Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol - doch die Zeiten sind hart. Die Leute werden vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand - mit Leib und Seele.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
03.01.2025
eBook (ePUB 3)
Kleines Buch, große Geschichte!
„Ich bleibe hier“ nimmt uns mit nach Graun, einem idyllischen Dorf in Südtirol und erzählt Trinas Geschichte, die zwar frei erfunden ist, aber auf wahren historischen Gegebenheiten basiert.
Trina wächst in diesem Dorf auf, trifft dort ihre besten Freundinnen und ihren späteren Ehemann, ihre Kinder wachsen dort auf. Und die Zeit geht immer weiter: der zweite Weltkrieg, der Bau eines Damms und die Zukunft des Dorfes hinterlassen ihre Spuren bei Trina und den anderen Bewohner:innen. Und doch ist immer klar: Trina bleibt hier.
Ein eindrucksvoller Roman voller Emotionen, Tiefe und dem großen Wunsch, seinen Platz in der Welt zu finden.
Bewertung
aus Richterswil
5/5
03.02.2021
eBook (ePUB 3)
hat mich völlig hineingezogen
Sehr süffig geschrieben und man kann sich so richtig in die Personen hineindenken und sich vorstellen. Gute Geschichte die gleich noch geschichtliche Erkenntnisse liefert, um ein wenig die Zeit zu verstehen. Bis anhin kannte ich den Stausee nur vom vorbeifahren. Das bekommt jetzt eine ganz neue Dimension der Gefühle.
Bewertung
aus Singen
5/5
14.08.2020
eBook (ePUB 3)
Guter Schriftsteller
Sehr guter Schreibstil. Einfühlsame Beschreibung der örtlichen Verhältnisse. Alles in Allem eine tragische Geschichte in Zeiten des 2. Weltkrieges. Noch mehr Text geht nicht.
Hortensia13
5/5
31.07.2020
eBook (ePUB 3)
Wahl der Qual
Nach dem Ersten Weltkrieg hofften die Bewohner eines idyllisches Bergdorf in Südtirol, dass nun alles besser wird. Doch da kamen die Faschisten und die Leute wurden vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina kann sich kein anderes Leben, weit weg von ihrem Heimatdorf, vorstellen und bleibt. Trotz dem ihr aufgelegten Berufsverbot als Lehrerin, unterrichtet sie heimlich in Kellern und Scheunen. Doch als ein Stausee gebaut werden soll, der ihr Dorf unter Wasser stellen soll, muss sie aktiv werden. Und das, obwohl die Welt in einem weiteren Krieg versinkt.
Es ist immer wieder eindrücklich, wie der Zweite Weltkrieg sich auf unterschiedliche Regionen ausgewirkt hat. Da der Autor sich an Fakten über die echte Gemeinde Graun gehalten hat, erscheint dieser Roman wie ein Zeitzeuge. Da die Geschichte zudem eine Erzählung einer Mutter an ihre verschollene Tochter ist, wirkt sie sehr persönlich. Im Vordergrund steht der Kampf ums Überleben. Vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Und es zeigt sich: Im Leben kann man nicht immer des eigenen Glückes Schmid sein, sondern die äusseren Umständen machen mit einem, was sie wollen.
Ich fand den Roman sehr eindrücklich und da er ziemlich kurz ist, liest man ihn auch schnell weg. Eindeutig empfehlenswert mit 5 Sternen.
mrs rabes bookaccount
5/5
27.07.2020
eBook (ePUB 3)
Worte können alles sein
Graun, ein kleines Bergdorf im Vinschgau. Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges gehört Südtirol zu Italien. Nach der Machtergreifung Mussolinis wird die deutschsprachige Bevölkerung zwangsitalienisiert. Trina, die so wie ihre Freundinnen Barbara und Maja, Lehrerin werden wollte, bekommt nun keine Anstellung, doch im Untergrund unterrichtet sie weiter die Dorfkinder in Deutsch. Trina heiratet Erich Hauser und zieht auf seinen kargen Bauernhof. Die Hausers führen fortan ein Leben im Widerstand: gegen Mussolinis faschistische Schwarzhemden, gegen Hitler, gegen den Bau des gewaltigen Staudamms, der den Untergang für das Dorf bedeutet.
In Trinas und Erichs Leben wird eine große Wunde gerissen, es ist ein Verlust an dem die Familie zu zerbrechen droht.
Der italienische Autor Marco Balzano schreibt in seinem Roman „Ich bleibe hier“ wider das Schweigen. Trina glaubt an das Wort als Mittel des Widerstands. In Graun sind die Menschen hart arbeitende Bauern und Handwerker. Trinas Mutter war eine sehr kategorische Frau, die die Welt mühelos in Schwarz und Weiß einteilen konnte.
„Sie hielt alle, die eine Schulbildung hatten, für unnötig schwierige Menschen. Faulpelze, Besserwisser und Haarspalter. Ich dagegen glaubte, das größte Wissen liege im Wort, besonders für eine Frau….Ich glaubte, sie könnten mich retten, die Wörter.“
Worte können alles sein, Trost oder Waffe, sie können Berge versetzen, wenn alles verloren scheint. Worte bedeuten Freiheit, können Brücken schlagen. Manchmal bleiben aber auch nur Worte, um zu verarbeiten, was das Leben mit einem gemacht hat.
Und so lässt Marco Balzano Trina erzählen, von der Zeit als die Dorfbewohner die italienischen Faschisten hassten und ein Rettung durch Hitlers Nazideutschland herbeisehnten. Sie erzählt vom Widerstand, von Flucht, von Trennung und Verlust. Balzanos Sprache ist schnörkellos, mitfühlend und bar jeglicher Sentimentalität.
Der Kirchturm von Reschen, der aus dem Wasser des Stausees hervorschaut, ist heute eine Touristenattraktion. Auch Marco Balzano hat diesen Kirchturm gesehen. Die Geschichte der Gegend und des Staudamms motivierte ihn „eine private und persönliche Geschichte anzusiedeln, in der sich die historischen Abläufe spiegeln und die (ihm) die Möglichkeit bot, ganz allgemein über Verantwortungslosigkeit, über Grenzen, über Machtmissbrauch und die Bedeutung des Wortes zu sprechen.“
Was bleibt, wenn einem zunächst die Muttersprache, dann das Zuhause, die Landschaft, die Existenz, die Heimat genommen wird? „Vorwärts gehen….das ist die einzige Richtung, die erlaubt ist. Sonst hätte Gott uns die Augen seitlich gemacht. Wie den Fischen.“
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5/5
08.02.2022
Buch (Taschenbuch)
Intensiv und spannend!
Das Titelbild zeigt den Kirchturm im Reschensee/Südtirol. Heute ist der Turm ein Touristen-Hotspot, doch als Denkmal erinnert er daran, dass hier einst ein Dorf stand, das für den Stausee umgesiedelt wurde. Aber was bedeutete das seinerzeit für die Menschen? „Ich bleibe hier“ erzählt dies sehr eindringlich am Beispiel einer Familie, die auf brutale Weise von der Politik mit dem Bauvorhaben konfrontiert wird und schließlich ihr auskömmliches Leben, Familienglück und Heimat aufgeben muss. Klar und präzis, spannend und einfühlsam geschrieben, hat mich dieser intensive Roman von der ersten Seite an gepackt und nachhaltig beeindruckt!
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5/5
22.01.2022
Buch (Taschenbuch)
Jetzt als Taschenbuch.
Was für ein bewegendes Buch! Eine mit wahrem Hintergrund (was es um so dramatischer macht) über eine Familie, ein Dorf und seine Menschen als Spielball der Politik und Geschichte. Der geplante Bau eines Staudamms stellt alles für Trina und ihre Familie in Frage.
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5/5
21.07.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine lehrreiche Geschichte, die...
Eine lehrreiche Geschichte, die zeigt, was es heißt, wenn wirtschaftliche Interessen mehr wiegen, als menschliche Schicksale. Aber nicht nur dieses Thema steht im Mittelpunkt dieses vielschichtigen und kurzweiligen Romans. So erfährt man auch viel über die Geschichte Südtirols.
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5/5
09.02.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch hat mich in Bann gezogen-wie...
Dieses Buch hat mich in Bann gezogen-wie oft stand ich selbst am Reschensee und bewunderte den berühmten Turm, wusste aber über die Hintergründe nur wenige Fakten. Die Erzählung nimmt einen mit in die Gefühlswelt der Betroffenen. Leseempfehlung!
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5/5
22.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wer kennt ihn nicht, den Kirchturm...
Wer kennt ihn nicht, den Kirchturm im Reschensee? Balzano erzählt uns die Geschichte dazu. Wie ist es, wenn Menschen ihrer Heimat beraubt werden? Nicht nur ihrer Heimat, sondern auch ihrer Sprache. Wenn Faschisten und Nazis Familien entzweien.
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