Produktbild: Weekend auf Juist

Weekend auf Juist Beim Fressen ging die Freundschaft baden

1

9,49 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

24.03.2021

Verlag

BoD - Books on Demand

Seitenzahl

412 (Printausgabe)

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783753410920

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

24.03.2021

Verlag

BoD - Books on Demand

Seitenzahl

412 (Printausgabe)

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783753410920

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  • Bewertung

    aus Hürth

    5/5

    11.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Medizin für den Inselkoller

    Ein Buch muss man eigentlich zweimal lesen, bevor man was dazu sagen sollte. Wenn es sich denn lohnt. „Weekend auf Juist“ jedenfalls erschließt sich ohnehin erst auf den zweiten Blick, zu sehr ist man erstmal verwirrt von einer höchst skurrilen Mischung aus Poesie und Banalität, die der Autor Volker Andreas Thieme zu seinem ganz persönlichen Stilmittel erkoren hat und den Leser damit - noch dazu in 54 winzige Kapitelhäppchen zerhackt - konfrontiert. Ein zumindest ungewöhnlicher Rahmen für eine Sause von ehemaligen Kegelbrüdern, denen auf Betreiben eines offensichtlich egomanischen Leithirsches namens Remmler (ein Schelm, der Böses dabei denkt) nichts hirnrissigeres einfällt, als ausgerechnet ein Rentnerparadies wie Juist für einen elitären Excess à „La grande Bouffe“ auszusuchen. Da muss man schon ganz schön gestört sein. Aber der Autor setzt dem noch eins drauf! Er isoliert die akademische Clique geradezu in einer gefängnisartigen Kurhotelanlage, vergleichbar mit Dürrenmatts nazistischer Psychoklinik (der Richter und sein Henker, ich erspare mir die Fußnote), um sie dort mit ihren vielfältigen Macken zu konfrontieren. Das hat dann schon auch was Klassenkämpferisches, denn die Abneigung des normal arbeitenden Genossen gegenüber solch abartig schmarotzenden Subjekten ist ja geradezu vorprogrammiert. Hierfür gebührt dem Autor unser uneingeschränktes Lob! So konsumieren sie also hektoliterweise Champagner oder, wo nicht erreichbar, Unmengen an Bier oder anderen ungesunden Flüssigkeiten und führen sich auf dieser einfachen und so ländlichen Insel auf wie Graf Koks. Und dann gibt es wieder eine Parallele zum „Grande Bouffe“: Obwohl angeblich abstinent, kaum vernünftig ernährt und wohl auch ausgetrocknet, erleidet der Erzähler, unschwer dank eines idiotischen Namens-Algorithmus (Tietjen-Thieme - hallo?) als der Autor selbst erkennbar, einen Kollaps. Herzkasper, Klabaster, wie auch immer, am Strand, na wie dramatisch, und keiner da erstmal. Das ist schon ein dramaturgisch raffinierter Schnitt, hätte Shakespeare auch gemacht, auch mit Reimen, geschüttelt und gerührt. Jetzt wäre die Gelegenheit gewesen, dieser ganzen dekadenten Gesellschaft den Rücken zu kehren, wäre da nur nicht seine angebetete und -aus welchem Grund auch immer- mit ihm solidarische und offensichtlich auch hörige Lebensgefährtin Babette, die in den Fängen der verbrecherischen Inselkegelgemeinschaft verblieben war. Wie er dahin zurückkehrt, das muss man aber zugeben, ist echt spannend, das einzigemal wo man eine Assoziation zu Agatha Christie spürt, aber grandios! Der Rest ist banal. Als man schon denkt, alles würde in Frieden und Eierkuchen auseinandergehen, beglückt nach Hause fahren und das Ganze mit einem beruhigenden Happyend den Leser in eine ruhige Nacht zu entlassen, knallt der Autor einen raus: Er lässt im letzten Moment seines eigentlich sogar spannend kumulierenden Romans ALLE Akteure ermorden! Oder umkommen, wie auch immer. Was hat er sich dabei gedacht? Welcher hirnrissige Autor begibt sich ohne Not der Möglichkeit, seinem Machwerk nicht wenigstens drei, vier oder achtzehn Fortsetzungen nachzuknallen? Und eben dies vertut dieser Idealist aus welchem Beweggrund auch immer. Sein finanzieller Verlust ist ihm wohl völlig egal. Ich will nicht soweit gehen wie Reich-Ranicki, der gesagt haben soll: „ Diethes Buch itht den Baum nicht werrrt, der dafür gefällt werden muthte“. Nein gar nicht. Es ist unterhaltsam und für einen langweiligen Strandnachmittag genau die richtige Medizin. Und wenn Sie es da vergessen haben sollten oder wollten, wieder mitzunehmen - vielleicht findet es ein anderer und ist begeistert. Oder braucht gerade dringend Papier fürs Klo.

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