Deutschland

Geschichte einer Nation

Helmut Walser Smith

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Beschreibung

Um 1500 werden in den Karten der frühen Kartographen und Berichten von Abenteurern und Reisenden erstmals die Spuren einer Nation erkennbar, die Jahrhunderte später Goethe und Schiller hervorbringen wird, aber auch den größten Massenmord der Weltgeschichte zu verantworten hat. Ist dieses "Deutschland" eine Nation mit einer festen Identität und einem angestammten "Volk", oder ist es weit eher ein historischer Raum, in dem sich konkurrierende Vorstellungen davon, was Deutschland ist oder werden soll, permanent ablösen?
Helmut Walser Smith geht in seinem elegant geschriebenen Werk der "longue durée" der deutschen Geschichte nach und hält die Idee der Nation und die Ideologie des Nationalismus so hellsichtig auseinander, wie es wohl nur einem Beobachter von außen möglich ist. Imaginationen von Deutschland und deutsche Wirklichkeiten stoßen in seinem geradezu anti-essentialistischen Buch hart aufeinander und entladen sich im 20. Jahrhundert in nationalistischen Exzessen, die Walser Smith ebenso eindringlich wie schonungslos schildert. Bis hin zur Bundestagsrede von Navid Kermani und den aktuellen Versuchen der AfD, sich der deutschen Geschichte zu bemächtigen, reicht diese kluge Meditation über Deutschland und das Erbe seiner Vergangenheit.

Produktdetails

Verkaufsrang 74476
Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Erscheinungsdatum 04.10.2021
Verlag C. H. Beck
Seitenzahl 667 (Printausgabe)
Dateigröße 32078 KB
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Andreas Wirthensohn
Sprache Deutsch
EAN 9783406774164

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Ein Meisterwerk

S.A.W aus Salzburg am 22.10.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Ein Meisterwerk Dieser Amerikaner aus Tennessee hat einen erfrischenden Zugang zur deutschen Geschichte. Was man selten findet und mir besonders gut gefällt: Der Mann kann schreiben und macht Historie spannend, da er in roten Faden denkt und das Ganze der letzten 500 Jahre in Deutschland überblickt. Er verbindet die übliche Militär- und Kriegshistorie mit der deutschen Geistesgeschichte und vertritt die These, dass sich die Machtspiele der Könige nach dem geistigen Blick der jeweiligen Epochen richteten. Und der war eben in jedem Jahrhundert anders, weil die Europäer immer Neues entdeckten und sich ihr Weltbild dramatisch veränderte. Damit dekonstruiert Walser-Smith den Nationalismus des 19. und 20. Jhdt. als späte Radikalisierung eines erst allmählich entstehenden Nationalgefühls. Vor 500 Jahren gab es noch keine deutsche Nation. Die Menschen dachten in Begriffen der Christenheit, die einfachen Landkarten des Mittelalters verzeichneten vor allem Kirchen und Stationen der Heiligen. Das Spätmittelalter war die hohe Zeit der freien Städte mit ihrer ausgefeilten Handwerkskunst. Nürnberg, Augsburg, Köln und Wien waren die reichsten Städte, brachten Albrecht Dürer, Henlein (Taschenuhr) und die reichen Fugger hervor. Alles änderte sich 1467 mit dem Buchdruck. Nun wurden die ersten geographischen Karten vervielfältigt, die Reichen kauften sich reich bebilderte Bücher als teure Wertgegenstände. Di Humanisten entwickelten ein neues Menschenbild, Luther protestierte gegen die Macht der Kirche. Trotzdem blieb Deutschland lange friedlich, nach dem Gesetz des „cuius regio, eius religio“. 1618 versuchten die Prager Stände einen protestantischen König durchzusetzen, der wohl auch Kaiser geworden wäre, hätten die Habsburger mit ihrem Feldherrn Tilly nicht brutal zurückgeschlagen und versucht, Norddeutschland gewaltsam zu rekatholisieren. Der Schwedenkönig zog eine Spur der Gewalt bis nach Baden-Württemberg, wurde aber zurückgeschlagen und fiel bei Lützen. Der französische Kardinal Richelieu unterstützte die Protestanten, um die Vorherrschaft der Habsburger zu brechen, was ihm auch gelang. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erstarkten die Fürsten, Brandenburg militarisierte sich und forderte ab 1740 Österreich heraus, das sich in der Folge ebenfalls militarisierte. Unter Josef II. hätten sich die beiden Mächte Deutschland fast aufgeteilt, doch der Plan, Bayern gegen Belgien zu tauschen, scheiterte. Bis zur französischen Revolution dachten die Deutschen eher regional, sie fühlten sich als Bayern, Hessen, Sachsen oder Österreicher. Erst die Niederlage gegen Napoleon und die lange Besetzung durch die Franzosen führten zu einem gesamtdeutschen Nationalismus, der schließlich 1871 in der Gründung des deutschen Kaiserreiches gipfelte. Dieser größere Blick wurde durch die fortschreitende Kartographie begünstigt, nun sah man Deutschland als Teil des ganzen Globus, entsprechend forderte Wilhelm II. einen kolonialen Platz an der Sonne. Als dieser Anspruch zweimal scheiterte, schwor die Bundesrepublik dem Nationalismus ab und definierte sich vor allem über das Wirtschaftswachstum. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Heiles Deutschland? Geschichte, Lösungen, Zukunft“

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Ein Meisterwerk

S.A.W aus Salzburg am 22.10.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Ein Meisterwerk Dieser Amerikaner aus Tennessee hat einen erfrischenden Zugang zur deutschen Geschichte. Was man selten findet und mir besonders gut gefällt: Der Mann kann schreiben und macht Historie spannend, da er in roten Faden denkt und das Ganze der letzten 500 Jahre in Deutschland überblickt. Er verbindet die übliche Militär- und Kriegshistorie mit der deutschen Geistesgeschichte und vertritt die These, dass sich die Machtspiele der Könige nach dem geistigen Blick der jeweiligen Epochen richteten. Und der war eben in jedem Jahrhundert anders, weil die Europäer immer Neues entdeckten und sich ihr Weltbild dramatisch veränderte. Damit dekonstruiert Walser-Smith den Nationalismus des 19. und 20. Jhdt. als späte Radikalisierung eines erst allmählich entstehenden Nationalgefühls. Vor 500 Jahren gab es noch keine deutsche Nation. Die Menschen dachten in Begriffen der Christenheit, die einfachen Landkarten des Mittelalters verzeichneten vor allem Kirchen und Stationen der Heiligen. Das Spätmittelalter war die hohe Zeit der freien Städte mit ihrer ausgefeilten Handwerkskunst. Nürnberg, Augsburg, Köln und Wien waren die reichsten Städte, brachten Albrecht Dürer, Henlein (Taschenuhr) und die reichen Fugger hervor. Alles änderte sich 1467 mit dem Buchdruck. Nun wurden die ersten geographischen Karten vervielfältigt, die Reichen kauften sich reich bebilderte Bücher als teure Wertgegenstände. Di Humanisten entwickelten ein neues Menschenbild, Luther protestierte gegen die Macht der Kirche. Trotzdem blieb Deutschland lange friedlich, nach dem Gesetz des „cuius regio, eius religio“. 1618 versuchten die Prager Stände einen protestantischen König durchzusetzen, der wohl auch Kaiser geworden wäre, hätten die Habsburger mit ihrem Feldherrn Tilly nicht brutal zurückgeschlagen und versucht, Norddeutschland gewaltsam zu rekatholisieren. Der Schwedenkönig zog eine Spur der Gewalt bis nach Baden-Württemberg, wurde aber zurückgeschlagen und fiel bei Lützen. Der französische Kardinal Richelieu unterstützte die Protestanten, um die Vorherrschaft der Habsburger zu brechen, was ihm auch gelang. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erstarkten die Fürsten, Brandenburg militarisierte sich und forderte ab 1740 Österreich heraus, das sich in der Folge ebenfalls militarisierte. Unter Josef II. hätten sich die beiden Mächte Deutschland fast aufgeteilt, doch der Plan, Bayern gegen Belgien zu tauschen, scheiterte. Bis zur französischen Revolution dachten die Deutschen eher regional, sie fühlten sich als Bayern, Hessen, Sachsen oder Österreicher. Erst die Niederlage gegen Napoleon und die lange Besetzung durch die Franzosen führten zu einem gesamtdeutschen Nationalismus, der schließlich 1871 in der Gründung des deutschen Kaiserreiches gipfelte. Dieser größere Blick wurde durch die fortschreitende Kartographie begünstigt, nun sah man Deutschland als Teil des ganzen Globus, entsprechend forderte Wilhelm II. einen kolonialen Platz an der Sonne. Als dieser Anspruch zweimal scheiterte, schwor die Bundesrepublik dem Nationalismus ab und definierte sich vor allem über das Wirtschaftswachstum. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Heiles Deutschland? Geschichte, Lösungen, Zukunft“

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