Eine rätselhafte Gestalt taucht in den nächtlichen Straßen Londons auf – und ist ebenso schnell wieder verschwunden. Sie erscheint als Verkörperung all der dunklen Leidenschaften, die in den Tiefen der menschlichen Seele schlummern, eine Ausgeburt des Bösen, die auch vor einem Mord nicht zurückschreckt. Alles, was man über sie weiß, ist ihr Name: Mr. Hyde. Robert Louis Stevensons 1886 entstandene Novelle, die zu den berühmtesten Schauergeschichten der Weltliteratur zählt, ist eine faszinierende Kombination aus packendem Thriller und psychologischer Studie über die duale Natur des Menschen. Sie liegt hier in der meisterhaften Neuübersetzung von Mirko Bonné vor. – Mit einem Nachwort von Dieter Hamblock sowie einer kompakten Biographie des Autors.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Ich erlaube mir nun die Erkenntnis des Endes an den Anfang zu setzten, wer nicht bereits vor dem ersten Bissen die Marmelade aus dem Berliner saugen möchte springt bitte zum letztem Absatz.
Die eben angekündigte Erkenntnis ist für jene die diese Geschichte bereits gelesen, von ihr gehört oder auf diverse Verweise in Büchern und Filmen gestoßen sind wenig überraschend, Stevenson zeigt durch seine Titelfigur Dr. Jekyll ein mehr oder weniger offenes Geheimnis der Menschheit auf, denn diese entdeckt ,,das der Mensch in Wahrheit nicht einer, sondern zwei ist.“.
Ich muss ehrlich gesagt gestehen das ich die Geschichte bereits kannte, wie so ziemlich jeder der ,,Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ gesehen hat, ich wusste also in Grundzügen worum es geht, dennoch konnte dieses Werk mich durch den Aufbau und das Ende überraschen.
Den viktorianischen Einfluss merkt man zweifellos und jeder der andere Werke aus dieser Zeit kennt wird mir da zustimmen können, es ließt sich durch die Einführung des Rechtsanwaltes Mr. Utterson wie ein Kriminalroman, schließlich versucht dieser das Verhalten von seinem Mandanten Dr. Jekyll und seine Beziehung zu Mr. Hyde zu ergründen. Die Aufgabe des Lesers besteht also darin den Anwalt während seiner Recherche zu begleiten und versuchen eine Erklärung zu finden die den Gesetzen unserer Logik folgt, dabei darf er feststellen das er, sofern Ihm die Einzelheiten der Geschichte nicht Vertraut sind, auch nicht viel erfolgreicher ist als Mr. Utterson.
Schließlich erfolgt die Auflösung wie so oft am Schluss und lässt selbst jene die bereits das Ende kannten staunend und mit einigen Überlegungen zurück, ohne die finalen Konsequenzen für Mr. Utterson aufzuzeigen. An dieser stelle ist also wieder der Leser gefragt, nachdem dieser den Anwalt auf seinem Weg begleitet hat, stellt sich nun die frage wie mit der gewonnenen Erkenntnis umgegangen werden soll, immerhin baut die Geschichte auf dem Zwiespalt der menschlichen Natur auf und zeigt auf das selbst jene von uns mit reiner Weste und gutem Charakter auch eine weniger gute Seite haben, ganz gleich wie gut sie auch versteckt sein mag.
Aus meiner Sicht spielte Stevenson mit dem Gedanken was wohl geschähe wenn diese beiden widersprüchlichen Seiten so voneinander getrennt würden, das aus ihnen zwei eigene Identitäten hervorgehen und ob eine Identität mit den Taten der anderen guten Gewissens leben kann, oder noch viel grundlegender: können beide Seiten gleichermaßen nebeneinander existieren, ohne in ein Ungleichgewicht zu geraten welches in der Überlegenheit einer Identität endet?
Die moralische Komponente die er bei dieser Auflage mit einfließen ließ (die heute gängige Version ist von ihm zu Lebzeiten überarbeitet worden), hebt dieses Werk nicht nur qualitativ, sondern gewinnt in meinen Augen auch an Bedeutsamkeit. Fühlen wir uns denn nicht alle manchmal hin und hergerissen zwischen zwei Seiten Und müssen uns entscheiden welcher wir den Vorzug geben? Wie viel von uns sehen sich in ihren Optionen eingeschränkt, weil ein Fehltritt nunmehr Konsequenzen nach sich zieht die endgültig mit der eigenen Person verbunden und einem zum Nachteil gereicht werden könnten? Diese Überlegungen finden sich in der Figur des Dr. Jekyll wieder und schaffen eine Verbindung zum realen Leben, denn ohne von mir selbst auf andere zu schließen, die wenigsten sind so ehrlich, gewissenhaft und diszipliniert wie Mr. Utterson.
Mein Fazit lautet wie folgt: diese Geschichte ist nicht nur gut geschrieben sondern auch wahnsinnig interessant, denn sie endet nicht mit der letzten Seite. Am Ende mag das Geheimnis als solches gelüftet sein, aber wie soll man nun damit umgehen? Soll man die daraus resultierenden Gedanken wie dieses Buch handhaben, aus den Augen aus dem Sinn? Oder nimmt man sich die Zeit zu ergründen wie Utterson damit umgeht und viel wichtiger noch, wie man selbst damit umgeht. Wie geht man damit um eine pauschale Wahrheit schwarz auf weiß zu sehen und der Frage gegenüberzustehen ob man selbst eher Dr. Jekyll oder Mr. Hyde ist?
Aber um nicht gleich den Teufel an die Wand zu malen, vielleicht ist man auch der trockene Mr. Utterson und geht dem Mysterien der Mitmenschen auf den Grund.
Bewertung
5/5
19.07.2024
Buch (Taschenbuch)
Wer Lust hat, einen Klassiker zu lesen, der schnell durch ist, ist bei dieser Novelle genau richtig!
Ich bin durch Zufall auf diesen Klassiker gestoßen und habe ihn dann aufgrund der wenigen Seiten mitgenommen und auch direkt an einem Tag durchgelesen.
Das Buch hat mir von vorne bis hinten so gut gefallen. Es gab eine klare und überschaubare Storyline, die innerhalb der wenigen Seiten gut und verständlich erzählt wurde.
Der Plot der Geschichte war mein persönliches Highlight im Buch und hat mir so, so gut gefallen (Ich liebe ihn immer noch!).
Gerade bei Klassikern tue ich mich manchmal mit der alten Sprache etwas schwer, aber hier kam ich auch diesbezüglich wirklich gut durch das Buch und kann mich da nicht beschweren.
Bisher definitiv mein liebster Klassiker den ich gelesen habe!
Bewertung
4/5
28.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Die Ethik des Sittenlosen und die Formung des Selbst
Neben dem eigentlich simplen Handlungsstrang ist es mehr die blumige Sprache und das ethische Thema, welche überzeugen: darf sich ein Mensch, der die Möglichkeit dazu hat, sich allen Sitten entledigen und ohne Gesetz oder Busse zu fürchten handeln und tun, wie es ihm beliebt? Oder ist es gar seine Pflicht, dem Tier in seinem Herzen nachzugeben - wenn nicht gerade für immer, dann wenigstens von Zeit zu Zeit? Wie viel Leid und Kummer kann ein Mensch sich und seinen Freunden zufügen, bevor ihn die Skrupel von genossener Freiheit dahinraffen?
Je länger die Leserschaft dem Zwiespalt des gebrochenen Doktors folgt, desto mehr beginnt man sich zu fragen, wie sehr man selbst einen Mr. Hyde im Innern seines Fleisches trägt und ob man nicht den Versuchungen des Lasters schon längst erlegen ist.
Elina Z.
4/5
28.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Persönlichkeit an sich
Ich glaube, es gibt keine einzige Person, die von diesem Buch oder mindestens von der Hauptidee nichts gehört hat. Die Novelle erschien 1880, in der viktorianischen Zeit, und damit gehört sie zur Schauerliteratur, in der das Phantastische und das Mystische kombiniert wird. Es ist kein Roman, sondern eine Novelle, daher konnte sie mit zahlreichen Beschreibungen und kleinen Details nicht ausgeschmückt werden, damit man ein ganzes und nachvollziehbares Bild bekommt.
Allein die Idee der Verkörperung von zwei verschiedenen Seiten einer Persönlichkeit finde ich faszinierend. Dies kann mit vielen unterschiedlichen psychologischen, psychoanalytischen, mystischen sowie phantastischen Elementen verbunden werden. Obwohl der Leser von Anfang an weiß, wie die Geschichte läuft, herrscht trotzdem eine gewisse Intrige in der Novelle.
Das ist ein Klassiker über einen Menschen mit seinen guten und dunklen Seiten. Wird er gegen dunkle Seiten kämpfen oder wird er sie freilassen? Jeder soll für sich allein entscheiden.
Bewertung
5/5
03.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Schrecklich spannend und moralisch...
Schrecklich spannend und moralisch anzweifelbar. Ein wirklich angenehm zu lesender Klassiker der die damalige Gesellschat und den Abgrund zwischen Gut und Böse auf hochinteressante Weise darstellt.
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5/5
02.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Schaurig spannender Klassiker
Die Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde ist schaurig spannend und eine perfekte Lektüre für die dunklere Jahreszeit. Die Darstellung des Viktorianischen Londons in Kombination mit moralischen Zwiespalt und anderen tiefgründigen Themen die Stevenson in diesem kurzen Werk aufgreift erschaffen eine wunderbar schaurige Atmosphäre, die den Leser komplett in seinen Bann zieht.
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5/5
26.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Düster und denkanstoßgebend
Es ist ein eher kurzes Buch, aber hat es definitiv in sich. Es zu lesen ist interessant, aber darüber nachzudenken und sich davon inspirieren zu lassen noch interessanter. Zu recht sind Dr Jekyll und Mr Hyde absolute Klassiker der (gothic) Literatur. Die Geschichte behandelt Fragen, wie zum Beispiel: Wie genau können wir das Gute in uns von dem Schlechten in uns trennen? Wie weit darf man gehen? Wie viel Kontrolle hat man über sich selbst? Und selbst wenn man sich nicht mit tiefgründigen Fragen auseinandersetzen möchte, ist es immer noch eine faszinierende Geschichte für etwas Spooky Vibes zwischendurch.
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5/5
05.04.2025
Buch (Taschenbuch)
"Alles geht einmal zu Ende, das größte Maß ist schließlich voll, und so zerstörte dieses kurze Nachgeben gegenüber dem Bösen in mir das Gleichgewicht meiner Seele vollends."
So kurz und doch derart prägnant wie kein vergleichbares Werk.
Robert Louis Stevenson zog mich mit seiner wahrlich unfassbaren Sprache und seiner Raffinesse, Geschichten, diese Geschichte, zu erzählen in einen unbändigen Bann, der mich zwang, dieses Werk aufzusaugen und stätig zur selben Zeit mich mit der von ihm aufgemachten Thematik tiefgreifend auseinanderzusetzen, denn diese erlaubt ein Ausmaß an philosophischer Interpretation, in dessen Zuge moralische Fragen aufgeworfen werden, welche bis heute abermals wieder aufgegriffen werden und ich persönlich auch allemal interessant finde, denn ob der Mensch von Grund auf das Böse in sich trägt oder nicht und wie dieses Buch eben jene Frage in Form eines, ja fast schon Kriminal/Schauer-Mystery Roman aufgreift, daraus im Verlaufe der Entwicklungen der Figuren ein fantastischen Hintergrund vermuten lässt, woraus sich eine schaurige und erschreckend lebendige Atmosphäre entfalten kann, die ein Nachbeben zurücklässt.
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5/5
10.10.2023
Buch (Taschenbuch)
Ein schauriger Klassiker
Stevenson hat mit diesem Werk 1886 einen Meilenstein geschrieben. Für mich ist eine Mischung aus Drama und Schauergeschichte, wobei ich das viktorianische Setting in London und die vielen eingearbeiteten Themen sehr mochte. Es geht so hauptsächlich um den Kampf zwischen Gut und Böse aber auch um Freundschaft und das Thema Sucht.
Einziger Kritikpunkt: man hat es leider doch recht schnell durchgelesen.
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5/5
12.02.2020
Buch (Taschenbuch)
Ein Klassiker zum Immer-wieder-Lesen,...
Ein Klassiker zum Immer-wieder-Lesen, der zeitlose Themen wie Doppelmoral und Drogenmissbrauch und anspricht, die heute genauso aktuell sind wie im England des 19. Jahrhunderts. Außerdem eine atmosphärisch dichte Schilderung des viktorianischen London.
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