Amriss und Teth sind zwei ungewöhnliche Geschwister.
Wer ihnen begegnet, sieht das auf den ersten Blick. Denn Teth ist ein Lioma - oder zumindest seit Kurzem. Was mit ihm passiert ist, wissen auch Amriss und Teth nicht genau. Nur eines ist sicher: die Menschen ihrer Heimat haben bereits einen Lioma getötet und würden es erneut tun. So bleibt den Geschwistern keine Wahl. Sie müssen Hafgard verlassen und einen Weg finden, Teths Verwandlung rückgängig zu machen, oder er wird nie gefahrlos nach Hause zurückkehren können.
Auf ihrer Reise erwarten sie etliche Hindernisse.
Jahrhundertealte Vorurteile, der Wahnsinn eines alten Kriegers, und Teths unglaublicher Starrsinn.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Steffenberg
5/5
05.08.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mitreißend und lesenswert
Rezension
«Die Lioma von Erwen»
von Sarah Wulff
Danke an die Autorin Sarah Wulff: Ich habe mich riesig gefreut, dass sie mir das Paperback als kostenloses Rezensionsexemplar überlassen hat!
Der Einband ist stimmig gestaltet, zumal ich während der Lektüre des Buches feststellte, dass die Farbwahl grün-braun mit der Geschichte korreliert, ebenso wie das Halstuch, das auf der Vorderseite abgebildet ist. Den Buchsatz fand ich ansprechend und lesefreundlich.
Den Titel habe ich anfänglich ein wenig missverstanden, denn «die Lioma» ist keine einzelne weibliche Gestalt, sondern steht für den Plural einer kompletten Gattung. :-)
Zum Inhalt:
Das Buch spielt auf dem Planeten Erwen, der vor vielen Generationen von zwei verschiedenen Spezies, die von fernen Welten stammen, besiedelt wurde: Menschen und Lioma.
Das Setting startet bei den Menschen und mutet mittelalterlich an.
Ein kurzes Prequel entführte mich ca. 180 Jahre in die Vergangenheit, als ein junger und unerfahrener Jäger versehentlich eine Lioma tötet. Ihr Vater kann mit dem Schmerz um den Verlust nicht umgehen und beschwört einen Krieg zwischen den beiden Völkern herauf. Durch das Zutun der weisen Alphas der Lioma, deren technische Ressourcen deutlich fortschrittlicher scheinen als die der Menschen, kann der Krieg relativ schnell und ohne größere Verluste beendet werden. Näheres über die Lioma erfährt man allerdings (noch) nicht.
Die eigentliche Erzählung beginnt in einem Dorf namens Hafgard. Dort lernte ich die Geschwister Amriss und Teth sowie deren Eltern und Familie kennen. Zwar ist Teth ein Adoptivsohn, doch hat er sich liebevoll um Amriss gekümmert und auf sie aufgepasst, seit sie geboren wurde.
Urplötzlich verändert sich Teth – phasenweise wird er riesig, hat Pfoten und eine Menge weiches braunes Fell, das seiner Haarfarbe entspricht. Schnell erkennt Amriss, dass er zu einem Lioma geworden ist, auch wenn sie noch nie einen solchen gesehen hat.
Nach kurzer Zeit verschwinden die Phasen, und Teth verbleibt in seiner neuen Gestalt. Dabei entdeckt er eine sonderbare «Münze» (ich habe mir beim Lesen eine Art größeren Chip vorstellt), die plötzlich von seinem Hals herunterfällt.
Da die Hafgarder alle Lioma per se als Bedrohung einstufen, ist klar, dass Teth mit seinem neuen Aussehen keinesfalls in der heimatlichen Siedlung bleiben kann.
Zusammen brechen die Geschwister auf, da sie hoffen, in der Stadt Luminas Näheres zu dieser rätselhaften Münze herauszufinden. Vor allem aber möchten sie herausfinden, wie Teths sonderbare Verwandlung rückgängig zu machen ist.
Leider ist häufig nichts so einfach, wie man es ursprünglich geplant hat, und die beiden gehen gemeinsam einen abenteuerlichen Weg.
Fazit:
Ich finde, es ist eine ganz tolle Geschichte, die zum einen richtig spannend geschrieben ist und sowohl von Jugendlichen (ca. ab 12 Jahren) als auch von Erwachsenen (ich bin über 50 Jahre alt) gleichermaßen gut gelesen werden kann. Zum anderen kommt für mich das Thema «Familie» wunderschön zum Tragen: Die beiden sympathischen Protas haben eine innige Bindung zu ihrer Familie. Doch nicht nur sie, sondern auch die Figur des herzensguten Bram haben mich wirklich beeindruckt.
In einem dezenten Hauch schwingt zudem Kritik an der heutigen «westlichen Gesellschaft» und deren Konsumgier mit, die an unserem eigenen Planeten nagt, denn die Menschen auf Erwen sind dort eingetroffen, nachdem sie ihre Heimatwelt (die Erde) zerstört und unbewohnbar gemacht haben.
All dies ist in eine mitreißende Handlung eingewoben, sodass ich das Buch sehr gern gelesen habe. Prädikat: lesenswert!
Bewertung
aus Wallerfangen
5/5
07.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein gelungenes Debüt über wichtige sozial-gesellschaftliche Themen
Teths und Amriss‘ Geschichte beginnt in Hafgard, einer kleinen Siedlung in Erwen. Dort lernen wir die Geschwister und ihr familiäres Umfeld näher kennen, begleiten sie durch ihren Alltag und erfahren bereits mehr über die Lioma – eine hundartige Spezies mit flauschigem gelocktem Fell und zwei Hörnern auf dem Kopf (siehe Cover). Genau in solch ein Wesen verwandelt sich urplötzlich Teth – und damit nimmt die Geschichte Fahrt auf.
Denn klar ist: Nachdem die Menschen ihrer Heimat bereits einen Lioma getötet haben, steht für Amriss und Teth fest: Sie können nicht in Hafgard bleiben, sondern müssen ihr Zuhause verlassen und selbst herauszufinden, wieso sich Teth in einen Lioma verwandelte und wie sie das rückgängig machen können. Was sie dabei noch nicht ahnen: Von ihnen hängt die Zukunft des Zusammenlebens von Menschen und Lioma ab.
Ihr Weg führt die Geschwister durch Erwen. Was mir dabei besonders gut gefiel, ist, dass wir als Leser nah an ihnen dran sind und so diese abwechslungsreiche Welt hautnah mit ihnen entdecken. Dadurch fiel es mir leicht, mich in die Beiden hinein zu versetzen. Wir erleben aus erster Hand, was es heißt, auf Ablehnung zu stoßen und ungerecht behandelt zu werden, aber auch wie es ist, Hilfe zu finden.
Auf ihrer Reise begegnen Amriss und Teth den unterschiedlichsten Charakteren, die mir durch ihre Art teilweise echt ans Herz wuchsen und von denen ich gerne noch mehr lesen würde. Viele von ihnen unterstützen die Geschwister bei ihrem Vorhaben, andere wiederum machen ihnen das Leben schwer. Aber was dieser Roman auch für ein Abenteuer, wenn da nicht der Wahnsinn eines alten Kriegers wäre, der als Antagonist für so manche Spannung sorgt. So lauern auf die ungleichen Geschwister so manche Gefahren, denen sie sich stellen müssen.
Im Fokus stehen allerdings die inneren Konflikte der Protagonisten – eine willkommene Abwechslung zu vielen anderen Romanen, die mit inzwischen überdramatisierten Handlungen aufwarten. Die Themen Freundschaft, Familie, Zusammenhalt, Vertrauen und vor allem Toleranz stehen im Vordergrund. Dabei lohnt es sich, aufmerksam zu lesen, denn wer beim Anfang der Geschichte aufpasst, kann die einzelnen Puzzleteile nach und nach zusammensetzen und so das Ende der Geschichte bereits erahnen. Aber auch so lässt sich die Geschichte von Sarah Wulff gut lesen.
Erwähnen möchte ich überdies den gelungenen Schreibstil, der sich flüssig liest und eine ausgewogene Mischung aus witzigen wie ernsten Dialogen und Detailbeschreibungen enthält. Weiterer Pluspunkt: Alle Szenen und Formulierungen wirken bewusst gesetzt und passen daher hervorragend in die Geschichte. Man merkt: Die Autorin hat sich wirklich Gedanken über den Aufbau gemacht und wie aus dem Nachwort zu entnehmen ist, sich auch Zeit gelassen. Das tut dem Roman gut.
Spannend ist auch die Mischung verschiedener Genre zwischen Sci-Fi und Fantasy – ein Roman für Jugendliche und Erwachsene.
Rajets Fantastische Leseseite
aus Grünberg
5/5
29.01.2021
Buch (Taschenbuch)
Zwei Geschwister, aber nur ein Gestaltwandler!
Der Schreibstil ist gut lesbar und man kann sich die Charaktere und ihre Umgebung gut vorstellen.
Das Cover in vielen Brauntönen gehalten zeigt Teth als Lima mit seinem Halstuch. Passt prima zum Roman und seinem Inhalt. Vom Stil würde ich es ehr in die Rubrik für ältere Kinder und Jugendliche damit sehen.
Der Klappentext macht neugierig auf einen Fantasy Roman mit Gestaltwandler.
Fazit:
Zu Anfang braucht man etwas, um sich in die Geschichte und deren Handlung einzufinden, man muss erstmal einen Überblick über die Protagonisten und ihre Geschichte kennenlernen – danach lässt es sich gut lesen. Auch ist das Setting und die Personen sind sehr gut beschrieben so dass man sie sich recht gut bildhaft vorstellen kann.
Wir lernen Amriss und Teth kennen, sie sind Geschwister, ungewöhnlich ist das einer von ihnen ein Lioma ist. Aber das auch erst seit sehr kurzer Zeit. Warum und wieso das ist die Frage, die auch die beiden umtreibt. Nur eines ist sicher, in ihrer Heimat können sie nicht bleiben, denn die Menschen dort haben zu mindestens einen Lioma getötet. Sie würden bestimmt wieder töten. Also verlassen die beiden ihre Heimat Hafgard und begeben sich auf eine gefährliche und abenteuerliche Reise. Es erwarten sie Hass, alte Vorurteile, ein lang bestehender Krieg - Teth`s unglaublicher Starrsinn.
Ein Roman der auch von Menschen mit anderer Religion oder Hautfarbe handeln könnte. Vorurteile, Hass, Fremdenfeindlichkeit inkl. – aber es gibt Hoffnung, auch auf ein Zusammenleben von Lioma und Menschen?
Der bei einem klassischen Fantasy Roman zu findenden Spannungsbogen fehlt allerdings weitgehend. Vom Alter her denke ich eher an einen Roman für schön ältere Kinder und Jugendliche – siehe auch das Cover und sein Stil. Mir persönlich fehlte leider etwas die Spannung, die Charaktere und die Handlung waren aber interessant gestaltet und sympathisch. Auch konnte man sich gut in die Gefühle der Geschwister versetzen. Die Liebe von Abriss zu ihrem Bruder, ihr Mut und ihre Tapferkeit. Aber auch in Teth als das Einsetzen der Verwandlung beginnt und die Welt auf einmal anders ist und ihn auch anders wahrnimmt - vielem begegnet er mit seinem eigen Starsinn.
Darum gibt es von mir 4 Sterne für den Roman.
Bewertung
aus Trier
5/5
23.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannendes Abenteuer für jung und alt
Die Geschichte um Amriss und ihren Bruder Teth
ist packend erzählt und sowohl fantasievoll als auch
detailliert ausgemalt.
Sie nimmt einen emotional ein und lädt zum eintauchen
in die liebevoll dargestellte Welt Erwen ein.
Empfehlung für Jugendliche und Erwachsene.
Bewertung
5/5
17.09.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lesenswert: Die Lioma von Erwen
Dieser Abenteuer Roman, der auch in die Sparte Science Fiction gehört, ist so spannend geschrieben, dass man gerne durchlesen möchte.
Nur die Altersangabe ist verkehrt: Richtig muss es heissen: ab 12 Jahre, denn er ist durchaus auch für ältere Jugendliche und Erwachsene lesenswert.
Teils mit lustigen Szenen, teils mit sehr viel Gefühl und auch der Krieger Neymur läßt einen gruseln.
Mit 562 Seiten zwar ein dicker "Wälzer", aber von Anfang bis Ende unterhaltsam.
Da es wohl eine Fortsetzung geben soll, bin ich da schon echt gespannt, wie es weitergeht mit den Geschwistern.
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