Singe den Zorn, o Göttin, des Peleiaden Achilleus, Ihn, der entbrannt den Achaiern unnennbaren Jammer erregte, Und viel tapfere Seelen der Heldensöhne zum Aïs Sendete, aber sie selbst zum Raub darstellte den Hunden, Und dem Gevögel umher. So ward Zeus Wille vollendet: Seit dem Tag, als erst durch bitteren Zank sich entzweiten Atreus Sohn, der Herrscher des Volks, und der edle Achilleus.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
5/5
14.01.2025
Buch (Leder)
Kultur und Abenteuer in Reinstform
Schon als Kind habe ich mich für die griechische Antike, sowie auch die Sagenwelt begeistert. In diesem Meisterwerk findet sich wirklich alles wieder.
Auch abgesehen hiervon gibt die Ilias einen interessanten Einblick in die Ansichten und Werte der Vorzeit. Die Übersetzung ist einem teils schon archaischen (ha!) Deutsch, was der Erzählung jedoch schmeichelt und wahrscheinlich die Epik des Originals wiedergibt. Altgriechisch müsste ich leider noch lernen.
Die Geschichte an sich ist ebenfalls interessant, jedoch wohl nur, wenn man sich für das zeitliche Umfeld interessiert. Ohne dieses wird sie ziemlich trocken wirken.
10/10 für jeden Interessierten.
Richard Josef Schindler
5/5
12.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Ilias das Frauenbild der Griechen
Ich möchte eine andere Perspektive auf die Ilias darstellen als üblich und verweise dazu auch Die Odysee.
Helena ist ein Sinnbild für Schönheit der Frau. Ihre weiblichen Reize sind überwältigen Heute würde man sagen ein SuperModel. Deshalb kann sie sich einen Mann erwählen. Es sind nicht die Vernunftgaben, sondern allein die Weiblichen Reize ihre Schönheit. Helena erwählt einen erfolgsversprechenden Mann eine Trophäe den Herrführer Menelaos. Aber ihre Wahl ist unglücklich. Helena möchte angehimmelt werden von einem schönen Mann. Und das ist Paris. Eine Frau die mit ihren weiblichen Reizen überzeugt genannt weiblicher Narzissmuss bedingt eine Kastastrophe wegen dem antiken Selbsverständnis des Mannes. Den Untergang Troja. Die Gegenposition ist Kassandra die Tochter des Primaos. Klug so wie ein Gott vermag sie die Zukunft vorauszusagen. Wie Karl Raimund Popper beschreibt, eine Frau mit überragendem gottgleichem Wissen. Aber Sie verschmäht die Liebe eines Gottes, will sich nicht unterordnen unter einem Gott , denn nur Götter hatten wahres gesichertes Wissen, andere nur eine Meinung. Ist Selbstbewusst sich ihrer Geistesgaben bewusst. Zu Strafe verliert Sie ihre Gabe, weil sie nicht mehr gelten gelassen wird. Keiner glaubt ihr mehr ihrer überragenden Vernunft. Platon hat dann in seiner Idee vom Staat, dies so formuliert, nur die Tugenhaften, die von edler Geburt, und Reichtum, also eine Elite wird politisch eine Gleichheit und Gerechtigkeit zu gestanden. Und diese Frauenbild hat dann mit bezug auf antike Bildung das Denken geprägt. Aber geblieben scheint dies als Ideal eines Staates zu gelten, Demokratie auf dieses Prinzipien zu beziehen. Aus heutiger Sicht kann man dies aber auch als feinsinnige Ironie auffassen, daß diese Idee einer Demokratie bezogen auf eine Elite zu einer Katastrophe führen kann.
Marco
aus Mönchengladbach
5/5
01.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Ilias (Insel Verlag)
Lange schon wollte ich mir diesen Klassiker der Weltliteratur zu Gemüte führen, allerdings sträubte ich mich immer davor, die Übersetzungen in Hexametern (oder anderweitig in Versen) zu lesen, denn mir persönlich war das zu anstrengend. Dem Übersetzer (Karl Ferdinand Lempp) gelingt es mit der Übertragung in leicht verständlicher Prosa die Aufmerksamkeit des Lesers, respektive der Leserin, zu halten. Über den Inhalt muss ich wohl keine Worte verlieren, dieser dürfte grundsätzlich bekannt sein.
Alles in allem eignet sich diese Übersetzung hervorragend dafür, Interessierten (und auch Jüngeren) Homers Meisterwerk näherzubringen. Anschließend kann man sich auch andere Übersetzungen, wie der altbekannten des Heinrich Voß zueignen. Somit fällt einem dann auch das Verständnis jener Übertragung in Versen leichter. Lempp übersetzte auch Homers Odyssee in Prosa, welche ich in Kürze ebenfalls lesen werde.
Klare Empfehlung meinerseits!
manamnama
aus Treis-Karden
5/5
01.06.2021
Buch (Taschenbuch)
EIN MEISTERWERK DER ABENDLÄNDISCHEN LITERATUR
Vor Homer: Meine große besondere Bewunderung gilt ohne Zweifel dem Übersetzer Johann Heinrich Voß, der dieses Werk 1798 übersetzte und ungefähr die selbe wortschöpferische Kraft für das deutsche hatte wie Martin Luther, seine Sprache ist derart episch und kolossal, dass man sie, wenn man sich an sie gewöhnt hat, förmlich verschlingt, so episch sind seine Ausdrücke.
Das Buch an sich ist der Beginn der abendländischen Literaturgeschichte.
Es erfaßt alles, was in einer Geschichte nur enthalten sein kann. Von großen Werken der Götter, von heldenmütigen menschen, der mythische Kampf um Troja und die Schicksale die mit ihm verflochten.
Ein sehr guter Einblivk in eine alte, prä-historische Welt.
Gehört zum Allgemeinen Wissen!
MaWiOr
aus Halle
5/5
29.10.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die „Ilias“ markiert den…
Die „Ilias“ markiert den Beginn der abendländischen Literatur. Der griechische Dichter Homer (8. Jh. v. Chr.) erzählt in dem Groß-Epos die heute allbekannte Geschichte vom zehnjährigen Kampf um Troja, wobei er jedoch nur die Handlung von rund 50 Tagen aus dem letzten Kriegsjahr schildert. Homer verarbeitete dabei nicht nur eigenes Gedankengut, sondern schöpfte auch aus mündlichen Überlieferungen. Der Titel „Ilias“ ist von „Ilion“ abgeleitet, dem zweiten Namen der in Kleinasien gelegenen Stadt Troja, die um 1200 v. Chr. zerstört wurde. Das Epos besteht aus 24 Gesängen und umfasst ca. 15.000 Hexameter. Die erste deutschsprachige Übersetzung stammt von dem Schriftsteller und Humanisten Simon Schaidenreisser (1537). Bekannt wurde die „Ilias“ aber vor allem durch die Prosa-Übertragung „Die schönsten Sagen des klassischen Altertums“ (1838-1840) von Gustav Schwab. Aufsehen erregte 2008 eine Übersetzung von Raoul Schrott, die sich teilweise einer vulgären Sprache bediente. Nun ist die lang erwartete Versübertragung von dem Schweizer Kurt Steinmann erschienen, der sich seit den 70er Jahren der Übersetzung von Autoren der griechischen und römischen Antike sowie der Renaissance widmet. Wie schon bei seiner viel gepriesenen Versübertragung der „Odyssee“ (2007) verbindet auch die „Ilias“-Übertragung in idealer Weise hohe Texttreue mit sprachlicher Eleganz - dazu nahe am Original und doch sehr poetisch. Die Manesse-Ausgabe wird komplettiert durch umfangreiche Anmerkungen so-wie ein Nachwort von Jan Philipp Reemtsma. Außerdem legt Steinmann in einem kurzen abschließenden Text noch einmal seine Übersetzungsprinzipien dar. Dabei verweist er darauf, dass eine Übersetzung in Hexametern kaum weniger „dokumentarisch“ sein kann als eine Prosaform. „Jede Übersetzung ist nicht mehr als eine Annäherung.“ Steinmann sieht sich stets dem Aussagewillen Homers verpflichtet: „Homer kann nichts Schlimmeres widerfahren, als wenn ihm fremder Schmuck verliehen wird.“ Natürlich muss auch auf die sehr ansprechende Ausstattung der Manesse-Ausgabe hin-gewiesen werden: etwa DIN A4-groß, in dunklen Leinen gebunden, in einem äußerst stabilen Schuber und mit 16 Ganzseitigen (teilweise doppelseitigen) Farbillustrationen von Anton Christian versehen. Also ein prachtvolles Schmuckstück für jeden Bücherschrank, das natürlich auch seinen Preis hat.
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5/5
04.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Singe , o Muse, den Zorn des Peliden!
Schon als Schüler war ich fasziniert von der Sagensammlung Gustav Schwabs; vor allem den Sagen Trojas. Später fesselte mich das irre Leben Heinrich Schliemanns. Und immer war ich mir sicher: eines Tages lese ich die Ilias! Aber alle Versuche scheiterten schon nach wenigen Seiten an den griechischen Hexametern; es sollte einfach nicht sein!
Davon habe ich mich jetzt frei gemacht! Homer, so denke ich mir das, hat seine Verse ja auch gar nicht geschrieben, damit sie gelesen werden, sondern damit sie jemand singt. Solange sich der für mich nicht findet...
Jetzt habe ich diese Fassung in lesbarer Prosa gefunden und bin völlig begeistert. Flüssig und fesselnd von der ersten Seite an kann man das große Werk hier lesen wie einen Roman, als sollte es so sein.
Zum nächsten Gesang! Denn "nichts soll da leben, was Trojas Erde genährt."
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