Was hilft Psychotherapie, Herr Kernberg?

Was hilft Psychotherapie, Herr Kernberg?

Erfahrungen eines berühmten Psychotherapeuten

Buch (Gebundene Ausgabe)

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Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.09.2020

Verlag

Herder

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

21,1/13,4/2,2 cm

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.09.2020

Verlag

Herder

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

21,1/13,4/2,2 cm

Gewicht

310 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-451-60266-5

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Manfred aus Linz am 03.02.2021

Bewertungsnummer: 1431798

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Buch war ein Weihnachtsgeschenk an meine Frau, nachdem es im ORF-Kulturmontag vorgestellt worden war. Ein berühmter Psychoanalytiker mit österreichischen Wurzeln legt sich einmal selbst auf die Couch, ein Arzt und Bestsellerautor therapiert. Ein spannendes Buch mit Ironie und Tiefgang, dachte ich, das schenk ich zu Weihnachten. Meine Frau war erfreut, schien nach der Lektüre aber etwas ratlos und bat mich es auch zu lesen. Die Einleitung ließ mich stutzig werden. Eine einzige Lobhudelei („unglaublich, atemberaubend, unfassbar etc.), wie von einem Panegyriker verfasst: „Ein begeisterter Therapeut, der engagiert und mit vollem Einsatz um seine schwer gestörten Patienten ringt, sich aber nie über Patienten lustig macht (!), aber Fachkollegen … verschreckt.“ Und: Damit es auch der „gebildete Metzger (!)“ versteht, „gab er tiefe Weisheiten einfach und allgemeinverständlich von sich, wobei seine Augen besonders hell aufleuchteten…“ Den Rollentausch auf der Couch gab es natürlich nicht. Das wird nur mit einem Foto insinuiert. Der "berühmteste Psychotherapeut der Welt" erzählt bloß seine Erfahrungen einem Autor, der sich mindestens auf Augenhöhe fühlt und dementsprechend frägt. Oft dozierend, besserwisserisch und suggestiv, dann wieder unterwürfig (nach dem Motto: „Je kleiner man sich macht, desto mehr ist man beziehungsfähig“), angereichert mit demonstrativer Betroffenheit, blind für Widersprüche oder sonstige Auffälligkeiten. Die Antworten fallen da entsprechend aus. Viele unfreiwillig komische Sprachbilder entstehen (Lütz: „Priesterberuf ist für Narzissten außerordentlich attraktiv. Mit schönen Gewändern angetan ... und widerspruchslos predigen zu können, das muss für sie so attraktiv sein wie Schnaps für Alkoholiker. Kernberg: „Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht, aber das ist einleuchtend.“). Unabhängig davon, vermisst man bei dem Interviewten Selbstreflexion oder den Versuch, vermeintliche subjektive Wahrheiten zu dekonstruieren, was seiner Glaubwürdigkeit nur zuträglich wäre. Persönliches kommt schon vor, unterstreicht aber den schon bisher bekannten Narrativ seines bürgerlichen Lebens. Wer seine Ausführungen genauer nimmt, findet allerdings erstaunlich viel psychoanalytisch Interessantes (Magersucht, aggressives Verhalten, sexuelle Hemmungen, merkwürdige Witzchen etc.), das nicht einmal ansatzweise thematisiert wird. Die Patientengeschichten hingegen erscheinen hinsichtlich Kausalität von Therapie und Heilung konstruiert. Dem "gebildeten Metzger" bleiben zwar einige Fachausdrücke nicht erspart (histrionisch, Prothrombinzeit etc.), verwirrt wird er aber von den vielen Gemeinplätzen und Schwurbeleien. Es gibt schlechtere Bücher. Ich fühle mich aber getäuscht, da das Buch bei weitem nicht hält, was es verspricht. Es wird sich aber gut verkaufen und hat damit seinen Zweck für Verlag und Autor erfüllt. Der berühmte Psychotherapeut, der „mit 92 Jahren immer noch von früh bis spät ohne Mittagspause arbeitet“, wird sich geehrt und bestätigt fühlen. Leser, die das Thema Psychotherapie interessiert, ihr Geld aber nicht gerne leichtfertig ausgeben, können aber getrost darauf verzichten.
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Manfred aus Linz am 03.02.2021
Bewertungsnummer: 1431798
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Buch war ein Weihnachtsgeschenk an meine Frau, nachdem es im ORF-Kulturmontag vorgestellt worden war. Ein berühmter Psychoanalytiker mit österreichischen Wurzeln legt sich einmal selbst auf die Couch, ein Arzt und Bestsellerautor therapiert. Ein spannendes Buch mit Ironie und Tiefgang, dachte ich, das schenk ich zu Weihnachten. Meine Frau war erfreut, schien nach der Lektüre aber etwas ratlos und bat mich es auch zu lesen. Die Einleitung ließ mich stutzig werden. Eine einzige Lobhudelei („unglaublich, atemberaubend, unfassbar etc.), wie von einem Panegyriker verfasst: „Ein begeisterter Therapeut, der engagiert und mit vollem Einsatz um seine schwer gestörten Patienten ringt, sich aber nie über Patienten lustig macht (!), aber Fachkollegen … verschreckt.“ Und: Damit es auch der „gebildete Metzger (!)“ versteht, „gab er tiefe Weisheiten einfach und allgemeinverständlich von sich, wobei seine Augen besonders hell aufleuchteten…“ Den Rollentausch auf der Couch gab es natürlich nicht. Das wird nur mit einem Foto insinuiert. Der "berühmteste Psychotherapeut der Welt" erzählt bloß seine Erfahrungen einem Autor, der sich mindestens auf Augenhöhe fühlt und dementsprechend frägt. Oft dozierend, besserwisserisch und suggestiv, dann wieder unterwürfig (nach dem Motto: „Je kleiner man sich macht, desto mehr ist man beziehungsfähig“), angereichert mit demonstrativer Betroffenheit, blind für Widersprüche oder sonstige Auffälligkeiten. Die Antworten fallen da entsprechend aus. Viele unfreiwillig komische Sprachbilder entstehen (Lütz: „Priesterberuf ist für Narzissten außerordentlich attraktiv. Mit schönen Gewändern angetan ... und widerspruchslos predigen zu können, das muss für sie so attraktiv sein wie Schnaps für Alkoholiker. Kernberg: „Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht, aber das ist einleuchtend.“). Unabhängig davon, vermisst man bei dem Interviewten Selbstreflexion oder den Versuch, vermeintliche subjektive Wahrheiten zu dekonstruieren, was seiner Glaubwürdigkeit nur zuträglich wäre. Persönliches kommt schon vor, unterstreicht aber den schon bisher bekannten Narrativ seines bürgerlichen Lebens. Wer seine Ausführungen genauer nimmt, findet allerdings erstaunlich viel psychoanalytisch Interessantes (Magersucht, aggressives Verhalten, sexuelle Hemmungen, merkwürdige Witzchen etc.), das nicht einmal ansatzweise thematisiert wird. Die Patientengeschichten hingegen erscheinen hinsichtlich Kausalität von Therapie und Heilung konstruiert. Dem "gebildeten Metzger" bleiben zwar einige Fachausdrücke nicht erspart (histrionisch, Prothrombinzeit etc.), verwirrt wird er aber von den vielen Gemeinplätzen und Schwurbeleien. Es gibt schlechtere Bücher. Ich fühle mich aber getäuscht, da das Buch bei weitem nicht hält, was es verspricht. Es wird sich aber gut verkaufen und hat damit seinen Zweck für Verlag und Autor erfüllt. Der berühmte Psychotherapeut, der „mit 92 Jahren immer noch von früh bis spät ohne Mittagspause arbeitet“, wird sich geehrt und bestätigt fühlen. Leser, die das Thema Psychotherapie interessiert, ihr Geld aber nicht gerne leichtfertig ausgeben, können aber getrost darauf verzichten.

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Lütz Manfred

Bewertung aus Wien am 20.12.2020

Bewertungsnummer: 1416860

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Leider kann ich dazu nichts sagen, ich schenke meinem Sohn das Buch! Sorry!
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Lütz Manfred

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Bewertungsnummer: 1416860
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Leider kann ich dazu nichts sagen, ich schenke meinem Sohn das Buch! Sorry!

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Benedikt Drießen

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Selten habe ich ein spannenderes Buch gelesen . Ein spannendes Gespräch , eine spannende Biographie und viele Anregungen zur weiteren Beschäftigung !
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Agata Jankowski

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5/5

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Liest sich super schnell und interessant, obwohl der Titel nur ein Drittel des Buches ausmacht. Sehr viel Insiderwissen nach außen gekehrt, dabei immer mit menschlichem Verstand begutachtet.
5/5

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Liest sich super schnell und interessant, obwohl der Titel nur ein Drittel des Buches ausmacht. Sehr viel Insiderwissen nach außen gekehrt, dabei immer mit menschlichem Verstand begutachtet.

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