Schwarzwald, 1965: Lisa hatte es nie leicht im Leben und wird von Selbstzweifeln geplagt. Als sie von der Försterfamilie Vogel an den reizvollen Liliensee eingeladen wird, hofft sie, dort zur Ruhe zu kommen und die Vergangenheit hinter sich lassen zu können.
Charlotte Vogel nutzt die Gunst der Stunde, um einen ihrer Söhne mit Lisa zu verkuppeln. Und tatsächlich: Lisa unternimmt eine Bergtour mit Charlottes ältestem Sohn Robert, doch schon bald schweben die beiden in Gefahr ...
Eine spannend-romantische Geschichte, die aufzeigt, dass Gott auch auf krummen Linien gerade schreiben kann.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
smillas_bookworld
aus Rheinland Pfalz
5/5
04.09.2020
eBook (ePUB)
Ein Seelenstreichler
Diesen Winterroman von Elisabeth Büchle habe ich sehr genossen! Er ist nicht nur stimmungsvoll und romantisch, sondern wartet außerdem auch noch mit einer super sympathischen Försterfamilie mit drei erwachsenen Söhnen auf. Und einer davon soll – wenn es nach Charlotte Vogel, der Mutter der Drei geht – eine Frau finden. Es trifft sich gut, dass Lisa, die Tochter ihrer Jugendfreundin, in dem urigen Försterhaus mitten im Schwarzwald, strandet.
Die junge Künstlerin fühlt sich sofort wohl im Schoß der Familie Vogel und taut auch schnell auf. Sie ist schlagfertig und liefert sich das eine oder andere Wortduell mit den Familienmitgliedern. Doch innerlich ist sie geprägt von Verletzungen und trägt eine tiefe, schmerzliche Sehnsucht in sich.
Ein Schneesturm sorgt dann nicht nur für viel Schneefall und tiefe Schneeverwehungen, sondern auch dafür, dass Lisa und der älteste Sohn gemeinsam in einer Berghütte festsitzen. Während sie dort ausharren, erkennt Lisa: Wie der Schnee von Menschenhand verursachte Vertiefungen überdeckt, so überdeckt Gott unsere Fehler und Makel im Lebensbild.
Mir hat dieser bildhafte Vergleich gefallen. Die Autorin hat generell einen sehr bildhaften und flüssigen Schreibstil und so war es kein Wunder, dass ich das Buch in kürzester Zeit schon durchgelesen hatte. Ich bin auch gerne in das Jahr 1965 eingetaucht, in das tolle Setting. Die Botschaft um die heilende Kraft der Liebe und Vergebung sind das i-Tüpfelchen von diesem Seelenstreichler und ich hoffe, dass Band 2 nicht allzu lange auf sich warten lässt. Es bleiben ja noch zwei Söhne, die unter die Haube müssen. ;)
Bewertung
aus Vöcklabruck
5/5
26.08.2020
eBook (ePUB)
Winterleuchten am Liliensee
Gerade ist der neue Roman von Elisabeth Büchle erschienen und ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten. Das Buch trägt den Titel „Winterleuchten am Liliensee“ und ist ein wunderschöner Liebesroman.
Lisa reist im Herbst des Jahres 1965 in den Schwarzwald, um ihre angebliche Patentante Charlotte kennenzulernen. Sie freut sich auf den Besuch und hofft dort ihre Vergangenheit verarbeiten zu können. Familie Vogel ist ganz überrascht als eine erwachsene Frau ankommt. Eigentlich hatten sie ein 6 Jahre altes Mädchen erwartet. Bald klärt sich das Missverständnis auf und Charlotte sieht in Lisa die richtige Frau für einen ihrer Söhne.
Schon nach den ersten Seiten bin ich diese wunderbare Geschichte eingetaucht. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, spannend, warmherzig und fesselnd. Die Protagonisten mochte ich sehr gerne. Lisa ist so eine liebenswerte junge Frau. Ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen. Allerdings kämpft sie mit ihrer Vergangenheit und hofft, dass sie hier ein klein wenig Wärme und Geborgenheit findet.
Die Söhne von Charlotte sind auch sehr nette junge Männer. Georg ist der offene Typ und Robert der Ältere ist ein wenig verschlossen und hadert auch noch immer mit seiner Vergangenheit. Schon einmal hat ihn eine Frau tief verletzt und ganz hat er sich davon noch nicht erholt. Auch wenn es schon Jahre zurückliegt.
Die Person, die dem Roman immer wieder Würze verleiht, ist Johann, der Großvater von Georg und Robert. Er erkennt sofort für wen Lisa bestimmt ist und er tut das auch immer wieder mit versteckten Anspielungen kund, die der Betroffene natürlich nicht unbedingt versteht oder verstehen will. So musste ich über Johann immer wieder schmunzeln.
Für mich war es ein gefühlvoller, emotionaler Roman. Ich konnte mich wunderbar in Lisa und Robert hineinversetzen und mit ihnen mitfiebern. Es war so schön zu sehen, wie die Liebe zwischen ihnen immer größer wurde und wie sie beginnen endlich ihre Vergangenheit verarbeiten. Lisa und Robert bekämpfen ihre Zweifel und zwar bei einem spannendem Aufenthalt, eingeschneit in einer Schutzhütte auf dem Berg, über den ich aber nicht mehr verraten will, da dieser Aufenthalt ein wichtiger und emotionaler Teil des Buches ist.
Ich hatte wunderbare Lesestunden und konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Für mich war das wieder eines dieser besonderen Bücher, aus denen man ganz viel Wärme und Liebe für sich selbst mitnimmt. Elisabeth Büchle hat sich mit diesem emotionalen und gefühlvollen Roman wieder einmal selbst übertroffen.
Von mir bekommt „Winterleuchten am Liliensee“ 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Hopeandlive
5/5
02.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Gottes bedingungslose Liebe
Wir befinden uns im Schwarzwald im Jahr 1965. Charlotte Vogel aus dem Forsthaus Vogel am Liliensee bekommt Post aus dem Nachlass ihrer früheren Freundin mit der Bitte ihre kleine Tochter zu sich zu nehmen, deren Patentante sie. Charlotte nimmt diese Bitte sehr ernst und freut sich auf das kleine Mädchen, doch bei ihrer Ankunft staunt sie.
Aus dem Auto, mit dem ihr Sohn Robert ihr Patenkind vom Bahnhof abgeholt hat, steigt eine junge schöne Frau, eindeutig erwachsen was die ganze Familie erstmal verdutzt zur Kenntnis nimmt. Lisa kommt mit einem Koffer und sehr viel unsichtbarem Gepäck namens Selbstzweifel und Ablehnung. Sie hofft im Forsthaus mehr über ihre Mutter zu erfahren und sehnt sich aus tiefstem Herzen nach einer Familie. Doch aufgrund ihrer Biografie glaubt sie fest daran, dass ihr das nicht zusteht. Der Leser erlebt sehr authentisch den inneren Kampf der jungen Frau mit die Vergangenheit loszulassen und innere Ruhe und Frieden zu finden.
Robert, der älteste Sohn und ebenfalls Förster, steht Lisa sehr skeptisch gegenüber und fühlt sich auf der anderen Seite auch von ihr angezogen. Doch eine große und immer noch schmerzende Wunde in seinem Herzen, was Frauen und Beziehungen betrifft, lässt ihn auf Distanz gehen. Charlotte hingegen, die sich sehr gerne als einen Engel der Liebe betätigt, wittert die Gunst der Stunde und versucht einen ihrer Söhne mit Lisa zusammenzubringen Großvater Johann beobachtet das alles und bespricht es mit dem, der alles in die richtigen Wege leiten wird.
Auf einer gemeinsamen Winterbergtour von Robert und Lisa, herbeigeführt von einem weiteren Engel der Liebe, nämlich Johann, kommen sich die beiden zögerlich näher. Ein plötzlicher Schneesturm bringt sie jedoch in höchste Gefahr und die Forstfamilie ahnt noch nichts davon. Derweil kommt das echte Patenkind, Trudi, mit ihren Pflegeeltern im Forsthaus an......
Elisabeth Büchle hat einen ganz wundervoll stimmungsvollen Winterroman geschrieben und dabei die 60er Jahre gekonnt wieder aufleben lassen. Die Landschaft und das Leben im Schwarzwald wurden mir so lebendig während des Lesens, ich fühlte mich förmlich am Liliensee und habe die wunderbare Natur genossen. Da mein Geburtsjahr in den 60ern liegt, war es mir auch ein ganz besonderes Vergnügen. Doch nicht nur die äußeren Stimmungen vermag die Autorin zu beschreiben sondern auch das Innenleben der Protagonisten, mit was sie zu kämpfen haben, was sie verletzt hat und immer noch verletzt und wie sie sich bemühen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen um in Ruhe und Frieden ein neues Leben zu starten, das nur mit Gottes Hilfe möglich ist, liest sich einfach so gut. Auf eine ganz angenehme Weise wird der christliche Glaube in die Geschichte eingebettet und jeder Leser kann die kleinen versteckten Weisheiten Gottes für sich in Anspruch nehmen.
Belis
5/5
05.08.2023
Buch (Taschenbuch)
Idyllische Natur, humorvoll und herzerwärmend
Das hatte sich Charlotte anders vorgestellt. Statt einem sechsjährigen Mädchen steht eine junge Frau vor ihrer Türe im abgelegenen Schwarzwald 1965. Überraschenderweise stellt sich Lisa ebenfalls als Tochter ihrer Freundin heraus. Die liebenswerte junge Frau wäre eine perfekte Schwiegertochter befindet Charlotte. Kurzentschlossen erwählt sie einen ihrer drei Söhne und legt sich mächtig ins Zeug für ihren Plan.
Lisa sehnt sich seit längerem nach Geborgenheit. Daher nimmt sie neugierig die Einladung der Familie Vogel an. Ob die Wochen am Liliensee ihre Sehnsucht und Selbstzweifel mildern können? Geschickt verbirgt Lisa ihre Schatten und ihr Vertrauen beginnt aufzublühen. Je mehr sie mit den Brüdern in die Naturschönheiten eintaucht desto größer wird ihr Verlangen nach Liebe, nach einer eigenen Familie.
Ein Ausflug in die einsame Bergwelt wird unerwartet zur Gefahr. Für Lisa und ihren Begleiter beginnt eine intensive Zeit.
Der aussagekräftige Schreibstil zaubert Naturschönheiten und stimmungsvolle Landschaften vor mein geistiges Auge. Eintauchen und staunen. Einfühlsam geschilderte Charaktere und perlender Humor lassen mich schmunzeln und mitfühlen. Gespannt begleite ich Lisa bei ihren Ausflügen, höre den Gesprächen am Familientisch zu und lächle über Johann, den gewitzten Großvater. Der gegenseitige Respekt und die Hingabe innerhalb der Familie begeistert nicht nur Lisa. Mir gefällt auch das Einfließen christlicher Werte sehr gut.
Dieser warmherzige Roman unterhält, regt zum Nachdenken an und verbreitet Wohlgefühl gepaart mit Sehnsucht nach unberührter Natur. Innerhalb weniger Stunden verschlungen wende ich mich schnellstmöglich dem zweiten Band Frühlingsfunkeln am Lilliensee zu. Freunde von Familiensagas, naturverbundenen Settings sowie liebevoll gezeichneten Figuren lege ich diese Geschichte ans Herz. Ich bin absolut begeistert und genieße jede Minute am Liliensee.
Bewertung
aus Glauchau
5/5
12.01.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein Buch, das berührt
„...Lisa wusste nicht, was sie denken oder fühlen sollte. Dem Zorn nachgeben, der in ihr schwelte? Dem altbekannten Gefühl, falsch oder gar wertlos zu sein?...“
Es ist ein Schock für Lisa, als sie erfährt, dass sie eine kleine Schwester hat. Sie selbst wurde mit 10 Jahren von der Mutter mit den Zug nach Frankreich zu ihrer Großtante Camille geschickt. Seitdem hat sie kein Wort mehr von ihrer Mutter gehört. Und nun, im Jahre 1965, ist diese tot. Charlotte, eine Freundin der Mutter, hat nach der Todesnachricht eine Einladung an Trude, die sechsjährige Tochter, ausgesprochen, deren Patentante sie ist. Doch nun steht Lisa vor ihr, die auf ein paar geruhsame Urlaubstage hofft.
Die Autorin hat einen bewegenden Roman geschrieben. Der Schriftstil ist sehr poetisch und gefühlvoll.
Charlotte nimmt Lisa liebevoll auf. Sie passt sich schnell der Situation an. Lisa wäre ja eine mögliche Schwiegertochter, denn ihre drei Söhne kriegen das Thema Heirat nicht auf die Reihe. Gut, Robert, der Älteste, ist ein gebranntes Kind. Ralf, der Jüngste, studiert. Georg und Lisa aber wären bestimmt ein schönes Paar. Der Großvater allerdings hat einen völlig anderen Plan. Er ist derjenige, der eine gewisse Leichtigkeit in die Geschichte bringt.
Lisa ist von ihrer Vergangenheit geprägt. Sie hat es Camille zu verdanken, dass sie nicht am Leben verzweifelt ist.
„...Ihre Tante Camille hatte ihr beigebracht, ihre Gefühle nicht für sich zu behalten, sich ihnen nicht allein zu stellen, nicht zu versuchen, die Angriffe auf ihr Herz abzuwehren. Bei der älteren Dame hatte es keine wohlformulierten Gebete gegeben […] Camille hatte mit Gott geredet, wie es ihr gerade in den Sinn kam...“
Lisa sehnt sich nach Liebe und Familie. Sie spürt die angenehme Atmosphäre in Charlottes Familie. Robert ist nach seinen Erfahrungen misstrauisch. Er befürchtet, dass Lisa nicht diejenige ist, für die sie sich ausgibt. Das zeigt er ihr auch.
„...Sie wollte nicht, dass Robert den Schmerz sah, den seine Worte bei ihr hervorriefen. Schließlich konnte er nichts dafür, dass sie sich ein Leben lang ungewollt geführt hatte...“
Camille war die einzige, die Lisa ihre Zuneigung gezeigt hat. Die alte Dame aber lebt nicht mehr.
Mir gefällt die poetische Sprache mit ihren vielen treffenden Metaphern. Lisa betrachtet ihr Leben wie eine Leinwand, auf der jede Enttäuschung einen schwarzen Pinselstrich hinterlässt.
Robert ist Förster. Auf Empfehlung seines Großvaters nimmt er Lisa mit in die Berge. Dort überrascht sie ein Unwetter. Wieso hat das der Großvater nicht vorhergesehen, der für sein feines Gespür für jede Wetterlage bekannt ist? In einer Hütte finden sie Unterschlupf. Beide haben nun viel Zeit zum Nachdenken. Lisa resümiert:
„...Vielleicht hat es dich und dieses Unwetter gebraucht, damit ich lerne, was es bedeutet, zu verstehen und zu vergeben...“
Die Autorin lässt mich ganz tief in die Psyche ihrer Protagonisten blicken. Ich sehe die Verletzungen, aber auch Sehnsucht und Hoffnung. Die Gespräche zwischen Lisa und Robert dagegen haben manchmal fast eine feine humorvolle und spielerische Note. Es sind dann die Gesichtszüge oder die Bewegung, die den Schmerz ausdrücken.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es zeigt, was die Liebe vermag. Mit einer Erkenntnis von Lisa möchte ich meine Rezension beenden:
„...Dort oben auf dem Berg habe ich verstanden, dass Gott mit weißer Farbe über ein verunstaltetes Bild malen kann. Und auch wenn ein paar dunkle Flecken durchschimmern, so sind sie doch nicht mehr als ein Mahnmal, das Schwere nicht zu vergessen, sondern es fortan besser zu machen und für das Gute dankbar zu sein...“
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