Fast zehn Monate nach dem schrecklichen Ereignis, welches Riley Buchanans Leben abrupt in ein namenloses dunkles Nichts gestürzt hat, ist dieser nach Irland geflohen, um sich dort mit den nun quälenden Vorwürfen seiner eigenen Schuld auseinanderzusetzen. Doch der junge Mann ist hoch traumatisiert und läuft rasch Gefahr, sich selbst zu verlieren. Schließlich treibt ihn sein Gewissen zu der Entscheidung, dass er die Jagd auf den Mann eröffnen muss, welchem seit jenem Tag nichts als sein blanker Hass entgegenschlägt.
Stück für Stück stiehlt sich Riley daraufhin als verlogene Kopie seiner Selbst in eine ihm fremd gewordene Welt zurück und setzt alles an die Umsetzung eines bitteren Rachefeldzuges, bis er jäh daran erinnert wird, dass ein alter Bekannter noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen hat.
Er sieht nur einen Ausweg: Er muss seinem Feind ein letztes Mal entgegentreten und den Kampf zu Ende bringen.
»Riley ist der Typ Mensch, der in seinem eigens errichteten Labyrinth aus Mauern und Grenzen regelrecht verloren gegangen ist.«
Lena M. Brand | Autorin
Anmerkung des Verlages:
In diesem Buch werden eine schwere Traumatisierung und deren mögliche Auswirkungen auf die menschliche Psyche thematisiert. Weiterhin werden explizite Inhalte von massiver physischer, psychischer und sexueller Gewalt sowie fiktive erotische Fantasien geschildert.
Es handelt sich um die Fortsetzung des Romans ›Der steinerne Garten‹, welcher 2017 im Rediroma-Verlag erschienen ist. Um die Geschehnisse im vorliegenden Band zu verstehen, ist das Lesen von Band 1 unerlässlich. Der Roman ist als Hardcover, Softcover und E-Book im Handel erhältlich.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Das Buch "Die Scherben seiner Seele" wurde von Jayden V. Reeves verfasst und erschien 2020 im Rediroma-Verlag.
Der Autor nimmt uns in diesem Band wieder mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle. Man lernt den Protagonisten wieder ein Stück weit besser kennen und kann mit ihm diesen schweren Weg voller Zweifel, Selbstzerstörung und Erkenntnis gehen.
Die Wortwahl und der Sprachstil sind auch in diesem Buch sehr gut gewählt und es macht Laune, die geschwungenen Wege des Lebens mit den Charakteren zu gehen. Man kann so einiges aus diesem Buch auch für sein eigenes Leben mitnehmen und so einiges auch überdenken. Lachen, weinen, zweifeln, lieben und hassen kann man gemeinsam mit dem Hauptcharakter.
Die Beschreibungen betreffend die Charaktere und auch der Umgebung sind ausgezeichnet gelungen und man hat tatsächlich das Gefühl, die Erlebnisse mit ihnen zu erleben.
Jeder, der bereits "Der steinerne Garten" geliebt hat, der wird "Die Scherben seiner Seele" ebenso verschlingen.
Bewertung
aus Wilkau-Haßlau
5/5
28.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gelungene Fortsetzung vom "Der steinerne Garten"
Das Drama um Riley geht in die Fortsetzung. Im Vordergrund steht die Verarbeitung und seiner Ängste, sowie die Ungewissheit über das Schicksal von Nate. Ebenfalls wird sich hier mit den Themen Asperger- Syndom und Autismus auseinander gesetzt. Wird es Riley gelingen seine Dämonen zu verdrängen und ein gemeinsames Leben mit Nate aufzubauen.
Mein Regal voller Regenbögen
5/5
30.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Noch stärker als „Der steinerne Garten“
Nach einer langen Zeit des Wartens hat Jayden V. Reeves mit „Die Scherben seiner Seele“ nun endlich seine Dilogie über Riley und Nathanyel abgeschlossen. Ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für mich, da mich der erste Band noch lange nach dem Lesen beschäftigt hat und ich seitdem darauf hingefiebert habe, zu erfahren, wie die Geschichte weiter geht.
Der erste Satz:
– Ich wollte nicht hier sein und sie weiß es – auch wenn ich es nicht laut ausgesprochen habe. –
Eine Hülle, angefüllt mit Schuldgefühlen, Selbstvorwürfen und Schmerz, das ist Riley Buchanan seit jenem schicksalshaften Tag im Dezember des vergangenen Jahres. Er ist auf der Flucht – vor sich, vor seiner Vergangenheit und vor den Bildern, die ihr anhaften. Riley lebt ziellos vor sich hin. Um seine innere Stimme, wenn auch nur für kurze Zeit, zum Schweigen zu bringen, greift er auf Altbewährtes zurück. Medikamente und Sex, beides lässt seine Gedanken vorübergehend verstummen. In dem Glauben vollkommen alleine zu sein und von Selbsthass zerfressen blockt er jede wohlwollende Annäherung ab.
– So einfach … es wäre so verdammt einfach.
Gleichzeitig warnte ihn sein Gewissen davor, sich ernsthaft auf Samuel einzulassen. Dieser hatte keine Ahnung, wer er wirklich war. Wie er wirklich war. Er brachte Verderben mit sich. Er hatte den Tod gebracht. Er sollte fair bleiben und Samuel von sich fortstoßen, ehe es zu spät war, doch er tat es nicht. Vielleicht aus diesem Grund, vielleicht aus einem anderen. – (S. 58)
Wie schon in „Der steinerne Garten“ wurde ich auch jetzt wieder ab dem ersten Kapitel in diese wortgewaltige Geschichte hineingesogen. Jayden V. Reeves versteht sich meisterlich darauf Atmosphäre aufzubauen, Bilder und Spannung zu erzeugen und die Leser schonungslos an Rileys Kampf mit sich selbst teilhaben zu lassen.
Manchen mag Rileys Verhalten, gerade zu Beginn, irrational und abweisend erscheinen. Für mein Empfinden ist er absolut authentisch, denn wer sich, warum auch immer, mit dem Thema Depression eingehender beschäftigt hat, wird Züge von betroffenen Personen in Riley wiederfinden. Er hat seinen Bezug zu sich selbst verloren und projiziert das auf seine Umwelt. Der erfahrene Verlust, das Erlebte erdrücken ihn regelrecht. Lediglich die Rache an einer bestimmten Person ist die Triebfeder, die ihn agieren lässt. Dass sein Vergeltungsversuch auf eine komplette Selbstzerstörung zusteuert ist Riley in diesen Momenten egal. Ihn dabei zu begleiten, wie er Stück für Stück weiter in diese Dunkelheit abrutscht ist aufreibend und verlangte mir so einiges ab.
Die Wende bringt dann eine Perspektive, die Riley für sich vollkommen ausgeschlossen hat, für die es sich aber lohnt wirklich aktiv zu werden. In all der Schwärze finden sich plötzlich Momente, die hoffen lassen. Für mich unglaublich berührend, zeigen sie Riley doch welchen Wert er hat. Die Richtung, in die sich Rileys Leben zum Schluss hin entwickelt, birgt wieder eine Chance auf Normalität. Die Betonung liegt auf Chance, denn was zerbrochen ist, lässt sich nicht so ohne weiteres wieder zusammenfügen. Nach meinem Empfinden auch gut so, eigentlich perfekt, denn eine Erzählung, die das Seelenleben so schonungslos und realistisch thematisiert, würde ein Ende der Rubrik Friede-Freude-Eierkuchen ad absurdum führen.
All jenen, die sich aufgrund der Thematik und deren schonungsloser Umsetzung scheuen, die Dilogie zu lesen, möchte ich sagen: Traut euch!
Für mich hat Jayden V. Reeves nämlich etwas absolut Großartiges geschaffen. Sprachlich ein absoluter Genuss, atmosphärisch dicht, mit vielschichtigen, schwierigen, aber liebenswerten Charakteren, einer Geschichte, die unter die Haut geht und durch ihre Intensität noch lange beschäftigt.
Das Schlussfazit, das ich zum ersten Teil gezogen habe, kann ich nur wiederholen:
„Der steinerne Garten“ und „Die Scherben seiner Seele“ - eine Dilogie, hart, schonungslos, sehr ergreifend und für mich ein All-Time-Favorit, mit der Jayden V. Reeves unter den queeren Veröffentlichungen eindeutig ein Ausrufezeichen gesetzt hat!
Bewertung
5/5
04.03.2021
eBook (ePUB)
Smashed to smithereens
Was passiert mit einem Menschen, der sich aufgrund von Enttäuschungen, Verletzungen, erlebtem Schock und fehlender Eigenliebe immer mehr in sich selbst zurückzieht?
Wie verhält sich ein Mensch, wenn die ihm wohlwollend zugewandten Personen, seine Familie, seine Freunde den über Jahre aufgebauten, vermeintlich sicheren Schutzwall immer wieder versuchen zu überwinden, zu ihm vorzudringen?
Welche heilsame Kraft erfährt ein Mensch, der endlich bereit ist, Verantwortung für jemand anderen zu übernehmen und Halt und Stabilität zu versprechen und es somit zulassen kann, dass seine „smashed to smithereens“ zersplitterte Seele gekittet wird?
All das erfahren wir in Jayden V. Reeves Roman „Die Scherben seiner Seele“ Band 2 als Fortsetzung der Geschichte von Riley Buchanan aus Band 1 „Der steinerne Garten“.
Das dramatische Ende in Band 1, das für Riley schwer traumatisierend war, stürzt diesen in eine weitere tiefe Krise. Er flieht nach Irland zu seinen familiären Wurzeln und verliert sich immer mehr in Selbstzweifeln und permanenten Schuldzuweisungen an dem, was ihm und Nathanyel widerfahren ist. Er erlebt eine ständig steigende Wut auf sich selbst, verhält sich mehr und mehr aggressiv und brutal, hat Schwierigkeiten zu sich und seiner eigenen Homosexualität zu stehen, steckt voller Scham und erträgt seinen inneren Scherbenhaufen nur mit Alkohol und Tabletten. Er verschließt sich zunehmend vor seiner Umwelt und weist all diejenigen vehement zurück, die trotz allem zu ihm stehen und ihm helfen wollen. Der einzige Ausweg scheint zu sein, Rache an dem Menschen zu nehmen, der aus seiner Sicht für all das verantwortlich ist: Nathanyels Bruder Delwyn Pritchard. Mit Hoffnung auf Unterstützung nimmt Riley hierfür wieder Kontakt zu seiner kriminellen Vergangenheit auf, was jedoch alte Probleme und Feindschaften auf den Plan ruft, so dass er nicht nur sich, sondern auch seine Freunde in größte Lebensgefahr bringt.
Auch wenn in der Mitte des Romans eine zunächst positive Wendung angedeutet wird, fügen sich erst zum Ende hin einzelne Bruchstücke mehr und mehr zusammen und das Buch wird „heller“. Riley schafft es schließlich trotz allem zu akzeptieren, Hilfe anzunehmen und er sieht, welchen Weg er einschlagen muss, um die Scherben seiner Seele endlich aufzulesen. Vor allem aber erkennt er, welchem ganz besonderen Menschen er nahe sein möchte, um geheilt zu werden. Und um dadurch auch dessen Seele „zu heilen“.
Jayden V. Reeves hat mit „Die Scherben seiner Seele“ einen unglaublich dichten, sensiblen und spannungsgeladenen Roman geschaffen. Er erzählt keine einfache Geschichte, sondern schildert die Abgründe, Ängste und Sehnsüchte tief verletzter und traumatisierter Menschen, die die ganze Zeit um Hilfe rufen, ohne es selbst zu erkennen. Seine Sprache ist komplex, fundiert, schonungslos detailliert und dabei klar und immer aufrichtig. Die Erlebnisse und komplizierten Gefühlswelten der Protagonisten werden sehr authentisch geschildert und man kann sich dem als Leser kaum entziehen. All die Schmerzen, die Wut, die Verlorenheit, die Unfähigkeit zur Mitteilung, die Ausweglosigkeit und Brutalität der Situationen, in der sich die Helden befinden, spürt man nahezu am eigenen Leib, so dass das Lesen bisweilen schwer fällt und es stellenweise kaum auszuhalten ist. Aber neben Drama, blutigem Krimi und explicit content erschafft der Autor dennoch auch feine, erholsame Momente zarter Intimität und liebevoller Leidenschaft.
Hat Band 1 „Der steinerne Garten“ noch dafür gesorgt, dass man als Leser über Tage mit gebrochenem Herzen zurück blieb, so ist Band 2 „Die Scherben seiner Seele“ die dringend notwendige Traumatherapie, aus der man zwar geschunden aber versöhnt und nahezu geheilt hervorgeht.
Eine klare Leseempfehlung!
Bewertung
5/5
02.02.2021
Buch (Paperback)
Feinzeichnung verleiht dieser Geschichte ihren Herzschlag
Nachdem der erste Band dieser Dilogie, "Der steinerne Garten", ein dramatisches Ende nahm, dem man als Leser fassungslos gegenüber stehen musste, ist man natürlich extrem gespannt, was einen in dieser Fortsetzung erwartet.
Im Debut durfte man die beiden faszinierenden jungen Männer Riley Buchanan und Nathanyel Pritchard, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch so viel gemeinsam haben, ein Stück ihres Lebens begleiten, ein Leben, das für beide bis dahin weniger Licht als Schatten geboten hat.
Was hier in Band II geschieht, raubt einem schier den Atem und ist kaum in Worte zu fassen. Die Handlung bewegt sich in einem Spektrum, welches von sehr weichen, hellen, bis zu den dunkelsten Grautönen reicht, die man beim Lesen mehr als deutlich wahrnimmt, was der perfekten Wortwahl, die den Erzählstil dieses Autors so eigen macht, zuzuschreiben ist.
Mit großer Befriedigung stellt man fest, dass auch dieser Band wieder aus Rileys Sicht erzählt wird, was einen klaren Blick auf seine verstörenden Gefühlsregungen zulässt.
Er zerrt einen in seiner Erzählung förmlich mit in einen berauschenden Sog aus scheinheiliger Normalität, tiefster menschlicher Abgründigkeit, brutalster Kriminalität und filigraner Intimität.
Konnte man in Band I noch häufig über Rileys Zwiegespräche lächeln, erkennt man hier schnell, dass er sich sehr verändert hat. Von der einstigen Naivität ist nichts mehr zu spüren.
Durch sein traumatisierendstes Erlebnis wurde er in weniger als einem Tag mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 in ein anderes Ich katapultiert, in dem er seitdem selbstzerstörerisch und ohnmächtig durch ein Leben taumelt, welches von Schuldgefühlen, Selbsthass und Lethargie geprägt ist.
Als Leser wird man Teilhaber an seiner Zwiespältigkeit und an den erbitterten Kämpfen die er mit sich austrägt. Seine innere Unruhe und seine Zerrissenheit übertragen sich beim Lesen, und man verspürt das starke Bedürfnis, ihn zu packen und mit festem Griff zu halten, um ihn sanft aber unnachgiebig auf einen Weg zu leiten, auf dem ihm weder Abweichungen nach links oder rechts, noch ein paar Schritte zurück gestattet sind.
Dass es ihm tatsächlich aus eigener Kraft gelingt, einen solchen Weg zu finden, spürt man sehr intensiv, als ihn in einem bedeutsamen Moment die Emotionen überwältigen, und sein gut gehütetes Innerstes nach außen sprudelt.
Die dunklen Mauern bekommen Risse und beginnen zu bröckeln.
Riley entdeckt eine völlig neue Seite an sich, die er unsicher und zaghaft zu erkunden beginnt, und mit deren Hilfe er sich, trotz eines um ihn herum tobenden Orkans dramatischer Ereignisse, bemüht, weitere schwerwiegende "Einschnitte" behutsam abzuwenden. Er, der sich bis vor gar nicht langer Zeit am wenigsten vertraut hat und dessen Selbstzeifel immer mal wieder wie kleine Flämmchen auflodern, ist es nun, der eine Basis des Vertrauens und einer damit verbundenen Sicherheit schafft.
Er ist jetzt der ganz besondere, wichtige Punkt.
Zwar kein besonderer, dafür aber ein besonders wunder Punkt ist er hingegen nach wie vor im Leben diverser zwielichtiger Personen, die ihn aus seiner, nicht immer lupenreinen, Vergangenheit bis ins Jetzt verfolgen.
Zwischen der Vorbereitung und der Umsetzung eines Plans, der ihn in eine morbide Unterwelt führt, gibt Riley sich lange verleugneten Empfindungen hin und lernt diese mit allen Sinnen zu genießen.
In seinem Bestreben, sich vom Ballast seiner Vergangenheit zu befreien und das zu schützen, was ihm am wichtigsten geworden ist, erbringt er größte Opfer und blickt dabei dem leibhaftigen Bösen tief ins Auge. Als Geisel des Verbrechens sieht er bald, trotz seines immer wieder aufkeimenden irischen Temperaments, welches ihm bisher oftmals schlagkräftig zur Seite stand, resigniert seine Hoffnungen schwinden und gedemütigt seine endgültige Kapitulation unmittelbar bevorstehen.
Während man ihn völlig entsetzt seinen selbstlosen Kampf verlieren sieht, nimmt der Orkan der Ereignisse Höchstgeschwindigkeit auf, ebbt ganz langsam wieder ab, um schlussendlich in eine wohltuende Stille.
Der Schreibstil des Autors ist so unglaublich detailreich, dass man in etlichen Szenen das Gefühl hat, dass er sie im Zeitlupentempo geschehen lässt, ganz bewusst, um dem Leser die Möglichkeit zu geben, auch wirklich die komplette Kulisse zu erkennen und die kleinste Emotion wahrzunehmen, um die gewichtige Bedeutung der jeweiligen Szene zu verstehen. Durch diese Feinheiten entstehen beim Lesen klar konturierte Bilder. Sie geben einem das Gefühl, dass dieses Buch lebt.
Ebendiese Feinheiten sind es aber auch, die den Leser die körperlichen und psychischen Schmerzen, die Reeves seinen Charakteren beibringt, eindringlich spüren lassen.
Wie bereits in Band I, kratzt der Autor mit Hilfe seines unverkennbaren Schreibstils auch in Band II wieder massiv an der Psyche des Lesers.
Beim Lesen dieses Romans trifft man, mehr oder weniger erfreut, auf viele "alte" Bekannte aus Band I, die, genau wie in Band l, maßgeblich an der Handlung beteiligt sind. Einige von Ihnen stehen Riley in seiner Dunkelheit haltgebend zur Seite und zeigen dem Leser auf, welch große Bedeutung die Begriffe "Familie" und "Freundschaft" haben. Andere wiederum lassen nichts unversucht, Riley immer weiter in seine erdrückende Dunkelheit zu drängen.
Anders als in Band I ist aber, dass man hier das Gefühl hat, die Szenerie nicht "nur" als Beobachter zu erleben, sondern als Riley selbst. Der noch ausgefeiltere Schreibstil des Autors lässt einen glauben, alles was hier geschieht mit Rileys Augen zu sehen. Dadurch bekommt man einerseits eine etwaige Ahnung davon, wie geschunden seine Seele tatsächlich ist, und wie schwer die Schuld ist, die auf ihm lastet und ihm, wie ein bleiernes Gewicht, fast die Luft zum Atmen nimmt, andererseits darf man so aber auch mit ihm seine Veränderung durchleben, bisher unterdrückte Gefühle entdecken und die unterschiedlichsten Emotionen teilen, Emotionen von denen man auch beim Lesen dieses Romans wieder einmal deutlich mehr als nur vier erfahren darf.
Wer als Leser gewillt ist, sich, in einer außergewöhnlich detailreichen Beschreibung, nicht nur tragisch schönen Momenten hinzugeben, sondern auch den kalten Fängen einer imaginären Unterwelt auszuliefern, der darf sich diesen Lesegenuss keinesfalls entgehen lassen.
Reeves gewährt dem Leser mit seinen Romanen einen Einblick in eine andere, nicht ganz so heile Welt, durch den man die darin lebenden, ungewöhnlich starken, "hellen" Charaktere auf über 1100 Seiten begleiten und nach und nach kennen und verstehen lernen darf. Ein (Kennen-) Lernprozess, der nicht immer leicht ist, der einen während des Lesens fordert, und der einen nachhaltig berührt.
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