickeln, die ihr das Weiterleben möglich macht. Sehr feinfühlig gelesen von Uta Dänekamp.
Sandra Scheer von BuchZeiten
aus Neuss
5/5
14.01.2021
Hörbuch (MP3-CD)
Ein absolut spannendes, fesselndes Hörbuch, das seinesgleichen sucht.
Inhalt:
Nur knapp entgeht Mara einem Bomben-Attentat in der UBahn. Auch wenn sie es versucht zu überspielen, es verfolgt sie doch immer mehr. Die Schulkollegen - allen voran ihr Schwarm Chriso - nennen sie nur noch "das Mädchen, das überlebte". Das ärgert Mara sehr, zumal Chriso doch ihr heimlicher Schwarm ist. Als er sich ausgerechnet jetzt immer mehr um Mara bemüht, glaubt diese, er hat es nur auf Informationen für seinen Instagram-Kanal abgesehen. So ist Mara hin- und hergerissen. Und ausgerechnet jetzt hat ihre beste Freundin Sirin Hausarrest und Schuld daran ist Maras Mutter. Eigentlich hat Mara ein gutes Verhältnis zu Sirins Familie, doch je mehr sie sich jetzt bemüht die Freundin wiederzusehen, desto mehr Ablehnung prallt ihr entgegen. Gut, dass Sirin wenigstens ab und zu ihr Handy klauen kann und mit Mara schreiben kann, sonst würde sie wohl völlig verrückt werden. Und doch, irgendwas lauert im Hintergrund .. auch wenn es für Mara nicht greifbar ist, kann sie das Gefühl nicht abschütteln.
Meine Meinung zum Hörbuch:
Wow, das war mal mega-spannend und mitreißend und so anders als man es erwartet hätte. Es ist jetzt sehr schwer, eine Bewertung zu schreiben, ohne das wirklich wesentliche der Geschichte zu erwähnen. Denn das, was der eigentliche Inhalt der Geschichte ist, wird erst spät erkannt vom Zuhörer.
Während man das Hörbuch hört, baut man sich nach und nach Ideen zurecht, was eigentlich gerade geschieht. Man vermutet, man wirft das um, erkennt andere Details und bildet sich ein neues Gerüst. Um am Ende dann zu erkennen, das meiste, was man vermutet hat, stimmt kein bisschen. Ich finde, der Autorin ist da wirklich ein Meisterstück von "aufs Glatteis führen" geglückt.
Ich muss aber auch sagen, dass ich mich sehr viel von Mara haben leiten lassen. Was sie dachte oder annahm, das schien in jedem Moment das genau Mögliche zu sein. Das wird in meinen Augen auch noch von der lebendigen Art der Sprecherin Uta Dänekamp vermittelt. Man hat das Gefühl, das ist keine Geschichte, sondern es passiert genau so in genau dem Moment. Eine wirklich gelungene Kombination aus Geschichte und Sprecherin in meinen Augen.
Es ist wieder eine der Geschichten, die einen auch nach dem Ende noch lange beschäftigt. Denn neben dem eigentlichen Thema gibt es auch noch viele andere Themen, die mich gefangen hielten. Die Vorurteile, die Bestätigung mancher davon, andersrum dann doch wieder das Erkennen, dass manches ganz anders ist ... eine wirklich schöne Mischung.
Was ich Anfangs übrigens ganz witzig fand, waren die Hashtags, die benutzt wurden ... allerdings muss ich auch sagen, dass es davon im Laufe der Geschichte irgendwann zu viel wurde. Bei einem Buch liest man vielleicht drüber hinweg, bei einem Hörbuch kann man das nicht, auch wenn die Sprecherin mit Dramatik versuchte, es positiv in die Geschichte einzubauen .. hier wäre meiner Meinung nach manchmal weniger mehr gewesen. Aber das nur so am Rande ...
Fazit:
Ein absolut spannendes, fesselndes Hörbuch, das seinesgleichen sucht. Denn das, was man vermutet ist am Ende nicht das, was passiert. Geschickt lenkt die Autorin aber auch die Sprecherin die Zuhörer in die Irre ... bitte mehr davon!
fromme Helene
5/5
30.08.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch gleich einer Explosion
Als ich es beendet hatte, war die Welt nicht mehr wie vorher.
Es hat etwas gedauert, bis ich mich von den Eindrücken des Buches befreien konnte. Noch heute - zwei Wochen - später hallt es nach.
Ich bin begeistert vom Aufbau der Geschichte, von der emotionalen Nähe und der tapferen Mara, der nichts wichtiger ist als ihre Freundin Sirîn - von ihrem Kampf , ihrer Suche, ihrer Treue.
Je weiter ich lese, desto mehr bange ich mit Mara um den Verbleib ihrer Freundin, lese Seite um Seite, stoße auf immer mehr Ungereimtheiten und Hindernisse auf der Suche nach Sirîn. Ich leide mit Mara, die sich auf nichts anderes mehr konzentrieren kann als die Angst um ihre Freundin. All ihre Versuche, Verständnis und Hilfe zu finden, scheitern. Das Leben um sie herum, die Schule, die besorgten Blicke der Eltern und Freunde, das gräßliche Attentat, dem sie nur knapp entronnen ist, alles verschwimmt – nur ihr Blick auf ihre geliebte Freundin scheint noch Platz zu haben.
Das Ende ist ein Paukenschlag und lässt mich sprachlos zurück.
Für manches im Leben gibt es keine Worte nur Stille.
Fazit: Ein einzigartiges Buch gegen Gewalt und für interkulturelles Verständnis – ganz ohne Altersbeschränkung.
Skyline Of Books
5/5
28.05.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist für mich der Inbegriff eines Lese-Sogs!
Klappentext
„Nur knapp ist Mara einem Bombenattentat in der U-Bahn entgangen. Ihre Mitschüler nennen sie seither „Das Mädchen, das überlebt hat“ und erwarten Betroffenheit von ihr. Aber Mara hat ganz andere Sorgen. Ihre Freundin Sirîn meldet sich immer seltener und scheint plötzlich komplett unerreichbar. Je mehr Mara ihr zu helfen versucht, desto mehr Unverständnis und Ablehnung erntet sie. Was verheimlichen alle vor ihr? Erst als sich ihr Schwarm Chriso in die Suche einschaltet, kommt die erschütternde Wahrheit ans Licht.“
Gestaltung
Passend zum einem wichtigen Ereignis im Buch sieht man auf dem Cover eine Tür, die sehr an eine Bahntür erinnert. Davor ein ernstblickendes Mädchengesicht, das sich in der Tür spiegelt und auf einen Schatten eines anderen Gesichtes hinter der Tür zu blicken scheint. Ich finde dieses Motiv unglaublich passend, da es eine wichtige Szene des Buches aufgreift. Außerdem liebe ich, dass das Cover metallisch schimmert, wenn man es bewegt. Dies sieht zusammen mit den verschiedenen Blautönen richtig toll aus!
Meine Meinung
Tatsächlich bin ich sehr unvoreingenommen an das Buch herangegangen, da ich mir extra vor Lesebeginn nicht nochmal den Klappentext durchgelesen habe. So wurde ich beim Lesen total mitgenommen, überrascht und einfach nur gefesselt. In „Die Stille zwischen den Sekunden“ geht es um Mara, die nur knapp einem Bombenattentat in der U-Bahn entgangen ist. Während alle in ihrem Umfeld kein anderes Thema zu haben scheinen, hat sie jedoch ganz andere Sorgen: ihre beste Freundin Sirîn, welche Ärger zu Hause hat und sich nicht mehr meldet. Sie setzt alles daran, um Sirîn zu helfen und bekommt dabei unerwartet Unterstützung von Chriso, in den Mara verliebt ist.
Wow, einfach nur wow! Ich weiß gar nicht, wie ich den Sog, den das Buch entfaltet hat auch nur annähernd beschreiben soll, um ihm gerecht zu werden. Die Geschichte startet direkt mit dem Bombenanschlag und zieht sich dann weiter über das Alltagsleben von Mara, in welchem es drunter und drüber geht. Das Buch spielt ein raffiniertes Spiel mit dem Leser, welches sich ihm aber erst am Ende eröffnet und dann erscheint die ganze Geschichte in einem komplett anderen Licht. Ich jedenfalls war kurz vor Ende wirklich sprachlos.
Ich denke, der einnehmende Sog hat auch viel mit dem grandiosen Schreibstil und dem ansprechenden Aufbau des Textes zu tun. Der Schreibstil von Tania Witte hat mir unglaublich gut gefallen, denn er ist jugendlich frisch und hat mir Maras Art zu denken sehr nahe gebracht. Es gibt Ausdrücke der Jugendsprache, aber dennoch rutschte es nicht zu sehr ab in die Umgangssprache. Zudem wird der Text immer wieder durch Whatsapp- oder Instagram-Nachrichten aufgelockert, was ich richtig klasse fand und womit ich erst überhaupt nicht gerechnet hatte. Diese Mischung aus Text und Nachrichten in Kombination mit der einnehmenden Sprache haben mich geradezu an die Seiten gefesselt. Ich habe dieses Buch unglaublich schnell gelesen, so schnell, dass ich gar nicht merkte, wie ich auf den letzten Seiten ankam!
Bei der Handlung möchte ich eigentlich gar nicht so viel verraten, außer dass ich ihr total auf den Leim gegangen bin. Ich verfolgte gespannt Maras Anstrengungen, Kontakt zu ihrer besten Freundin Sirîn, welche Hausarrest inklusive Handy- und Laptop-Verbot hat, aufzunehmen. Zudem setzt sich Mara mit ihren Schulkameraden und ihrem Schwarm Chriso auseinander. All diese Ereignisse verfolgte ich voller Neugier und total ahnungslos…bis im letzten Drittel auf einmal die sprichwörtliche Bombe platzt und Mara etwas gesagt wird, das alles in einem komplett anderen Licht dastehen lässt und das zumindest mir die Augen geöffnet hat. Ab diesem Moment intensivierte sich der ohnehin schon starke Lese-Sog und ich musste einfach wissen, was nun die Wahrheit ist. Dieser Twist am Ende war total schockierend! Allerdings muss ich auch sagen, dass ich mich ein wenig gefragt habe, wieso es nun Chriso war, der Mara schlussendlich auch auf die Erkenntnis gebracht hat und nicht beispielsweise ihre Mutter, eine Psychologin.
Als gelungen empfand ich auch den kulturellen Aspekt, der durch die Geschichte von Sirîn in das Buch eingebracht wurde. Mara hat Angst, dass Sirîn von ihren Eltern zurück in Sicherheit, in ihr Heimatland gebracht wird. Dabei verdeutlicht sie in ihren Gedanken den kulturellen Unterschied und regt den Leser so zum Nachdenken darüber an. Ich empfand Maras Ängste diesbezüglich auch als sehr greifbar und verständlich und konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Ich konnte mich auch mit ihr identifizieren, da sie ein ruhiges, nachdenkliches Mädchen ist. Mein Highlight war tatsächlich Chriso, welcher durch das Ende noch einmal in einem ganz anderen Licht erschienen ist. Er hat mir wohl mein Herz geraubt…
Fazit
Ich weiß gar nicht, welche Worte ich wählen soll, um zu sagen, dass dieses Buch unbedingt gelesen werden sollte. Von jedem! Vor allem solchen Lesern, die sich gerne überraschen lassen. Und solchen, die gerne komplett in eine Geschichte gesogen werden. „Die Stille zwischen den Sekunden“ ist ein raffiniertes Spiel, dessen Ende die gesamte Geschichte in einem anderen Licht darstellt. Ich war komplett ahnungslos, bis kurz vor Schluss etwas gesagt wurde, das mich eiskalt erwischt hat. Das Buch übt dabei vor allem durch den genialen, einnehmenden Schreibstil von der ersten Seite an einen Sog aus, dem ich mich nicht entziehen konnte. Dieses Buch ist für mich der Inbegriff eines Lese-Sogs der Extraklasse! Es hat mich atemlos zurückgelassen!
5 von 5 Sternen!
Reihen-Infos
Einzelband
Lainybelle
aus Marburg
5/5
27.05.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hallt länger als ein paar Sekunden in der Stille nach
Worum geht's?
Mara ist noch am Leben. Hätte sie die U9 nicht verpasst, wäre sie ein weiteres Opfer des Bombenanschlags geworden, bei dem 132 Menschen umgekommen sind. Die Besorgnis ihrer Familie und die Neugier ihrer Mitschüler findet sie dennoch übertrieben. Nur ihr Schwarm Chriso, der sonst jeden Mist auf seinem Videochannel ausschlachtet, überrascht sie positiv, auch wenn er das Ganze stattdessen zu sehr an sich heranzulassen scheint.
Ausgerechnet die Einzige, die verstehen würde, wie es Mara geht und wie sehr Chriso ihre Gefühle ins Chaos stürzt, wird jetzt von ihren hyperbesorgten Eltern von Mara ferngehalten: ihre beste Freundin Sirîn. Mara muss um jeden Preis verhindern, dass sie sie in ihre Heimat zurückschicken, weil sie nach dem Anschlag glauben, sie in Sicherheit bringen zu müssen ...
Was mich neugierig gemacht hat:
Ich bin durch die Autorin zu dem Buch gekommen, die ich als Teil des Duos Ella Blix mit „Der Schein" kennengelernt habe.
Auf den ersten Blick hätte ich das Ganze eher in der Thriller-Ecke verortet und wäre wegen der Altersempfehlung ab 12 Jahren wahrscheinlich zögerlich gewesen, weil ich mich normalerweise eher im älteren Jugend- bzw. jungen Erwachsenenbuchbereich bewege. Ich bin aber sehr froh, dass dieses Buch mir nicht entgangen ist – mehr dazu unten.
Noch ein Tipp: Am besten nicht den Originalklappentext lesen. Ich bin mir nicht sicher, weil ich selbst ihn bei meinem Lesestart nicht angeschaut hatte, aber im Nachhinein finde ich, dass er etwas zu verdächtig wirkt.
Wie es mir gefallen hat:
Kennt ihr diese Bücher, über die man nicht gut sprechen kann, ohne zu viel zu sagen? Mit so einem Fall haben wir es hier absolut zu tun. Trotzdem hier mein Versuch, meine Eindrücke spoilerfrei auf den Punkt zu bringen: Dieses. Buch. schlägt. ein.
Ich habe bei meiner Lektüre der letzten Monate eher wenige Sog-Bücher dabei gehabt. Es gibt viele, die cool und unterhaltsam sind und natürlich auch bewusst ruhige, aber nicht so viele, die sich an deinen Händen und in deinen Gedanken festkrallen und dich nicht loslassen, bevor du nicht alles weißt. Allerspätestens in der zweiten Hälfte entwickelt „Die Stille zwischen den Sekunden" sich zu so einer Geschichte.
Nachdem ich es beendet hatte, musste ich erst mal alles sortieren. Was mir ehrlich gesagt immer noch nicht ganz gelungen ist. Es handelt sich nämlich auch um die Art von Buch, die man am besten gleich noch mal lesen will, um aus der Perspektive von allem, was man jetzt über die Figuren weiß, verschiedene Szenen noch einmal zu betrachten.
Ich könnte mir vorstellen, dass Mara mit ihrer Art nicht bei jedem auf Verständnis stößt, aber mich hat sie in einigen Punkten sehr an mein Schul-Ich von damals erinnert. Sie ist aus vielerlei Gründen nicht die zugänglichste Protagonistin, aber gerade das macht sie so spannend.
Was die Nebencharaktere betrifft, stehe ich am Ende mit vielen Fragen da. Bei vielen von ihnen würde ich zu gern wissen, was zu verschiedenen Zeitpunkten der Geschichte in ihnen vorgegangen ist.
Besonders beeindruckend ist, wie realitätsnah und detailreich Tania Witte Maras Leben samt ihrer Gedankenwelt und ihrem Umfeld gezeichnet hat. Man gewinnt den Eindruck, ihr persönlich begegnet zu sein bzw. alles als Beobachter miterlebt zu haben.
Das Neben- und vor allem Miteinander verschiedener Kulturen ist ein großes Thema des Buches und fließt völlig ungekünstelt und dafür umso warmherziger und unglaublich lebensklug mit ein. Ein besonderer Augenmerk liegt dabei (durch Sirîns Familie) auf der Mentalität und den Traditionen des Kurdischen.
Die Tiefe von Maras und Sirîns Freundschaft, die sich über alle Unterschiede hinwegsetzt, ist mutmachend und wirklich nachahmenswert.
Auch die Art und Weise, wie die „Neuen Medien" Eingang in die Geschichte finden, ist aus meiner Sicht sehr authentisch. Von Chrisos Kanal und Maras und Sirîns Kochblog bis hin zu den Songs, die im Buch eine Rolle spielen und Maras Spotify-Listen zu verdanken sind – am Ende hat man fast das Gefühl, nicht „nur" ein Buch gelesen, sondern gleich auch noch visuelle und akustische Komponenten mit dazu bekommen zu haben.
(Für wen) Lohnt es sich?
Dieses Buch lohnt sich sehr, wenn man bereit ist, sich auf einen nicht ganz leichten Weg zu machen. Es ist eine spannende Geschichte mit einer unerwarteten Komposition, tatsächlich auch eine Liebesgeschichte (nicht nur im herkömmlichen Sinne), sie rüttelt auf, nimmt einen mit.
Ich kann sie auch Lesern weit über der Altersangabe des Verlags (ab 12 Jahren) empfehlen und sie mir außerdem gut als Klassenlektüre vorstellen.
In einem Satz:
„Die Stille zwischen den Sekunden" ist kein Gutelaunebuch, sondern eines, das etwas zu sagen hat und das - nicht nur in den Sekunden danach, sondern weitaus länger - in der Stille nachhallt.
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5/5
10.01.2021
eBook (ePUB)
Was Trauer mit uns macht
Ein emotional umwerfendes Buch - im wahrsten Sinn des Wortes! Man lebt, liebt und leidet mit Mara, begibt sich mit ihr auf die exzessive Suche nach Sirin & hofft und bangt. Schlußendlich schließe ich das Buch, tränenüberströmt & urplötzlich stehen die Befindlichkeiten der Randfiguren meterhoch im Raum. Und die Geschichte geht mir tagelang nicht aus dem Kopf. Fesselnd und ergreifend! Grandios! Unbedingte Leseempfehlung!
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