Gerron

detebe Band 24591

Charles Lewinsky

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Beschreibung

Der Schauspieler und Regisseur Kurt Gerron war einmal ein Star - und ist jetzt nur noch ein Häftling unter Tausenden. In Theresienstadt soll er ein letztes Mal seine Fähigkeiten beweisen und das Dasein dort als fröhliches jüdisches Leben inszenieren. Gerron sieht sich vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt.

>Melnitz<. Er gewann zahlreiche Preise, darunter den französischen Prix du meilleur livre étranger. Sein jüngster Roman >Der Halbbart< stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Sein Werk erscheint in 14 Sprachen. Charles Lewinsky lebt im Sommer in Vereux (Frankreich) und im Winter in Zürich.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Erscheinungsdatum 24.03.2021
Verlag Diogenes
Seitenzahl 704 (Printausgabe)
Dateigröße 1259 KB
Auflage 1. Auflage
Sprache Deutsch
EAN 9783257611823

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Buchhändler-Empfehlungen

Ricarda Martius, Thalia-Buchhandlung Dresden

Ich habe lange kein Buch mehr gelesen das mich auch nach der Lektüre noch so bewegt hat! Kurt Gerron, einer der großen Schauspieler und Regisseure der Weimarer Republik, blickt zurück auf sein Leben. Man fühlt seelisch und körperlich mit seinen Qualen mit. Zutiefst aufwühlend!

Beeindruckend

Haike Zimmer, Thalia-Buchhandlung Dresden

"Gerron" ist eine Romanbiographie die überzeugt. Kurt Gerron einst umjubelter UFA Star an der Seite von Heinz Rühmann und Marlene Dietrich, ist ab 1933 nur noch Jude. Dem Befehl den KZ-Film " Der Führer schenkt den Juden eine Stadt" zu drehen, kommt er trotz großer Gewissensqualen aus Angst um sein Leben nach. Die Ich-Form (Gerron) welche Lewinsky wählt ist sehr stilsicher und eindringlich. Aufstieg,Absturz und das Grauen sind in Kopf und Herzen nach erlebbar. Ein Schicksal welches mich beim Lesen und Tage danach noch lange beschäftigt hat.

Kundenbewertungen

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Eine dramatische Geschichte über die Macht des Gewissens
von einer Kundin/einem Kunden aus Vaihingen am 02.12.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Kurt Gerron war gefeierter Schauspieler und Regisseur bei der Ufa. Als die Nazis an die Macht kommen, endet seine Karriere, er und seine geliebte Frau Olga sind Juden und werden nach Theresienstadt deportiert. Dort erhält er den Befehl, einen Propagandafilm über das Lager zu drehen, in dem jener grausame und menschenverachtende ... Kurt Gerron war gefeierter Schauspieler und Regisseur bei der Ufa. Als die Nazis an die Macht kommen, endet seine Karriere, er und seine geliebte Frau Olga sind Juden und werden nach Theresienstadt deportiert. Dort erhält er den Befehl, einen Propagandafilm über das Lager zu drehen, in dem jener grausame und menschenverachtende Ort als wahres Paradies für die Juden dargestellt werden soll. Gerron weiß, sollte er diesen Befehl verweigern, führt sein und Olgas Weg unzweifelhaft sofort nach Auschwitz. Lewinsky ist für mich einer der vielseitigsten Autoren, ich habe jedes seiner Bücher verschlungen, und "Gerron" darf ganz klar als sein größtes Werk bezeichnet werden. Bislang kaum noch erhältlich, erscheint es im März 2021 in neuer Auflage als Taschenbuch. Unbedingt lesenswert, auch für diejenigen, die sich nicht speziell für das Thema des Romans interessieren, denn die Frage nach Moral und Gewissen ist stets universell.

geht unter die Haut
von einer Kundin/einem Kunden am 20.09.2013
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Kurt Gerron war ein gefeierter Kabarettist, Chansonnier und Schauspieler in Berlin. 1944 wird er zusammen mit seiner Frau Olga nach Theresienstadt deportiert. .....er hat mich nicht gesiezt, aber er hat meinen Namen gewußt. "Du, Gerron", hat er zu mir gesagt...."Du wirst einen Film für mich drehen". Er - das ist der Obersturm... Kurt Gerron war ein gefeierter Kabarettist, Chansonnier und Schauspieler in Berlin. 1944 wird er zusammen mit seiner Frau Olga nach Theresienstadt deportiert. .....er hat mich nicht gesiezt, aber er hat meinen Namen gewußt. "Du, Gerron", hat er zu mir gesagt...."Du wirst einen Film für mich drehen". Er - das ist der Obersturmführer Karl Rahm aus Klosterneuburg. Einen Film soll Kurt Gerron in Theresienstadt drehen, - einen Film um der Welt draußen zu zeigen - wie schön es "die" in Theresienstadt eigentlich haben. Ein großartiges Buch, es geht unter die Haut.

Ein letzter Film
von einer Kundin/einem Kunden aus Leer (Ostfriesland) am 23.06.2013
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Wie überzeugt man die Welt davon, wie gut die Juden es in Theresienstadt haben? Man beauftragt einen begnadeten Regisseur mit der Ausführung. Der aber ringt mit sich. Kann, will und muss er einen solchen Film machen? Die Lebensgeschichten der Opfer der Nazizeit finde ich immer wieder erschütternd. So auch diese Geschichte vo... Wie überzeugt man die Welt davon, wie gut die Juden es in Theresienstadt haben? Man beauftragt einen begnadeten Regisseur mit der Ausführung. Der aber ringt mit sich. Kann, will und muss er einen solchen Film machen? Die Lebensgeschichten der Opfer der Nazizeit finde ich immer wieder erschütternd. So auch diese Geschichte von Kurt Gerron (eigentlich Gerson). Noch gerade im 19. Jahrhundert geboren wurde er als 17-jähriger in den 1. Weltkrieg eingezogen, zuerst als Soldat, nach einer Verletzung und (abgebrochenem) Medizinstudium als Arzt. Nach dieser Erfahrung entschied er sich für die Schauspielerei, und das nicht ohne Erfolg. Kurt Gerron wurde ein großer Star der Ufa, bekannt von Mackie Messer aus Brechts Dreigroschenoper. Er überstand auch den Übergang von Stumm- auf Tonfilm und war außerdem erfolgreich als Regisseur. Er war ein beliebter Star. Aber er war auch Jude. Dann kam der 1. April 1933. Kurt Gerron verlor, zusammen mit vielen anderen Juden, seinen Job. Von heute auf morgen war er nur noch Jude. Er hätte durchaus andere Schauspieler wie Marlene Dietrich, nach Hollywood folgen können. Aber Gerron wollte nicht. Zusammen mit seiner Frau Olga und seinen Eltern ging sein Weg über Paris, Amsterdam und dem Zwischenlager Westerbork nach Theresienstadt. Noch oft bereute er seine Entscheidung, der Einladung nach Hollywood nicht gefolgt zu sein. In Theresienstadt drehte er dann mit sehr gemischten Gefühlen diesen letzten Film, dazu beauftragt (gezwungen?) vom Kommandanten Rahm. Den Film „Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet“ gibt es wirklich, und wir können uns den noch immer im Internet anschauen. Der Film konnte Gerron nicht retten. Kurz nach Ende der Dreharbeiten, im Oktober 1944, wurde er zusammen mit seiner Frau auf Transport nach Auschwitz geschickt. Auf der Transportliste, hinter seinem Namen, der Vermerk: Rückkehr unerwünscht. Charles Lewinsky hat mit diesen Gegebenheiten einen wunderbaren Roman geschrieben. Die biografischen Angaben Gerrons sind authentisch, Lewinsky hat sie mit einer absolut glaubhaften, beeindruckenden Geschichte ergänzt. Er verfügt über ein besonderes Talent, eindringliche Bilder aufzurufen, die den Leser nicht mehr loslassen. Ich habe mir im Internet Fragmente aus der Dreigroschenoper und Szenen aus Gerrons Theresienstadt-Film angeschaut. Dadurch wurde die Geschichte noch lebendiger. Charles Lewinsky hat mich mit diesem Roman tief beeindruckt. Es ist eine verdiente Ehrung eines großartigen Künstlers und Menschen.

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