Tierische Gefährten. Warum Tiere unsere Gesundheit verbessern

Tierische Gefährten. Warum Tiere unsere Gesundheit verbessern

Buch (Taschenbuch)

29,99 € inkl. gesetzl. MwSt.

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Beschreibung

Die Ansätze der tiergestützten Interaktion nutzen die Erkenntnis, dass der Kontakt zu Tieren erheblich zur psychischen Gesundheit des Menschen beiträgt. Doch entdeckt die Wissenschaft auch im Körper des Menschen erstaunliche Phänomene z.B. beim Streicheln oder Beobachten eines Tieres.
Doch wieso ist das so? Was passiert in uns Menschen, wenn wir in regelmäßigem Kontakt zu Tieren stehen? Welche körperlichen, psychischen und sozialen Auswirkungen hat die Interaktion und wie können wir die Erkenntnisse in der tiergestützten Intervention nutzen? Ermöglicht das Zusammenleben von Mensch und Tier eine Verbesserung der Lebensqualität? Diesen Fragen und der Faszination "Mensch-Tier-Beziehung" widmet sich das vorliegende Buch unter Einbeziehung aktueller wissenschaftlicher Befunde und Experimente.

Belinda Peter, Sozialarbeiterin B.A., hatte bereits in ihrer Kindheit ein großes Herz für Tiere. Schon immer wollte sie eines Tages beruflich mit Tieren arbeiten. Im Studium der Sozialen Arbeit an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena legte sie ihren Schwerpunkt auf die wissenschaftliche Disziplin der tiergestützten Interaktion.

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

31.01.2019

Verlag

Diplomica Verlag

Seitenzahl

92

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

31.01.2019

Verlag

Diplomica Verlag

Seitenzahl

92

Maße (L/B/H)

22,1/15,9/1,2 cm

Gewicht

191 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96146-690-0

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Textprobe:
Kapitel 2.1 Einfluss auf die sympatho-adrenerge Stressachse:
In den letzten Jahren gibt es zunehmende Untersuchungen, in denen physiologische Effekte, unter Einfluss von Tieren auf den Menschen erforscht wurden (Julius et al., 2014, S. 75 ff.). Zum größten Teil beziehen sich die physiologischen Parameter auf die Aktivierung sowie Deaktivierung der Stresssysteme (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse sowie symphatiko-adrenergen Achse). Für die Aktivität der Stressachse wurden als Indikator entweder kardiovaskuläre Parameter (worauf sich ein Großteil der Forschungen bezieht) wie Blutdruck und Herzfrequenz oder neuroendokrine Variablen, wie die Konzentration der Hormone Epinephrin, Norepinephrin und Kortisol im Speichel oder im Blut gemessen. Folgende Studie wurde danach unterteilt, ob die Effekte unter Normalbedingungen (zum Beispiel während einer Ruhephase) oder unter einer stressauslösenden Situation (zum Beispiel während einer Prüfungssituation) erhoben wurden. In einigen Studien wurden auch mögliche Auswirkungen auf die Hauttemperatur und den Hautwiderstand untersucht. Alle Ergebnisse dieser Studien sind eindeutig:
"Menschlicher Kontakt zu Tieren hat das Potenzial, die Aktivität des sympathischen Nervensystems zu reduzieren und damit physiologische Stressreaktionen abzupuffern" (zit. nach Julius et al., 2014, S. 76).
Friedmann et al. (1983, S. 461 f.) untersuchten, ob sich der Blutdruck von Kindern durch die Anwesenheit eines Hundes veränderte, während sie lasen oder sich ausruhten. Wenn der Hund von Anfang an dabei war, stellte man einen niedrigeren Blutdruck fest, als wenn der Hund erst zum späteren Zeitpunkt des Experiments dazu kam. Kaminski et al. (2002, S. 312 ff.) untersuchten die psychologischen und physiologischen Reaktionen von Kindern, während sie in stationärer Behandlung waren und einerseits an einer spieltherapeutischen und einer tiergestützten Intervention teilnahmen. Nur bei der Interaktion mit Tieren konnten die Forscher eine geringere Herzfrequenz und andere positive Effekte feststellen. Des Weiteren wurde der Blutdruck an Herzpatient innen in stationärer Behandlung unter drei Bedingungen getestet: Zum einen befanden sich die Patient innen in einer routinemäßigen Pflegesituation oder sie erhielten Besuch von einer fremden Person mit Hund, oder von der gleichen Person ohne Hund. Die Patient innen, die in Begleitung eines Hundes besucht wurden, hatten während und nachdem der Hund anwesend war, den niedrigsten Blutdruck von allen (Cole et al., 2007, S. 575 ff.). Vormbrock und Grossberg (1988, S. 509 ff.) gingen den Ursachen dieser psychologischen Effekte auf den Grund. Sie erhoben die Blutdruckwerte von Studierenden, die mit einem Hund interagierten. Ein Teil der Teilnehmenden durfte nur über Augenkontakt mit dem Hund Kontakt aufnehmen, der zweite Teil nur mit dem Hund sprechen und der letzte Teil durfte den Hund streicheln. Die Studierenden, die Körperkontakt zum Hund aufnahmen, also ihn streichelten, hatten die signifikant niedrigsten Werte von allen Teilnehmenden. Die Forschenden gehen nun davon aus, dass es sich weniger um kognitive Prozesse, sondern vielmehr um Körperkontakt handelt, die dem Mechanismus der Herzfrequenz- und Blutdruckreduktion zugrunde liegen.
Nun ist interessant, wie der menschliche Kontakt zu einem Tier Blutdruck und Herzfrequenz unter einer stressauslösenden Situation beeinflusst. Zunächst werden Studien vorgestellt, deren Probanden von einem Tier begleitet wurden, das sie nicht kannten. Die Wissenschaftler innen untersuchten Kinder von drei bis sechs Jahren während einer medizinischen Routineuntersuchung. Einmal war ein Hund anwesend, in einer anderen Situation waren sie allein, die Reihenfolge wurde zufällig ausgewählt. Als der Hund dabei war, sank sowohl der Blutdruck als auch die Herzfrequenz der Kinder deutlich (Nagengast et al., 1997, S. 434 ff.). In einer ähnlichen Studie untersuchten Hansen et al. (1999, S. 142 ff.) zusätzlich
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