Produktbild: Wie wir jetzt leben

Wie wir jetzt leben Erzählungen

1

12,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

21.09.2020

Verlag

Doubleday

Seitenzahl

128 (Printausgabe)

Dateigröße

1700 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The way we live now

Übersetzt von

Kathrin Razum

Sprache

Deutsch

EAN

9783446268593

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Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

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Erscheinungsdatum

21.09.2020

Verlag

Doubleday

Seitenzahl

128 (Printausgabe)

Dateigröße

1700 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The way we live now

Übersetzt von

Kathrin Razum

Sprache

Deutsch

EAN

9783446268593

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  • https://lieslos.blog/

    5/5

    14.03.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    5 Erzählungen einer herausragenden Intellektuellen des 20. Jh.

    In diesem schmalen Band sind fünf autobiographische Erzählungen der 1933 in New York geborenen und 2004 dort verstorbenen Schriftstellerin Susan Sontag, einer herausragenden Intellektuellen des zwanzigsten Jahrhunderts, enthalten. Zwei dieser Erzählungen, „Wie wir jetzt leben“ und „Wallfahrt“ sind wohl besonders bekannt und halte ich auch für besonders gelungen und erwähnenswert. Die renommierte Essayistin und Autorin von Sachbüchern schreibt über Lebensthemen und prägende Erlebnisse. Susan Sontag erzählt aber nicht nur. Sie tätigt Verweise und Anspielungen auf andere Texte, sie beobachtet sich selbst, hinterfragt, reflektiert und deutet. Sie sucht und findet Argumente und fasst Erkenntnisse zusammen. Indem sie den Leser auffordert „Nehmen wir an,...“, ermuntert sie zu Gedankenspielen und führt sie geistige Experimente durch. In der titelgebenden Erzählung „Wie wir jetzt leben“, die 1986 erstmals in der Zeitschrift „New Yorker“ erschien und in erschreckender Weise an unsere derzeitige Corona-Lage erinnert, thematisiert die Autorin die damals neuartige Aids-Epidemie, die v. a. in der New Yorker Künstlerszene, in der sich auch Susan Sontag und ihr Freundeskreis bewegte, grassierte. Sie schildert das Leiden eines an Aids erkrankten befreundeten Enddreißigers aus der Perspektive seiner hilflosen und ratlosen Freunde. Dass es sich um Aids handelt wird nicht explizit gesagt, aber es ist schon aufgrund des zeitlichen und örtlichen Kontextes, die 1980-er Jahre in New York, anzunehmen. Indem sie den Kranken und seine Krankheit aus der Sicht seiner Umwelt beschreibt, seziert und analysiert sie vor allem deren Reaktion auf die neue und todbringende „Seuche“. Eine originelle, raffinierte und außergewöhnliche Herangehensweise! In einer weiteren Geschichte, „Beschreibung (einer Beschreibung)“, erzählt sie davon, wie sie sich um einen Mann im blauen Anzug kümmert, der plötzlich auf der Straße zusammenbricht. In „Briefszene“ ist Tatjana so kühn, Eugen einen Brief zu schreiben, aber es geht hier um weit mehr als nur um diesen Brief. Im „Blick aus der Arche“, einer parabelähnlichen Erzählung, schildert sie ein Gespräch zwischen einem Nachkommen Noahs und einem Vogel. Sie beginnt damit, dass der Nachkomme vom Vogel eine Geschichte hören möchte. „Wallfahrt“ gefiel mir am Besten. Ich würde diesen Text als Sahnehäubchen und Herzstück der Kurzgeschichtensammlung bezeichnen. In diesem Text erzählt Susan Sontag, die den „Zauberberg“ bewunderte und dessen Erschaffer verehrte, von ihrem enttäuschenden und banalen Besuch beim damals 72-jährigen Thomas Mann. Im Dezember 1947 lernte sie, gerade mal 14 Jahre jung, den bedeutenden Schriftsteller während dieses Besuchs kennen, der u. a. über seine Arbeit am "Doktor Faustus" sprach und abschreckend distanziert über Dieses und Jenes dozierte. Susan Sontag ist eine präzise Beobachterin, die das Beobachtete prägnant und virtuos beschreiben kann. Die Erzählungen sowie Susan Sontags Gedanken und geistige Ausflüge sind allesamt interessant, aber sie sind auch sehr anstrengend und teils ermüdend. Es erfordert viel Aufmerksamkeit und Konzentration, um am Ball zu bleiben. Das Nachwort von Verena Lueken fand ich sehr erhellend. Sie bringt uns Susan Sontag und ihr Leben etwas näher und äußert sich zu dem Erzählband, zu Susan Sontags beruflichen Werdegang und zu ihrem Werk. Mein Fazit lautet: „Wie wir jetzt leben“ ist eine bereichernde, informative und aufschlussreiche Lektüre, die sich nicht unbedingt zur Erholung und Entspannung, sondern zur geistigen, analytischen und intellektuellen Auseinandersetzung eignet. Durch diese Kurzgeschichtensammlung lernte ich eine bedeutende, kluge und fortschrittliche Frau kennen und konnte so meinen Horizont erweitern.

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    Jolina Merkle

    Thalia Sankt Augustin

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    5/5

    28.07.2025

    Buch (Taschenbuch)

    ,,Warum niemand mehr Briefe schreibt.“

    Susan Sontag - Die Meisterin der Essays hat auch Kurzgeschichten geschrieben. In diesem kleinen Band sind ihre wichtigsten Texte zusammen erschienen. Die Geschichten handeln von den Themen, die sie Zeit ihres Lebens beschäftigt haben und von ihrer verletzlichsten Seite zeigen.
  • Zum Bewerterprofil von H. Jürgens

    H. Jürgens

    Thalia Düsseldorf – Königsallee

    Buchhändler*in

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    2/5

    02.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Never met your heroes

    Susan Sontag fällt mit Sicherheit in die Kategorie “absterbendes Kulturwissen”. Der Name dürfte nur eingeweihten Lesern bekannt vorkommen. Bis in die Gegenwart hinein, steht Sontag auf einem Sockel. Knapp 20 Jahre nach ihrem Ableben, zeigt dieser die ersten Risse. Auch an Denkmälern nagt der Zahn der Zeit, bis die Dargestellten schließlich in Vergessenheit geraten. Als Verfasserin von Prosa ist Sontag eher unbekannt. Nach der Lektüre des Erzählungsbandes wird auch klar wieso. Obwohl keine der Erzählungen richtig schlecht ist, ist keine überzeugend, die meisten Storys wirken disparat & uninspiriert. Die Geschichten haben deutlich Patina angesetzt & sind nur im Spiegel ihrer Entstehung verständlich. In der titelgebenden Geschichte geht es um einen AIDS-Kranken, über dessen Krankheit und seiner Gesundheit von seinen Bekannten getuschelt wird. Im Kontext der Zeit betrachtet, wird die Bedeutung der Erzählung klar. Interessant wird es, wenn man die Veröffentlichung des Sammelbandes betrachtet. Erschienen im September 2020 wirkt “Wie wir jetzt leben” erstaunlich frisch & modern vor dem Hintergrund der damaligen Corona-Pandemie. Das Filetstück stellt die Geschichte “Wallfahrt” dar. In dieser berichtet Susan Sontag von ihrer Begegnung mit Thomas Mann im kalifornischen Exil. Mann wird – wenig überraschend - als spießbürgerlicher Geselle dargestellt. Besonders interessant ist die Geschichte durch den Blick in den Maschinenraum des Schriftstellers. Auch das Denkmal von Thomas Mann wird demontiert. Susan Sontag berichtet desillusioniert von ihrem Besuch im Jahre 1947. Susan Sontag baut zahlreiche intertextuelle Verweise ein, durch die ihre Erzählungen dichter machen. Allerdings leidet darunter die Erzählökonomie der Geschichten. Die Geschichten plätschern vor sich hin, ohne auf ein konkretes Ziel zu zusteuern. Susan Sontags Besuch bei Thomas Mann verlief enttäuschend, mit demselben Gefühl lassen die fünf versammelten Erzählungen den Leser geradezu konsterniert zurück. Ganz überwiegend handelt es sich um biedere Hausmannskost. Stilistisch sind sie abwechslungsreich, ohne avantgardistisch zu wirken. Susan Sontag war eine der bedeutendsten Intellektuellen. Sie war meinungsstark, eloquent und belesen. Auch auf ihre Kurzgeschichten trifft das zu, dabei bleiben diese Durchschnittsware.

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