Produktbild: Nicht wie ihr

Nicht wie ihr Roman. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2019 (Shortlist)

13

22,90 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.08.2019

Verlag

Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

20,5/13/3 cm

Gewicht

410 g

Farbe

Schwarz / Camel

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-218-01153-2

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.08.2019

Verlag

Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

20,5/13/3 cm

Gewicht

410 g

Farbe

Schwarz / Camel

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-218-01153-2

Herstelleradresse

Kremayr und Scheriau
Rotenturmstraße 27/5
1010 Wien
AT

Email: office@kremayr-scheriau.at

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Gelebter Traum

Bewertung am 05.01.2024

Bewertungsnummer: 2102414

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ivo Trifunovic hat es geschafft, er spielt regelmäßig in der Premierleague, er ist im Stammaufgebot der österreichischen Nationalmannschaft und macht beruflich das, was er immer liebsten tun wollte, nämlich Fussballspielen. Dank einem tüchtigen aber skrupellosen Agenten verdient er so viel Geld, wie er kaum noch ausgeben kann. Dank einiger Disziplinierungsmassnahmen und seiner kleinen perfekten Familie hat sich sein Image als Bad Boy in das eines erfahrenen und instinktsicheren Goalgetters gewandelt. Er ist sich sehr bewusst, dass er etwas geschafft hat, was nur wenige je schaffen werden: Aus dem bosnischen Eknwandererkind wurde ein gefeierter Fussballer, einer der verehrt wird und der so oft einsam die Rolle spielt, die ihm das Schicksal zugeschanzt hat, die Rolle als Vater und Ehemann, als geläuterter Starspieler mit Bilderbuchfamilie. Doch als er seine Jugendliebe Mirna wieder trifft, merkt er, wieviel ihm von seinem einstigen Ich abhanden gekommen ist. Tonio Schachinger beweist in diesem Buch, das er ein Händchen dafür hat, die Leser in das Gedankenkino eines Getriebenen zu führen. Er nutzt dazu eine Sprache, die rotzig, derb und authentisch die Weltsicht eines einfachen Burschen der es geschafft hat und ums tägliche Überkeben im Haifischbecken kämpft. Da geht es um Image, Sex und sportliche Herausforderungen, aber auch um Loyalität und Schuldbewusstsein. Wir als Lesende sind mittendrin und staunen….

Gelebter Traum

Bewertung am 05.01.2024
Bewertungsnummer: 2102414
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ivo Trifunovic hat es geschafft, er spielt regelmäßig in der Premierleague, er ist im Stammaufgebot der österreichischen Nationalmannschaft und macht beruflich das, was er immer liebsten tun wollte, nämlich Fussballspielen. Dank einem tüchtigen aber skrupellosen Agenten verdient er so viel Geld, wie er kaum noch ausgeben kann. Dank einiger Disziplinierungsmassnahmen und seiner kleinen perfekten Familie hat sich sein Image als Bad Boy in das eines erfahrenen und instinktsicheren Goalgetters gewandelt. Er ist sich sehr bewusst, dass er etwas geschafft hat, was nur wenige je schaffen werden: Aus dem bosnischen Eknwandererkind wurde ein gefeierter Fussballer, einer der verehrt wird und der so oft einsam die Rolle spielt, die ihm das Schicksal zugeschanzt hat, die Rolle als Vater und Ehemann, als geläuterter Starspieler mit Bilderbuchfamilie. Doch als er seine Jugendliebe Mirna wieder trifft, merkt er, wieviel ihm von seinem einstigen Ich abhanden gekommen ist. Tonio Schachinger beweist in diesem Buch, das er ein Händchen dafür hat, die Leser in das Gedankenkino eines Getriebenen zu führen. Er nutzt dazu eine Sprache, die rotzig, derb und authentisch die Weltsicht eines einfachen Burschen der es geschafft hat und ums tägliche Überkeben im Haifischbecken kämpft. Da geht es um Image, Sex und sportliche Herausforderungen, aber auch um Loyalität und Schuldbewusstsein. Wir als Lesende sind mittendrin und staunen….

Und meiner Meinung nach…

Xirxe aus Hannover am 10.11.2019

Bewertungsnummer: 2723178

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Und meiner Meinung nach gehört diese dazu. Ein Jahr den (fiktiven) erfolgreichen und berühmten Fussballer Ivo zu begleiten und seine Gedanken zu teilen - dass hätte ich mir deutlich interessanter vorgestellt. Doch was hier über rund 300 Seiten ausgebreitet wird, hat einen Informations- und Unterhaltungswert, für den auch 100 Seiten ausgereicht hätten. Ivo ist ein Egomane in Reinform und dazu von schlichtem Gemüt. Worte sind nicht so seins und am liebsten würde er allen aufs Maul oder sonstwohin schlagen, denn verdient hätten sie es allemal. Er ist ein richtiger Proll, der jedoch glaubt, der Einzige mit Ahnung zu sein von was auch immer und betrachtet praktisch alle als ihm völlig unterlegen. Doch wehe, man erkennt dies nicht an, dann ist Ivo kurz vorm Ausrasten und mit seiner mühsam antrainierten Gelassenheit ist es schnell vorbei. Denn tief in seinem Innern steckt er noch immer voller Minderwertigkeitskomplexe, die auf keinen Fall ans Tageslicht kommen dürfen. Es ist wirklich grandios, wie überzeugend der Autor Tonio Schachinger diesen Tonfall darstellt und die kompletten 300 Seiten durchhält. Für mich wurde Ivo immer mehr zu einer realen, wenn auch unsympathischen Person. Doch es hat mir trotzdem nicht geholfen, denn auch der beste Stil macht eine lahme Geschichte nicht zu einer fesselnden Lektüre. Und lahm ist diese Geschichte. Es passiert nahezu nichts, ausser dass Ivo Fussball spielt, mit seiner Frau schläft und sie betrügt und mit ihr bei Familienfesten und Sponsorenveranstaltungen erscheint. Seine Gedanken kreisen überwiegend um sich selbst und seine Großartigkeit und die Unzulänglichkeiten der Anderen - womit praktisch der Rest der Welt gemeint ist. Ab und zu geraten ihm gerade durch die Schlichtheit seines Wesens witzige Gedanken: "Also liest Ivo seiner Tochter die Geschichte von Narziss vor, einem schwulen Typen, der auf sich selber steht und eigentlich niemandem etwas Böses tut, außer irgendeine Frau nicht zu erhören, die auf ihn steht. Und weil die nicht mit der Ablehnung klarkommt, verflucht sie ihn. Was soll DAS seiner Tochter sagen? Dass man sich nicht zu oft in den Spiegel schauen soll, OK, aber das war ja nicht der Fehler. Der Fehler von Narziss war einfach, Pech zu haben und an eine böse Frau zu geraten, die, wenn man ehrlich ist, ihn sowieso verflucht hätte, wenn nicht deswegen, weil er sie nicht angeschaut hat, dann später, wenn sie draufgekommen wäre, dass er schwul ist, oder sie sich nach ein paar Jahren Ehe langweilt. Also, was hätte er machen sollen?" Aber für die fast 300 Seiten sind es einfach zu wenige solcher Lichtblicke. Nach ca. 150 Seiten habe ich mich dabei erwischt, dass ich immer oberflächlicher gelesen habe, weil ich nur noch fertig werden wollte. Schade drum, denn der Tonfall ist ausserordentlich gut getroffen.

Und meiner Meinung nach…

Xirxe aus Hannover am 10.11.2019
Bewertungsnummer: 2723178
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Und meiner Meinung nach gehört diese dazu. Ein Jahr den (fiktiven) erfolgreichen und berühmten Fussballer Ivo zu begleiten und seine Gedanken zu teilen - dass hätte ich mir deutlich interessanter vorgestellt. Doch was hier über rund 300 Seiten ausgebreitet wird, hat einen Informations- und Unterhaltungswert, für den auch 100 Seiten ausgereicht hätten. Ivo ist ein Egomane in Reinform und dazu von schlichtem Gemüt. Worte sind nicht so seins und am liebsten würde er allen aufs Maul oder sonstwohin schlagen, denn verdient hätten sie es allemal. Er ist ein richtiger Proll, der jedoch glaubt, der Einzige mit Ahnung zu sein von was auch immer und betrachtet praktisch alle als ihm völlig unterlegen. Doch wehe, man erkennt dies nicht an, dann ist Ivo kurz vorm Ausrasten und mit seiner mühsam antrainierten Gelassenheit ist es schnell vorbei. Denn tief in seinem Innern steckt er noch immer voller Minderwertigkeitskomplexe, die auf keinen Fall ans Tageslicht kommen dürfen. Es ist wirklich grandios, wie überzeugend der Autor Tonio Schachinger diesen Tonfall darstellt und die kompletten 300 Seiten durchhält. Für mich wurde Ivo immer mehr zu einer realen, wenn auch unsympathischen Person. Doch es hat mir trotzdem nicht geholfen, denn auch der beste Stil macht eine lahme Geschichte nicht zu einer fesselnden Lektüre. Und lahm ist diese Geschichte. Es passiert nahezu nichts, ausser dass Ivo Fussball spielt, mit seiner Frau schläft und sie betrügt und mit ihr bei Familienfesten und Sponsorenveranstaltungen erscheint. Seine Gedanken kreisen überwiegend um sich selbst und seine Großartigkeit und die Unzulänglichkeiten der Anderen - womit praktisch der Rest der Welt gemeint ist. Ab und zu geraten ihm gerade durch die Schlichtheit seines Wesens witzige Gedanken: "Also liest Ivo seiner Tochter die Geschichte von Narziss vor, einem schwulen Typen, der auf sich selber steht und eigentlich niemandem etwas Böses tut, außer irgendeine Frau nicht zu erhören, die auf ihn steht. Und weil die nicht mit der Ablehnung klarkommt, verflucht sie ihn. Was soll DAS seiner Tochter sagen? Dass man sich nicht zu oft in den Spiegel schauen soll, OK, aber das war ja nicht der Fehler. Der Fehler von Narziss war einfach, Pech zu haben und an eine böse Frau zu geraten, die, wenn man ehrlich ist, ihn sowieso verflucht hätte, wenn nicht deswegen, weil er sie nicht angeschaut hat, dann später, wenn sie draufgekommen wäre, dass er schwul ist, oder sie sich nach ein paar Jahren Ehe langweilt. Also, was hätte er machen sollen?" Aber für die fast 300 Seiten sind es einfach zu wenige solcher Lichtblicke. Nach ca. 150 Seiten habe ich mich dabei erwischt, dass ich immer oberflächlicher gelesen habe, weil ich nur noch fertig werden wollte. Schade drum, denn der Tonfall ist ausserordentlich gut getroffen.

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Nicht wie ihr

von Tonio Schachinger

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Michael Kaas

Thalia Bergisch Gladbach

Zum Portrait

5/5

Faszinierender, sprachlich brillanter...

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Faszinierender, sprachlich brillanter literarischer Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt eines Profikickers, absolute Leseempfehlung, nicht nur für Freunde des runden Leders.
  • Michael Kaas
  • Buchhändler/-in

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Faszinierender, sprachlich brillanter...

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Faszinierender, sprachlich brillanter literarischer Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt eines Profikickers, absolute Leseempfehlung, nicht nur für Freunde des runden Leders.

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Ingbert Edenhofer

Thalia Mayersche Bottrop

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5/5

Überraschend poetisch

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wäre "Nicht wie Ihr" nicht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, hätte ich es vermutlich nicht gelesen. Was soll ich schon anfangen mit jemandem, der auf den ersten Blick eigentlich nicht mehr sein sollte als ein Fußballproll? Was Tonio Schachinger allerdings aus Ivo macht, ist beeindruckend. Immer wieder schickt Schachinger Ivo auf gedankliche Tangenten von erschütternder Alltagspoesie. Dass der Roman in erster Linie episodenhaft anmutet, stört mich ausnahmsweise mal nicht, denn Ivos Gedanken sorgen dafür, dass alles aus einem Guss ist. Dass Ivo kein Ich-Erzähler ist, sondern der Roman in der dritten Person gehalten bleibt, mag zunächst überraschen, da der Ich-Erzähler vielleicht noch einmal näher an die Figur führt, aber Ivo ist konstant mit Distanz konfrontiert, sodass es vernünftig ist, dass auch der Leser nie so komplett in seinen Kopf kommt. "Nicht wie Ihr" entthront "Kintsugi" nicht als mein Favorit für den diesjährigen Deutschen Buchpreis, aber ich verneige mich vor Schachinger, der einen hochwertigen Antihelden konstruiert hat.
  • Ingbert Edenhofer
  • Buchhändler/-in

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5/5

Überraschend poetisch

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wäre "Nicht wie Ihr" nicht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, hätte ich es vermutlich nicht gelesen. Was soll ich schon anfangen mit jemandem, der auf den ersten Blick eigentlich nicht mehr sein sollte als ein Fußballproll? Was Tonio Schachinger allerdings aus Ivo macht, ist beeindruckend. Immer wieder schickt Schachinger Ivo auf gedankliche Tangenten von erschütternder Alltagspoesie. Dass der Roman in erster Linie episodenhaft anmutet, stört mich ausnahmsweise mal nicht, denn Ivos Gedanken sorgen dafür, dass alles aus einem Guss ist. Dass Ivo kein Ich-Erzähler ist, sondern der Roman in der dritten Person gehalten bleibt, mag zunächst überraschen, da der Ich-Erzähler vielleicht noch einmal näher an die Figur führt, aber Ivo ist konstant mit Distanz konfrontiert, sodass es vernünftig ist, dass auch der Leser nie so komplett in seinen Kopf kommt. "Nicht wie Ihr" entthront "Kintsugi" nicht als mein Favorit für den diesjährigen Deutschen Buchpreis, aber ich verneige mich vor Schachinger, der einen hochwertigen Antihelden konstruiert hat.

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