• Produktbild: M. Der Sohn des Jahrhunderts
  • Produktbild: M. Der Sohn des Jahrhunderts

M. Der Sohn des Jahrhunderts Roman | »Das Buch ist eine Wucht. Es ist sprachmächtig, bildgewaltig, energiegeladen.« Das Literarische Quartett

4

32,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

20664

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

22.02.2020

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

832

Maße (L/B/H)

22,1/13,9/6,8 cm

Gewicht

1125 g

Farbe

Schwarz / Weiß

Auflage

4. Auflage

Originaltitel

M. Il figlio del secolo

Übersetzt von

Verena Koskull

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-98567-2

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

»M. Der Sohn des Jahrhunderts verbindet er aufbrausende Fiktion mit nüchternem Archivmaterial. Das ist streitbar sowohl in den politischen Ausdeutungen als auch den stilistischen Mitteln, macht aber gerade deshalb aus Geschichte die leidenschaftliche Diskussion, die sie immer sein sollte.« Hannah Pilarczyk, Der Spiegel, 16. Dezember 2020 ("SPIEGEL")
»Seine Detailgenauigkeit, die das allmähliche Kippen der politischen Lage zum Vorschein bringt, macht ihn lesenswert und oft verblüffend aktuell.« Jutta Person, Die Zeit, 20.02.2020 ("Die Zeit")
»M. ist keine Glorifizierung, sondern ein wuchtiges Mahnmal gegen die Anfänge des Faschismus.« Judith Innerhofer, Buchreport, 15.07.2020 ("Buchreport")
»Das Buch ist eine Wucht. Es ist sprachmächtig, bildgewaltig, energiegeladen.« Jan Fleischhauer, Das Literarische Quartett, 05.06.2020 ("Das Literarische Quartett")
»Die letzten Tage Italiens vor der Diktatur hat man in so wuchtiger und aufwühlender Bandbreite noch nicht vorgeführt bekommen.« Peter Burri, Basler Zeitung, 29.04.2020 ("Basler Zeitung")
»Eine erschreckend aktuelle Kampfschrift gegen die Rückkehr des Faschismus in Europa.« Stern, 05.03.2020 ("Stern")
»Das Buch […] macht […] aber auch deutlich, wie verletzlich Demokratie ist. […] Insofern fühlt man sich neu motiviert, die politischen Strömungen der Gegenwart besonders aufmerksam zu beobachten.« Christine Gorny, Radio Bremen, 03.03.2020 ("Radio Bremen")
»Antonio Scurati gelingt das Kunststück, den Instinktpolitiker Mussolini lebendig werden zu lassen. Dabei bleibt er den historischen Fakten treu und zieht – unaufällig aber unübersehbar – Verbindungslinien in unsere Gegenwart.« Andreas Lueg, Titel Thesen Temperamente, 01.03.2020 ("titel thesen temperamente")
»Das Buch […] auf eingängige, fast thrillerhafte Weise von einer Epoche handelt, die in Zeiten weltweiter rechtsextremer Terrorakte wieder unheimlich aktuell erscheint.« Marc Reichwein, Die Welt, 22.02.2020 ("Die Welt")

Produktdetails

Verkaufsrang

20664

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

22.02.2020

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

832

Maße (L/B/H)

22,1/13,9/6,8 cm

Gewicht

1125 g

Farbe

Schwarz / Weiß

Auflage

4. Auflage

Originaltitel

M. Il figlio del secolo

Übersetzt von

Verena Koskull

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-98567-2

Herstelleradresse

Klett-Cotta Verlag
Rotebühlstr. 77
70178 Stuttgart
DE

Email: produktsicherheit@klett-cotta.de

Ein neues Kapitel für Ihre Bücher

Ein neues Kapitel für Ihre Bücher

Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben: Einfach Barcode scannen, Versandetikett ausdrucken, Bücher verschicken und Thalia Geschenkkarte erhalten.

Jetzt verkaufen
Jetzt verkaufen

Kundinnen und Kunden meinen

4 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Die Bewertungen sind nach Format, Anzahl Sterne und Datum sortiert.

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

(0)

2 Sterne

(0)

1 Sterne

(0)

Unglaublich aktuell. Lesen, nachdenken, handeln

Bewertung am 15.04.2026

Bewertungsnummer: 3109844

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Was doch alles falsch gemacht werden kann, wenn es um die Bekämpfung von Rechtsextremismus geht. Scurati beschreibt auf halbfiktionale Art in sehr spannender Weise, wie Mussolini die Macht an sich gerissen hat. Parallelen zur Gegenwart? Jede Menge.

Unglaublich aktuell. Lesen, nachdenken, handeln

Bewertung am 15.04.2026
Bewertungsnummer: 3109844
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Was doch alles falsch gemacht werden kann, wenn es um die Bekämpfung von Rechtsextremismus geht. Scurati beschreibt auf halbfiktionale Art in sehr spannender Weise, wie Mussolini die Macht an sich gerissen hat. Parallelen zur Gegenwart? Jede Menge.

Ein gewaltiges Buch - über…

ws aus Markdorf am 01.04.2020

Bewertungsnummer: 2727259

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein gewaltiges Buch - über eine Zeit voller Gewalt! Und M., den Mann, der das auszunutzen wusste. Das Attribut "gewaltig" bezieht sich nicht nur auf den Seitenumfang. Deren 816 es zu lesen gilt. Dazu noch weitere 14 Seiten mit der Nennung und den entsprechenden Mini-Biographie der Hauptfiguren des Romans. Oder sollte es besser heissen "ein gewaltiger Roman über die Entwicklung des Faschismus in Italien in der Zeit zwischen März 1919 bis Januar 1925."? Oder sollte es noch besser heissen "Aktuelle Warnung vor der (un-) heimlichen Entwicklung des Faschismus in vielen Staaten Europas und der Welt."? Antonio Scurati gelingt es, die Gründe für den Aufstieg des Faschismus von einer kleinen, nur wenige Mann umfassenden Organisation zu der gewaltigen Staatsdoktrin, die nicht nur das damalige Italien in den Griff nahm, realistisch wiederzugeben. Angefangen bei den Rückkehrern der italienischen Armee aus den Schlachten des Ersten Weltkrieges, die hauptsächlich zwischen den Armeen Österreich-Ungarns und Italiens in den Dolomiten ausgetragen, von den Soldaten auf beiden Seiten erlitten wurden. Weiters zu den blutigen Unruhen, die das damalige Königreich Italien zwischen den Sozialisten und Kommunisten auf der einen Seite, dem Grossbürgertum und den Industriellen auf der anderen erschütterten. Ebenso eindrucksvoll schildert der Autor die Lebensumstände der verarmten Landbevölkerung im Italien jener Zeit. Das vorherrschende Gefühl der Italiener, durch die Bestimmungen der Siegermächte, festgelegt im Vertrag von Saint-Germain, betrogen worden zu sein. Schliesslich hatten die Westmächte grosse Teile des heutigen Kroatiens inklusive Istriens, Dalmatiens und auch Albaniens Italien versprochen, um das prinzipiell kriegsunwillige Königreich doch noch zum Eintritt in den Ersten Weltkrieg zu bewegen. Diese Versprechungen hatten sich durch den Vertrag von Saint-Germain kommentarlos in Luft aufgelöst. Auf der Grundlage all dieser katastrophalen Umstände in Italien konnte sich dort der Faschismus unter der Regie Mussolinis, eben dem Sohn des Jahrhunderts, Stück für Stück, Schritt für Schritt, Stadt für Stadt weiter entwickeln. Weiter festigen. Was an dem Buch nicht minder fasziniert, ist die historische Akkuratesse. Ein Grossteil, wenn nicht alle der agierenden Personen existierten. So und mit dem Lebenshintergrund wie geschildert. Ob restlos alle Personen so existierten, kann ich insofern nicht beurteilen, weil ich mir aus Neugierde während des Lesens der ersten etwa 250 Seiten die Mühe machte, die Fakten zu den bis dahin erschienen Personen zu recherchieren. Ergebnis: so wie Sie Antonio Scurati schildert, zitiert, deren Handlungen, Äusserungen, Briefe, Telegramme wiedergibt, existierten diese Menschen in der Tat. Nach diesen ersten etwa 250 Seiten habe ich Antonio Scurati soweit vertraut, dass er sicher keinen Humbug schreibt. Weswegen ist es wichtig, dieses Buch zu lesen? Zum einen natürlich, um ein gewisses Maß an Nachvollziehbarkeit zu entwickeln, was zum Faschismus führte. Wie dieser überhaupt möglich war. Zum anderen lässt sich nur eine Aussage von der Rückseite des Buchdeckels zitieren: "Ein Roman wie ein Spiegel europäischer Geschichte - UND EIN MAHNMAL GEGEN DIE RÜCKKEHR DES FASCHISMUS IN EUROPA."

Ein gewaltiges Buch - über…

ws aus Markdorf am 01.04.2020
Bewertungsnummer: 2727259
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein gewaltiges Buch - über eine Zeit voller Gewalt! Und M., den Mann, der das auszunutzen wusste. Das Attribut "gewaltig" bezieht sich nicht nur auf den Seitenumfang. Deren 816 es zu lesen gilt. Dazu noch weitere 14 Seiten mit der Nennung und den entsprechenden Mini-Biographie der Hauptfiguren des Romans. Oder sollte es besser heissen "ein gewaltiger Roman über die Entwicklung des Faschismus in Italien in der Zeit zwischen März 1919 bis Januar 1925."? Oder sollte es noch besser heissen "Aktuelle Warnung vor der (un-) heimlichen Entwicklung des Faschismus in vielen Staaten Europas und der Welt."? Antonio Scurati gelingt es, die Gründe für den Aufstieg des Faschismus von einer kleinen, nur wenige Mann umfassenden Organisation zu der gewaltigen Staatsdoktrin, die nicht nur das damalige Italien in den Griff nahm, realistisch wiederzugeben. Angefangen bei den Rückkehrern der italienischen Armee aus den Schlachten des Ersten Weltkrieges, die hauptsächlich zwischen den Armeen Österreich-Ungarns und Italiens in den Dolomiten ausgetragen, von den Soldaten auf beiden Seiten erlitten wurden. Weiters zu den blutigen Unruhen, die das damalige Königreich Italien zwischen den Sozialisten und Kommunisten auf der einen Seite, dem Grossbürgertum und den Industriellen auf der anderen erschütterten. Ebenso eindrucksvoll schildert der Autor die Lebensumstände der verarmten Landbevölkerung im Italien jener Zeit. Das vorherrschende Gefühl der Italiener, durch die Bestimmungen der Siegermächte, festgelegt im Vertrag von Saint-Germain, betrogen worden zu sein. Schliesslich hatten die Westmächte grosse Teile des heutigen Kroatiens inklusive Istriens, Dalmatiens und auch Albaniens Italien versprochen, um das prinzipiell kriegsunwillige Königreich doch noch zum Eintritt in den Ersten Weltkrieg zu bewegen. Diese Versprechungen hatten sich durch den Vertrag von Saint-Germain kommentarlos in Luft aufgelöst. Auf der Grundlage all dieser katastrophalen Umstände in Italien konnte sich dort der Faschismus unter der Regie Mussolinis, eben dem Sohn des Jahrhunderts, Stück für Stück, Schritt für Schritt, Stadt für Stadt weiter entwickeln. Weiter festigen. Was an dem Buch nicht minder fasziniert, ist die historische Akkuratesse. Ein Grossteil, wenn nicht alle der agierenden Personen existierten. So und mit dem Lebenshintergrund wie geschildert. Ob restlos alle Personen so existierten, kann ich insofern nicht beurteilen, weil ich mir aus Neugierde während des Lesens der ersten etwa 250 Seiten die Mühe machte, die Fakten zu den bis dahin erschienen Personen zu recherchieren. Ergebnis: so wie Sie Antonio Scurati schildert, zitiert, deren Handlungen, Äusserungen, Briefe, Telegramme wiedergibt, existierten diese Menschen in der Tat. Nach diesen ersten etwa 250 Seiten habe ich Antonio Scurati soweit vertraut, dass er sicher keinen Humbug schreibt. Weswegen ist es wichtig, dieses Buch zu lesen? Zum einen natürlich, um ein gewisses Maß an Nachvollziehbarkeit zu entwickeln, was zum Faschismus führte. Wie dieser überhaupt möglich war. Zum anderen lässt sich nur eine Aussage von der Rückseite des Buchdeckels zitieren: "Ein Roman wie ein Spiegel europäischer Geschichte - UND EIN MAHNMAL GEGEN DIE RÜCKKEHR DES FASCHISMUS IN EUROPA."

Kundinnen und Kunden meinen

M. Der Sohn des Jahrhunderts

von Antonio Scurati

0 Bewertungen filtern

Meinung aus der Buchhandlung

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Matthias Kesper

Thalia Kassel

Zum Portrait

5/5

"Herrschaft ist das instinktive Bedürfnis eines jeden Individuums, das sich durchs Leben kämpft!"

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Und wenn die Völker diesen Stachel nicht mehr spüren, sind sie nur noch totes Fleisch..." (Benito Mussolini auf dem 3. Nationalkongress der Faschisten, 1921) Keine Kurzbesprechung könnte diesem monumentalen Roman gerecht werden. Zumal es sich hier nur um den ersten Teil einer Trilogie handelt, in deren Mittelpunkt Aufstieg und Fall Mussolinis steht, aber auch die gesamte europäische Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Alles beginnt 1919, Italien liegt wirtschaftlich am Boden, die Armut ist immens, fast mittelalterlich sind die Lebensumstände vor allem der ländlichen Bevölkerung im Norden des Landes. Obwohl eigentlich Siegermacht des Ersten Weltkriegs, fühlt man sich als Verlierer. Regierungen kommen und gehen, von Revolution, wie in Russland, von einer Räte-Republik ist die Rede, Parteien gründen sich, steigen auf, und verglühen, aber niemand ist in der Lage, dem Land Stabilität zu bringen, den Hunger einzudämmen, die Schere zwischen "denen da oben" und "denen da unten" auch nur ein wenig zu schliessen. Linke, Rechte, Katholiken, Ungläubige, Königstreue, Monarchistenhasser, sie alle werden jeweils von Presseerzeugnissen unterstützt, gegen die selbst die heutige englische Sensationspresse maßvoll wirkt. Mitten drin: Benito Mussolini, Ende dreißig, ehemaliger Redakteur eines stramm sozialistischen Blattes, jetzt Chef seiner eigenen Zeitung. Ein Mann, der keinen genauen Plan hat, wie die Zukunft zu gestalten sein wird, aber der weiß, auf jeden Fall gänzlich anders. Ausgestattet mit einem phänomenalen politischen Instinkt, mit einem absoluten Feeling dafür, was wann und wo möglich ist. Nur ganze fünf Jahre benötigen seine "Fasci", um von den belächelten Anfängen (Eine Partei, die der Sohn eines Dorfschmieds gegründet hat, kann den etablierten politischen Mächten ja wohl kaum gefährlich werden...) über eine Zeit der Straßenkämpfe und rohen Gewalt bis in die Regierung zu gelangen, und sich ein Land untertan zu machen, das scheinbar nur darauf gewartet hat... Und dafür benötigt Antonio Scurati also über 800 Seiten? Ja, und jede einzelne ist es wert! Selten in der Literatur ist ein Autor so tief in die Psyche einer historischen Figur eingetaucht. Scurati ist Historiker, er weiß um Fakten, als Romancier gelingt es ihm bewundernswert, Fleisch auf das Skelett der Historie zu packen. Das liest sich extrem spannend, ist pointiert und wortgewaltig geschrieben, und immer wieder mit Zitaten aus Parlament, Presse und Politik belegt. Und glauben Sie mir, in diesem Buch sind selbst diese Belege genial ausgewählt, man liest sie oftmals mit Schaudern, so viel hätte man, wenn schon nicht voraussehen, dann aber doch ahnen können. Aber Italien war einfach "reif" für diese Form der Politik... Und wer jetzt sagt: Das ist doch alles Geschichte, lange her und kann sich wohl kaum wiederholen, der lese dieses Buch erst recht - es ist ein grandioses Lehrstück, wie man, die nötige Bauernschläue, Redegewandheit, und Skrupellosigkeit voraus gesetzt, Demokratien sehr einfach zu Fall bringen kann. Die Trumps, Johnsons und Bolsonaros dieser Welt stimmen, wenn sie Scuratis Meisterwerk denn lesen würden, sicherlich zu..... "Da ist er. Der neue Mann, der Mann der Jugend nach all dem "alten Eisen", der Mann der Wiedergeburt nach dem Niedergang. Da ist er, der starke Mann, der Mann der Gewalt, die er besänftigen wird, der Mann des Kampfes, den er beenden wird, der Mann, der eine Wüste geschaffen und sie Frieden genannt hat. Der geniale und mitreißende Triumphator, der Despot, der die Massen unterjochen und die Ordnung wiederherzustellen weiß. Das enttäuschte Volk, aufgerieben vom endlosen, vergeblichen Drama, in dem alles miteinander verwoben, aber nichts je von Dauer ist, erwartet ihn sehnlich. Politik, da darf es keine Zweifel geben, wird Religion..."
  • Matthias Kesper
  • Buchhändler/-in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

5/5

"Herrschaft ist das instinktive Bedürfnis eines jeden Individuums, das sich durchs Leben kämpft!"

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Und wenn die Völker diesen Stachel nicht mehr spüren, sind sie nur noch totes Fleisch..." (Benito Mussolini auf dem 3. Nationalkongress der Faschisten, 1921) Keine Kurzbesprechung könnte diesem monumentalen Roman gerecht werden. Zumal es sich hier nur um den ersten Teil einer Trilogie handelt, in deren Mittelpunkt Aufstieg und Fall Mussolinis steht, aber auch die gesamte europäische Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Alles beginnt 1919, Italien liegt wirtschaftlich am Boden, die Armut ist immens, fast mittelalterlich sind die Lebensumstände vor allem der ländlichen Bevölkerung im Norden des Landes. Obwohl eigentlich Siegermacht des Ersten Weltkriegs, fühlt man sich als Verlierer. Regierungen kommen und gehen, von Revolution, wie in Russland, von einer Räte-Republik ist die Rede, Parteien gründen sich, steigen auf, und verglühen, aber niemand ist in der Lage, dem Land Stabilität zu bringen, den Hunger einzudämmen, die Schere zwischen "denen da oben" und "denen da unten" auch nur ein wenig zu schliessen. Linke, Rechte, Katholiken, Ungläubige, Königstreue, Monarchistenhasser, sie alle werden jeweils von Presseerzeugnissen unterstützt, gegen die selbst die heutige englische Sensationspresse maßvoll wirkt. Mitten drin: Benito Mussolini, Ende dreißig, ehemaliger Redakteur eines stramm sozialistischen Blattes, jetzt Chef seiner eigenen Zeitung. Ein Mann, der keinen genauen Plan hat, wie die Zukunft zu gestalten sein wird, aber der weiß, auf jeden Fall gänzlich anders. Ausgestattet mit einem phänomenalen politischen Instinkt, mit einem absoluten Feeling dafür, was wann und wo möglich ist. Nur ganze fünf Jahre benötigen seine "Fasci", um von den belächelten Anfängen (Eine Partei, die der Sohn eines Dorfschmieds gegründet hat, kann den etablierten politischen Mächten ja wohl kaum gefährlich werden...) über eine Zeit der Straßenkämpfe und rohen Gewalt bis in die Regierung zu gelangen, und sich ein Land untertan zu machen, das scheinbar nur darauf gewartet hat... Und dafür benötigt Antonio Scurati also über 800 Seiten? Ja, und jede einzelne ist es wert! Selten in der Literatur ist ein Autor so tief in die Psyche einer historischen Figur eingetaucht. Scurati ist Historiker, er weiß um Fakten, als Romancier gelingt es ihm bewundernswert, Fleisch auf das Skelett der Historie zu packen. Das liest sich extrem spannend, ist pointiert und wortgewaltig geschrieben, und immer wieder mit Zitaten aus Parlament, Presse und Politik belegt. Und glauben Sie mir, in diesem Buch sind selbst diese Belege genial ausgewählt, man liest sie oftmals mit Schaudern, so viel hätte man, wenn schon nicht voraussehen, dann aber doch ahnen können. Aber Italien war einfach "reif" für diese Form der Politik... Und wer jetzt sagt: Das ist doch alles Geschichte, lange her und kann sich wohl kaum wiederholen, der lese dieses Buch erst recht - es ist ein grandioses Lehrstück, wie man, die nötige Bauernschläue, Redegewandheit, und Skrupellosigkeit voraus gesetzt, Demokratien sehr einfach zu Fall bringen kann. Die Trumps, Johnsons und Bolsonaros dieser Welt stimmen, wenn sie Scuratis Meisterwerk denn lesen würden, sicherlich zu..... "Da ist er. Der neue Mann, der Mann der Jugend nach all dem "alten Eisen", der Mann der Wiedergeburt nach dem Niedergang. Da ist er, der starke Mann, der Mann der Gewalt, die er besänftigen wird, der Mann des Kampfes, den er beenden wird, der Mann, der eine Wüste geschaffen und sie Frieden genannt hat. Der geniale und mitreißende Triumphator, der Despot, der die Massen unterjochen und die Ordnung wiederherzustellen weiß. Das enttäuschte Volk, aufgerieben vom endlosen, vergeblichen Drama, in dem alles miteinander verwoben, aber nichts je von Dauer ist, erwartet ihn sehnlich. Politik, da darf es keine Zweifel geben, wird Religion..."

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Katja Engler

Thalia Berlin – Schönhauser Allee Arcaden

Zum Portrait

5/5

Erster Teil einer dokumentarischen Romantrilogie über Mussolini

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"M" ist ein fesselnder Roman, der in den frühen Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts spielt und den politischen Aufstieg Benito Mussolinis zum Ministerpräsidenten Italiens schildert - als historisch erstmaliges Beispiel einer faschistischen Machtergreifung. Es ist ein dokumentarischer Roman in einem engeren und in einem weiteren Sinn. Im engeren: Sämtliche Personen, Dialoge, Reden sind bezeugt, nach jeder Handlungspassage wird aus den entsprechenden Quellen zitiert. Im weiteren Sinn wird die gesellschaftliche Psychologie, werden die Unterströme der politischen Strömungen in Italien nach dem Ersten Weltkrieg "dokumentiert". Mit großer Sprachkraft lässt der Autor die populistische Rhetorik des Faschismus hörbar werden - als Voraussetzung einer erzählerischen Analyse des Faschismus. Diese verlangt vor allem das Eindringen in seine Gefühle und Taten entfesselnde Psycho-Logik. Ein schwieriges Unterfangen, meiner Meinung nach ist es dem Autor gelungen.
  • Katja Engler
  • Buchhändler/-in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

5/5

Erster Teil einer dokumentarischen Romantrilogie über Mussolini

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"M" ist ein fesselnder Roman, der in den frühen Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts spielt und den politischen Aufstieg Benito Mussolinis zum Ministerpräsidenten Italiens schildert - als historisch erstmaliges Beispiel einer faschistischen Machtergreifung. Es ist ein dokumentarischer Roman in einem engeren und in einem weiteren Sinn. Im engeren: Sämtliche Personen, Dialoge, Reden sind bezeugt, nach jeder Handlungspassage wird aus den entsprechenden Quellen zitiert. Im weiteren Sinn wird die gesellschaftliche Psychologie, werden die Unterströme der politischen Strömungen in Italien nach dem Ersten Weltkrieg "dokumentiert". Mit großer Sprachkraft lässt der Autor die populistische Rhetorik des Faschismus hörbar werden - als Voraussetzung einer erzählerischen Analyse des Faschismus. Diese verlangt vor allem das Eindringen in seine Gefühle und Taten entfesselnde Psycho-Logik. Ein schwieriges Unterfangen, meiner Meinung nach ist es dem Autor gelungen.

Meinung aus der Buchhandlung

M. Der Sohn des Jahrhunderts

von Antonio Scurati

0 Rezensionen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

Die Leseprobe wird geladen.
  • Produktbild: M. Der Sohn des Jahrhunderts
  • Produktbild: M. Der Sohn des Jahrhunderts