Nachruf auf mich selbst.

Die Kultur des Aufhörens

Harald Welzer

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Beschreibung

Bestseller-Autor Harald Welzer stellt fest, dass unsere Kultur kein Konzept vom Aufhören hat. Deshalb baut sie Autobahnen und Flughäfen für Zukünfte, in denen es keine Autos und Flughäfen mehr geben wird. Und sie versucht, unsere Zukunftsprobleme durch Optimierung zu lösen, obwohl ein optimiertes Falsches immer noch falsch ist. Damit verbaut sie viele Möglichkeiten, das Leben durch Weglassen und Aufhören besser zu machen. Diese Kultur hat den Tod genauso zur Privatangelegenheit gemacht, wie sie die Begrenztheit der Erde verbissen ignoriert.
Harald Welzer zeigt in einer faszinierenden Montage aus wissenschaftlichen Befunden, psychologischen Einsichten und persönlichen Geschichten, wie man aus den Absurditäten dieser gesellschaftlichen Entwicklung herausfindet. Man muss rechtzeitig einen Nachruf auf sich selbst schreiben, damit man weiß, wie man gelebt haben will.

Produktdetails

Verkaufsrang 822
Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Erscheinungsdatum 06.10.2021
Verlag Fischer E-Books
Seitenzahl 288 (Printausgabe)
Dateigröße 2791 KB
Auflage 1. Auflage
Sprache Deutsch
EAN 9783104914510

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Der Herzinfarkt als persönliches Erweckungserlebnis

Eine Kundin/ein Kunde am 23.11.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Diesem Buch ist in vielerlei Hinsicht nur schwer beizukommen . Schon die Einordnung in ein bestimmtes Genre ist kaum möglich. Aufgrund der endlosen Flut von Zitaten soll wohl der Anspruch zumindest auf Populärwissenschaftlichkeit erhoben werden. Es gibt im Grunde keine einzige Seite , auf der nicht irgendjemand irgendetwas , zumindest nach Wahrnehmung des Autors, Sinnstiftendes zur Lösung der brennenden Probleme dieser Welt beizutragen hat . Hierbei wird kaum ein Thema bzw. ein wissenschaftlicher Bereich ausgelassen. Mit dem vermeintlichen Verständnis eines Universalgelehrten, deren beste Zeit bekanntermaßen schon lange vorbei ist , fühlt sich der Schreiber in allen wissenschaftlichen Disziplinen heimisch, trägt hierbei allerdings fast ausschließlich bereits Vorgedachtes, teilweise erratisch aneinandergereiht, zusammen. Vieles kommt über den Rang von Kalendersentenzen allerdings nicht hinaus. Wohin das führen soll, bleibt unklar. Möglicherweise besteht der Wunsch , die eigene Belesenheit (?) vor Publikum auszustellen. Genuin eigene Gedanken sind ganz überwiegend Fehlanzeige . Das Ganze wirkt in weiten Teilen wie eine überambitionierte Bachelorarbeit. Ziemlich unangenehm, da äußerst gefühlig, wird es allerdings für den Leser , wenn der Autor über seinen eigenen Herzinfarkt berichtet. Sowohl inhaltlich wie auch stilistisch ist dies ein krasser Bruch. Vom Ductus her fühlt man sich am ehesten an einen Erlebnisaufsatz der Mittelstufe erinnert, wenn die behandelnde Kardiologin, die die Diagnose des akuten Myokardinfarkt stellt und dann das Gebotene veranlasst , dem Verfasser nach dessen laienhafter Einschätzung allerdings zweifelsfrei das Leben gerettet hat und damit mutmaßlich mindestens die Seligsprechung verdient hätte. Folgt man der Beschreibung nüchtern, ist davon auszugehen , dass sie nach einem Standardalgorithmus gehandelt hat, den man auch von jedem durchschnittlich begabten Hausarzt erwarten darf . Klar wird bei dieser Schilderung , dass dieses Ereignis weder emotional , geschweige denn intellektuell bewältigt wurde, wenn wenngleich der Autor sich einige Seiten vorher höchst selbstbewusst als eben solchen Intellektuellen klassifiziert . Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wird dies ganz offensichtlich zum individuellen Erweckungserlebnis im Hinblick auf die Probleme dieser Welt . Hieran arbeitet sich der Verfasser in der Folge teilweise mit missionarischem Eifer ab. Einzelne Fäkalworte sollen mutmaßlich die persönliche Betroffenheit untermauern , das Heranwerfen an Protagonisten/Helden der aktuellen Diskussion , wie L.Neubauer von FFF, soll offenbar signalisieren, auf der Höhe der Zeit und gleichfalls bedeutend zu sein. Vollkommen überflüssige Anglizismen fallen dann kaum noch negativ ins Gewicht. Den Vogel schießt Herr Welzer allerdings dann ab, als er sich tatsächlich entblödet, Reinhold Messner per Telefon zu kontaktieren, nachdem er noch kurz zuvor die Ideen von Hannah Arendt als mögliche Rettung der Welt ins Spiel gebracht hat. Dieser darf dann, quasi als freundlicher Kummerkasten-Onkel, wie er es bereits seit Jahrzehnten bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit tut, seine universellen (Pseudo-)Weisheiten zu Protokoll gegeben und sich dabei, wie immer, in erster Linie selbst feiern. Der Autor hofft offensichtlich , dass etwas von dem Glanz, den er selbst wahrzunehmen meint, auf ihn abstrahlt. Insgesamt ist dieses Buch ein ziemliches krudes Machwerk und riesengroßes Ärgernis, das einem streckenweise fast das Gruseln lehrt. Geht man ins Netz, wird schnell klar , das Herr Welzer nicht nur ein Vielschreiber ist, sondern auch meint, zu fast allen Themen etwas zu sagen zu haben. Aufgrund des offensichtlich grenzenlosen Selbstvertrauens ist davon auszugehen, dass dieses Werk vor der Veröffentlichung nicht den Umweg über ein wie auch immer geartetes Lektorat genommen hat. Sonst wäre möglicherweise das Schlimmste verhindert worden. Eine Frage bleibt bis zuletzt unbeantwortet : Sollte der unaufhaltsame Weg in die Spiegel-Bestsellerlisten tiefe Betroffenheit oder klammheimliche Schadenfreude hervorrufen ?

1/5

Der Herzinfarkt als persönliches Erweckungserlebnis

Eine Kundin/ein Kunde am 23.11.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Diesem Buch ist in vielerlei Hinsicht nur schwer beizukommen . Schon die Einordnung in ein bestimmtes Genre ist kaum möglich. Aufgrund der endlosen Flut von Zitaten soll wohl der Anspruch zumindest auf Populärwissenschaftlichkeit erhoben werden. Es gibt im Grunde keine einzige Seite , auf der nicht irgendjemand irgendetwas , zumindest nach Wahrnehmung des Autors, Sinnstiftendes zur Lösung der brennenden Probleme dieser Welt beizutragen hat . Hierbei wird kaum ein Thema bzw. ein wissenschaftlicher Bereich ausgelassen. Mit dem vermeintlichen Verständnis eines Universalgelehrten, deren beste Zeit bekanntermaßen schon lange vorbei ist , fühlt sich der Schreiber in allen wissenschaftlichen Disziplinen heimisch, trägt hierbei allerdings fast ausschließlich bereits Vorgedachtes, teilweise erratisch aneinandergereiht, zusammen. Vieles kommt über den Rang von Kalendersentenzen allerdings nicht hinaus. Wohin das führen soll, bleibt unklar. Möglicherweise besteht der Wunsch , die eigene Belesenheit (?) vor Publikum auszustellen. Genuin eigene Gedanken sind ganz überwiegend Fehlanzeige . Das Ganze wirkt in weiten Teilen wie eine überambitionierte Bachelorarbeit. Ziemlich unangenehm, da äußerst gefühlig, wird es allerdings für den Leser , wenn der Autor über seinen eigenen Herzinfarkt berichtet. Sowohl inhaltlich wie auch stilistisch ist dies ein krasser Bruch. Vom Ductus her fühlt man sich am ehesten an einen Erlebnisaufsatz der Mittelstufe erinnert, wenn die behandelnde Kardiologin, die die Diagnose des akuten Myokardinfarkt stellt und dann das Gebotene veranlasst , dem Verfasser nach dessen laienhafter Einschätzung allerdings zweifelsfrei das Leben gerettet hat und damit mutmaßlich mindestens die Seligsprechung verdient hätte. Folgt man der Beschreibung nüchtern, ist davon auszugehen , dass sie nach einem Standardalgorithmus gehandelt hat, den man auch von jedem durchschnittlich begabten Hausarzt erwarten darf . Klar wird bei dieser Schilderung , dass dieses Ereignis weder emotional , geschweige denn intellektuell bewältigt wurde, wenn wenngleich der Autor sich einige Seiten vorher höchst selbstbewusst als eben solchen Intellektuellen klassifiziert . Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wird dies ganz offensichtlich zum individuellen Erweckungserlebnis im Hinblick auf die Probleme dieser Welt . Hieran arbeitet sich der Verfasser in der Folge teilweise mit missionarischem Eifer ab. Einzelne Fäkalworte sollen mutmaßlich die persönliche Betroffenheit untermauern , das Heranwerfen an Protagonisten/Helden der aktuellen Diskussion , wie L.Neubauer von FFF, soll offenbar signalisieren, auf der Höhe der Zeit und gleichfalls bedeutend zu sein. Vollkommen überflüssige Anglizismen fallen dann kaum noch negativ ins Gewicht. Den Vogel schießt Herr Welzer allerdings dann ab, als er sich tatsächlich entblödet, Reinhold Messner per Telefon zu kontaktieren, nachdem er noch kurz zuvor die Ideen von Hannah Arendt als mögliche Rettung der Welt ins Spiel gebracht hat. Dieser darf dann, quasi als freundlicher Kummerkasten-Onkel, wie er es bereits seit Jahrzehnten bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit tut, seine universellen (Pseudo-)Weisheiten zu Protokoll gegeben und sich dabei, wie immer, in erster Linie selbst feiern. Der Autor hofft offensichtlich , dass etwas von dem Glanz, den er selbst wahrzunehmen meint, auf ihn abstrahlt. Insgesamt ist dieses Buch ein ziemliches krudes Machwerk und riesengroßes Ärgernis, das einem streckenweise fast das Gruseln lehrt. Geht man ins Netz, wird schnell klar , das Herr Welzer nicht nur ein Vielschreiber ist, sondern auch meint, zu fast allen Themen etwas zu sagen zu haben. Aufgrund des offensichtlich grenzenlosen Selbstvertrauens ist davon auszugehen, dass dieses Werk vor der Veröffentlichung nicht den Umweg über ein wie auch immer geartetes Lektorat genommen hat. Sonst wäre möglicherweise das Schlimmste verhindert worden. Eine Frage bleibt bis zuletzt unbeantwortet : Sollte der unaufhaltsame Weg in die Spiegel-Bestsellerlisten tiefe Betroffenheit oder klammheimliche Schadenfreude hervorrufen ?

5/5

Nachruf auf die Welt von heute

S.A.W aus Salzburg am 17.10.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Welzer kennt sich bei der Zukunft aus, das hat er in vielen Büchern bewiesen, für mich ist er DER Zukunftsexperte. Mit diesem Buch greift er ins Philosophische: Die längere Lebenserwartung hat dazu geführt, dass wir den Tod verdrängen, da er nicht mehr so wie früher allgegenwärtig ist und in jedem Lebensalter zuschlägt. Die Medizin nährt die Illusion, dass der Tod bald abgeschafft sein wird. Seit der Säkularisierung müssen wir unsere Sterblichkeit erdrängen, denn anders als früher haben wir keine Gewissheit mehr, dass es im Jenseits weitergeht. Allerdings hat Corona uns aufgerüttelt, denn plötzlich ist die Todesangst wieder da und so handeln wir irrational. Unter Stress neigen wir dazu, alles Bewährte einfach fortzusetzen, denn das gibt uns Sicherheit. Alle Utopien und Zukunftsprognosen sind nur Fortschreibungen des Gegenwärtigen und deswegen schon in sich falsch. In meinem Buch „Problem Zukunft“ komme ich zu einem ähnlichen Schluss. Wir terrorisieren uns selbst mit der Angst vor einer Zukunft, die so wie prognostiziert, sicher nicht kommen wird. Welzer meint, wir müssen unsere Endlichkeit akzeptieren und alles beenden, was uns nicht mehr guttut. Das fängt mit Rauchen, Alkohol, Zucker und Übergewicht an und hört beim Überfluss nicht auf. Wir verbrauchen mehr Biomasse, als es auf der Welt gibt, um leblose Produkte herzustellen, die im Müll landen. Damit haben wir einen Kipppunkt überschritten, denn die Fortschreibung des Bestehenden bedeutet, dass es am Ende keine Biomasse mehr geben wird und damit auch keine Menschheit. Erfrischend, wie Welzer über die Ökonomen vom Leder zieht. Ich stimme ihm zu, das sind keine Wissenschaftler, sondern Ideologen, die die Religion des freien Marktes predigen, der endlos wachsen wird, wider besseres Wissen. Statt zu überlegen, was wir noch alles produzieren könnten, sollten wir uns fragen, was wir alles nicht mehr produzieren sollten, weil wir es gar nicht brauchen für Glück und Wohlstand. Wir müssen weder fliegen, noch Auto fahren, noch Schmuck und viele Häuser besitzen, das bilden wir uns alles nur ein, aus Prestigegründen, in die wir hineinmanipuliert werden. Wir müssen lernen loszulassen, alles Überflüssige loszuwerden. Nur dann können wir die Erde retten und anfangen zu überlegen, was in der Zukunft alles nicht mehr so sein wird wie heute. Denn letzteres ist das Einzige, was sicher ist. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Problem Zukunft. Es kommt anders, als man denkt“

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Nachruf auf die Welt von heute

S.A.W aus Salzburg am 17.10.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Welzer kennt sich bei der Zukunft aus, das hat er in vielen Büchern bewiesen, für mich ist er DER Zukunftsexperte. Mit diesem Buch greift er ins Philosophische: Die längere Lebenserwartung hat dazu geführt, dass wir den Tod verdrängen, da er nicht mehr so wie früher allgegenwärtig ist und in jedem Lebensalter zuschlägt. Die Medizin nährt die Illusion, dass der Tod bald abgeschafft sein wird. Seit der Säkularisierung müssen wir unsere Sterblichkeit erdrängen, denn anders als früher haben wir keine Gewissheit mehr, dass es im Jenseits weitergeht. Allerdings hat Corona uns aufgerüttelt, denn plötzlich ist die Todesangst wieder da und so handeln wir irrational. Unter Stress neigen wir dazu, alles Bewährte einfach fortzusetzen, denn das gibt uns Sicherheit. Alle Utopien und Zukunftsprognosen sind nur Fortschreibungen des Gegenwärtigen und deswegen schon in sich falsch. In meinem Buch „Problem Zukunft“ komme ich zu einem ähnlichen Schluss. Wir terrorisieren uns selbst mit der Angst vor einer Zukunft, die so wie prognostiziert, sicher nicht kommen wird. Welzer meint, wir müssen unsere Endlichkeit akzeptieren und alles beenden, was uns nicht mehr guttut. Das fängt mit Rauchen, Alkohol, Zucker und Übergewicht an und hört beim Überfluss nicht auf. Wir verbrauchen mehr Biomasse, als es auf der Welt gibt, um leblose Produkte herzustellen, die im Müll landen. Damit haben wir einen Kipppunkt überschritten, denn die Fortschreibung des Bestehenden bedeutet, dass es am Ende keine Biomasse mehr geben wird und damit auch keine Menschheit. Erfrischend, wie Welzer über die Ökonomen vom Leder zieht. Ich stimme ihm zu, das sind keine Wissenschaftler, sondern Ideologen, die die Religion des freien Marktes predigen, der endlos wachsen wird, wider besseres Wissen. Statt zu überlegen, was wir noch alles produzieren könnten, sollten wir uns fragen, was wir alles nicht mehr produzieren sollten, weil wir es gar nicht brauchen für Glück und Wohlstand. Wir müssen weder fliegen, noch Auto fahren, noch Schmuck und viele Häuser besitzen, das bilden wir uns alles nur ein, aus Prestigegründen, in die wir hineinmanipuliert werden. Wir müssen lernen loszulassen, alles Überflüssige loszuwerden. Nur dann können wir die Erde retten und anfangen zu überlegen, was in der Zukunft alles nicht mehr so sein wird wie heute. Denn letzteres ist das Einzige, was sicher ist. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Problem Zukunft. Es kommt anders, als man denkt“

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Aufhören um weiterzukommen

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Aufhören ist eine Kunst. Und absolut nicht erwünscht. Jedenfalls nicht in unserer auf Effizienz und Erfolg fixierten Gesellschaft. Denn für die allermeisten ist Aufhören eine Schwäche und ein Zeichen des Scheiterns. Doch vielleicht täte es uns ganz gut, wenn wir manche Sachen nicht um jeden Preis zu Ende machen und einfach mal aufgeben. Nicht das es eines Tages zu spät ist und wir die Konsequenzen des Hamsterrades der Effizienz tragen müssen. Im schlimmsten Fall die tödlichen. Harald Welzer, seines Zeichens Deutschlands bekanntester Sozialpsychologe und einer der klügsten Köpfe unseres Landes, weiß wovon er spricht, ist er doch ein Meister im Aufhören. Einerseits aus Überzeugung, andererseits aus gesundheitlichen Gründen, wie ihm sein akuter Herzinfarkt im April 2020 bewiesen hat. Diese Erfahrung des potentiellen Todes hat ihn verändert und dazu veranlasst einen Nachruf zu schreiben. Einen zu Lebzeiten verfassten Nachruf auf sich selbst, welchen die Leser:innen im abschließenden Teil des Buches erwartet. Zuvor analysiert Welzer in der für ihn so typischen Art und Weise, was und warum so vieles schief läuft – und wie man vieles besser machen könnte. Dazu führt er biografische Miniaturen von Menschen auf, die erfolgreich andere Wege gehen, sich nicht mit dem Status Quo zufrieden geben und trotzdem nicht Gefahr laufen eines Tages ausgebrannt zu sein. Mit »Nachruf auf mich selbst.« ist Harald Welzer ein erfrischend ehrliches Buch gelungen, dessen Kombination aus persönlichen Erfahrungen, dem Aufzeigen realistischer Utopien und einer schonungslosen Gesellschaftsanalyse eine sehr erhellende Lektüre garantiert. Denn Welzer-typisch, reiht sich ein kluger Gedanke an den nächsten, sodass sich die (progressiven) Leser:innen permanent beim Zustimmen wiederfinden. »Nachruf auf mich selbst.« ist ein unglaublich lesenswertes Buch, das für eine neue Kultur des Aufhörens plädiert und Lust auf die Zukunft macht – allem Kopfschütteln über die gegenwärtigen Verhältnisse zum Trotz.
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Aufhören um weiterzukommen

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Aufhören ist eine Kunst. Und absolut nicht erwünscht. Jedenfalls nicht in unserer auf Effizienz und Erfolg fixierten Gesellschaft. Denn für die allermeisten ist Aufhören eine Schwäche und ein Zeichen des Scheiterns. Doch vielleicht täte es uns ganz gut, wenn wir manche Sachen nicht um jeden Preis zu Ende machen und einfach mal aufgeben. Nicht das es eines Tages zu spät ist und wir die Konsequenzen des Hamsterrades der Effizienz tragen müssen. Im schlimmsten Fall die tödlichen. Harald Welzer, seines Zeichens Deutschlands bekanntester Sozialpsychologe und einer der klügsten Köpfe unseres Landes, weiß wovon er spricht, ist er doch ein Meister im Aufhören. Einerseits aus Überzeugung, andererseits aus gesundheitlichen Gründen, wie ihm sein akuter Herzinfarkt im April 2020 bewiesen hat. Diese Erfahrung des potentiellen Todes hat ihn verändert und dazu veranlasst einen Nachruf zu schreiben. Einen zu Lebzeiten verfassten Nachruf auf sich selbst, welchen die Leser:innen im abschließenden Teil des Buches erwartet. Zuvor analysiert Welzer in der für ihn so typischen Art und Weise, was und warum so vieles schief läuft – und wie man vieles besser machen könnte. Dazu führt er biografische Miniaturen von Menschen auf, die erfolgreich andere Wege gehen, sich nicht mit dem Status Quo zufrieden geben und trotzdem nicht Gefahr laufen eines Tages ausgebrannt zu sein. Mit »Nachruf auf mich selbst.« ist Harald Welzer ein erfrischend ehrliches Buch gelungen, dessen Kombination aus persönlichen Erfahrungen, dem Aufzeigen realistischer Utopien und einer schonungslosen Gesellschaftsanalyse eine sehr erhellende Lektüre garantiert. Denn Welzer-typisch, reiht sich ein kluger Gedanke an den nächsten, sodass sich die (progressiven) Leser:innen permanent beim Zustimmen wiederfinden. »Nachruf auf mich selbst.« ist ein unglaublich lesenswertes Buch, das für eine neue Kultur des Aufhörens plädiert und Lust auf die Zukunft macht – allem Kopfschütteln über die gegenwärtigen Verhältnisse zum Trotz.

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