Meine letzte RezensionDie letzte Hütte der Alpenvon Matthias Ballweg
Die letzte Hütte der Alpen hat mich tief beeindruckt und sehr demütig gegenüber den Bergen und der Natur zurückgelassen. Matthias Ballweg und Bertram Kloss stellen wichtige Fragen und legen mit ihren Recherchen den Finger in die schon tiefen Wunden unserer Alpen. Wir erfahren viel über die Veränderungen und damit verbundenen Herausforderungen, denen wir jetzt schon gegenüberstehen und die uns zukünftig erwarten. Dabei bleiben die beiden Autoren stets offen für alle Blickwinkel, geben uns Richtungsweisungen und Inspiration und setzen sich mit den harten Fakten realistisch auseinander. Wir müssen uns fragen, wie viel Mensch vertragen die Berge, verträgt die Natur noch?! Und wir müssen uns klar machen, dass es einen Perspektivwechsel braucht und Anpassungsfähigkeit unsererseits elementar ist... Matthias und Michael orientieren sich dabei an der Stetind-Deklaration aus den 60er-Jahren... "Wir stehen nicht auf dem Berg, wir sind Teil des Berges." Und ich gebe ihnen Recht, diese Haltung ändert alles und sie lässt sich auf die ganze Erde übertragen ... wir leben nicht auf der Erde, wir sind Teil von ihr. Das bedeutet nicht, dass Alpinismus und Bergsport in Zukunft nicht mehr möglich sein werden, aber sie werden sich radikal verändern und wir alle werden unseren unseren Teil dazu beitragen müssen. Wie uns das gelingen kann, haben die Autoren am Ende des Buches im Manifest der letzten Hütte rausgearbeitet. Und das hat mich sehr tief berührt, weil damit alles gesagt ist und es uns automatisch zu Anwält*innen von Natur und Bergen macht. Unbedingt lesenswert - auch für nicht Alpinistinnen.